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 Betreff des Beitrags: Re: Gehaltsvorstellung - wie bekomme ich die?
BeitragVerfasst: Do 4. Jul 2013, 11:33 
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@ cottontree
Thema Geld / Zeit:
Eine schöne Überlegung.

Erstmal muss man das Gehalt in Bezug auf die Wochenarbeitszeit und den Jahresurlaub sehen.

Eine 50 h-Woche bei gleicher Anzahl Urlaubstagen (heute meist 30 AT, d`accord?) wie bei 40h-Woche bedeutet, man arbeitet im Jahr 11,5 Wochen mehr als der mit dem 40h-Job !

Eine größere Anzahl verschenkter Überstunden wirkt sich also verheerend auf den "Stundenlohn" aus.

Eine kürzere Wochenarbeitszeit ist hingegen sehr attraktiv (soweit das Gehalt dann noch reicht). Auch steuerlich spart man die höchsten Abzüge ein.

In Ingenieurbüros hapert die Realität jedoch meist
a) an der Unerbittlichkeit der Chefs (die rechnen halt gerade umgekehrt)
b) an der Baupraxis. Wenn du eine Baustelle überwachst / leitest, kannst du froh sein, wenn nicht auch samstags noch gearbeitet wird.
Ein job sharing ist dabei praktisch unmöglich.

Es hängt also sicher von der genauen Tätigkeit, was diesbezüglich geht. Reine Gutachtentätigkeit kann man sicher auch auf 4 AT/Woche beschränken.

Aus meiner Sicht ist auch mit entscheidend, welche Karriere du im Leben anstrebst. Bei mir ist (5 Studierte im Büro, davon 2 Geschäftsführer) ein Aufstieg, überhaupt weitere Strukturierung relativ undenkbar. Da bin und bleibe ich also "Leidender Angestellter" und habe mich damit halbwegs arrangiert.

Wenn es Karrieremöglichkeiten gibt, werden die gerne für "fleißige" Mitarbeiter vorgesehen. Das heißt im Chef-Jargon häufig "welche mit viel Sitzfleisch". Prdouktivität ist eher zweitrangig, da sie oft nicht gemessen / erkannt wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gehaltsvorstellung - wie bekomme ich die?
BeitragVerfasst: Do 4. Jul 2013, 17:48 
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Bitte nicht falsch verstehen, aber wenn ich das alles lese (und von Ex-Kommilitonen höre) bin ich nicht unbedingt scharf drauf, in den freien Arbeitsmarkt zu wechseln. Selbst unter Berücksichtigung aller Unwägbarkeiten einer akademischen Laufbahn, scheint mir das die erfüllendere Variante zu sein.


Zuletzt geändert von schmunda am Fr 5. Jul 2013, 07:23, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Gehaltsvorstellung - wie bekomme ich die?
BeitragVerfasst: Do 4. Jul 2013, 20:15 
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schmunda hat geschrieben:
Bitte nicht falsch verstehen, aber wenn ich das alles lese (und von Ex-Kommilitonen höre) bin ich nicht unbedingt scharf drauf, in den freien Arbeitsmarkt zu wechseln. Selbst unter Berücksichtigung aller Unwegbarkeiten einer akademischen Laufbahn, scheint mir das die erfüllendere Variante zu sein.


Naja, zumindest während der Promotion sind es ja erst recht prekäre Verhältnisse: Rund 1500 Euro brutto (nu, mit Glück gibts auch mal ne 3/4-Stelle) bei trotzdem vollen Wochenstunden (in den Monaten vor Abgabe nicht selten 60h). Dazu der persönliche Stress, dass es mit der Doktorarbeit auch wirklich was wird. Und was nach dem 'Doktor' kommt.. die Unwegbarkeiten, wie du sagst. Nein, da muss man das universitäre Umfeld schon sehr mögen, um das mit sich zu vereinbaren und erfüllend zu finden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gehaltsvorstellung - wie bekomme ich die?
BeitragVerfasst: Do 4. Jul 2013, 20:30 
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Ich find das Uni Umfeld auch OK.
Bin aber auch nicht der Typ, der sich ausbeuten lässt. Selber Schuld, wer das mit sich machen lässt.

Ansonsten seh ich das so: Wenn ich meine Freizeit bekomme, geht's mir gut. Bin relaxed, gut drauf und hab Spaß am Leben. Dadurch macht mir auch ab und zu Stress im Job nichts aus.
Ich hab absolut kein Interesse daran die Karriereleiter aufzusteigen. Bringt nur mehr Arbeit mit sich, weniger Freizeit, schlechte Laune, Stress. Ach ja, und mehr Geld. Welches ich dann für Stressabbau ausgeben muss...?

Nee, danke.

Ein Arbeitgeber, der mehr verlangt als abgemacht ist, ist dann eben der falsche Arbeitgeber. Die Welt ist groß, es gibt noch genug andere...


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 Betreff des Beitrags: Re: Gehaltsvorstellung - wie bekomme ich die?
BeitragVerfasst: Fr 5. Jul 2013, 07:22 
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Ich sags mal so. Es gibt zwei Möglichkeiten ein Leben zu führen.

Erstere: Man macht einen Job der einen nicht, oder nur hinreichend interessiert - lässt sich im Austausch aber dafür bezahlen, dass man seine Lebenszeit für den Arbeitgeber zur Verfügung gestellt hat. Mit dem Geld kann man sich die Zeit zwar nicht zurückkaufen, aber die verbliebene entsprechend aufwerten. So geht die Rechnung unterm Strich auf.

Zweitere: Man macht einen Job den man im Zweifelsfall auch ohne Geld* machen würde, fühlt sich aber eben durch genau diese Tätigkeit so erfüllt, dass Materielles nebensächlich wird, oder man andere Widrigkeiten in Kauf nimmt.

Das muss jeder für sich selbst beantworten. Die geotechnische Überwachung von Baustellen, Monitoring von Grundwasser, Altlastenentsorgung etc. pp. kann ja auch für jeden Einzelnen in zweitere Kategorie fallen. Ist ja auch vollkommen ok so. Für mich tut es das nicht. Sorry, dafür hab ich nicht Geologie studiert.

Ich habe auch Familie und muss mir am Ende meiner Doktorarbeit natürlich die Frage stellen, wielange ich das Esel-Möhrchen-Rennen der wissenschaftlichen Laufbahn mir und meinem Umfeld zumuten muss oder will. Wenn ich aber so sehe, wie es den Absolventen, die auf dem uns im Studium gepriesenen Arbeitsmarkt "geflüchtet" sind, ergeht, dann muss ich sagen, dass die Aussichten nicht sicherer, die Bezahlung nicht besser, und die Arbeitsbelastung nicht geringer sind. Wenn ich mir dann noch vorstelle, dabei eine Job zu machen, auf den ich nicht unbedingt scharf bin, dann weiss ich was ich hab.

*Mir ist absolut klar, dass eine gewissen Grundsicherung gewährleistet sein muss.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gehaltsvorstellung - wie bekomme ich die?
BeitragVerfasst: Fr 5. Jul 2013, 07:28 
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Garfield hat geschrieben:

Naja, zumindest während der Promotion sind es ja erst recht prekäre Verhältnisse: Rund 1500 Euro brutto


Ich promoviere in der Schweiz. Fairerweise muss ich also dazu sagen, dass ich meine Doktorarbeit in der Form und unter den Bedingungen in Deutschland wahrscheinlich nicht zum Abschluss bringen würde. Auch wäre die Entscheidung Nachwuchs in die Welt zu setzen wahrscheinlich anders ausgegangen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gehaltsvorstellung - wie bekomme ich die?
BeitragVerfasst: Sa 6. Jul 2013, 18:13 
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Die Denkweise "jetzt ranklotzen, im Alter genießen" kann ich nicht so ganz Nachvollziehen. Gerade die Zeit von etwa 20-40 ist die, in der man körperlich in der Lage ist, etwas zu erleben oder zu machen. Sei es (aktives) reisen, Sport, was Erleben. Als Rentner machst du das eher nicht mehr.

Meine Freizeit ist z.B. recht sportlich geprägt. Mit 50-60 werde ich wohl eher nicht noch Tauchen, Bergsteiger, Höhlenklettern, etc anfangen. Daher mache ich es jetzt und verzichte auf Karriere.

Dazu muss man aber fairerweise auch sagen, dass mir nichts an Familiengründung liegt. Single by choice.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gehaltsvorstellung - wie bekomme ich die?
BeitragVerfasst: Di 9. Jul 2013, 16:40 
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cottontree hat geschrieben:
Die Denkweise "jetzt ranklotzen, im Alter genießen" kann ich nicht so ganz Nachvollziehen. Gerade die Zeit von etwa 20-40 ist die, in der man körperlich in der Lage ist, etwas zu erleben oder zu machen. Sei es (aktives) reisen, Sport, was Erleben. Als Rentner machst du das eher nicht mehr.


Nun ja, mit 40 ist man ja noch kein Rentner ;) Aber dein Argument ist nicht ganz falsch.
Man muss aber auch bedenken, dass viele Hobbys (ernsthaft betrieben) auch gut ins Geld gehen können. Viel reisen, Bergsteigen, Tauchen... das kann auch gut was kosten. Und wenn man hier so ließt, welche geringen Gehalte teilweise bereits bei einer 40h-Woche bezahlt werden, hat man effektiv in einer 20h - 30h -Woche noch weniger Geld. Man hat dann zwar die Zeit, aber nicht mehr unbedingt die nötigen Finanzen.

Was bleibt also zu sagen: Am besten eine halbe Stelle voll bezahlt! :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Gehaltsvorstellung - wie bekomme ich die?
BeitragVerfasst: Mi 10. Jul 2013, 06:13 
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cottontree hat geschrieben:
Die Denkweise "jetzt ranklotzen, im Alter genießen" kann ich nicht so ganz Nachvollziehen. Gerade die Zeit von etwa 20-40 ist die, in der man körperlich in der Lage ist, etwas zu erleben oder zu machen. Sei es (aktives) reisen, Sport, was Erleben. Als Rentner machst du das eher nicht mehr.

Meine Freizeit ist z.B. recht sportlich geprägt. Mit 50-60 werde ich wohl eher nicht noch Tauchen, Bergsteiger, Höhlenklettern, etc anfangen. Daher mache ich es jetzt und verzichte auf Karriere.

Dazu muss man aber fairerweise auch sagen, dass mir nichts an Familiengründung liegt. Single by choice.


Wie gesagt, am Ende kommen alle über Umwege zur selben Sache. Ich verstehe meine halb bezahlte Arbeit als Doktorand nicht als Ranklotzen sondern bereits als Selbstverwirklichung. Auf dem Papier könnte man es Ausbeutung nennen. Aber wenn ich mir aber vergegenwärtige, für was ich hier Geld bekomme, dann fühle ich mich extrem privilegiert . Ich habe während meiner Doktorandenzeit Sachen erlebt, die ich so niemals mitbekommen hätte und ich bin extrem dankbar dafür.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gehaltsvorstellung - wie bekomme ich die?
BeitragVerfasst: Sa 13. Jul 2013, 17:22 
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Zitat:
(...) Man hat dann zwar die Zeit, aber nicht mehr unbedingt die nötigen Finanzen.

Es ist schon ärgerlich. Im Studium hat man genug Zeit, aber kein Geld. Und danach hat man Geld, aber keine Zeit.

Nun gut. Die Wochenenden hat man in der Regel ja schon frei. Und in den rund 30 Tagen Urlaub im Jahr kann man auch ein bißchen was machen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gehaltsvorstellung - wie bekomme ich die?
BeitragVerfasst: Fr 26. Jul 2013, 20:01 
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Sedigist hat geschrieben:
Gehaltsvorstellung - schwierige Frage.

Diese haengt von sehr vielen Faktoren ab, u.a.:

- Deutschland vs. International
- Branche
- Firmengroesse und finanzieller Status
- Einsatzland/ -ort
- Einkommenssteuer im jeweiligen Land (zB Skandinavien sehr hoch)
- Stelle/ Position
- usw. usw. usw.



Ist zwar schon ein bisschen aelter, aber zu Skandinavien: sooo hoch ist der Anteil Brutto-Netto nicht. Ich kriege rund 62% vom Brutto ausgezahlt (Versicherungen, Internet, Telefon, Pension und anderes vor Steuer abgezogen) und brauche keine enorm teure Krankenversicherung bezahlen. Vor allem die wird ja in Deutschland gerne mal vergessen wenn man ueber Netto spricht. An festen Kosten muss ich von diesen 62% im Grunde nur noch Miete und Nahrungsmittel zahlen und der Rest bleibt uebrig fuer die schoenen Dinge des Lebens, bzw. sparen.

Rodi


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