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 Betreff des Beitrags: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Di 2. Jul 2013, 12:00 
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Hallo zusammen!

Wie bereits in der Vorstellungsrunde erwähnt, habe ich mich in letzter Zeit habe ich mich ein wenig mit der geologischen Geschichte des Odenwalds auseinandergesetzt. Das hat nun Fragen mit sich gebracht, die teilweise beantwortet werden konnten, jedoch neue Fragen mit sich brachten.

Als Quellen für meine bisherigen Recherchen dienten vor allem folgende Wikipedia-Quellen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Odenwald#Geologie
Hier trat für mich erstmal der Begriff "Variszische Gebirge" auf. Wenn ich das richtig verstanden habe, dass ist das variszische Gebirge "Saxothuringikum" sozusagen das Grundbebirge für verschiedene heutige Mittelgebirge, darunter auch dem Odenwald.

Einen interessanten Absatz fand ich dann hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Variszisches_Gebirge
Zitat:
Die bestehende alte Landmasse senkte sich zum variszischen Trog. Mächtige Sedimente wurden hier abgelagert, die zu hohem Druck und hohen Temperaturen der darunterliegenden Gesteinsschichten und in der Folge zu deren metamorpher Umwandlung führten. Durch plattentektonische Vorgänge, vor allem durch die Annäherung der Afrikanischen Platte an die eurasische Platte, wirkte währenddessen Druck aus Südosten. Dadurch entstanden Zonen mit Aufwölbungen und großräumigen Mulden. Daraus folgte die Auffaltung des variskischen Hochgebirges. Der durch die Orogenese entstandene Hochgebirgszug Mitteleuropas, der auch Karbonische Alpen genannt wird, war etwa 600 km lang und hatte eine durchschnittliche Höhe von wahrscheinlich ca. 5 km, was in etwa dem heutigen tibetischen Hochplateau entspricht


Soll das bedeuten, dass diese heutigen Mittelgebirge, die Überreste des einstigen mitteleuropäischen variszische Gebirges, einst mächtiger waren, als die heutigen Alpen? Kann ich mir das so vorstellen, dass der Odenwald Teil dieses einst massiven Hochgebirgsmassivs war? Ich wohne am Fuße der Tromm, welche 577m hoch ist. Ist sie sozusagen ein "stark erodierter Überrest" eines einst viel höheren Bergmassives? Aus einer Doku über die Alpen weiss ich, dass die Alpen eines Tages ebenfalls ihre schroffen Felswände einbüßen werden. Deren Erosion ist das bereits jetzt deutlich zu sehen, während die Felswände des Himalayas als junges Gebirge oftmals noch sehr "makellos" erscheinen. So sieht es zumindest auf Fotos aus. ich selbst war leider noch nie im Himalaya, werde aber gewiss mal dorthin reisen.

Für mich ergibt sich da so eine Art "Lebenszyklus" eines Gebirges. Der Himalaya als junges Gebirge, die Alpen als Gebirge mit ersten deutlichen "Alterungserscheinungen", sprich Erosionspuren und unsere Mittelgebirge als Überreste solcher Hochgebirge.

Verzeiht, wenn ich mich hier sehr laienhaft ausdrücke, aber ich kenne nur wenig Fachbegriffe. Es ist auch gut möglich, dass ich die erwähnten Quellen falsch gedeutet habe. Daher freue ich mich auf eure Antworten, damit ich die geologische Geschichte meine heutigen Heimat besser verstehen kann. :)
Ich freue mich auch sehr auf verweise zu Quellen, die vielleicht mehr Informationen bieten, als die Wikipedia-Artikel, obwohl diese schon sehr interessant und inhaltsreich sind. Zumindest für Laien wie mich.

Viele Grüße
Sascha


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Di 2. Jul 2013, 14:35 
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Schau mal hier: http://www.geologie.uni-halle.de/igw/hi ... intro.html

Zusätzlich solltest Du noch bei den Wikipedia-Stichworten Avalonoia und Rheischer Ozean vorbeischauen.


P.S.: Den obigen Link hab ich mit der niederländischen Suchmaschine https://ixquick.com/deu/? als Alternative zu Google gefunden.

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Gruß,
    tepui

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Di 2. Jul 2013, 16:34 
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Sascha1974 hat geschrieben:
Hallo zusammen!
Hier trat für mich erstmal der Begriff "Variszische Gebirge" auf. Wenn ich das richtig verstanden habe, dass ist das variszische Gebirge "Saxothuringikum" sozusagen das Grundbebirge für verschiedene heutige Mittelgebirge, darunter auch dem Odenwald.


Das Saxothuringikum ist die Bezeichnung für eine (von meheren) variszischen Gebirgsbögen.
Wenn du mal nach dem Begriff "variszische Orogenese" suchst, wirst du mehr über diese Gebirgsbildungsphase herausfinden.

Sascha1974 hat geschrieben:
Soll das bedeuten, dass diese heutigen Mittelgebirge, die Überreste des einstigen mitteleuropäischen variszische Gebirges, einst mächtiger waren, als die heutigen Alpen?


Nun, zumindest waren sie wesentlich mächtiger als sie es heute sind. Die genaue Höhe weiß ich leider nicht.


Sascha1974 hat geschrieben:
Aus einer Doku über die Alpen weiss ich, dass die Alpen eines Tages ebenfalls ihre schroffen Felswände einbüßen werden. Deren Erosion ist das bereits jetzt deutlich zu sehen, während die Felswände des Himalayas als junges Gebirge oftmals noch sehr "makellos" erscheinen. So sieht es zumindest auf Fotos aus. ich selbst war leider noch nie im Himalaya, werde aber gewiss mal dorthin reisen.


Wenn dich die Alpen schon so begeistern, wird der Himalaya dich umhauen. ;) Versprochen!

Sascha1974 hat geschrieben:
Für mich ergibt sich da so eine Art "Lebenszyklus" eines Gebirges. Der Himalaya als junges Gebirge, die Alpen als Gebirge mit ersten deutlichen "Alterungserscheinungen", sprich Erosionspuren und unsere Mittelgebirge als Überreste solcher Hochgebirge.


Du musst dir immer vergegenwärtigen, welche langen Zeiträume seit dem vergangen sind. Wir reden hier ja von Millionen von Jahren.
Ob ein Gebirge wächst oder "kleiner wird" wird vornehmlich dadurch bestimmt, ob die tektonischen Hebungsprozesse (Gebirge wächst) oder die Erosion (Gebirge wird durch Wind und Wetter abgetragen) überwiegt. Im Himalaya beispielsweise ist die Hebungsrate in weiten Teilen noch deutlich größer als die Erosionsrate, so dass das Gebirge an Höhe zunimmt. Wenn hier die Tektonik allerdings einmal abnimmt und erosive Prozesse überwiegen, so wird auch der Himalaya wieder schrumpfen.
Insofern liegst du mit deinem Lebenszyklus völlig richtig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwaldes
BeitragVerfasst: Di 2. Jul 2013, 18:36 
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Vielen Dank für eure Antworten.

odomos hat geschrieben:
Wenn du mal nach dem Begriff "variszische Orogenese" suchst, wirst du mehr über diese Gebirgsbildungsphase herausfinden.


Genau dieser Artikel erwähnt die Höhe von durchschnittlich 5 km. Das fand ich sehr interessant, denn durchschnittlich bedeutet ja durchaus, das einzelne Gipfel sogar höher gewesen sein könnten. Eine interessante Vorstellung, wenn man bedenkt, dass die höchste Erhebung hier im Odenwald nur noch 646m misst.

odomos hat geschrieben:
Nun, zumindest waren sie wesentlich mächtiger als sie es heute sind. Die genaue Höhe weiß ich leider nicht.


Das wird leider auch nur schwer herauszufinden sein. Interessant ist die Vorstellung, dass die Tromm mal so ausgesehen haben könnte wie (nur mal als vielleicht nicht ganz passendes Beispiel) die Karwendel-Gruppe in den bayerischen Alpen, also statt eines grünen Buckels mit einer schroffen Felswand und deutlich mehr Höhe.

odomos hat geschrieben:
Wenn dich die Alpen schon so begeistern, wird der Himalaya dich umhauen. ;) Versprochen!


Das glaube ich gerne. Schon die Dokus sind begeisternd. Traumziel wäre Nepal. Ein Kollege hat da schon ausgiebige Bergwanderungen gemacht mit eindrucksvollen Blicken auf 7.000er und 8.000er Gipfel einschl. dem Mount Everest. Auf einem Flug nach Vietnam konnte ich mal einen Blick auf die Gipfel werfen. Sie waren zwar sehr weit entfernt, doch trotzdem beeindruckend.

odomos hat geschrieben:
Du musst dir immer vergegenwärtigen, welche langen Zeiträume seit dem vergangen sind. Wir reden hier ja von Millionen von Jahren.
Ob ein Gebirge wächst oder "kleiner wird" wird vornehmlich dadurch bestimmt, ob die tektonischen Hebungsprozesse (Gebirge wächst) oder die Erosion (Gebirge wird durch Wind und Wetter abgetragen) überwiegt. Im Himalaya beispielsweise ist die Hebungsrate in weiten Teilen noch deutlich größer als die Erosionsrate, so dass das Gebirge an Höhe zunimmt. Wenn hier die Tektonik allerdings einmal abnimmt und erosive Prozesse überwiegen, so wird auch der Himalaya wieder schrumpfen.
Insofern liegst du mit deinem Lebenszyklus völlig richtig.


Die Zeiträume sind in der Tat für Menschen unfassbar, weswegen es ja so schwer vorstellbar ist. Trotzdem ist es immer wieder erstaunlich, was Forscher der Geologie schon herausbekommen haben und rekonstruieren können, wie sich die Landschaft im Laufe der Zeit verändert hat.

Ergänzung:
Hier ist die übrigens, die Tromm bzw. der Trommrücken - Im Vordergrund die Gemeinde Rimbach
Bild
siehe auch die Infotafel

Bei Ober-Mengelbach am Trommrücken befindet sich ein stillgelegter Steinbruch, denn ich in einem Album auf flickr genauer vorstelle.


Viele Grüße
Sascha


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Mi 3. Jul 2013, 09:32 
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Schade, dass die Schautafel etwas undeutlich ist. (oder sind es meine Augen?)

Ich entziffere "Kristallines Grundgebirge" und überlagernde "Buntsandsteinschichten",aber auch Wollsäcke (Granit?!).

Was ist eigentlich abgebaut worden? Das Wasser sieht nach Kalkstein-Tagebau aus.

Die "alpidische Faltung" umfasst neben der Bildung der Alpen übringes auch die Bildung des Kaukasus und des Himalayas (!).

Die amerikanischen Anden sind gleichalt, werden aber als gesonderte Orogenese verstanden.
(wikipedia.org/wiki/Alpidische_Orogenese)

Morphologie (steile/spitze Gipfel) wird, wie ein Vorredner bereits ausführte, durch das Miteinander von Hebung und Erosion bestimmt, außerdem durch die Gesteinsart (Beispiel: Basalt meist steiler als Granit), das ist aber auch eine Folge der Erosion.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Mi 3. Jul 2013, 11:07 
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Mullagan hat geschrieben:
Schade, dass die Schautafel etwas undeutlich ist. (oder sind es meine Augen?)

Ich entziffere "Kristallines Grundgebirge" und überlagernde "Buntsandsteinschichten",aber auch Wollsäcke (Granit?!).

Was ist eigentlich abgebaut worden? Das Wasser sieht nach Kalkstein-Tagebau aus.


Es liegt vermutlich an der Bildbearbeitung. Ich hatte etwas nachschärfen müssen.
Hier mal die original Auflösung: http://www.flickr.com/photos/tgv-fanpag ... otostream/

Was dort abgebaut wurde, kann ich leider nicht sagen. :(

Viele Grüße
Sascha


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Mi 3. Jul 2013, 13:58 
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Hallo auch von mir hier im Forum,

zur Frage, was abgebaut wurde, vermutet Wiki "Granodiorit für Bausteine sowie Straßenschotter". Das klingt auch nachvollziehbar, hockt doch die OHI in der Nähe.

Viele Grüße
Inigo


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Fr 5. Jul 2013, 20:53 
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Hallo Sascha,

bei Deinem Interesse am Odenwald dürfte dieser

[Link] Odenwald: Blog proreg news von Michael Hahl
(2013-07-05) / Landschaften

interessant sein.

_________________
Gruß,
    tepui

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Fr 5. Jul 2013, 21:43 
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Danke für den wirklich interessanten Link. Die Geoexkursion für den 28.07. muss ich mir mal vormerken. Da sind wir gerade aus dem Urlaub zurück und so eine Exkursion wäre wirklich sehr spanned.
Bilder dazu zeige ich dann gerne.

Viele Grüße
Sascha


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Mo 8. Jul 2013, 00:32 
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"Der durch die Orogenese entstandene Hochgebirgszug Mitteleuropas, der auch Karbonische Alpen genannt wird, war etwa 600 km lang und hatte eine durchschnittliche Höhe von wahrscheinlich ca. 5 km, was in etwa dem heutigen tibetischen Hochplateau entspricht"

je nachdem welche Paper man liest und welche Region im Detail beprobt wurde schwanken die Angaben der Autoren zwischen 4000 - 6000 metern also auf jedenfall ein zwei Nummern größer als die Alpen.

http://link.springer.com/article/10.100 ... 008-0389-x

"Ist sie sozusagen ein "stark erodierter Überrest" eines einst viel höheren Bergmassives?"

ich wehre mich massiv gegen den Begriff Überrest der oft verwendet wird, da wird dann so getan als ob 300 Mio Jahre lang nix ausser n bisschen Erosion abgelaufen wäre rechne mal damit dass da einzelne Schollen durch den Druck der Alpen im Bereich von kilometern aufgeschoben wurden. Auch für die Geologie sind 300 Ma n gutes Stück ich weiss nicht wie aktuell die Zahlen sind aber ich habe mal gelesen dass Gebirge nach einer Orogenese bereits nach 80 Ma bis auf 10% ihrer Größe erodiert sind (wenn sie nicht noch tektonik erfahren).

"Für mich ergibt sich da so eine Art "Lebenszyklus" eines Gebirges. Der Himalaya als junges Gebirge, die Alpen als Gebirge mit ersten deutlichen "Alterungserscheinungen", sprich Erosionspuren und unsere Mittelgebirge als Überreste solcher Hochgebirge."

letztlich war alles was kontinentale Kruste ist zum Teil sogar mehrmals ein großes Gebirge die Frage ist immer nur ob die Wurzeln dieser Gebirge denn noch an der Oberfläche anstehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Mo 8. Jul 2013, 20:58 
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Hallo Christian,

zunächst einmal Danke für den Link. Es ist immer interessant, verschiedene Quellen zu vergleichen.
Auf jeden Fall klingen die 4000 - 6000 Meter schon gewaltig.

Wie komme ich auf den Begriff "Überrest"? Ich habe in einer Doku über die Alpen einmal gesehen, wie sie in ferner Zukunft mal aussehen könnten. Wieviele Jahre bis dahin vergehen werden, habe ich nicht mehr im Kopf, aber sie sahen dort aus wie unsere typischen Mittelgebirge. Vielleicht ist "Überrest" das falsche Wort, aber im Vergleich zu den mächtigen Gipfeln der Alpen sind unsere Mittelgebirge doch sehr stark abgetragen.

Hier im Odenwald hatten wir ja noch andere Phänemene gehabt. Hier hat sich der Rheingraben gebildet. Wenn ich folgenden Artikel genauer betrachte, wird dort geschrieben, dass sich die angrenzenden Berge anhoben und zwar um bis zu 2,5 km. D.h. die zu diesem Zeitpunkt sicher stark erodierten Überbleibsel des Hochgebirges wurden nochmals angehoben. Vermutlich verdanken wir nur diesem Umstand, dass wir hier überhaupt noch Berge haben.

Auf jeden Fall ein spannendes Thema für mich und es macht Spaß, sich mit der Geschichte unseres "Hausbergs" auseinanderzusetzen.

Viele Grüße
Sascha


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BeitragVerfasst: Mi 10. Jul 2013, 14:11 
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Sascha1974 hat geschrieben:
Wenn ich folgenden Artikel genauer betrachte, wird dort geschrieben, dass sich die angrenzenden Berge anhoben und zwar um bis zu 2,5 km. D.h. die zu diesem Zeitpunkt sicher stark erodierten Überbleibsel des Hochgebirges wurden nochmals angehoben. Vermutlich verdanken wir nur diesem Umstand, dass wir hier überhaupt noch Berge haben.


exakt das ist der Punkt


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BeitragVerfasst: Mi 10. Jul 2013, 15:38 
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Nach meinem Gefühl besteht bei den Mittelgebirgen in diesem Zusammen ein kleines Missverständnis. Zu sagen, es handelt sich um Reste ehemaliger Hochgebirge ist weder ganz richtig noch ganz falsch. Es ist zwar richtig, dass die heutigen deutschen Mittelgebirge oftmals die "Rümpfe" der ehemaligen Kollisionsgebirge darstellen, nur haben die geomorphologisch sehr wenig damit zu tun.

Beispiel Harz oder Erzgebirge. Die Intrusionsalter der Plutonite und maximalen Versenkungstiefen der Metamorphite dieser beiden Gebirge sind alle mehr oder weniger variszisch. Zumindest im Harz gibt es handfeste und im Erzgebirge indirekte Belege, dass relativ zeitig danach (etwa ab Zechstein, Buntsandstein; also irgendwas zwischen 50 und 100 Millionen Jahre später) die "Gebirge" auf dem Baselevel (das Erosionsniveau) angekommen sind und somit in der damaligen Landschaft keine nennenswerte Morphologie dargestellt haben dürften. Die heutige Erscheinung dieser Mittelgebirge geht im Wesentlichen auf die Re-Aktivierung von alten Störungssystemen einher, dessen Ursache im tektonischen Stressfeld der alpidischen Gebirgsbildung zu suchen ist. Noch ein bisschen Gletschergeschrabbse und fertig sind die Mittelgebirge.


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BeitragVerfasst: Mi 10. Jul 2013, 16:56 
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schmunda hat geschrieben:
Noch ein bisschen Gletschergeschrabbse

Mag beim Harz zutreffen, Erzgebirge keine Ahnung - aber: Die Mittelgebirge entlang des Rheins haben die Gletscher allenfalls in der Ferne gesehen.

Ansonsten stimme ich Deinem Beitrag zu.

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BeitragVerfasst: Mi 10. Jul 2013, 20:27 
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Das stimmt natürlich. Danke für die Klarstellung.


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