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 Betreff des Beitrags: Unerfüllte Erwartungen beim Bachelor der Geowissenschaften
BeitragVerfasst: Di 25. Mär 2014, 01:08 
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Unerfüllte Erwartungen beim Bachelor der Geowissenschaften

Studienforum Geowissenschaften des BDG e. V.: Studiengangskoordinatoren tauschten Erfahrungen mit Vertretern des öffentlichen Dienstes und der Industrie aus

Teilweise ernüchternde Tatsachen über den Bachelor

Auch Jahre nach der Einführung von Bachelor und Master gibt es weder ein nennenswertes Stellenangebot für Bachelorabsolventen noch ausreichend von ihnen, die direkt in den Beruf einsteigen möchten.

Auch wenn Oliver Paech, Teamleiter der URS Deutschland GmbH ausführt, dass „der zweistufige Abschluss in den Geowissenschaften gut ist, da die Studierenden selber entscheiden sollten, ob sie einen kurzen oder langen Ausbildungsweg gehen“ betont er doch, dass „für Global Player in der Wirtschaft und Industrie besonders die MSc- und Phd-Abschlüsse wichtig sind, auch um zukünftig Managementaufgaben erfüllen zu können“. „So muss es Aufgabe der Geowissenschaften sein, wissenschaftliches Potenzial bereit zu stellen, das Umwelt-, Klima und Energiefragen lösen kann.“ In eine ähnliche Richtung argumentiert auch Prof. Dr. Ralph Watzel, Leiter des Staatlichen Geologischen Dienstes Baden Württemberg: „Wenn Positionen zu besetzen sind, die sich zu Führungs- oder sogar Spitzenpositionen entwickeln können, sind Bachelorabsolventen im öffentlichen Dienst nicht die erste Wahl. Sie konkurrieren mit vielen AbsolventInnen auf MSc- und Promotions-Ebene. Für klassische gehobene Servicetätigkeiten können sie jedoch ausreichend qualifiziert sein. Dafür können auch entsprechende Stellen angeboten werden.“ Auch wenn noch 2010 57% der Industrie und 82% der Geologischen Dienste theoretisch Einsatzmöglichkeiten für BScs gesehen haben, ist die Zahl der Stellenangebote für Bachelorabsolventen insgesamt jedoch sehr gering (Quelle: Umfrage des BDG, 2010).

Kritik erntete auch die Ausbildung der BSc

Mangelnde Praxisnähe und Verschulung des Studiums fördern weder die Einsetzbarkeit noch die Lebenserfahrung der Absolventen. Beides ist jedoch nötig, um bei den Bewerbungsgesprächen und später im Beruf punkten zu können. Die fundierte Grundlage des BSc für das MSc Studium wurde hingegen nicht angezweifelt.

Ein weiteres Problem ist die geringe Anzahl von BSc Absolventen, die direkt in den Beruf einsteigen wollen. Gemäß den Untersuchungen von INCHER Universität Kassel schließen 95% aller BSc-Absolventen direkt ein MSc-Studium an. „Dabei spielt weniger der Wunsch nach besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt eine Rolle“ gibt Rene Kooij an „sondern eher das fachliche Interesse und der Wunsch, zusätzliche Kenntnisse zu erlernen“.

Die wenigen BSc-Bewerber müssen oft mit einer großen Anzahl von MSc- und sogar promovierten Bewerbern konkurrieren. Dazu sagt Paech: „Wenn ich zehn Bewerbungen habe, entscheide ich mich für den Bewerber mit der höchsten Qualifikation“. Im schlimmsten Fall wird hierfür ein MSc zu einem BSc-Gehalt eingestellt. „Wir haben es hier mit einem klassischen Verdrängungswettbewerb zu tun“ fügt Dr. Ulrike Mattig, Vorsitzende des BDG hinzu.

„Insgesamt müssen wir feststellen, dass der Bachelor die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt hat. Er wird von Studierenden und Arbeitgebern lediglich als Zwischenetappe auf dem Weg zu einem vollwertigen Geowissenschaftler verstanden“ fasst Prof. Dr. Helmut Heinisch, Sprecher des Ausschusses Hochschule und Forschung des BDG, die Ergebnisse am Ende des Tages zusammen.

Quelle: BDG e. V.

---Zitat Ende---
Übrigens sind nach den neueren Umfragen nur noch 19% der Industrie bereit BSc's einzustellen. Und die Aussage dass die Geologischen Dienste theoretische Einsatzmöglichkeiten sehen ist aufgrund der jahrelangen Einstellungsstopps in den Behörden leicht gesagt.
Mal sehen ob ein Umdenken erfolgt und die Bsc-Ausbildung endlich wieder vom Markt verschwindet.

Gruss
Helge


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 Betreff des Beitrags: Re: Unerfüllte Erwartungen beim Bachelor der Geowissenschaft
BeitragVerfasst: Di 25. Mär 2014, 09:10 
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hard-rocker
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Mi 9. Dez 2009, 21:08
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Ich kopier hier mal meine Meinung, die ich auch schon auf FB kundgetan habe. Da hier mehr berufstätige Geologen unterwegs sind, lass ich mich gern eines Besseren belehren.

Das klingt allerdings weniger nach prinzipiellen Fehlern der Universitäten als nach einer generellen Schieflage des Arbeitsmarktes. Es scheint sich ja zu lohnen, BSC-Stellen mit MSC's zu besetzen. Jammern auf hohem Niveau auf dem Rücken der Absolventen würde ich das nennen: "Die wenigen BSc-Bewerber müssen oft mit einer großen Anzahl von MSc- und sogar promovierten Bewerbern konkurrieren. Dazu sagt Paech: „Wenn ich zehn Bewerbungen habe, entscheide ich mich für den Bewerber mit der höchsten Qualifikation“. Im schlimmsten Fall wird hierfür ein MSc zu einem BSc-Gehalt eingestellt."

Zitat:
"Kritik erntete auch die Ausbildung der BSc: mangelnde Praxisnähe und Verschulung des Studiums fördern weder die Einsetzbarkeit noch die Lebenserfahrung der Absolventen. Beides wäre jedoch nötig, um bei den Bewerbungsgesprächen und später im Beruf punkten zu können"


Wenn man jemanden frisch von der Uni einstellt, bekommt man niemanden mit "Lebens-" oder "Berufserfahrung". Das war auch zu den "guten alten" Diplomzeiten nicht anders. Leider wird aber genau das gefordert - in Verbindung mit nem scheiss Einstiegsgehalt von vielleicht 1200 Netto. Bei der ganzen Diskussion wackelt der Schwanz mit dem Hund.

Praxisnähe, Praxisnähe. Wieviel Praxisnähe soll man schon bekommen in 3 Jahren Studium in denen sämtliche naturwissenschaftlichen Grundlagen als auch die disziplinspezifischen vermittelt werden wollen. Die „Wirtschaft“ scheint der Illusion erlegen zu sein, am Ende eines Bachelor-Studiengangs stünde ein fertiger Facharbeiter zur Verfügung, der sofort und ohne Abstriche in ein Aufgabenfeld abrekrutiert werden könne, und mault jetzt rum, dass dem nicht so ist. Der einzige Vorteil ist, dass man aufgrund dieser geschaffenen Nische im Arbeitsmarkt (Facharbeit für leicht unterqualifizierte Akademiker), Diplomierte und Promovierte zum Gehalt eines Facharbeiters einstellen kann, ohne sich dabei schämen zu müssen. Nichts anderes belegt dieser Artikel.

spotts hat geschrieben:
Mal sehen ob ein Umdenken erfolgt und die Bsc-Ausbildung endlich wieder vom Markt verschwindet.


Vom "Markt" verschwindet? Genau das is der Sprech, der belegt, dass Firmen ein möglichst günstiges Produkt suchen und keine Mitarbeiter, die sich mit der Firma weiterentwickeln. Warum bilden die denn nicht selber aus, wenn die universitäre Ausbildung soo schlecht ist? Die Ausbildung (und damit deren Kosten) in der Branche liegt fast komplett in staatlicher weil universitärer Hand. Das ist für viele Fachbetriebe purer Luxus. Ich finde Firmen sollten sich jetzt anpassen und ggf. Zusatzausbildung in Betrieben anbieten, anstatt zu lamentieren. Andernfalls hat man in 10, 20 Jahren eine Heerschar an Leuten, die irgendwann mal garnicht so schlecht ausgebildet gewesen wären, sich aber anderweitig orientiert haben, weil man nachvollziehbarerweise mit Ende 20 nach x Jahren Studium keine Lust hat für 1200 Euro in ein Ing-Büro zu ziehen. Ich stand auch vor der Entscheidung in die viel gepriesene "Wirtschaft" zu gehen und habe es nicht gemacht. Alles was ich von Mitabsolventen aus meiner Zeit höre, hat mich darin bestärkt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Unerfüllte Erwartungen beim Bachelor der Geowissenschaft
BeitragVerfasst: Di 25. Mär 2014, 15:06 
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Ich muss da schmunda größtenteils zustimmen. Was können die Leute nach 3 Jahren überhaupt wissen? Die meiste Zeit im Bsc sind Grundlagenfächer wie Mathe, Physik, Info, Chemie, Bio, usw. Das sind einfach Grundlagen die nur wenige Ausbildungsberufe in der Tiefe bieten. Praxisnähe ist auch so eine Sache. Es wird oftmals verlangt, dass die Bsc eine möglichst breite Basis angewandter Fächer haben, was dann genau dazu führt dass sie sie nicht haben. Weil in den paar Stunden Geofächer dann Grundlagen von Paläo, Sedi, Min, Petro, Vulkanologie, Geochemie, Geophysik, Geodäsie, IngGeo, und was weiss ich zu ein Zeug reingepackt werden. Da bleibt für langwierige Praxis, sprich mindestens 2 oder 3 Kartierpraktika, große Exkursionen mit eigener Arbeit, oder einem mehrmonatigem Berufspraktikum einfach keine Zeit.

Ich hab nun meinen 3. Bacheloranden und wie die anderen beiden merkt man einfach die Verschulung an, die einfach kaum Praxis wie Profilaufnahme, Probennahme, etc. pp. liefert. Das ist nicht deren Schuld, sondern kommt dadurch, dass die man es mit dem Bsc allen recht machen will. Bekanntlicherweise ist dann keiner zufrieden.

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Unerfüllte Erwartungen beim Bachelor der Geowissenschaft
BeitragVerfasst: Di 25. Mär 2014, 21:32 
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Geowissenschaften an der Uni ist meiner Meinung nach auch kein Ausbildungsfach. Plakativ ausgedrückt sollte sich der Student an der Uni nicht eine Minute damit beschäftigen, z.B. Bohrkerne din-gerecht zu beschreiben oder LVs zu erstellen. Man sollte nur durch das Studium in der Lage sein, sich solche Dinge -auch fachfremde Problemstellungen, für die es kein spezielles abgefahrenes Wissen braucht- schnell aneignen bzw. dem Grunde nach auffassen zu können und lösen zu können. Berufserfahrung erlangt man automatisch und recht schnell, dazu brauche ich keine Uni. Das 'Denken' aus der Uni kriegt man aber nachträglich im Beruf nicht mehr mit, die Zeit ist dann verloren. Und da kommen die drei Jahre Bachelor sowieso schon relativ kurz,- nicht nur bei den Geowissenschaften.


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 Betreff des Beitrags: Re: Unerfüllte Erwartungen beim Bachelor der Geowissenschaft
BeitragVerfasst: Mi 26. Mär 2014, 07:56 
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schmunda hat geschrieben:

(...)
spotts hat geschrieben:
Mal sehen ob ein Umdenken erfolgt und die Bsc-Ausbildung endlich wieder vom Markt verschwindet.


Vom "Markt" verschwindet? Genau das is der Sprech, der belegt, dass Firmen ein möglichst günstiges Produkt suchen und keine Mitarbeiter, die sich mit der Firma weiterentwickeln. Warum bilden die denn nicht selber aus, wenn die universitäre Ausbildung soo schlecht ist? Die Ausbildung (und damit deren Kosten) in der Branche liegt fast komplett in staatlicher weil universitärer Hand. Das ist für viele Fachbetriebe purer Luxus. Ich finde Firmen sollten sich jetzt anpassen und ggf. Zusatzausbildung in Betrieben anbieten, anstatt zu lamentieren. Andernfalls hat man in 10, 20 Jahren eine Heerschar an Leuten, die irgendwann mal garnicht so schlecht ausgebildet gewesen wären, sich aber anderweitig orientiert haben, weil man nachvollziehbarerweise mit Ende 20 nach x Jahren Studium keine Lust hat für 1200 Euro in ein Ing-Büro zu ziehen. Ich stand auch vor der Entscheidung in die viel gepriesene "Wirtschaft" zu gehen und habe es nicht gemacht. Alles was ich von Mitabsolventen aus meiner Zeit höre, hat mich darin bestärkt.
(...)


Dass die Betriebe eine Zusatzausbildung anbieten wird wohl ein Wunschtraum bleiben. Ich bin u. a. in der Weiterbildungsbranche tätig und sehe einen deutlichen Rückgang in der Fortbildungsstätigkeit der Unternehmen. Es werden fast nur noch Kurse durchgeführt die gesetzlich vorgeschrieben sind.
Bei den Kontakten zu den Unternehmen sehe ich immer häufiger dass in der mittleren Führungsebene immer mehr unqualifiziertes Personal auftaucht dass außer ein geringes Gehalt zu bekommen oder der Schwager vom/n Chef/in zu sein kaum weiterreichende Kenntnisse besitzt.
Da die Studierenden eh' alle den MSc machen wollen wäre es doch kein Problem wieder zurück zum Diplom zu wechseln wo, zumindest zu meiner Zeit, die Geländearbeit und reichlich Exkursionen Schwerpunkte im Studium waren.
Der Arbeitsmarkt gibt für ausgebildete Geologen zwar wenig, aber doch einige Stellen her. Ein Problem bei mir in der Eifel ist z. B. dass in den Institutionen wie Geo-Park oder Museum Andernach zwar Geologen gesucht wurden, die Stellen aber mit Geographen besetzt wurden.

Gruss
Helge


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 Betreff des Beitrags: Re: Unerfüllte Erwartungen beim Bachelor der Geowissenschaft
BeitragVerfasst: Mi 26. Mär 2014, 10:25 
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spotts hat geschrieben:
Da die Studierenden eh' alle den MSc machen wollen wäre es doch kein Problem wieder zurück zum Diplom zu wechseln wo, zumindest zu meiner Zeit, die Geländearbeit und reichlich Exkursionen Schwerpunkte im Studium waren.


Es wäre auch kein Problem es einfach dabei zu belassen und sich damit anzufreunden, dass Diplom jetzt "MSc" heisst. Ich sag nochmal, ich bin auch kein grosser Freund der Bologna-Reform, sehe aber auch keinen dringenden Grund jetzt alles wieder von innen nach aussen zu kehren nur um begriffliche Unstimmigkeiten zu umgehen. Ich kann nur von einer Uni sprechen und da war der inhaltliche Unterschied zwischen Dipl und BSc+MSc nicht gravierend. Der Grossteil der Exkursionen (Kartierung, Bohrkerne, Grundlagen etc...) lag immer noch im Bachelor. Wenn die Unternehmen mit BSc's nichts anfangen können, sollten sie halt keine entsprechenden Stellen ausschreiben. Wenn "eh' alle den MSc machen wollen" ist doch dann alles paletti, oder nicht? Auf der anderen Seite würden Universitäten gut daran tun, die Daumenschrauben in Sachen Studiendauer und Prüfungswiederholung nicht ganz so fest anzuziehen. Dann würden auch mehr Studierende nicht nur mit passablen Noten sondern vielleicht auch ein bisschen Lebenserfahrung abschliessen. Mein Grundstudium war auch druchwachsen und ich habe ziemlich viel ins Hauptstudium mitgeschleppt. Heute wäre ich nach 4 Semestern draussen gewesen.

Das Problem liegt aber eben bei der ökonomisierung des Studienbetriebs und des überökonomisierung des Arbeitsmarktes. Ich bin mir schon bewusst, dass wir ne freie Marktwirtschaft brauchen aber wenn gut ausgebildete Leute (M.Sc.) auf B.Sc.-Stellen für ein Bruchteil eines früheren Dipl.-Gehalts gesetzt werden, nur weil Firmen es halt machen können, dann läuft da irgendwas schief.


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 Betreff des Beitrags: Re: Unerfüllte Erwartungen beim Bachelor der Geowissenschaft
BeitragVerfasst: Mi 26. Mär 2014, 15:44 
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Eine Rückkehr zum Diplom halte ich auch für wenig zielführend. Ob die Ausbildung der Diplomer auch wirklich immer besser war, wage ich auch zu bezweifeln. Vieleicht war sie anders, ok. Aber auch unsere Fachrichtung verändert sich doch mit der Zeit. Vieles was heute unterrichtet wird, war vieleicht vor 20 Jahren auch noch gar nicht so notwendig, zb. die Ausbildung in geowissenschaftlichen Computerprogrammen. Und wenn auf der einen Seite neues hinzukommt, muss halt anderes herausgenommen werden. Alles geht eben nicht.
Als großer Minuspunkt wird häufig die wenige Geländearbeit genannt. Dabei bieten die Unis in der Regel genügend Exkursionen an, nur eben nicht im Pflichtprogramm. Es liegt somit auch beim Studenten, was er aus seinem Studium mitnimmt.

Den Bachelor als Gesamtüberblick über alle geowissenschaftlichen Fachgebiete finde ich eigentlich ganz gut. Wer hat denn schon wirklich vor Aufnahme des Studiums eine Ahnung was man sich unter den einzelnen Fachgebieten vorstellen kann? So lernt man eben von allem die Grundlagen und spezialisiert sich im Master.
Das der Bachelor bereits als Berufseinstieg dienen soll, halte ich allerdings für Unsinn. Ist irgendwie nix ganzes und nix halbes: Viel weniger praktische Erfahrung als ein Lehrling, viel weniger theoretisches Wissen als ein Masterabsolvent.
Und das BSc.-Stellen mit Masterabsolventen besetzt werden, ist in der Tat eine Frechheit. Nur warum werden solche Stellen dann überhaupt angenommen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Unerfüllte Erwartungen beim Bachelor der Geowissenschaft
BeitragVerfasst: Mi 26. Mär 2014, 19:01 
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odomos hat geschrieben:
Und das BSc.-Stellen mit Masterabsolventen besetzt werden, ist in der Tat eine Frechheit. Nur warum werden solche Stellen dann überhaupt angenommen?

Das ist ja der Trick. Die großen Arbeitgeber haben längst erkannt, dass sie am längeren Hebel sitzen. Man behauptet stereotyp, dass die Absolventen irgendwelcher Ausbildung viel zu schlecht qualifiziert sind - egal welcher Level gefragt ist - Hauptschüler, Abiturient oder eben Bachelor. Man stellt also grundsätzlich niemanden nur auf Grund seiner Qualifikation per Abschluss ein, sondern veranstaltet Castings, "Bewerbungsrunden" genannt. Als Berufsanfänger habe ich fast gar keine andere Chance, als mich auf derartige Spielchen einzulassen. Also bewerbe ich mich auch bei "Castings" unter meinem Niveau. Aus Arbeitgebersicht: "Bingo".

Hab ich selbst erlebt - schon vor fast 30 Jahren. Zwar nicht in einem geowissenschaftlichen Fach, sondern als Mathematiker. Hab dann nach etwa einen Jahr gewechselt. Die Bewerbung lief völlig anders, eben auf 'Augenhöhe'. Übrigens nach meiner Einschätzung: Erforderliches Fachwissen - guten Abitur im Fach, oder aber 'Vordiplom' (anders als 'Bachelor' kein Abschluss) hätten voll und ganz ausgereicht.

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Gruß,
    tepui

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