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 Betreff des Beitrags: Petroleum/Miningjobs - warum nicht?
BeitragVerfasst: Fr 9. Okt 2009, 10:51 
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Hallo ihr,

da hier scheinbar neben mir keine anderen Leute in der Industrie arbeiten frage ich mich warum das so ist. Habt ihr bestimmte Vorurteile, die vielleicht auch bestaetigt wurden, kein Interesse, wolltet ihr an euren Wohnort bleiben oder hat es einfach nicht mit der Bewerbung geklappt? Wuerde mich wirklich mal interessieren.

Rodinia


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 Betreff des Beitrags: Re: Petroleum/Miningjobs - warum nicht?
BeitragVerfasst: Fr 9. Okt 2009, 11:10 
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Hatte jetzt nach meinem Abschluss die Wahl ob ich in die Industrie gehe oder erstmal an der Uni als WiMi bleibe.
Da wir hier an der Uni ziemlich coole Projekte haben, bleib ich erstmal hier. Ist momentan so eine Art "bezahlte, kontinuierliche Fortbildung". :)
Gehalt, Karriere, etc interessiert mich so gut wie garnicht, also warum irgendeinen stressigen Industriejob antun?


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 Betreff des Beitrags: Re: Petroleum/Miningjobs - warum nicht?
BeitragVerfasst: Fr 9. Okt 2009, 19:08 
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Frag in 6 oder 7 Monaten nochmal, wenn ich mein Diplom in der Tasche habe! :wink:

Im Ernst, derzeit kann ich mir beides gut vorstellen, es hängt nur von der Tageslaune ab. Das ganze ist viel komplexer, aber im Grunde steht der Spieltrieb dem gut Geldverdienen gegenüber. Soll heissen, einerseits würde ich sehr gerne forschen, herumtüfteln, meinen eigenen thematischen Interessen endlich mal nachgehen (ich behelf mir derzeit mit Karbonatsedi, aber eigentlich will ich endlich mal was zu Erzen machen), andererseits würde ich aber auch liebendgerne endlich eigenes Geld verdienen und auch mehr praktische Erfahrung sammeln. Hoffentlich bei einer Firma oder sonstigem, bei der ich auch meine eigenen Interessen miteinbringen kann. Das dort auch anderes gemacht wird ist natürlich klar, ist evtl. auch horizonterweiternd und gut so.

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 Betreff des Beitrags: Re: Petroleum/Miningjobs - warum nicht?
BeitragVerfasst: Fr 9. Okt 2009, 23:41 
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rodinia hat geschrieben:
Hallo ihr,
da hier scheinbar neben mir keine anderen Leute in der Industrie arbeiten frage ich mich warum das so ist.

Oh doch, ich bin in der Industrie. :wink: Seit einem Jahr. Nach mehreren Jahren PostDoc mit befristeten Verträgen an deutschen Unis/Instituten, zum Teil nur Monatsverträge. Und ich bereue den Wechsel ganz und gar nicht. Ich verstehe ehrlich gesagt das Gerede über Selbstverwirklichung und "das machen, was einen interessiert" absolut nicht. Was nützt das tolle Uni-Projekt, wenn du nicht weisst, ob du dir in einem halben Jahr noch die Wohnungsmiete leisten kannst? Von Lebensplanung ganz zu schweigen. Von irgend etwas muss man doch leben! Und ohne die Möglichkeit, sich eine ordentliche finanzielle Rücklage zu erarbeiten, wird das mit dem selbstverwirklichten Leben eh nichts. Und: Ein Industrie-Job IST interessant und spannend. Natürlich nicht jeden Tag - aber ist das Forscherleben wirklich jeden Tag das reinste Vergnügen?
cottontree hat geschrieben:
Gehalt, Karriere, etc interessiert mich so gut wie garnicht, also warum irgendeinen stressigen Industriejob antun?

Ich empfinde meinen Industriejob als deutlich weniger stressig, als der deutsche Uni-Job. Ja klar, ich muss jetzt von Montag bis Freitag konzentriert arbeiten, und Überstunden gibt es auch, aber das Wochenende ist komplett frei. Als PostDoc dagegen ist man permanent im Stress: Immer auf der Suche nach neuen Stellen und Projekten. Nicht wissen, was in einem Monat ist, wenn der Arbeitsvertrag ausläuft. Immer das Arbeitsamt in jegliche Planung mit einbeziehen. Am Wochenende Bewerbungen schreiben... das macht krank! - Und gleichzeitig redet die Professoren-Mafia von Elite und Spitzenforschung und zieht zu Publicity-Auftritten von Fernsehsender zu Fernsehsender... wahrend alle, die nur irgendeine Chance bekommen, ins Ausland wechseln, um dem lächerlichen und ärmlichen Wissenschaftssystem zu entkommen...


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 Betreff des Beitrags: Re: Petroleum/Miningjobs - warum nicht?
BeitragVerfasst: Sa 10. Okt 2009, 00:41 
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Naja, ich hab auch schon bei Geo-Dienstleistern gearbeitet. Die Arbeit da war durchaus interessant - aber es war immer irgendwie das gleiche. Vermutlich grüßt da nach wenigen Jahren das Murmeltier...
Mir ist es daher sehr recht, dass ich alle paar Monate was komplett neues machen kann. Bisher lief es allerdings bei den Projekten immer so, dass nicht ich suche musste - sondern gefragt wurde, ob ich Lust hätte...
Ewig werde ich aber auch nicht in der Uni bleiben, bin nicht so der ehrgeizige Forschertyp.


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 Betreff des Beitrags: Re: Petroleum/Miningjobs - warum nicht?
BeitragVerfasst: Sa 10. Okt 2009, 07:14 
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Toll, danke fuer eure Anworten
Ja, zugegeben ich bin da auch nur so reingerollt. An meiner Uni sah es am Ende ziemlich mau aus mit der Forschung in meiner Richtung, mein Freund und ich wollten ins Ausland (am Liebsten jedes Jahr ein anderes :lol:) und das Geld war alle. Allerdings interessiert uns viel Geld verdienen und fuer allen moeglichen Krempel ausgeben eher weniger.

Die Vorteile die ich fuer mich in meiner Firma zumindest sehe sind vor allem die Moeglichkeit verschiedenen Laendern zu leben, Projekte mit denen tatsaechlich was passiert, und zukuenftig ab und zu ein kleines Forschungsprojekt mit Publikation. Zumindest die Leute an meiner Uni haben viel alleine gearbeitet. Das bin ich wohl noch nicht genug nerd fuer :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Petroleum/Miningjobs - warum nicht?
BeitragVerfasst: Di 13. Okt 2009, 20:25 
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Bei mir ist es zwar noch ein wenig hin bis ich wirklich irgendwo arbeiten kann/darf aber ich möchte eigentlich schon sehr gerne in die Industrie und mich beweisen.

Gerade als Studienanfänger wird einem auch schnell (ein falsches ?) Bild vermittelt, dass es entweder Industrie oder Forschung/Uni wird und es absolut keine Kombination dieser beiden Wege geben kann. Ich persönlich möchte schon irgendwie im Lauf meines Lebens beides "ausprobieren" und hier und da Erfahrung sammeln. Bei uns am Fachbereich gibt es einige Leute, die auch beides gemacht haben.

Im Zusammenhang mit Erdöl/-gas gibt es zudem auch sehr große Antipathien/Vorurteile bei vielen Studenten. Nicht selten existiert ein Bild, dass man nicht schwarzes Gold, sondern schwarzes Blut an den Händen kleben hat, wenn man etwas in diesem Bereich der Industrie macht.

PS: Könntest du vielleicht ein paar Bilder von deiner Arbeitsstätte posten? Das wäre sehr nett und würde mein *schmacht* zu einem *SCHMAAACHT* machen. :) :cheesygrin:


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 Betreff des Beitrags: Re: Petroleum/Miningjobs - warum nicht?
BeitragVerfasst: Di 13. Okt 2009, 20:59 
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Was machst du eigentlich dort rodinia? Also geologisch gesprochen...

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 Betreff des Beitrags: Re: Petroleum/Miningjobs - warum nicht?
BeitragVerfasst: Mi 14. Okt 2009, 06:30 
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MapleLeaf hat geschrieben:

Im Zusammenhang mit Erdöl/-gas gibt es zudem auch sehr große Antipathien/Vorurteile bei vielen Studenten. Nicht selten existiert ein Bild, dass man nicht schwarzes Gold, sondern schwarzes Blut an den Händen kleben hat, wenn man etwas in diesem Bereich der Industrie macht.


Da gebe ich dir voellig recht. Ich hatte einen Kurs ueber Wissenschaftsfilosofie und Ethik und hatte irgendwann geschrieben dass ich nieeeee in der Oelindustrie arbeiten wuerde. Dann bot sich ploetzlich ein Bachelorprojekt bei De Beers (Diamanten) in Suedafrika an und ich war davon total weg :roll: Wurde zwar nichts mit dem Projekt aber ich kam ziemlich ins Gruebeln. Dazu einige Petroleumkurse im Master und ich war verkauft :cry:

Zitat:
PS: Könntest du vielleicht ein paar Bilder von deiner Arbeitsstätte posten? Das wäre sehr nett und würde mein *schmacht* zu einem *SCHMAAACHT* machen. :) :cheesygrin:


Mal fragen ob das kann. Aber ich denke schon, wir sind ja nicht die Shell (die uebertrieben oft etwas)

Mathias hat geschrieben:
Was machst du eigentlich dort rodinia? Also geologisch gesprochen...


Im Moment plane ich vor allem Bohrloecher, also ich nehme mir die Seismic, Vergleichsloecher und verschiedene Modelle und Studien vor und schaue wo das beste Stueckchen Reservoir sein muesste und wie man dort hinkommt und am meisten Oel rausholen kann. Und dann setze ich meine Rennbrille auf wenn das Loch (oder ein anderes) gebohrt wird und steuere den Bohrkopf mittels Logs und Cuttings, und manage eine ganze Menge Leute auf dem Rig. Ab und zu kommt mal eine Studie dazu (arbeite gerade an einem SequenceStratprojekt), oder eine Presentation fuer einen Kongress... irgendwas ist immer. Im Moment finde ich es noch interessant, kann mir auch gut vorstellen wenn mein Traineeship vorbei ist fuer eine Weile zurueck zu kommen. Aber sicher nicht ewig. Irgendwann hat man alles gesehen. Ich kann mir vorstellen laenger in Exploration zu bleiben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Petroleum/Miningjobs - warum nicht?
BeitragVerfasst: Sa 17. Okt 2009, 19:15 
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Muss man eigentlich einen Offshore-Survival-Kurs machen bevor man auf einer Offshore-Plattform arbeiten darf?


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 Betreff des Beitrags: Re: Petroleum/Miningjobs - warum nicht?
BeitragVerfasst: Sa 17. Okt 2009, 19:23 
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MapleLeaf hat geschrieben:
Muss man eigentlich einen Offshore-Survival-Kurs machen bevor man auf einer Offshore-Plattform arbeiten darf?


Ja, und auch wenn man nur mal zum Besuch vorbei kommt, wie z.b. ein paar Leute aus der Personalabteilung. Macht zumindest am Golf viel spass da man keinen Kaltwasserschutzanzug braucht. Ein Kollege wurde zur Demonstration in Norwegen in einen Fjord geworfen, im Winter bei Minusgraden :lol: Da lobe ich mir die Badewannenwassertemperaturen hier. :mrgreen:

Oh, Fotos darf ich leider nicht posten. Nicht wegen meiner Firma sondern wegen den Partnern von Qatar Petroleum denen die Rigs gehoeren. Die uebertreiben manchmal etwas. :cry:


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 Betreff des Beitrags: Re: Petroleum/Miningjobs - warum nicht?
BeitragVerfasst: So 18. Okt 2009, 18:09 
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rodinia hat geschrieben:
Ein Kollege wurde zur Demonstration in Norwegen in einen Fjord geworfen, im Winter bei Minusgraden

Genau das durfte ich letztes Jahr auch hier in Norwegen machen... :cheesygrin:
Zum Glück ist das Helicopter Underwater Evacuation Training (HUET) ja im warmen Schwimmbecken.
Einige Filme dazu gibt es bei Youtube. Zwei Beispiele:
http://www.youtube.com/watch?v=E3UFkF6SzVs
http://www.youtube.com/watch?v=qXB8dxxvwEo
Der erste Film ist ein Beitrag des norwegischen Fernsehens und zeigt die Sängerin Katie Melua, die für einen Auftritt auf einer Plattform in der Nordsee die Übungen machen musste. Gezeigt wird die Version mit "Pustelunge", zusätzlich wird das ganze normalerweise auch noch mit einfachem Luftanhalten gemacht (zumindest mussten wir das...)


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 Betreff des Beitrags: Re: Petroleum/Miningjobs - warum nicht?
BeitragVerfasst: So 18. Okt 2009, 18:28 
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Ikko hat geschrieben:
rodinia hat geschrieben:
Ein Kollege wurde zur Demonstration in Norwegen in einen Fjord geworfen, im Winter bei Minusgraden

Genau das durfte ich letztes Jahr auch hier in Norwegen machen... :cheesygrin:
Zum Glück ist das Helicopter Underwater Evacuation Training (HUET) ja im warmen Schwimmbecken.
Einige Filme dazu gibt es bei Youtube. Zwei Beispiele:
http://www.youtube.com/watch?v=E3UFkF6SzVs
http://www.youtube.com/watch?v=qXB8dxxvwEo
Der erste Film ist ein Beitrag des norwegischen Fernsehens und zeigt die Sängerin Katie Melua, die für einen Auftritt auf einer Plattform in der Nordsee die Übungen machen musste. Gezeigt wird die Version mit "Pustelunge", zusätzlich wird das ganze normalerweise auch noch mit einfachem Luftanhalten gemacht (zumindest mussten wir das...)


Ja, das hat total Spass gemacht. Allerdings hatte ich keine Pustelunge bekommen weil die hier nicht eingesetzt wird. Allerdings waren in meiner Gruppe zwei leute dabei die nicht schwimmen konnten und unter Wasser in Panik ausbrachen. Hat mir einen ziemlichen blauen Trittfleck am Oberschenkel beschert :x


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 Betreff des Beitrags: Re: Petroleum/Miningjobs - warum nicht?
BeitragVerfasst: So 18. Okt 2009, 21:31 
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Wirklich vorbereiten können einen solche Simulationen im Schwimmbecken doch sowieso nicht. In dem Video setzt die Kabine auf dem Wasser ja langsamer als bei einer normalen Landung auf. Wenn man sich Horrorvideos von Helikopterunglücken auf See anschaut, weiß man was ich meine. :?


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