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uhausg
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Betreff des Beitrags: Was ist "bungam"  Verfasst: Di 4. Mai 2010, 09:23 |
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Registriert: Di 4. Mai 2010, 09:17 Beiträge: 5
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Liebe Leute - bin erdgeschichtliche Analphabethin. Meine Frage kommt eigentlich aus dem englischen. Ich übersetze derzeit ein Buch, in dem es um "blue clay" (= Blauton) geht. Eine Erdschicht aus der Zeit um 15-16 Jhrd. NChr. Es wird in dem Buch behauptet, dass dieses Erdschicht "blue clay" früher aus "bungam" (das ist der englische Begriff) bezeichnet wurde.
Was könnte nun "bungam" auf deutsch sein. Unter dem Bungam/Blauton liegt übrigens eine Torfschicht, die auf das Bronze-Zeitalter zurückgehen soll.
Kann mir jemand helfen?
Vielen Dank uhausg
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spotts
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Betreff des Beitrags: Re: Was ist "bungam"  Verfasst: Di 4. Mai 2010, 09:56 |
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Registriert: Mi 26. Jul 2006, 10:02 Beiträge: 1045 Wohnort: Eifel (Zentrum)
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Hallo und willkommen im Forum. Um welches Buch handelt es sich und welche Region ist damit gemeint? Das würde die Antwort erleichtern. Gruss Helge
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uhausg
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Betreff des Beitrags: Re: Was ist "bungam"  Verfasst: Di 4. Mai 2010, 10:15 |
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Registriert: Di 4. Mai 2010, 09:17 Beiträge: 5
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spotts hat geschrieben: Hallo und willkommen im Forum. Um welches Buch handelt es sich und welche Region ist damit gemeint? Das würde die Antwort erleichtern. Gruss Helge Hallo und danke schon mal für's Kümmern. es handelt sich um einen krimi. Skelett wird gefunden und die ermittler spekulieren über das Alter. Die gegend ist London. tatsächlich stammt das skelett aus dem späten 16. Jahrhundert. und eben in dieser Zeit entstand die Schicht des "Blauton" bzw. "bungam". Hilft das weiter?
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uhausg
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Betreff des Beitrags: Re: Was ist "bungam"  Verfasst: Di 4. Mai 2010, 13:37 |
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Registriert: Di 4. Mai 2010, 09:17 Beiträge: 5
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Hallo noch mal: ich habe hier einen anderen Thread gefunden. Viellleicht hilft der dem Fachmann oder der Fachfrau weiter? http://www.jstor.org/pss/2791157dort ist "bungam" ein "muddy clay" (matschiger Ton) Hilft das? mit hoffnungsvollem dank
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aPriori
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Betreff des Beitrags: Re: Was ist "bungam"  Verfasst: Di 4. Mai 2010, 16:43 |
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Registriert: So 28. Mär 2010, 15:09 Beiträge: 35
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Hallo,
habe hier & jetzt in der Hand ein englisch-deutsches Wörterbuch vom Adolf Watznauer (Wörterbuch Geowissenschaften; 1. Aufl.; 1978; Verlag Harri Deutsch, Thun & Frankfurt am Main):
hier steht:
bungum: Londoner Name für jungen alluvialen Schluff
vielleicht hilft das ja - auch wenn es hier nicht bungam sondern bungum genannt wird !?
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aPriori
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Betreff des Beitrags: Re: Was ist "bungam"  Verfasst: Di 4. Mai 2010, 17:16 |
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Registriert: So 28. Mär 2010, 15:09 Beiträge: 35
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also ich würde das Wort "eindeutschen" bzw. in Anführungszeichen setzen und dann mit einer Fussnote separat erklären (oder in Klammer direkt dahinter); da es ein "Londoner Name/Bezeichnung" ist - und es eben kein entsprechendes Wort im Deutschen gibt!? aber vielleicht gibt es doch eine deutsche Bezeichnung!?
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tepui
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Betreff des Beitrags: Re: Was ist "bungam"  Verfasst: Di 4. Mai 2010, 17:47 |
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Registriert: Fr 16. Feb 2007, 19:08 Beiträge: 1062 Wohnort: Solingen
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Ich wäre auch vorsichtig blue clay mit Blauton zu übersetzen. Wahrscheinlich handelt es sich um Klei. Wenn die Gegend bei London in der Nähe des Themse-Ästuars liegt konnte ich mir folgendes Szenario vorstellen: Ein ursprüngliches Moor (Torf) wird durch Meersspiegelanstieg vom Meer überflutet. Es bildet sich ein Wattenmeer (Schlick), dass im Rahmen von Landgewinnung zu Marschland (Klei) wird. Ich bin selbst auch kein Fachmann, vielleicht kann ein solcher oder auch -frau meine Hypothese kommentieren.
_________________ Gruß,
[Kalender] [geol. Ereignisse 2010] [Link-Sammlung] [bei Flickr]
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uhausg
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Betreff des Beitrags: Re: Was ist "bungam"  Verfasst: Di 4. Mai 2010, 18:37 |
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Registriert: Di 4. Mai 2010, 09:17 Beiträge: 5
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Danke, liebe Leute, das ist eine große Hilfe,
schreit von Euch Fachleuten jemand, wenn ich KLEI und (für Bungu(a)m) LONDONER TON schreibe?
Der Torf ist verbrieft - wird in der Geschicht erwähnt als Schicht, die dem Klei bzw. Londoner Ton vorausgeht.
Gibt es seitens der Fachmann/frauschaft Bedenken gegen die Begriffe KLEI und LONDONER TON?
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tepui
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Betreff des Beitrags: Re: Was ist "bungam"  Verfasst: Di 4. Mai 2010, 21:24 |
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Registriert: Fr 16. Feb 2007, 19:08 Beiträge: 1062 Wohnort: Solingen
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Mein Vorschlag wäre:
SCHLUFF für blue clay und KLEI für bungam. KLEI hat nämlich eh etwas Küsten-Lokalkolorit. Das Wort dürfte den Norddeutschen geläufiger sein als den Süddeutschen.
Ich nehme dabei mal an, dass es im Krimi nicht 100%-tig auf die geologischen Details ankommt. und LONDONER TON klingt m.E. irgendwie gestelzt, der lokale Chrakter geht verloren.
_________________ Gruß,
[Kalender] [geol. Ereignisse 2010] [Link-Sammlung] [bei Flickr]
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uhausg
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Betreff des Beitrags: Re: Was ist "bungam"  Verfasst: Mi 5. Mai 2010, 09:21 |
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| newbie |
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Registriert: Di 4. Mai 2010, 09:17 Beiträge: 5
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tepui hat geschrieben: Mein Vorschlag wäre:
SCHLUFF für blue clay und KLEI für bungam. KLEI hat nämlich eh etwas Küsten-Lokalkolorit. Das Wort dürfte den Norddeutschen geläufiger sein als den Süddeutschen.
Ich nehme dabei mal an, dass es im Krimi nicht 100%-tig auf die geologischen Details ankommt. und LONDONER TON klingt m.E. irgendwie gestelzt, der lokale Chrakter geht verloren. habe mich inzwischen mit dem Lektor ins Benehmen gesetzt. Er meint dass seine Leser eher den LONDONER TON als den SCHLUFF akzeptieren würden. Würde man Schluff schreiben, so vermutet er, kämen Leserzuschriften: "ist das ein Tippfehler" - "was soll das sein". Mag daran liegen, dass der verlag in Süddeutschland ansässig ist. ich werde die begriffe nochmal googeln. ich danke dir und euch für die hilfe, vielleicht kommt euch das Buch ja mal unter im nächsten Jahr 
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Isle
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Betreff des Beitrags: Re: Was ist "bungam"  Verfasst: Do 13. Mai 2010, 11:04 |
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| hard-rocker |
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Registriert: So 13. Jul 2008, 12:52 Beiträge: 264 Wohnort: Freiberg
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Hi,
wollte noch hinzufügen dass es sich bei "Blauton" mMn um eine Lokalbezeichnung für Moskauer oder St. Petersburger Tone handelt aus denen man vor allem Farben und Keramiken hergestellt hat.
Gruß
Holm
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Highway Star
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Betreff des Beitrags: Re: Was ist "bungam"  Verfasst: Di 18. Mai 2010, 08:52 |
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Registriert: Fr 18. Aug 2006, 20:16 Beiträge: 269 Wohnort: Mainz
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Ich würde es bei SCHLUFF belassen- und das wort mit einem sternchen (=> "*") versehen und an der seitenunterseite kurz erklären- oder weiter hinten im buch in einem kurzen anhang..
Dann versteht die leserschaft das es sich nicht um einen schreibfehler handelt- und solche fachtermina sind auch immer ganz interessant (sofern sie eben erläutert werden), siehe zB sämliche Romane/Thriller etc mit wissenschaftlichen Hintergrund!
Grüße, Laura
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aPriori
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Betreff des Beitrags: Re: Was ist "bungam"  Verfasst: Di 18. Mai 2010, 17:03 |
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Registriert: So 28. Mär 2010, 15:09 Beiträge: 35
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Bungum & Bungam sind doch lediglich lokale Bezeichnungen/Namen für "einen jungen alluvialen Schluff", und zwar kann mit dieser Definition doch jeder "junge alluviale Schluff" als Bungum bezeichnet werden - auch wenn dieser z.B. auf Tasmanien vorkommt... vorwiegend haben (wohl früher) die Typen in London einen derartig sedimentär-zusammengetragenen Schluff (relativ jung) "allgemein"(?) auch als Bungam bezeichnet.. wenn ich lesen würde "Londoner Ton" dann wäre das doch eher ein spezieller Ton, der so nur bei London gefunden werden kann (warum auch immer). Ich würde dieses Wort deswegen auch gar nicht übersetzen, sondern separat kurz erklären, weil es geht meiner Meinung legidlich um das (komisch klingende) Wort Bungum ansich, weil es den lokalen Slang im Metier zeigt/beweist. Ton ist doch bekannt dafür, dass es "undurchlässig" ist - und somit relativ gut konserviert. Zum Beispiel Öl- & Gas-Fallen werden doch gerne mit umkleidenden Ton-Schichten gesehen, oder radiaktiver Müll in Salzstöcken mit mächtigen Ton-Schichten - zur Abdichtung etc Vielleicht ist ja auch so, dass diese Ton-/Schluff-Gesteinsschicht gehäuft in der Londoner Gegend vorkommt & schon Gegenstand vieler Mordfälle war oder schon öfters relativ gut erhaltene Leichen in dieser Gesteinsschicht gefunden wurden - und man sich beim ersten Anblick gedacht haben muss: "Grossgütiger, der ist vielleicht erst ein paar Jahre tot - und somit ggf. Gegenstand gegenwärtiger Ermittlungen" - aber wie sich wohl alsdann herausstellt, ist es "lediglich" eine Leiche in einer Gesteinsschicht, die zB ein paar Tausend Jahre alt ist, womit dann darauf geschlossen wird, dass die Leiche (mindestens) das gleiche Alter haben muss. Dass die Leiche eben "so gut" erhalten / konserviert wurde (dass man denken könnte, sie sei aus noch jüngerer Vergangenheit), liegt an eben dieser "berühmt-berüchtigten"(?) jungen alluvialen Schluff, der sich in der Londoner Gegend vielleicht nicht nur bei Geologen, sondern auch bei Kriminalisten (inkl. Krimi-Buchautoren) als Bungum/Bungam im Sprachgebrauch eingenistet hat. Aber im Grunde genommen alles nur Spekulation von mir 
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