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 Betreff des Beitrags: Master und dann ?
BeitragVerfasst: Do 21. Apr 2011, 13:57 
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Do 21. Apr 2011, 13:46
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Hallo zusammen,

es gab ja schon viele Diskussionen darüber wie die Jobchancen für Geologen sind und teilweise auch welche anderen Möglichkeiten man hat.
Nun wäre es schön, wenn man mal alle Anregungen in einem Thema vereint hätte (sofern ich nicht falsch recherchiert habe).

Dadurch das man mit dem Fach Geowissenschaften ein breites Spektrum an Wissen vermittelt bekommen hat (Office, Computer allgemein, Laborarbeit, und und und) müssten wir doch auch in anderen Richtungen Fuß fassen können, also nicht nur Stumpf Geo.

Welche Möglichkeiten fallen euch ein und wie erlangt man die nötigen Zusatzqualifikationen. Wie verkauft man sein Wissen auch in andere Bereiche.

Meine Ideen wären z.B.
Wissenschaftlicher Journalismus -> Zusatzqualifikation ???
Museen
Banken ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Master und dann ?
BeitragVerfasst: Do 21. Apr 2011, 18:15 
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master of desaster
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Ich war z.B. bei einigen Vorstellungsgesprächen in fachfernen Bereichen. Einmal war ich bei einem Produzenten von Feuerfestbaustoffen. Dort hätte ich keinerlei Kontakt zur Geologie gehabt, aber mein mineralogisches und naturwissenschaftliches Wissen wäre gut für die Materialentwicklung gewesen. A propos Baustoffe, viele Geos können im Baustoffsektor und Forschung Fuß fassen. Ich hab mich sogar einmal bei einem Produzenten von Kosmetika und Heilerden beworben. Wäre fast genommen worden.

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The Lost Geologist
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 Betreff des Beitrags: Re: Master und dann ?
BeitragVerfasst: Mi 5. Okt 2011, 12:41 
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Bei uns hatte sich mal ein grosses Museum vorgestellt und hat um Mineralogen/Petrologen geworben fuer Kunstwerksrestauration, also nicht nur Statuen sondern auch Gemaelde. Wenn ich in die Richtung gegangen waehre haette ich mir das auch gut vorstellen koennen. Ich hatte sowieso ein paar Kurse in Kunstgeschichte belegt und Interesse war schon da. Aber als Sedimentologe? :?

Ansonsten sind einige Mitstudenten in die IT gegangen oder zu Unternehmensberatungen, einer gibt Erdkunde-Mathe-Physikunterricht auf einer Realschule. Einer arbeitet in Afrika bei einer Ausbeuterfirma als Aufseher und passt auf das die arme lokale Bevoelkerung auch wirklich 16 Stunden schuftet und keine Abbauprodukte rausschmuggelt :?


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 Betreff des Beitrags: Re: Master und dann ?
BeitragVerfasst: Mi 12. Okt 2011, 15:39 
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Hallo zusammen,

das ist eine Frage, die ich mir mitlerweile auch stelle und die immer größere Bedeutung für mich gewinnt. Bei mir steht nächstes Sommersemester die Masterarbeit an, höchstwahrscheinlich im Bereich der Isotopengeochemie bzw. - geologie. Eigentlich habe ich mir früher immer gesagt, dass für mich nichts anderes außer Forschung in Frage kommt. Sprich dann erstmal nen Doktor zu machen und dann irgendwie eine wissenschaftliche Karriere zu machen.

Das hat sich seit einigen Monaten aber etwas geändert, als mir 1) von einem Professoren davon abgeraten wurde, da man zum einem unter dem ständigen Zwang steht zu veröffentlichen und es in der Forschung ja nur befristete Verträge (oder liege ich gerad falsch?) gibt, wodurch man sehr flexibel sein und häufig umziehen muss. 2) habe ich gemerkt, dass ich später auch mal gern eine Familie hätte und das sollte auch nicht all zu spät sein. Durch das ständige Umziehen stelle ich mir das sehr schwierig vor.

Und das ganze stelle ich mir momentan in der Industrie oder Wirtschaft einfacher vor. Es stellt sich nur die Frage, komme ich da mit einem forschungsorientierten Master (nebenbei habe ich mich vor allem auf Geochemie und Analytik spezalisiert) rein? Und wie entscheidend wäre wohl das Thema der Masterarbeit dafür? Und generell: Wie seht ihr das mit Chancen auf eine Familie (Anmerkung: wenn man zu diesem Zeitpunkt noch keine Partnerin hat) in der Forschung?

Ich hoffe, ihr könnt mir da irgendwie weiterhelfen. Wäre auf jeden Fall super lieb:)

Beste Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Master und dann ?
BeitragVerfasst: Mi 12. Okt 2011, 16:26 
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majouri hat geschrieben:
1) von einem Professoren davon abgeraten wurde, da man zum einem unter dem ständigen Zwang steht zu veröffentlichen und es in der Forschung ja nur befristete Verträge (oder liege ich gerad falsch?) gibt, wodurch man sehr flexibel sein und häufig umziehen muss.


Da scheint ihm das Wissenschaftlersein selbst wenig Spass zu machen. Klar ist das so. Publizieren gehört zur Kerntätigkeit eines Wissenschaftlers. Befristete Verträge ist auch so ein Thema. Sei einfach optimistisch. Mach das was dich interessiert und dir Spass macht und du wirst einen Weg finden.

majouri hat geschrieben:
Es stellt sich nur die Frage, komme ich da mit einem forschungsorientierten Master (nebenbei habe ich mich vor allem auf Geochemie und Analytik spezalisiert) rein? Und das ganze stelle ich mir momentan in der Industrie oder Wirtschaft einfacher vor. Und wie entscheidend wäre wohl das Thema der Masterarbeit dafür?


Mach einfach was dir Spass macht. Egal was danach kommt. Ich kenne genug Leute die mit Fachfremden / eher angewandten MA-Themen Doktorandestellen gefunden haben und mehr als genug Leute die mit Forschungsmasterarbeiten stinknormale Geojobs ergreifen. Viele Studenten denken einfach zu viel darüber nach was man wann wo vielleicht brauchen könnte. Enthusiasmus und Motivation ist ein wesentlich wichtigeres Einstellungsmerkmal als schiere Tauglichkeit. Ihr geht nicht zur Musterung und holt euch einen Stempel für euer Leben ab.

majouri hat geschrieben:
Und generell: Wie seht ihr das mit Chancen auf eine Familie (Anmerkung: wenn man zu diesem Zeitpunkt noch keine Partnerin hat) in der Forschung?


Machen! Meine besser Hälfte und ich sind beide Doktoranden und haben ein 1.5 jähriges Kind und sind damit nicht die Einzigen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Master und dann ?
BeitragVerfasst: Mi 12. Okt 2011, 19:48 
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majouri hat geschrieben:



Und das ganze stelle ich mir momentan in der Industrie oder Wirtschaft einfacher vor. Es stellt sich nur die Frage, komme ich da mit einem forschungsorientierten Master (nebenbei habe ich mich vor allem auf Geochemie und Analytik spezalisiert) rein? Und wie entscheidend wäre wohl das Thema der Masterarbeit dafür? Und generell: Wie seht ihr das mit Chancen auf eine Familie (Anmerkung: wenn man zu diesem Zeitpunkt noch keine Partnerin hat) in der Forschung?



Die Industrie sieht gern auch industrie-orientierte Master, weil diese meistens anwendungsorientiert sind. Das sollte aber in der Geochemie kein Problem sein, oder? - du könntest ja zB eine Erzlagerstätte isotopengeochemisch untersuchen?

Mach dir wegen der Familie jetzt noch keine Sorgen. Ich würde sogar sagen Familie und Universitätslaufbahn (sofern man in der Region bleibt) sind viel besser zu vereinbaren als mit der Industrie (viel Reisen etc.). Warum gehen denn nicht wenige Industriegeologen später in die Forschung? - weil sie genug vom Reisen haben, Familie möchten, ....


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 Betreff des Beitrags: Re: Master und dann ?
BeitragVerfasst: Do 13. Okt 2011, 00:17 
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Hallo (von einem, der "trotz" Dipl.-Geol. in der IT gelandet ist)!

schmunda bringt es wunderbar auf den Punkt:
Zitat:
Enthusiasmus und Motivation ist ein wesentlich wichtigeres Einstellungsmerkmal als schiere Tauglichkeit. Ihr geht nicht zur Musterung und holt euch einen Stempel für euer Leben ab.


Im Rahmen einiger Vorstellungsgespräche in der IT hatte ich dort nicht mehr als meine bis dato erworbene IT-Berufserfahrung als Qualifikation vorzuweisen. Nichts mit Hochschulabschluss als Informatiker und so. Egal, ich habe nämlich schnell gemerkt, dass die Personalverantwortlichen ganz andere Dinge interessieren: Das Bündel an Zusatzqualifikationen, das man auch - und gerade - in einem geowissenschaftlichen Studiengang erwirbt: Sprachliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit, analytisches Denken, Teamfähigkeit, die Fähigkeit zum eigenständigen Erarbeiten komplexer Sachverhalte, und die breite Allgemeinbildung im naturwissenschaftlichen Bereich. Es kamen gleich mehrere Jobzusagen dabei heraus, jede mit dem Hinweis, die noch fehlenden Fachkenntnisse im jeweiligen IT-Bereich würde man mir schon im Rahmen des Jobs vermitteln, die restlichen, gern gesehenen Grundlagen seien jedenfalls vorhanden.

Von daher: Mit dem Abschluss hat man sich noch lange nicht ein Etikett an die Stirn geklebt, für was man ab diesem Zeitpunkt und in alle Ewigkeit ausschließlich verwendbar sein wird. Unabhängig von der eingeschlagenen Spezialisierungsrichtung im Studium stehen einem im Berufsleben auch noch etliche andere Türen offen. Und wenn das Thema der Masterarbeit nicht zu dem Job passt, auf den man sich bewerben will - dann geht man einfach zum Bewerbungsgespräch und überzeugt anderweitig. Personalverantwortliche sehen es meistens schon ganz richtig: Die Masterarbeit war der kleinste Teil des Studiums, und ihr Thema sagt in keinster Weise etwas darüber aus, dass der Bewerber nicht auch für andere Aufgaben geeignet wäre.

Gruß,
Rainer

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 Betreff des Beitrags: Re: Master und dann ?
BeitragVerfasst: Sa 15. Okt 2011, 16:52 
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Zitat:
Wie seht ihr das mit Chancen auf eine Familie (Anmerkung: wenn man zu diesem Zeitpunkt noch keine Partnerin hat) in der Forschung?


Aus Erfahrung habe ich festgestellt, dass wenn man sich selbst in einer finanziell sicheren Position befinden die Frau/Mann/Familie von alleine kommt. Meine persönliche Meinung: Kümmer dich erstmal um einen ordentlichen Job, verdien ein bisschen Geld, kauf dir ein Häusschen, Auto, Boot und dann hast du schon schnell genug die Ehe am Hals :lol:

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Und bin so klug als wie zuvor;


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 Betreff des Beitrags: Re: Master und dann ?
BeitragVerfasst: Di 18. Okt 2011, 01:35 
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Di 1. Feb 2011, 09:07
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rodinia hat geschrieben:
Bei uns hatte sich mal ein grosses Museum vorgestellt und hat um Mineralogen/Petrologen geworben fuer Kunstwerksrestauration, also nicht nur Statuen sondern auch Gemaelde. Wenn ich in die Richtung gegangen waehre haette ich mir das auch gut vorstellen koennen. Ich hatte sowieso ein paar Kurse in Kunstgeschichte belegt und Interesse war schon da. Aber als Sedimentologe? :?


Warum nicht? Viele historische Bauwerke bestehen aus Sandstein.
Schreibe momentan meine Bachelorarbeit über die Verwendung eines lokalen Sandsteines als historischer Bausandstein und ich muss sagen, dass es wirklich interessant ist Bauwerke mal aus geologischer Sicht kennen zu lernen ;)
Arbeite dabei übrigens vordergründig mit Sedimentologen zusammen.
Da merkt man erst mal dass Sandstein nicht gleich Sandstein ist :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Master und dann ?
BeitragVerfasst: Di 18. Okt 2011, 18:13 
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Mi 12. Okt 2011, 14:40
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vielen Dank erstmal für eure Antworten. Hat mir schonmal ne ganze Ecke weitergeholfen.

Also an Motivation mangelt ganz sicher nicht:) Und ja, wahrscheinlich sollte ich mir mit 24 noch keine Gedanken über Familie machen, sondern erstmal für das nötige Kapital und so sorgen.

Also ihr meint, dass man auch mit einer Masterarbeit über die Sr Isotope von Korallen (nur als Beispiel jetzt) durchaus noch einen Job in der Industrie bzw. Wirtschaft bekommen kann?

@Triassammler: Das mit der IT finde ich sehr interessant. Wie kommt man als Geologe darauf? Ich bin zwar recht fit mit MSOffice und habe auch etwas Matlab gemacht, aber das war es auch. Du hattest schon Berufserfahrungen vpr/parallel dem Geologiestudium gesammelt?


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 Betreff des Beitrags: Re: Master und dann ?
BeitragVerfasst: Do 20. Okt 2011, 14:39 
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Mi 5. Okt 2011, 20:11
Beiträge: 14
Wohnort: Stuttgart
Hallo!

majouri hat geschrieben:
@Triassammler: Das mit der IT finde ich sehr interessant. Wie kommt man als Geologe darauf? Ich bin zwar recht fit mit MSOffice und habe auch etwas Matlab gemacht, aber das war es auch. Du hattest schon Berufserfahrungen vpr/parallel dem Geologiestudium gesammelt?


Ich habe Dir die Antwort als PN geschickt.

Gruß,
Rainer

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