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 Betreff des Beitrags: Permische Katastrophe
BeitragVerfasst: Mo 17. Okt 2011, 16:04 
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Am GFZ Potsdam hat eine sehr russische Forschungsgruppe das Folgende abgeliefert:
http://www.gfz-potsdam.de/portal/gfz/Pu ... lutbasalte
Hört sich interessant an, vor allem weil man dann für das scheinbar Unerklärliche keine Asteroiden braucht, die Erde schafft sich danach also ihre eigenen Katastrophen. Interessant vor allem deshalb, weil es die Zeit von Pangäa ist. Ich frage mich, ob solch eine außergewöhnliche Kontinentkonstellation diesen Mantelplume begünstigte, oder ob es reiner zeitlicher Zufall war, oder ob es mit dem beginnenden Zerfall von Pangäa zusammenhing.
Mit einer Stelle habe ich Probleme. Es steht dort: "Weil das wiederverwertete Krustenmaterial besonders viel CO2 und Halogene enthielt, ..."
Ist das nun immer so, also typisch für Krustenmaterial, oder ist das nur hier in diesem speziellen Fall so (es enthilet nämlich 15 % ozeanisches Krustenmaterial), dann müssten es die Autoren natürlich erst nachweisen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Permische Katastrophe
BeitragVerfasst: Mo 17. Okt 2011, 19:21 
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Lias hat geschrieben:
Interessant vor allem deshalb, weil es die Zeit von Pangäa ist. Ich frage mich, ob solch eine außergewöhnliche Kontinentkonstellation diesen Mantelplume begünstigte, oder ob es reiner zeitlicher Zufall war, oder ob es mit dem beginnenden Zerfall von Pangäa zusammenhing.


nunja Superkontinente waren doch keine Seltenheit, und wo Plumes aufsteigen hat (zumindest bei LIP's) wohl weniger etwas mit der Kontinentkonstellation zu tun, grundsätzlich würde ich behaupten das kann man nicht pauschal sagen, unter alten Kontinenten sieht es sehr unterschiedlich aus unter Nordafrika ist es zB relativ kühl dagegen unter Südafrika relativ warm, im übrigen sind die Zeitspannen welche recycelte Kruste braucht um wieder aufzutauchen sehr flexibel und liegen zwischen 0,5 und 2 Ga.

Lias hat geschrieben:
Mit einer Stelle habe ich Probleme. Es steht dort: "Weil das wiederverwertete Krustenmaterial besonders viel CO2 und Halogene enthielt, ..."
Ist das nun immer so, also typisch für Krustenmaterial, oder ist das nur hier in diesem speziellen Fall so (es enthilet nämlich 15 % ozeanisches Krustenmaterial), dann müssten es die Autoren natürlich erst nachweisen.


Das scheint derzeit ein allgemeiner Trend in der Forschung zu sein, bei dem die Fluide bei den Modellen der Schmelzgenese an "hot"spots bzw Manteldiapiren allgemein an Bedeutung gewinnt, während die Temperatur Anomalie sofern sie überhaupt existiert oder existiert hat eine immer kleinere Rolle zu spielen scheint, (ich habe dazu bereits Paper über Hawaii und die mitteleuropäischen Vulkane gelesen), man liest hier immer öfter auch von "wet spots".

Bei den mitteleuropäischen Vulkanen scheint im ürbigen die alpidische Orogenese Wegsamkeiten für Magmen geschaffen zu haben.

Edit noch ein Gedankenmodell zur Kontinentkonstellation, der Plume hatte ja relativ geringen Auftrieb evtl hatte der ausgekühlte obere Mantel Eurasiens hier den Auftrieb noch verstärkt.

Sobolev ist im übrigen ein relativ bekannter Geochemiker der in Deutschland arbeitet, hab schon mehr zu Plums von ihm gelesen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Permische Katastrophe
BeitragVerfasst: Di 18. Okt 2011, 11:33 
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Lias hat geschrieben:
Am GFZ Potsdam hat eine sehr russische Forschungsgruppe das Folgende abgeliefert:
http://www.gfz-potsdam.de/portal/gfz/Pu ... lutbasalte
Hört sich interessant an, vor allem weil man dann für das scheinbar Unerklärliche keine Asteroiden braucht, die Erde schafft sich danach also ihre eigenen Katastrophen.


Das ist ja nicht der Gag an der Studie. Für einen Impakt als Auslöser für das P/T-Aussterben gibt es de facto keine belastbaren Beweise. Das interessante an dem Artikel bzw. dem Modell ist, dass zwei wesentliche Dinge erklärt werden können, die vorher ein wenig Kopfzerbrechen bereitet haben. Erstens das Fehlen von Thermischer Hebung vor dem Ausbrechen und zweitens hätte die zeitbezogenen Emission von Klimarelevanten Gasen möglicherweise garnicht ausgereicht um eine solche Katastrophe auszulösen, da z.B. CO2 über diese Zeiträume vom System Erde leicht weggepuffert wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Permische Katastrophe
BeitragVerfasst: Di 18. Okt 2011, 14:19 
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schmunda hat geschrieben:
Das interessante an dem Artikel bzw. dem Modell ist, dass zwei wesentliche Dinge erklärt werden können, die vorher ein wenig Kopfzerbrechen bereitet haben. Erstens das Fehlen von Thermischer Hebung vor dem Ausbrechen


Das ist auch allgemein betrachtet eine relativ bedeutende Erkenntnis


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 Betreff des Beitrags: Re: Permische Katastrophe
BeitragVerfasst: Di 18. Okt 2011, 19:28 
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"nunja Superkontinente waren doch keine Seltenheit, und wo Plumes aufsteigen hat (zumindest bei LIP's) wohl weniger etwas mit der Kontinentkonstellation zu tun, grundsätzlich würde ich behaupten das kann man nicht pauschal sagen, unter alten Kontinenten sieht es sehr unterschiedlich aus unter Nordafrika ist es zB relativ kühl dagegen unter Südafrika relativ warm, im übrigen sind die Zeitspannen welche recycelte Kruste braucht um wieder aufzutauchen sehr flexibel und liegen zwischen 0,5 und 2 Ga."

es gibt allerdings auch die Hypothese dass Superkontinente als Isolierung wirken, und daher Plumebildung begünstigen, der Plume zerreißt anschließend den Kontinent und führt zu intensiven magmatismus - ein beispiel dass angeführt wurde ist das Zerbrechen von Pangaea und der Permische Plutonismus/Vulkanismus, dessen Reste teilwiese in den Alpen erhalten ist.

Zur Hypothese LIPs und Massensterben gibt es augenscheinlich eine Korrelation - allerdings muss man sich im Klaren sein dass diese "Korrelation nur auf Millionen von Jahre genau ist" - sprich es gibt zurzeit noch große Unsicherheiten im Beginn und der Dauer von LIP´s als auch von den Massensterben z.B. die Permische ist nach Studien britischer Paläontologen auf 272, 262 und 250 Ma zu datieren, also genau genommen eine Reihe von Aussterbewellen und zugleich verminderter Evolution neuer Arten.

http://blogs.scientificamerican.com/history-of-geology/files/2011/09/BRESSAN_LIP_map1.jpg

_________________
http://geschichtedergeologie.blogspot.com/


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 Betreff des Beitrags: Re: Permische Katastrophe
BeitragVerfasst: Mi 19. Okt 2011, 00:56 
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David hat geschrieben:
es gibt allerdings auch die Hypothese dass Superkontinente als Isolierung wirken, und daher Plumebildung begünstigen, der Plume zerreißt anschließend den Kontinent und führt zu intensiven magmatismus - ein beispiel dass angeführt wurde ist das Zerbrechen von Pangaea und der Permische Plutonismus/Vulkanismus, dessen Reste teilwiese in den Alpen erhalten ist.


ich fürchte da werden wir uns sehr schnell in ungeklärte Grundsatzfragen verstricken (wie sieht der Erdmantel aus?), im speziellen kannst du bei dieser Situation Recht haben, zumal es schwer sein dürfte hier nachzuweisen aus welcher Tiefe die Magmen stammten, wobei es grundsätzlich ja möglich ist zu sagen welches Alter die subduzierte ozeanische Kruste zum damaligen Zeitpunkt hatte diese Information würde hier weiterhelfen um Aussagen a la tiefer oder seichter Plume treffen zu können. Allerdings glaube ich dass heiße Plumes nur aus der D" Schicht stammen können.

Um jetzt hier aber auch nochmal was dagegen zu sagen, sollte man aber im Kopf haben dass diese Magmen dann vermutlich "nur" aus der Übergangszone stammen können.

Die Problematik die du ansprichst findet man in der fachliteratur ürbigens unter den Begriffen top-down bzw bottom-up

David hat geschrieben:
es gibt zurzeit noch große Unsicherheiten im Beginn und der Dauer von LIP´s als auch von den Massensterben z.B. die Permische ist nach Studien britischer Paläontologen auf 272, 262 und 250 Ma zu datieren


es würde mich kaum überraschen wenn es hier mehrere Phasen gab. LIP's über einen Kamm zu scheren sollte dieser Artikel ja eigentlich ausschließen


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 Betreff des Beitrags: Re: Permische Katastrophe
BeitragVerfasst: So 6. Jan 2013, 00:22 
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Klarheit über die Permische Katastrophe kann man in diesem Artikel finden:

http://innovative-planetary-science.page.tl/Home.htm

Gruß - Geomensch


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 Betreff des Beitrags: Re: Permische Katastrophe
BeitragVerfasst: So 6. Jan 2013, 01:38 
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Geomensch hat geschrieben:
Klarheit über die Permische Katastrophe kann man in diesem Artikel finden:

http://innovative-planetary-science.page.tl/Home.htm

Gruß - Geomensch

Diese Ansicht war schon in einem andern Beitrag zu bestaunen:

viewtopic.php?f=75&t=4049

und ist dadurch auch nicht besser geworden. :-s

Gruss
Helge


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 Betreff des Beitrags: Re: Permische Katastrophe
BeitragVerfasst: Fr 18. Okt 2013, 12:52 
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Fr 18. Okt 2013, 12:21
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Hi,

ich würde gerne den Artikel vom Link lesen, gelange aber nur auf die Übersichtsseite ... klar der Post ist schon älter, aber es wäre schön, wenn mir da jemand weiter helfen könnte.

Mein Arbeitsgebiet ist zwar das Apt und Alb in SE-Frankreich, aber die Permkrise interessiert mich auch sehr.

Gruß


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 Betreff des Beitrags: Re: Permische Katastrophe
BeitragVerfasst: Fr 18. Okt 2013, 13:06 
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Das habe ich noch im Archiv der GFZ-Seite gefunden: [Link]

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Gruß,
    tepui

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