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 Betreff des Beitrags: Geologie und Entwicklungshilfe
BeitragVerfasst: Do 23. Apr 2009, 10:41 
Hallo,

vieleicht könnt ihr mir helfen.
Studiere momentan Geologie und überlege nun was man danach machen kann.
Sehr gerne würde ich später in Richtung Entwicklungshilfe gehen, vieleicht Afrika...
Man liest immer wieder dass man für einen späteren Job in diesem Bereich ein abgeschlossenes Studium sinnvoll ist und dass Geologie wohl nicht das Schlechteste wäre. Leider aber findet man keine genauen Informationen zu diesem Thema und auch keine Informationen darüber, wo man eventuell mal ein Praktikum oder ähnliches absolvieren könnte.
Hat vieleicht einer von euch ein eine Idee oder Tipps wie man mehr zu diesem Thema rausfinden kann oder hat vieleicht schon selbst Erfahrungen gesammelt?

Wäre seeeeeehr dankbar.

LG


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologie und Entwicklungshilfe
BeitragVerfasst: Do 23. Apr 2009, 11:09 
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Entwicklungshilfe? Dann www.gtz.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologie und Entwicklungshilfe
BeitragVerfasst: Fr 24. Apr 2009, 11:23 
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Vor ein paar Jahren gab es in Bonn ein Tag der Entwicklungshilfe (nein, nicht für die NeBuLä [neuen Bundesländer]). Auf meine Anfrage hin wie ein Geologe in diesem Bereich tätig werden könne wurde mir durchgehend gesagt, dass nur Leute mit mehrjähriger Erfahrung eingesetzt werden. Kein Wunder, warum die so wenig Freiwillige finden.
Eine Ausnahme bildeten die kirchlichen Organisationen. Die haben nur gestaunt als ich nach einer Bezahlung gefragt habe...

Übrigens:
:welcomeani: im Forum

Gruss
Spotts


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologie und Entwicklungshilfe
BeitragVerfasst: Fr 24. Apr 2009, 14:27 
Hey,

vielen Dank für eure Antworten.
@cottontree: Habe mir die Seite mal angeschaut und ne mail geschickt. Mal sehen wann sie antworten. Die arbeiten ja auch eng mit dem Bundesminsterium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammen. Und die wiederum sagten mir, dass man auch Auslandspraktika machen kann. Hab jedoch mehr das Gefühl, dass die vor allem Leute aus der Wirtschaft suchen.
@spotts: Das habe ich auch schön öfter gehört. Andererseits sucht jeder Arbeitgeber Leute mit möglichst viel Erfahrung. War bisher bei allen Stellenausschreibungen so, die ich gelesen hab. Wie soll man da ins Berufsleben einsteigen :nixweiss: ?
Hab eigentlich immer gedacht, dass gerade Hydrogeologen und Leute welche sich um Bodenschutz und Rohstoffknappheit kümmern gesucht sind. Aber anscheinend sind auch hier die Stellen rar und begehrt...

Nun ja, wie dem auch sei, werde einfach mal versuchen einen Praktikumsplatz zu bekommen. Kann ja nicht schaden :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologie und Entwicklungshilfe
BeitragVerfasst: Fr 24. Apr 2009, 15:42 
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Gundi hat geschrieben:
@cottontree: Habe mir die Seite mal angeschaut und ne mail geschickt. Mal sehen wann sie antworten. Die arbeiten ja auch eng mit dem Bundesminsterium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammen. Und die wiederum sagten mir, dass man auch Auslandspraktika machen kann. Hab jedoch mehr das Gefühl, dass die vor allem Leute aus der Wirtschaft suchen.

Unsere Hydrogeologiestudenten gehen inzwischen fast regelmässig nach Saudi-Arabien, um dort ein Praktikum bei einem GTZ Projekt zu machen. Muss aber immer mind. 6 Monate sein. Einige unserer Absolventen sind dort auch angestellt. Geologinnen werden für SA allerdings nicht genommen. Bei uns läuft das halt über einige unserer Profs, die exzellente Verbindungen zu diesem SA-Projekt haben...


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologie und Entwicklungshilfe
BeitragVerfasst: Fr 24. Apr 2009, 15:45 
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Gundi hat geschrieben:
Hab eigentlich immer gedacht, dass gerade Hydrogeologen und Leute welche sich um Bodenschutz und Rohstoffknappheit kümmern gesucht sind. Aber anscheinend sind auch hier die Stellen rar und begehrt...

Vielleicht mal Richtung Geothermie schnuppern...? Hat viel mit Hydrogeologie zu tun... ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologie und Entwicklungshilfe
BeitragVerfasst: Di 28. Apr 2009, 10:31 
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soft-rocker
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Do 10. Mai 2007, 14:24
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Wohnort: Essen
Hallo Gundie,
ich wollte (1990) auch gerne in die "3. Welt", sei es zur Entwicklungshilfe oder in einem Wirtschaftsunternehmen. Ich war relativ ungebunden, Berufsanfänger und interessierte mich für Rohstoffe, Lagerstätten, fremde Länder und Kulturen.
Ich wäre notfalls mit einer Aufwandsentschädigung zufrieden gewesen (hier hatte ich gar keinen job).
Aber: Es wollte mich niemand haben. Damals (Sch.-Wort!) war ich enttäuscht, auch etwas empört: GTZ und Konsorten wollen gratis oder für ein Handgeld Spezialisten, die sie mitten aus Familie und Karriere herausreißen, um sie ein paar Jahre im Busch abhängen zu lassen und dann möglicherweise wieder abzuwerfen. So ist es, glaube ich, heute noch.

Aber ich stelle mir jetzt, nachdem ich auch mal einige Leute getroffen habe, die ""dort unten"" waren, die Sache etwas anders vor: Du fängst mit lausigem Material und Personal in einer Wildnis und bürokratischen Dschungellandschaft an, einen Brunnen zu bohren. Die Leute sprechen mäßig französisch. Sie arbeiten nicht gerne, kennen aber ihr Metier (etwas) besser als du. Als Geologie-Absolvent hat man häufig nicht die besten hadnwerklichen Erfahrungen, also wie funktioniert das Bohrgerät etc.

Heute bin ich froh, dass ich damals kein "Glück" hatte: Ich glaube inzwischen, dass wirklich "praktisch gestandene Leute" in diese schwierigen Projekte müssen. Zweifellos beisst sich die Katze immer noch in den Schwanz, dass diese Leute hier lieber und besser leben und mit 40 Jahren meist weniger Abenteuerlust haben als Verantwortungsbewusstsein für Haus und Hof.

Die Bezahlung ist wohl immer noch lausig im Verhältnis zu dem, was man dann vielleicht endlich auch als Geologe hier bekommt.

Noch ein Wort zu Wirtschaftsunternehmen: Da hilft es mit Sicherheit, wenn du vor Ort bist und persönliche Kontakte knüpfst sowie für ein Vorstellungsgespräch in der Nähe bist. Wer würde einen Bewerber aus Südafrika anreisen lassen, der sich hier blind auf eine Stelle bewirbt? Du könntest das Land schon kennen lernen und die Sprache praktizieren. geht aber aus praktischen Gründen nur, wenn das Zielland in etwa bekannt ist.

Fazit: Ich glaube, mit einem frischen Abschluss in Geologie ist man seltenst in der Lage, Entwicklungshilfe zu leisten.
Ein Berufsanfänger ist hier in Deutschland oft bereits sehr gefordert, das akademsiche Wissen auf die Praxis im Job umzustellen. Dieser Prozess wird noch deutlich schwerer in fremder Umgebung, Sprache und Kultur.
Wenn es dir ernst ist, sollte es das auch in 2 - 3 Jahren noch sein. Dann hast du etwas Berufserfahrung, kannst dich eventuell zwischenzeitig in eine praktische geologische Richtung konzentrieren (ohne Werkzeug und die Kenntnis damit umzugehen, geht in der 3. Welt wenig!).
Aber vielleicht machst du ganz andere Erfahrungen: Würde mich in beiden Fällen freuen, von deinen Erfahrungen zu hören!

Gruß und Glück auf in jedem Fall

Mullagan


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologie und Entwicklungshilfe
BeitragVerfasst: Di 28. Apr 2009, 14:39 
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Sa 9. Jul 2005, 00:41
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Dein Vorsatz ist lobenswert Gundi. Ich könnte mir auch vorstellen in dem weitem Bereich der Entwicklungshilfe tätig zu sein. Eigene Erfahrungen habe ich leider nicht, trotzdem möchte ich hier einiges erzählen, das ich von einem guten Bekannten, der bei der GTZ und SENATI arbeitet bzw. gearbeitet hat. Er selbst ist Ingenieur und seit vielen Jahren bei der GTZ im Ausland tätig. Besonders in Lateinamerika (Kolumbien, Peru) und Afrika (Äthiopien). Er konnte mir da viel über die Arbeitsverhältnise sagen. Eines vorweg: Das ist kein Job für Leute die Karriere machen wollen! Es werden hochgradige Erfahrung auf dem jeweiligen Fachgebiet und darüberhinaus erwartet. Das man neben Deutsch noch Englisch und mindestens 1 oder 2 weitere Sprachen (z.B. Spanisch und Französisch) sehr gut beherrscht ist selbstverständlich. Man muss tropentauglich sein und darf auch vor teilweise erbärmlichen Arbeitsbedingungen nicht zurückschrecken. Die Bezahlung ist sonderlich und man muss vieles, das man zu Hause delegieren kann, selbst machen. Man muss sich gegen sture, einheimische und korrupte Behörden und Mitarbeiter durchsetzen und das mit weniger als man eigentlich dazu bräuchte. Das ist im Ausland kein 8 Stunden Job Montags bis Freitag, man ist 24h und 7 Tage die Woche Entwicklungshelfer und auch in der "Freizeit" hat man durchaus auch Repräsentationsaufgaben. Man hat viel mit deutschen Ministerien, Behörden und den Botschaften zu tun (Was nicht immer einfach ist. Mein Vater arbeitet in der Botschaft in Peru). Man hat mehr mit Verwaltung und Papierkrieg zu tun, als man vorher denkt. Obendrein sind Leute, die ein paar Jahre in der Entwicklungshilfe waren laut seiner Aussage danach meist weder für die Industrie noch die akademische Forschung gesucht, da sie nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Dinge sind. Die Chancen also das Tätigkeitsfeld komplett zu wechseln sind schlecht, aber nicht unmöglich.

Gesucht wurden sowohl in Lateinamerika vor allem zwei Gruppen von Fachleuten: 1. Politische Bildung und Verwaltung 2. Ingenieure.

In Sachen Geologie gab es, wenn überhaupt, Aufgaben in Hydro(geo)logie und Ingenieurgeologie. Stichwort Wasserversorgung und Infrastrukturmaßnahmen.

Trotz allem will ich dir nicht zwingend von dem Berufswunsch abraten. Man erlebt und sieht Dinge, die einen ungemein bereichern können und trifft viele nette und interessante Leute. Obendrein kann es sehr befriedigend sein Menschen wirklich zu helfen. Unter gegebenen Umständen könnte ich mir das selbst vorstellen. Mein Bekannter macht das seit fast 30 jahren und es gefällt ihm immer noch. Nur Deutschland hat er in den 30 Jahren kaum gesehen.

Konzentriere dich aber nicht nur auf die GTZ! Es gibt viele andere Organisationen, die in der Entwicklungshilfe tätig sind, z.B. UN-Organisationen, die EU oder NGOs. Ob du mit Geologie allerdings gute Chancen hast weiss ich nicht. Ich glaube aber, da gibt es deutlich bessere Qualifikationen und das Spektrum an Fachbereichen und ungemein groß. Sicher gibt es ds auch wenige Geologen. :)

P.S.: 1. Ein Freund von mir war ebenfalls in Saudi-Arabien und hat dort zusammen mit der GTZ seine Diplomarbeit gemacht zu Staudammbauten in SA. Er ist Ingenieur für Geotechnik. 2. Ich war selber schon mehrmals in Peru und im Rahmen eines Praktikums bei einer einheimischen Bergbaufirma in Mitten von Nirgendwo. Es zwar zwar keine Entwicklungsarbeit, aber von den Arbeitsbedingungen im Gelände durchaus vergleichbar mit viel Kontakt mit den Ortsansäßigen. Ich würde es wieder machen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Geologie und Entwicklungshilfe
BeitragVerfasst: Di 28. Apr 2009, 15:25 
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Mieses Gehalt kann ich nicht bestätigen. Was unsere Hydros in Saudi-Arabien verdienen, ist nicht mehr feierlich. Im positiven Sinn. Dazu kostenlose Unterkunft, usw...
OK, ist Saudi-Arabien, ein "etwas" reicheres Land.
Mein Vater war war bei der GTZ, allerdings als Elektroingenieur. Wir waren jahrelang in einem der ärmsten Länder Afrikas, er war vorher noch in Mittelamerika. Die GTZ-Mitarbeiter vor Ort haben mit ihren Familien in Häusern auf umzäunten, bewachten compounds gelebt, hatten mehrere Angestellte, Gärtner, usw... Die haben es sich da richtig gut gehen lassen.
Ok, war in der Hauptstadt des Landes und nicht mitten in der Wüste. Und es waren alles Projektleiter, mit viel Erfahrung, die schon lange bei der GTZ waren.

Wie das bei Berufseinsteigern aussieht, weiß ich nicht. Ich kann mir aber vorstellen, dass die wenigsten bei der GTZ Lust haben, ihr ganzes Berufsleben lang in irgendwelchen 10-Hütten-Dörfern am Rande vom Nirgendwo irgendwas aufzubauen. Das macht man vielleicht ein paar Jahre lang, danach ruft der Innendienst in der GTZ-Zentrale in Eschborn oder man geht als Projektleiter für irgend ein Großprojekt sonstwohin und lässt es sich da ein paar Jahre gut gehen. :roll:

Mathias hat geschrieben:
Obendrein sind Leute, die ein paar Jahre in der Entwicklungshilfe waren laut seiner Aussage danach meist weder für die Industrie noch die akademische Forschung gesucht, da sie nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Dinge sind. Die Chancen also das Tätigkeitsfeld komplett zu wechseln sind schlecht, aber nicht unmöglich.

Das habe ich auch so gehört.

Alternativ gibt's noch sowas. Ist dann halt eine sehr langfristige Planung. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologie und Entwicklungshilfe
BeitragVerfasst: Mo 4. Mai 2009, 11:37 
Hey,

vielen Dank für euer Antworten. Merke schon dass das eine ziemlich komplizierte Sache ist. Das mit den widrigen Bedingungen wäre denke ich kein Problem für mich. Natürlich ist es blöd, wenn man hinterher keine Möglichkeiten mehr in der Forschung hat. Andererseit kann ich mir vorstellen, dass es mir persönlich sehr viel bringen würde und mich bereichern würde.
Eine Bekannt von mir macht bald über die deutsch-indische Zusammenarbeit einen 6-Monats-Job in Indien. Sie meinte dass es durchaus sein kann, dass man dort ein Praktikum in Hydrogeologie machen kann, weil die Grundwasserproblematik dort wohl das Hauptaugenmerk dieser Organisation ist. Vieliecht hilft mir dass ja bei meiner Entscheidung, ob dass etwas für mich ist oder nicht.
Aber werde mich wohl darauf einstellen, dass ich erst einmal Berufserfahrung sammeln muss.

LG, Gundi


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologie und Entwicklungshilfe
BeitragVerfasst: Di 26. Mai 2009, 00:55 
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Di 26. Mai 2009, 00:38
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Hallo,

habe mich soeben angemeldet, nachdem ich über Google auf diese interessanten Beiträge hier gestoßen bin. Meine Situation ist wohl eine etwas andere: ich studiere nicht Geologie, sondern habe nach dem Abi ein Physikstudium begonnen, und möchte nun allerdings jetzt im zweiten Semester das Studienfach wechseln. Und zwar überlege ich mein naturwissenschaftlich-technisches Interesse irgendwie mit dem Vorhaben zu verbinden, später eben im Bereich der Entwicklungshilfe tätig zu werden. Welches Studienfach wäre da wohl am geeignetsten? Sicherlich vor allem etwas im Ingenieurbereich, Geotechnik wurde ja erwähnt. Obwohl ich mir auch ein Geologie- oder Geographiestudium vorstellen könnte. Das Problem ist wohl, das naturwissenschaftiche Interesse mit den später notwendigen technischen Herausforderungen zu verbinden. Was meint ihr?


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologie und Entwicklungshilfe
BeitragVerfasst: Di 26. Mai 2009, 01:14 
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Peter Parker hat geschrieben:
Das Problem ist wohl, das naturwissenschaftiche Interesse mit den später notwendigen technischen Herausforderungen zu verbinden. Was meint ihr?

Schau dir mal Ingenieurgeologie an.

Geotechnik gehört - zumindest bei uns - zum Bauingenieurwesen. Die haben zwar das Wort "Geo" im Namen, deren Ahnung von Geologie ist aber ziemlich mau.
Die (klassischen) Geologen sind die Vollprofis in Sachen Geologie, lernen dafür aber (in der Uni) häufig kaum was über die Technik (z.B. Bohrgeräte).
Die Ingenieurgeologen sind so eine Art Bindeglied zwischen den Geologen und den Bauingenieuren.

Alternative: Hydrogeologie. Sollten auch Ahnung von der Technik haben. Ist vielleicht besser, wenn man undedingt in die Entwicklungshilfe will, Wasser wird ja immer knapper...


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologie und Entwicklungshilfe
BeitragVerfasst: Di 26. Mai 2009, 01:55 
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Ich hab' letztens eine Diskussion mit meinem Prof und ein paar anderen gehabt. Dabei kam Entwicklungshilfe auch zur Sprache. Mir wurde bewusst, dass man als Geologe durch die breiten Grundlagen und das geologische Wissen eigentlich eine solide Basis hat. Die Sache ist nur, selbst die meisten Geos sind sich dessen nicht bewusst. Man muss nur wagen ausserhalb der üblichen kategorien zu denken.

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 Betreff des Beitrags: Re: Geologie und Entwicklungshilfe
BeitragVerfasst: Fr 29. Mai 2009, 11:05 
Man sagt ja auch dass vor allem Geographen es schaffen überall unterzukommen. Und die haben ja in der Regel auch eine recht breitgefächerte Ausbildung. Wir hatten auch mal eine Professorin, die hat, als Geografin, jahrelang in der Entwicklungshilfe gearbeitet und da vor allem im Bodenschutz. Also wenn man Geomorphologie macht kann man da bestimmt auch Fuss fassen.

Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologie und Entwicklungshilfe
BeitragVerfasst: Fr 5. Nov 2010, 10:57 
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Fr 29. Okt 2010, 12:51
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Hallo Gundi,

vielleicht ein wenig spät, aber ich bin erst kürzlich dem Forum beigetreten.

Ich hatt 2004 mal etwas über die Chancen als Geologe in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) für den BDG geschrieben. Das gilt auch heute noch, aber es ist veilleicht ein wenig besser geworden.

Zur Zeit bin ich in Afghanistan, auch als Geologe in der EZ.

Gruß
Klaus

Text untenstehend:

Arbeitsmöglichkeiten für Geologen in der Entwicklungszusammenarbeit
Von Dr. Klaus Steinmüller, Bolivien
Seit mehr als 12 Jahren arbeite ich als Geologe in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ), wo ich
bis jetzt im Rahmen von Auslandsprojekten in den Bereichen mineralische Rohstoffe und
Umwelt, Abfallmanagement sowie Wasserwirtschaft tätig war. Die Finanzierung der erwähnten
Entwicklungsprojekte erfolgte durch nationale und internationale Entwicklungsorganisation
(CDG, GTZ, EU) oder –banken (KfW, EBRD). Zur Zeit arbeite ich im Rahmen des EUfinanzierten
Programmes APEMIN II – „Apoyo al Desarrollo Sostenible en Áreas Mineras
Empobrecidas del Occidente de Bolivia” als „Responsable de la Asistencia Técnica
Internacional“ in Bolivien.
Kürzlich habe ich im Internet die Broschüre „Geologie studieren“ des Arbeitskreises Junger
Geologinnen und Geologen (AKJG) der DGG gefunden. Ich denke, es ist ein gelungenes
Dokument mit einer endlich mal etwas positiveren Grundhaltung. Ich hätte mir jedoch gewünscht,
daß nicht hauptsächlich Kolleginnen und Kollegen aus Ämtern Beiträge liefern, sondern auch
solche aus anderen Sparten. Die „Kollegen von Amt“, welche gerade mal etwas mehr als 10 %
der in „Lohn und Brot“ stehenden Geologen darstellen, sind nicht unbedingt repräsentativ für
unseren Beruf. Aufgrund meines beruflichen Hintergrundes hat mich natürlich besonders
interessiert, was die Broschüre zum Thema Entwicklungszusammenarbeit (EZ) zu sagen hat.
Es wird immer wieder beteuert, daß eine sinnvolle Entwicklungszusammenarbeit ohne
geologisches Fachwissen nicht auskommt, da natürliche Ressourcen wie Wasser und Boden
immer knapper werden bzw. immer mehr negativen Umwelteinflüssen ausgesetzt sind. Die
Realität sieht aber anders aus, wie Kollege Zauter in seinem Artikel über Kamerun (BDGMitteilungsblatt
Nr. 100; Januar 2003) so trefflich bemerkt. „Wir haben keinen Bedarf an
Geologen“ oder „Was macht ein Geologe überhaupt?“ sind häufige Antworten, die ein Geologe
bekommt, der vor hat, in der EZ zu arbeiten. Ich kann das nur bestätigen. Ich finde es nicht
einfach, als Geologe im Bereich Entwicklungszusammenarbeit zu „überleben“.
Im Folgenden habe ich aus meiner Sicht versucht, die wichtigsten Arbeitsmöglichkeiten für
Geologen in der von Deutschland finanzierten EZ und die Schwierigkeiten, die damit verbunden
sind, aufzuzeigen.
In Deutschland sind EZ-Projekte im Bereich Geologie fest in der Hand einer einzigen Institution,
nämlich der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Generell gilt, daß im
Rahmen der EZ nur wenige Projekte mit geologischem Charakter gefördert werden. Die aktuell
geförderten Vorhaben sind hauptsächlich in den Bereichen Hydro- oder Umweltgeologie
angesiedelt. Hingegen werden Projekte im Bereich mineralische Rohstoffe immer weniger
finanziert. Dies mag zum einen an der BGR liegen, die solche Projekte nicht attraktiv genug dem
zuständigen Ministerium, dem BMZ, darstellen kann, zum anderen sind Projekte, die
mineralische Rohstoffe zum Thema haben, generell beim BMZ nicht gut angesehen, da
angenommen wird, daß diese häufig mit Umweltzerstörung und sozialen Problemen verbunden
sind. Diese Situation bewirkt, daß der Arbeitsmarkt für Geologen im Rahmen von reinen
Geoprojekten in der EZ sehr eingeschränkt ist. Nur eine sehr kleine Anzahl von Geologen hat zu
diesen Projekten Zugang. Diese kommen zumeist von der BGR selbst oder, im Falle von
Projektausschreibungen, aus international tätigen Ingenieurbüros.
Wie sieht nun der Arbeitsmarkt für Geologen bei anderen Institutionen aus, die im EZ-Bereich
arbeiten?
Die GTZ, ein Bundesunternehmen, welches hauptsächlich im Auftrag des BMZ weltweit EZProjekte
durchführt, arbeitet in allen Bereichen außer im Bereich Geologie und mineralische
Rohstoffe, was wie oben beschrieben, der BGR vorbehalten bleibt. Von der GTZ werden laufend
Auslandsprojekte im Bereich Wasser- und Abfallwirtschaft sowie kommunales und industrielles
Umweltmanagement durchgeführt. Im Rahmen dieser Pro-jekte ist, von wenigen Ausnahmen
abgesehen, selten spezifisches Geowissen gefragt, jedoch sind, zusätzlich zu Auslandserfahrung,
Fremdsprachenkenntnissen und sozialer Kompetenz, Erfahrungen in Projektmanagement,
Stärkungen von Institutionen, sowie allgemeines Fachwissen in der Wasserwirtschaft, im
Abfallmanagement und im Umweltbereich nötig. Diese Fähigkeiten, Erfahrungen und das
1 Gilt für weibliche und männliche Vertreter dieses Berufes
geforderte Fachwissen werden von vielen Geologen erbracht. Man muß jedoch als Geologe gegen
Ingenieure, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler oder Geographen konkurrieren, die nach
meiner Erfahrung von der GTZ als geeigneter für diese Projekte angesehen werden.
Als weitere Möglichkeit für Geologen, im EZ-Bereich tätig zu werden, kann das Centrum für
Internationale Mi-gration und Entwicklung (CIM) genannt werden. Im Rahmen des Programmes
„Integrierte Fachkräfte“ vermittelt CIM Fachpersonal an Partnerorganisationen im Ausland,
meistens staatliche und halbstaatliche Institutionen sowie neuerdings private Unternehmen. Dabei
geht die Fachkraft mit einem lokalen Arbeitgeber ein Arbeitsverhältnis ein und verdient ein
ortsübliches Gehalt. Dieses wird von CIM auf deutsches Niveau aufgestockt. Besonders in der
Vergangenheit hat CIM etliche interessante Stellenangebote für Geologen angeboten, an
Universitäten, Geologischen Diensten und relevanten Ministerien. Leider ist in jüngerer Zeit zu
beobachten, daß von CIM immer weniger Stellen für Geologen ausgeschrieben werden.
Als vierte Institution möchte ich den DED anführen, der ebenfalls eine Vielzahl von EZ-Projekten
im Ausland durchführt und in diesem Rahmen Entwicklungshelfer entsendet. Im Gegensatz zu
den oben genannten Arbeitsmöglichkeiten in der EZ, wo man als Fachkraft im Ausland ein gutes
Gehalt verdient, ist die Vergütung beim DED kein Gehalt, sondern ein im
Entwicklungshelfergesetz geregeltes „Unterhaltsgeld“ plus einer zusätzlichen sozialen
Absicherung. Besonders für allein ausreisende Entwicklungshelfer fällt diese Bezahlung nicht
gerade üppig aus. Schaut man sich auf der Webseite des DED um, so findet man eine Vielzahl
interessanter Stellen, be-sonders in den Berufsgruppen „Geowissenschaften“ und
„Umweltwissenschaften“. Leider sind die Stellen meistens für Geographen, Geoökologen sowie
Umweltingenieure ausgeschrieben. Stellen, für die explizit Geologen gesucht werden, sind nur
wenige angeboten. Hauptsächlich sind dies Stellen in den Bereichen Hydrogeologie und
Brunnenbau. Betrachtet man die Stellen genauer, für welche Geographen, Geoökologen oder
Umweltingenieure gesucht werden, so fällt auf, daß auf viele von diesen ebenfalls Geologen
passen würden, denn der DED sucht ähnliche Eigenschaften wie z.B. die GTZ, d.h.
Fremdsprachenkenntnisse, soziale Kompetenz, Erfahrungen in Projektmanagement sowie
Fachwissen im Umweltbereich, speziell auf den Gebieten Wasser und Abfall.
Gemäß der obigen Betrachtungen kann gesagt werden, daß es zwar Arbeitsmöglichkeiten für
Geologen in der Entwicklungszusammenarbeit gibt, jedoch sind die Angebote insgesamt gering.
Außerdem werden für viele dieser Stellen Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler, Geographen
oder Sozialwissenschaftler bevorzugt.
Was kann nun getan werden, um in der EZ mehr Arbeitsmöglichkeiten für interessierte Geologen
zu schaffen bzw. ihren Beruf dort attraktiver zu machen? Ich habe im Folgenden einige
Möglichkeiten aufgezeigt:
1. Der BDG und die DGG müssen das Berufsbild des Geologen bei Institutionen, die in der EZ
arbeiten, bekannter machen und auch besser vermarkten. Dies ist deshalb wichtig, damit mehr
Geologen in Infrastruktur- und/oder Umweltprojekten der EZ mitarbeiten können. Man muß
nicht Politologe, Sozialwissenschaftler oder Geograph sein, um Gemeinden oder staatliche
Institutionen in Afrika, Südamerika oder Asien in den Bereichen Wasser, Abwasser, Abfall
oder generell in Umweltmanagement zu beraten bzw. solche Projekte zu koordinieren.
Geologen sind dafür genauso geeignet. Deshalb muß das Berufsbild des Geologen „softer“
und „sozialer“ dargestellt werden, denn die obigen Berufsgruppen gelten gemeinhin als
weniger „technisch“ als Geologen und geeigneter, mit Menschen zusammenzuarbeiten.
2. Es ist notwendig, daß mehr EZ-Projekte im Bereich Geologie gefördert werden. Gleichzeitig
ist es aber auch wichtig, daß nicht nur die BGR für die Durchführung solcher Projekte
zuständig sein sollte, sondern auch andere Institutionen diese Projekte durchführen dürfen,
solange sie in ihre Programme passen.
3. Auch Vorhaben mit Rohstoffcharakter sollten in Programme zur Förderung von kleinen und
mittleren Unternehmen angesiedelt werden (s. BDG-Mitteilungsblatt Nr. 88, September
1999). Wohlgemerkt, ich spreche nicht nur von Goldgewinnung mit Hilfe von Quecksilber
oder Cyanid, sondern von der Gewinnung und Verarbeitung von Baurohstoffen,
Industriemineralien, Schmucksteinen etc., deren Produktion im Allgemeinen keine
Umweltrisiken birgt, die nicht beherrscht werden könnten.
4. Ebenso sollten Geologen Kammern und Verbände in Ländern der Dritten Welt in Sachen
Investitionsförderung und Entwicklung von kleinen und mittleren Rohstoffprojekten beraten.
Dort zeigt sich nämlich immer wieder, daß zwar international finanzierte
Großbergbauprojekte verwirklicht werden, aber kleine und mittlere Vorkommen nicht
entwickelt werden, weil es keine Finanzierungsmöglichkeiten gibt.
5. Auch die Gewinnung und Verarbeitung mineralischer Rohstoffe sollte, wo es sinnvoll und
möglich ist, in ländlichen Entwicklungsprojekte einbezogen werden. Nicht nur der
Agrarsektor schafft Arbeitsplätze für die Landbevölkerung bzw. verbessert deren
Lebensgrundlagen, sondern auch der Bereich mineralische Rohstoffe. Hier ist z. B. an den
Abbau von Ton-, Gips- oder Kalksteinen und deren anschließende lokale Weiterverarbeitung
in verschiedenen Produkte zu denken.
Ich habe in meinen Ausführungen verstärkt auf Projekte mit Rohstoffcharakter abgestellt, da ich
überzeugt bin, daß es sich lohnt, für mehr Projekte dieser Art in der EZ zu werben. Neben der
Landwirtschaft können diese be-sonders zur Nachhaltigkeit und zur Schaffung von Arbeitsplätzen
in Entwicklungsländern beitragen. Was für un-sere Politik gilt, nämlich Menschen in Arbeit zu
bringen, sollte auch für Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gelten.
Erwähnenswert ist hier, daß vor kurzem die GTZ in ihrer achten internen Evaluierung herausgefunden
hat, daß EZ-Projekte der Sektoren Industrie, Bergbau und Bauwirtschaft
überdurchschnittlich erfolgreich sind.
Ohne Zweifel sind Vorhaben in den Bereichen Umwelt- und Infrastruktur wichtig, aber ich habe
oft erlebt, daß diese wenig nachhaltig sind. Meistens fehlen die finanziellen Mittel, die
aufgebauten Strukturen und das Personal zu erhalten, nachdem das Projekt ausgelaufen ist, weil
der Staat entweder keine Steuereinnahmen aus einer funktionierenden Wirtschaft erhält oder die
Bevölkerung die Leistungen (z. B. Abfallbeseitigung oder Trinkwasserversorgung) nicht bezahlen
kann, da eine große Arbeitslosigkeit herrscht.
Aus: BDG-Mitteilungen Nr. 103, Juli 2004


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