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 Betreff des Beitrags: Erdbebenstatistik
BeitragVerfasst: Di 9. Mär 2010, 18:11 
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Im Zuge der Diskussionen im Internet, ob die Bebenhäufigkeit nun zu- oder abnimmt, trat folgende Frage auf. Die Grafik für die Verteilung der Bebenhäufigkeiten zeigt sehr deutlich, dass es eben keine Häufung der schweren Beben gibt.

Allerdings zeigt sich besonders bei den geringen Magnituden 0,1 bis 0,9 und 1,1 bis 1,9 ab dem Jahr 2005 eine signifikante Abnahme der Häufigkeiten. Gibt es dafür irgendwelche Gründe?

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 Betreff des Beitrags: Re: Erdbebenstatistik
BeitragVerfasst: Di 9. Mär 2010, 18:52 
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Gunnar hat geschrieben:
Allerdings zeigt sich besonders bei den geringen Magnituden 0,1 bis 0,9 und 1,1 bis 1,9 ab dem Jahr 2005 eine signifikante Abnahme der Häufigkeiten. Gibt es dafür irgendwelche Gründe?


Ich vermute administrative Gründe wie z.B. diesen hier:
Zitat:
Starting in January 2009, the USGS National Earthquake Information Center no longer locates earthquakes smaller than magnitude 4.5 outside the United States, unless we receive specific information that the earthquake was felt or caused damage.


Man sollte USGS-Zeitreihen also nur für Erdbeben > 5.0 als konsistent annehmen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Erdbebenstatistik
BeitragVerfasst: Di 9. Mär 2010, 20:44 
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Ich hatte so etwas vermutet. Aber danke für den Hinweis

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 Betreff des Beitrags: Re: Erdbebenstatistik
BeitragVerfasst: Di 9. Mär 2010, 21:05 
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Hab' "just for fun" die Werte von 2000 bis 2009 mal mit einem Chi-Quadrat-Test auf Gleichverteilung (Nullhypothese) untersucht.
Für Beben >= 5.0 muss die Gleichverteilung auf dem 0.1%-Signifikanz-Niveau abgelehnt werden.
Bei Beben >= 6.0 kann die Gleichverteilung erst unterhalb eines Signifikanz-Niveaus von 2.5% an - bei Beben >= 7.0 sogar erst unterhalb von 90% .

Simpel formuliert: Starke Beben scheinen auf ganze Jahre bezogen gleichverteilt zu sein - weniger starke nicht.

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Gruß,
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 Betreff des Beitrags: Re: Erdbebenstatistik
BeitragVerfasst: Fr 15. Apr 2011, 05:49 
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Ich habe mal die geschätzten Erdbebenopfer zusammen gerechnet und komme auf 726305 Erdbebentote seit 2010 (stand April 2011). :shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: Erdbebenstatistik
BeitragVerfasst: Mo 25. Jul 2011, 11:37 
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Ich muss das eben klarstellen:
Es gibt keine Erdbebenopfer, weil kein Mensch direkt durch ein Erdbeben stirbt. Lediglich die Folgen wie :
- nicht korrekt gebaute Häuser (Also Baumängelopfer)
- Tsunmais
- explodierende Akws

Das sind zwar durch Erdbeben induzierte Probleme, aber das liegt nunmal am Menschen, der nicht sachgerecht mit der Gefährdung umgeht.

Meine Frage hast du die ganzen Tsunamiopfer mitgezählt?
Und zwischen solchen Opfern differenziert?


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 Betreff des Beitrags: Re: Erdbebenstatistik
BeitragVerfasst: Di 26. Jul 2011, 23:55 
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Schau mal in den Link en Gunnar geposted hat. Dort hab ich einfach mal die Ziffern zusammen gezählt. Ich würde übrigens bei der Bezeichnung Erdbebenopfer bleiben. Ich meine, wenn du ein Alkoholopfer bist, stirbst du in vielen Fällen ja auch an den Folgeerscheinungen und nicht direkt am Alkohol. Die Ursache gibt hier eben den Namen. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Erdbebenstatistik
BeitragVerfasst: Mi 27. Jul 2011, 14:36 
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Horst hat geschrieben:
Es gibt keine Erdbebenopfer, weil kein Mensch direkt durch ein Erdbeben stirbt.

Da habe ich wohl irgendwas nicht richtig verstanden. :o Ich stehe auf einer einer Wiese, schaue mir die Gegend an, bestaune die Kühe, genieße das schöne Wetter und freue mich über meine Freizeit. Plötzlich ereignet sich ein Erdbeben, Magnitude acht, ich befinde mich nahe des Hypozentrums, die Erde tut sich auf, metertiefer Spalt, ich falle hinein und breche mir den Hals. Nach zitiertem Satz bin ich kein Erdbebenopfer, weil es die per definitionem nicht gibt. Was bin ich dann, außer tot? Wer, was ist ursächlich für meinen Tod? Die Kuh, die mich abgelenkt hat, der Bauer, der es unterlassen hat, seine Wiese erdbebensicher zu gestalten, oder ich selber, der ich kein geeignetes Seismologisches Frühwarnsystem konsultiert oder keine geeignete Schutzkleidung getragen habe? :? :?


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 Betreff des Beitrags: Re: Erdbebenstatistik
BeitragVerfasst: Mi 27. Jul 2011, 21:07 
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Wenn du nicht direkt am Epizentrum stehst, ist die Wiese ein überaus sicherer Ort :) Weshalb man ja bei Erdbeben sich auch freie Plätze suchen soll; Zentrum der Strasse (weit weg von Strommasten). Eben aus dem Grund, dass sich Scenen wie bei 2012 nur im Kopf eines Regisseurs ereignen aber nicht bei einem Erdbeben :lol: Wobei ich mal mit einer Omi geredet habe, die bei dem Valdivia-Beben 1930 dabei war, die erzählt hat, wie vor ihr eine Kuh in einer Erdspalte verschwand und sich dann die Spalte schloss - öffnete - schloss - öffnete (ihhh :| )

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 Betreff des Beitrags: Re: Erdbebenstatistik
BeitragVerfasst: Mo 1. Aug 2011, 09:34 
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Nach meinem Wissensstand ist noch nie jemand durch eine solche aufgehende Erdspalte bei einem Erdbeben gestorben! Ich hab schon einige geschichten über Kühe gehört, die darin gestorben sein sollen. Ich persönlich halte das Ehr für einen Urban Legend.

http://www.youtube.com/watch?v=rn3oAvmZ ... re=related
Hier ein Video aus Japan wo sich die Erdspalten öffnen. Schön sieht man auch der Bodenverflüssigung und den Wasseraustritt. Man muss schon echt diszipliniert sein um in so einer Spalte (auch wenn sie größer ist) zu sterben. Ähnlich wahrscheinlich wie ertrinken in den "Wassermassen".

http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-13368657
Da ist glaub ich das hier wesentlich wahrscheinlicher.

Vielmehr sterben Leute dadruch, dass z.B. aus Kostengründen die Gebäude nicht für derart starke Belastungen gebaut werden. In Japan bebt es so oft und es passiert so gut wie nie was, weil die Leute wissen damit umzugehen. Verheerend war der Tsunami.
In diversen anderen Gegenden ist es bei schwächeren Beben zu größerem Schaden gekommen (Und man wartet ja quasi noch auf Istanbul)! Es sind immer sekundär Ereignisse bei denen die Leute sterben.

Zu dem Alkoholiker vergleich:
Wenn Leute aufgrund zu hoher Sonneneinstrahlung an Hautkrebs bekommen und sterben spricht man auch nicht von Sonnenopfern.

Naja ist ja auch nicht so wichtig. Ich wollte nur mal darauf hinweisen, dass es sekundär Erscheinungen sind, durch die Menschen sterben und nicht Erdbeben direkt.

Glück Auf


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 Betreff des Beitrags: Re: Erdbebenstatistik
BeitragVerfasst: Mo 1. Aug 2011, 11:37 
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Horst hat geschrieben:
Nach meinem Wissensstand ist noch nie jemand durch eine solche aufgehende Erdspalte bei einem Erdbeben gestorben! Ich hab schon einige geschichten über Kühe gehört, die darin gestorben sein sollen. Ich persönlich halte das Ehr für einen Urban Legend.
[..]
Es sind immer sekundär Ereignisse bei denen die Leute sterben.


Todesursache Herzstillstand.
Löst ein Erdbeben einen Hangrutsch aus, der eine Siedling platt macht, in der die Leute massenhaft dann Herzstillstände erleiden.
Ist es das Erdbeben? Der Hang? Oder die Bausubstanz? Oder die Leute die sich zur falschen Zeit am falschen Ort aufgehalten haben? Oder vielleicht einfach nur eine Herzstillstandsepedimie?

Ich denke mit dieser Argumentation, daß es nicht die Erdbeben seien, sondern die Sekundärereignisse, versuchen sich die Geophysiker aus der Verantwortung zu pissen. Selbstverständlich sind geophysiker nicht für die Erdbeben verantwortlich, jedoch für die Prognose der letzteren und für die Beratung wie mit Erdeben umzugehen ist.
Die Angst Verantwortung zu tragen ist so groß, daß sie sich vor einigen Jahren darauf geeinigt haben, keine Prognosen mehr abzugeben.
Was soll es auch. Wenn wir wüßten daß nächsten Samstag Tokio von einem 9.0 Erdbeben zentral getroffen werden würde, was würde es ändern. Man kann solche Megacities nicht evakuieren.

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Glückauf
Rockdoc


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 Betreff des Beitrags: Re: Erdbebenstatistik
BeitragVerfasst: Mo 1. Aug 2011, 13:06 
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Zum Thema Verantwortung und Prognosen abgeben:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 30,00.html

Ich denke nicht, dass sich Geophysiker/Geowissenschaftler aus der Verantwortung stehlen wollen. Es liegt ehr daran, dass Leute die Naturgewalten schnell vergessen und somit Katastrophen provozieren. (Siehe die gesamte Besiedlung rund um den Vesuv.) Die Leute gehen ein zu hohes Risiko ein, wenn sie an bestimmten Stellen wohnen. Was ja generell ok ist, wenn man sich der Gefährdung anpasst.
Ein Bergsteiger, der ohne entsprechender Sicherung klettern geht und abstürzt wird als leichtsinnig und übermütig bezeichnet, und ist selber Schuld. Menschen die in Ziegelsteinhäuschen in Erdbebengefährdungsgebieten siedeln und denen dann das Dach auf den Kopf fällt sind Katastrophenopfer?

Die Wissenschaftler sind nicht in der Pflicht die Leute daran zu hindern sich irgendwo nieder zu lassen. Alle Mahnungen und Beschwörungen werden eh solange überhört, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist. Man kann als Wissenschaftler nur versuchen der restlichen Gesellschaft Werkzeuge an die Hand zu geben, um die Gefährdung zu minimieren. (Siehe DIN 4149)

Wobei die gesellschaftliche Verantwortung von (Natur)Wissenschaftlern ein Thema ist über das man sich lange lange unterhalten kann. Das mache ich eigentlich lieber persönlich mit einem Bier :)


Glück Auf


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 Betreff des Beitrags: Re: Erdbebenstatistik
BeitragVerfasst: Mo 1. Aug 2011, 13:20 
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Horst hat geschrieben:
ein Thema ist über das man sich lange lange unterhalten kann. Das mache ich eigentlich lieber persönlich mit einem Bier :)


Glück Auf


Beim nächsten Geoversum-Treffen im Oktober?
Würde mich riesig freuen!

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Glückauf
Rockdoc


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 Betreff des Beitrags: Re: Erdbebenstatistik
BeitragVerfasst: Mo 1. Aug 2011, 13:26 
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Haut direkt in meine Dipl Prüfungen rein. Mal schauen wenn, dann spontan :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Erdbebenstatistik
BeitragVerfasst: Mi 3. Aug 2011, 03:48 
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Horst auf das Bier hätte ich auch gerne Lust, vielleicht magst du ja eines Tages hier nach Chile kommen und das Ganze noch einmal wiederholen, dachdem du einmal miterlebt hast, worüber du hier so leichtfertig schreibst. Soll man etwa ganz Chile evakuieren und den Menschen die bleiben sagen, dass sie selber Schuld sind? Wenn du dein erstes Erdbeben miterlebt hast, nehm ich dich wieder ernst. Mal sehen wie schnell du dann vergisst, wenn dein Haus oder deine Wohnung unbewohnbar geworden ist und du feststellst, dass in den DIN-Normen nur steht, das die Gebäude den Erdbeben standhalten sollen. Das die danach aber unbewohnbar werden, damit muss man auch erstmal klar kommen. Das man dann trotz Winter und Regen erst einmal eine eingeschränklte Immobilienlage hat und und man dann erstmal Lösungen braucht. Wir reden hier ja auch über Eigentum. Besitz der beschädigt wird. Meinst du etwa das ist leicht sein Haus wegen der Risse abzureissen und dann wieder neu zu bauen damit es beim nächsten mal hält? Fällt das Geld denn vom Himmel? Die Leute vergessen schnell :shock: , du weißt ja gar nicht wovon du da redest :evil:

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