Geh barfuß über warmen Sand.
      Spür die Erde unter deinen Füßen ...
Aktuelle Zeit: Do 19. Okt 2017, 16:28

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 32 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Frauen in der Wissenschaft...
BeitragVerfasst: Mo 8. Dez 2008, 08:54 
Offline
beginner
beginner

Registriert:
So 27. Jan 2008, 15:58
Beiträge: 13
Ich hatte Freitag abend eine Diskussion mit einem Typen aus dem letzten Jahrtausend, der felsenfest die Meinung vertrat, eine Frau habe es nicht verdient gleichberechtigt behandelt zu werden (z.B. für die gleiche Arbeit das gleiche Geld zu verdienen)... Er hat versucht mir einzureden, dass ich mich von dem Gedanken verabschieden soll, jemals in der Forschung eine Chance zu bekommen, halt eben weil ich eine Frau bin... Nunja, jetzt ist Montag morgen, und das ganze rotiert immer noch in meinem Kopf... Deswegen wollte ich euch mal nach euren Meinungen / Erfahrungen fragen.... Wie steht es mit der Gleichberechtigung in den Geowissenschaften? Und wie gut werden Frauen in der Forschung unterstützt wenn sie bspw. ein Kind bekommen? Können sie ihren Job dann gleich an den Nagel hängen?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mo 8. Dez 2008, 09:28 
Offline
badge of honor
badge of honor

Registriert:
Mi 26. Jul 2006, 10:02
Beiträge: 1160
Wohnort: Eifel (Zentrum)
Hallo Puppe_Sturm,

zunächst:

Willkommen im Forum.

Nach dem Abschluss überhaupt in der Forschung unter zu kommen hängt hauptsächlich von guten Beziehungen zu einem/mehreren Prof's ab. Zumindest wenn es an der Uni sein soll. Es geht auch wenn man sich eigenfinanziert.
Während meines Studiums (Anfang der 90' ger) wurden einige Frauen extrem bevorzugt, sei es um stud. Hilfskraftjobs oder in der Bewertung der Arbeiten/Prüfungen und der bezahlten Dr.-Arbeiten
Einige haben sich trotz Unfähigkeit mit persönlichem Einsatz in interessante Positionen gebracht.
Bez. Kinder: ich kenne keine Geologin mit Kindern die in einem Geo-Job unter gekommen ist. Allerdings auch keine ohne Kinder...
Überhaupt ist aus meiner damaligen Gruppe niemand im Hauptberuf "geologisch" tätig.

Gruss
Spotts


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mo 8. Dez 2008, 11:23 
Offline
master of desaster
master of desaster
Benutzeravatar

Registriert:
Mo 19. Dez 2005, 17:32
Beiträge: 596
Wohnort: Frankfurt am Main
In bisher jeder Geofirma, in der ich war (als Praktikant, Aushilfe, Diplomant - ich bin noch jung, daher waren's noch nicht so viele, aber 3-4 sind's schon) waren Geologinnen tätig. Vielleicht nicht in der Überzahl, aber auch nicht als verschwindet geringer Anteil.
Einige wenige haben Kinder.

Meine Kommilitoninnen hatten bisher auch alle kein Problem, einen Job zu bekommen. Allerdings sind die alle nicht in der Forschung und Kinder haben die auch keine.

Allerdings würde ich so Gedanken wie deine mal ganz schnell verwerfen, kratzt doch bloß am Selbstvertauen, was der Sache doch wohl nicht gerade förderlich ist?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mo 8. Dez 2008, 12:21 
Offline
bachelor
bachelor
Benutzeravatar

Registriert:
So 12. Okt 2008, 23:17
Beiträge: 134
Wohnort: Berlin
Achja...das letzte Jahrtausend...das waren noch Zeiten...da war ich noch Schüler...man ist das lang her. :lol:

Meiner Meinung nach ist es allgemein schwer Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen. Wenn man international tätig sein und rumreisen möchte, dann bringt einem auch die beste Kinderbetreuung der Firma nichts. Wenn man nicht gerade einen aufopferungsvollen Partner zu Hause hat, leiden die Kinder doch trotzdem unter den Bedingungen. Kinder brauchen ihre Eltern zu Hause und nicht nur die Euronen aufm Konto für Spielzeug, Ausbildung etc.

Natürlich haben da viele sicher noch das Bild im Kopf, dass der Mann in Indiana Jones Manier durch die Weltgeschichte tänzelt und die Ehefrau zu Hause Hof und Kinder pflegt. Aber andersherum würde es wohl auch nicht viel anders aussehen.

Zum allgemeinen zahlenmäßigen Verhältnis von Männern und Frauen bei den Geowissenschaften kann ich gar nicht so viel sagen. Aber bei uns an der Uni ist es schon so, dass überwiegend Männer lernen und lehren, wobei das Verhältnis bei den Studenten ausgeglichener als bei den Dozenten ist.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mo 8. Dez 2008, 13:53 
Offline
bachelor
bachelor

Registriert:
Fr 18. Aug 2006, 20:16
Beiträge: 121
Wohnort: Mainz
Hallo Puppe_Sturm und wiikommen im forum!

Ich glaube dass es heutzutage sehr viel einfacher ist als frau innerhalb der naturwissenschaften unterzukommen. Langsam kommt es meiner meinung nach auch zu einer normalisierung dass frauen nicht eben weil sie weiblich sind keine jobs kriegen aber auch nicht nur aufgrund dessen bevorzugt werden (siehe spotts kommentar).

Ich kenne Frauen die im bereich der Geowissenschaften tätig sind (Wirtschaft /Ing. Bereich) und Kinder haben.

Aber auch in vielen Forschungseinrichtungen wird es heutzutage Frauen ermöglicht sowohl Familie als auch Beruf nachgehen zu können. Beispielsweise werden auf dem Institutsgelände Kinderbetreuung angeboten etc


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Frauen in der Wissenschaft...
BeitragVerfasst: Mo 8. Dez 2008, 14:14 
Offline
master of desaster
master of desaster
Benutzeravatar

Registriert:
Do 16. Jan 2003, 11:10
Beiträge: 529
Wohnort: Göttingen
Puppe_Sturm hat geschrieben:
Ich hatte Freitag abend eine Diskussion mit einem Typen aus dem letzten Jahrtausend, der felsenfest die Meinung vertrat, eine Frau habe es nicht verdient gleichberechtigt behandelt zu werden (z.B. für die gleiche Arbeit das gleiche Geld zu verdienen)... Er hat versucht mir einzureden, dass ich mich von dem Gedanken verabschieden soll, jemals in der Forschung eine Chance zu bekommen, halt eben weil ich eine Frau bin... Nunja, jetzt ist Montag morgen, und das ganze rotiert immer noch in meinem Kopf... Deswegen wollte ich euch mal nach euren Meinungen / Erfahrungen fragen.... Wie steht es mit der Gleichberechtigung in den Geowissenschaften? Und wie gut werden Frauen in der Forschung unterstützt wenn sie bspw. ein Kind bekommen? Können sie ihren Job dann gleich an den Nagel hängen?


Um es kurz und knackig zu sagen: der Typ ist ein Arschloch. Leider, und das ist meine Erfahrung (OK, nicht unbedingt persönlich, aber über etliche Ecken) findet man in vielen Forschungseinrichtungen eine unglaubliche Akkumulation von Sozial-Legasthenikern, die absolut keinen Plan haben, was außerhalb ihres Fachgebietes in der Welt vor sich geht. Da herrscht ein gewisses Scheuklappendenken oder auch Angst vor der großen weiten Welt.

dieser Typ, den du da beschreibst, der hatte höchstwahrscheinlich Angst vor dir. Nimm es als Ehre und ihn um Himmelswillen nicht weiter ernst. Es sind nicht immer die schlechtesten, die weggebissen werden.

_________________
If you are not part of the solution you are part of the precipitate!
http://scilogs.spektrum.de/mente-et-malleo/


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Di 23. Dez 2008, 10:56 
Offline
bachelor
bachelor

Registriert:
So 15. Feb 2004, 18:55
Beiträge: 81
Wohnort: Daenemark
Was fuer ein Arschloch!

Ich weiss zugegebenerweise nicht wie es in der Forschung aussieht, aber in der Oelindustrie gibt es erstens genug Frauen, und zweitens genug Frauen mit Kindern. Gut, wie man die Betreuung regelt muss man abhaengend von der Firma selber sehen, aber das ist doch auch bei allen anderen Berufen und Branchen so. Ebenso wie man eine gute Balance zwischen Karierre und Kindern findet. :roll:

ich kenne Leute, die jeden Tag zur selben Zeit die Firma verlassen um die Kinder vom Kindergarten/Schule abzuholen, egal ob dann noch eine Praesentation ist oder nicht. Andere haben einen Tag frei, der Partner 2 andere und 2 Tage Ganztagsbetreuung. Geht auch.

Ueberhaupt sollte doch heutzutage Kinderbetreuung nicht nur an der Mutter haengen bleiben. Ein guter Vater steuert auch was bei. Und vergessen wir nicht, in sehr vielen Laendern ist Ganztagsschule sowieso normal.

Rod.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Di 23. Dez 2008, 19:13 
Offline
beginner
beginner

Registriert:
So 27. Jan 2008, 15:58
Beiträge: 13
Erstmal danke für eure zahlreichen Beiträge... Ich bin gar nicht so neu hier im Forum, schreibe allerdings nur sporadisch was...

Nunja, zum Topic (und euren Posts):

Ich danke euch allen für eure aufbauenden Worte!! Manchmal tut ein wenig Unterstützung echt gut...^^

Es ist auch eigtl nicht so, dass ich denke, ich werde niemals nen vernünftigen Job bekommen. Das hat dieser Typ versucht mir einzureden - aber was weiss der schon....

Worüber ich mir mittlerweile mehr Gedanken mache, ist das, was einige von euch schon angesprochen haben: Es ist generell schwierig, Karriere und Kinder unter einen Hut zu bekommen - erstmal unabhängig vom Job. Aber ich denke, dass es gerade in der Geo-Forschung, in der flexible Ortswechsel an der Tagesordnung stehen, nochmal einiges schwieriger ist... Man (frau) muss unabhängig und flexibel sein. Muss da der Wunsch nach einer Familie, einem festen sozialen Umfeld, einer Beziehung usw. nicht erstmal hintenanstehn, um es in die Forschung zu schaffen?!

Ich denke ehrlich gesagt, dass es so ist... Dass ich mich entscheiden muss, was ich will....

In die Forschung? Im nächsten Jahr ins Ausland? Und/oder für den PhD weggehen?
Meinen Beziehung dafür aufs Spiel setzen?
Für meinen "Traumjob", den ich nie bekommen könnte bzw. der sich genauso gut als Alptraum entpuppen könnte? =\

Alternativ denke ich darüber nach, welche Perspektiven mir die Industrie bieten könnte... Bessere Jobaussichten? Eine gesichertere Zukunft? Oder einen Job, den ich nie machen wollte?

Ich bin ziemlich unentschlossen... -.-

...wünsche euch aber trotzdem schonmal frohe Weihnachten!!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Di 23. Dez 2008, 21:47 
Offline
bachelor
bachelor
Benutzeravatar

Registriert:
Mo 5. Mai 2008, 02:26
Beiträge: 96
es gibt eben genug menschen die geistig retardiert immer noch im mittelalter stecken...

mein standpunkt ist: diskriminierung ist nie hinnehmbar, egal ob aufgrund von rasse, klasse, geschlecht, "behinderungen", alter etc. nur gibt es viele die die letzten 3 immer noch unreflektiert stehen lassen und insbesondere sowas wie geschlecht als biologisch determiniert ansehen...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Sa 27. Dez 2008, 22:26 
Offline
beginner
beginner

Registriert:
So 27. Jan 2008, 15:58
Beiträge: 13
Hat jemand ne Ahnung, ob Promovieren mit Kind in den Geowissenschaften möglich ist / unterstützt wird?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Frauen in der Wissenschaft...
BeitragVerfasst: Fr 16. Jan 2009, 16:22 
Offline
hard-rocker
hard-rocker

Registriert:
So 13. Jul 2008, 12:52
Beiträge: 270
Wohnort: Bochum
Huhu,

grad in den großen Unternehmen wird Inclusiveness and Diversity immer wichtiger, sprich die Abteilung sehr weit internationalisiert und die Frauenquote hochgetrieben. Und der Trend der Forschung geht ja auch immer mehr aus dem stillen Kämmerlein hinaus zu interdisziplinären und internationalen Teams.

Wer wirklich gut ist wird sich gegen die "Quarzit-vorm-Kopf-Generation" eh durchsetzen. Und sei es eine andere Uni oder das Nachbarland.

In diesem Sinne : Never.Ever.Give up.

;)

Gruß,

Isle


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Frauen in der Wissenschaft...
BeitragVerfasst: Do 12. Mär 2009, 10:39 
Offline
hard-rocker
hard-rocker
Benutzeravatar

Registriert:
Fr 1. Sep 2006, 10:31
Beiträge: 495
Wohnort: Karlsruhe
Ichbinich hat geschrieben:
Hallo! (mein erster Beitrag hier :) )

Dieses Thema beschäftigt mich sehr.
Ich studiere Geologie im 5. Semester und habe einen 6jährigen Sohn. Es ist schon schwer das Studium mit Kind zu vereinbaren - wie soll das erst später im Berufsleben funktionieren?


Es geht. Nur Mut und Durchhaltewillen. Ich hab auch mal eine Diplomantin gehabt, die schon eine Tochter mit 10 gehabt hat.
Und in Heidelberg gab es mal eine Geologie-Studentin, die bis zum Diplom drei Kinder bekommen hat.

Herzlich willkommen im Forum

Glückauf Rockdoc

_________________
Glückauf
Rockdoc


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Frauen in der Wissenschaft...
BeitragVerfasst: Do 12. Mär 2009, 11:49 
Offline
master of desaster
master of desaster
Benutzeravatar

Registriert:
Do 16. Jan 2003, 11:10
Beiträge: 529
Wohnort: Göttingen
Ichbinich hat geschrieben:
Hallo! (mein erster Beitrag hier :) )

[...]Mir wurde schon des öfteren gesagt, ich hätte das falsche Studium ausgesucht, eben weil ich ein Kind habe... Deprimierend...

Aber schön zu lesen, dass hier doch einige anderer Meinung sind!


Herzlich willkommen bei uns im Forum!

Ich stimme Rockdoc zu. Mit Mut und Durchhaltewillen sollte das zu lösen sein. Geologie ist als Studium nicht immer einfach, wenn Kinder im Spiel sind. Aber bei uns haben auch einige Mädels während des Studiums Kinder bekommen. Zur Not mussten die Kommilitonen auch mal mithelfen. In einer guten Gruppe sollte das aber kein Problem sein.

_________________
If you are not part of the solution you are part of the precipitate!
http://scilogs.spektrum.de/mente-et-malleo/


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Frauen in der Wissenschaft...
BeitragVerfasst: Do 12. Mär 2009, 14:28 
Offline
hard-rocker
hard-rocker

Registriert:
So 13. Jul 2008, 12:52
Beiträge: 270
Wohnort: Bochum
Machbar ist alles.. meistens scheiterts dann nur am Stumpfsinn der Arbeitgeber.. wenn ich mich so erinnere wie man meine Mutter angemacht hat bei der Bewerbung was wir aaarmen Kinderchen denn nur machen würden ( 11 + 16 -.- ) während sie arbeitet.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Frauen in der Wissenschaft...
BeitragVerfasst: Fr 22. Mai 2009, 10:59 
Offline
advanced
advanced

Registriert:
Di 28. Apr 2009, 19:51
Beiträge: 51
Hi!
Ich würde mich auch mal nach verschiedenen Studium/Karriere-mit-Kind-Förderprogrammen erkundigen! Bei uns an der Uni gibts z.B. extra günstige Studentenwohnungen für junge Eltern, kostenlose oder günstige (weiß ich nicht ganz genau) Kinderbetreuung und noch ein paar Sachen. Sowas finde ich schon mal ermutigend :)


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 32 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
forum geoversum © 2002 - 2012 by geoversum - last modified apr-11-2012
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
layout modified by geoversum based on FI Subice by phpBBservice.nl
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de