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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Sa 13. Jul 2013, 15:50 
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schmunda hat geschrieben:
Die heutige Erscheinung dieser Mittelgebirge geht im Wesentlichen auf die Re-Aktivierung von alten Störungssystemen einher, dessen Ursache im tektonischen Stressfeld der alpidischen Gebirgsbildung zu suchen ist.


Das ist auch ein interessanter Ansatz. Du meinst also, als die Alpen entstanden, was ja mit mächtigem Druck auf die europäische Platte einherging, führte das an den "alten Narben" des Kontinents ebenfalls zu einer gewissen Neuentstehung des alten Gebirges?


Heute war ich mal auf dem Krehberg, welcher in Sichtweite unserer Ortschaft liegt und durch seine Antenne auffällt. Ich habe dazu eine kleine Bildersammlung erstellt, weil auf diesem Berg sehr interessante Felsansammlungen zu finden sind. Habe auch Bilder vom Berg aus Sicht von Rimbach und Lindenfeld hinzugefügt.

Zum Krehberg (576m)

Grüße
Sascha


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Sa 13. Jul 2013, 20:42 
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Nach meiner Wahrnehmung ist der Ansatz gar nicht so ungewöhnlich. Das habe ich vor 5, 6 Jahren auf Exkursionen und im Hörsaal erzählt bekommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: So 14. Jul 2013, 03:56 
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Sascha1974 hat geschrieben:
schmunda hat geschrieben:
Die heutige Erscheinung dieser Mittelgebirge geht im Wesentlichen auf die Re-Aktivierung von alten Störungssystemen einher, dessen Ursache im tektonischen Stressfeld der alpidischen Gebirgsbildung zu suchen ist.


Das ist auch ein interessanter Ansatz. Du meinst also, als die Alpen entstanden, was ja mit mächtigem Druck auf die europäische Platte einherging, führte das an den "alten Narben" des Kontinents ebenfalls zu einer gewissen Neuentstehung des alten Gebirges?


ja das ist der Stand des Wissens: "It is believed to be associated with late Variscan (early Triassic and Cretaceous) reactivation of an older strike-slip fault as a reverse thrust, resulting from a changed direction of stress (SW-NE compression, see Wagner et al. 1997)" http://bib.gfz-potsdam.de/emtf/2001/pdf ... F_2001.pdf

oder hier: http://www.geopark-bayern.de/Public/Geo ... eLinie.htm


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Mo 15. Jul 2013, 19:42 
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Vielen Dank mal an dieser Stelle für die vielen interessanten Quellen und die lebendige Diskussion, die mir bis hier sehr weitergeholfen hat.

Gestern habe ich einen Ausflug zum Katzenbuckel unternommen. Er ist mit 626m der höchste Berg des Odenwaldes und zugleich ein erloschener Vulkan. Wobei sich die Frage stellt, ist er wirklich für immer erloschen oder ruht er nur? Immerhin soll er mindestens zweimal ausgebrochen sein und zwischen den Ausbrüchen lagen viele Millionen Jahre.

Ich habe natürlich viele Bilder gemacht und auch ein paar Steine eingesammelt, die ich mir noch genauer ansehen möchte. Wenn Interesse besteht, werde ich gerne Detailaufnahmen von diesen Steinen hier zeigen. Mein Sohn hat vor einiger Zeit mal ein Buch über Vulkane geschenkt bekommen und das hat er dann gestern natürlich mitgenommen. Bei unserem ausgedehnten Rundgang hat er mir dann gleich erklärt, auf was für Gesteinsarten wir achten müssen. ;)

Die Fotos vom Ausflug habe ich hier festgehalten

Unser Ausgangspunkt für unsere Wanderung war nahe des Steinbruchsees oberhalb der Ortschaft Waldkatzenbach, welche auf einer Hochebene liegt. Der Katzenbuckel ist deutlich größer und an seinem Fuße liegt u.a. die Stadt Eberbach am Neckar.

Viele Grüße
Sascha


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Mo 15. Jul 2013, 23:02 
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Sascha1974 hat geschrieben:
Gestern habe ich einen Ausflug zum Katzenbuckel unternommen. Er ist mit 626m der höchste Berg des Odenwaldes und zugleich ein erloschener Vulkan. Wobei sich die Frage stellt, ist er wirklich für immer erloschen oder ruht er nur? Immerhin soll er mindestens zweimal ausgebrochen sein und zwischen den Ausbrüchen lagen viele Millionen Jahre.


Wer sagt überhaupt dass das Ding jemals ausgebrochen ist? Nicht alles was magmatisches Material ist muss mal ein Vulkan gewesen sein. Das was heute übrig ist vom Schlot lag ja damals unter der Erdoberfläche (nur um das mal so in die Runde zu werfen). Desweiteren sollte man berücksichtigen dass selbst wenn es noch eine brauchbare Magmenquelle da unten gäbe sich das Stressfeld welches von den Alpen her für Wegsamkeiten sorgte stark abgeschwächt hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Di 16. Jul 2013, 06:22 
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"Der Ausbruch des „Katzenbuckel-Vulkans“ ist durch das Vorhandensein von Tuffen und kleinen vulkanischen Bomben beweisbar."

http://de.wikipedia.org/wiki/Katzenbuckel

Ich weiss, Wikipedia :-B @-) x_x

oder hier:
http://www.uni-giessen.de/geographie/ph ... wald26.htm


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Di 16. Jul 2013, 10:27 
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Ich habe mich auch auf die Wikipedia Quelle bezogen, was die Ausbrüche betrifft. Die Quelle der Uni Giessen ist aber auch interessant. Den kannte ich noch nicht. Das dort gezeigte Gestein haben wir dort auch gefunden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Mi 17. Jul 2013, 12:14 
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Wie versprochen nun die Fundstücke, die wir auf dem Katzenbuckel gefunden haben. Unter jedem Bild habe ich einen Link zur original Auflösung gepostet, um mehr Detail erkennen zu können.

Fundstück 1
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Fundstück 2
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Fundstück 3
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Fundstück 4
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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: So 28. Jul 2013, 14:17 
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Hallo Sascha,
ich komme noch mal auf den Ausgangspunkt deiner Frage zurück. Da schreibst du "Lebenszyklus". Das erinnert mich etwas an die Vorstellungen von William Morris Davis, z.B. hier: http://www.geodz.com/deu/d/Zyklentheorie
Immerhin waren das so die ersten Ansätze einer Modellbildung in der Geomorphologie. Allerdings ist die Auffassung, die Mittelgebirge seien einfach nur abgetragene Reste der Hochgebirge, etwas simpel. Man kann sich auch kaum vorstellen, dass die spitzgipfeligen, konkavhängigen, kraxelbedürftigen Alpengipfel einfach durch langes erosives Wirken in stumpfgipfelige, konvexhängige, spaziergängerfreundlche Mittelgebirgshöhen umgewandelt werden könnten. Gerade in den Gipfelllagen unserer Mittelgebirge (Feldberg, Brocken, Sauerland) ist es oft auffallend eben. Ich glaube, der Stand der Forschung nimmt da heute eher Verebnungsflächen (Rumpfflächen) aus warm-wechselfeuchten Verwitterungs- und Abtragungsgebieten der Tertiärzeit an. Das Klima hat W.M.Davis so weit ich weiß gar nicht berücksichtigt.

Gruß Lias


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Mo 29. Jul 2013, 11:14 
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Hallo Lias,

die Theorie mit dem "Lebenszyklus" habe ich aus der Dokumentation von History "Entstehung der Alpen", welche ich vor zwei Jahren mal gesehen habe. Es handelt sich um eine 45 Minuten lange Doku, wo ziemlich am Ende genau diese Theorie gestützt wird, nämlich dass die Alpen irgendwann unseren heutigen Mittelgebirgen ähnlich sehen werden. Daher kam mein Gedanke über mögliche ehem. Hochgebirge in unserer Region zustande. Möglich, dass man sich in dieser Doku zu sehr auf die Theorie von Herrn Davis gestützt hat.

Grüße
Sascha


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Mo 29. Jul 2013, 12:15 
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Sagen wir so. Die Alpen werden ohne weitere Kompression relativ schnell am Erosionsniveau angelangt sein und keine nennenswerte Morphologie mehr bilden. Wenn es dann in noch fernerer Zukunft neue Kollosionen gibt, ist es warscheinlich, dass ehemals alpidische tekontische Einheiten Schwächezonen bilden, an denen der Stress abgeleitet wird und für Bewegungen sorgt. Nichts anderes passiert entlang des Harzvorandes, des Erzgebirgssüdrandes oder des Schwarzwaldes.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Mo 29. Jul 2013, 22:05 
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schmunda hat geschrieben:
Die Alpen werden ohne weitere Kompression relativ schnell am Erosionsniveau angelangt sein und keine nennenswerte Morphologie mehr bilden.


Wie ist da denn der Stand? Wachsen die Alpen noch oder ist der Erosionsfaktor größter? Beim Himalaya ist es ja so, dass das Gebirge noch wächst und der Mount Everest eines fernen Tages seine 9000m "schafft". Als ich noch ein Kind war, hatte mal jemand gemeint, die Zugspitze würde ihre 3000m auch noch irgendwann erreichen. Wenn man jedoch der bereits erwähnten Doku glaubt, dann wird daraus allerdings nichts mehr.


Zuletzt geändert von Sascha1974 am Fr 30. Mai 2014, 13:22, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Mi 31. Jul 2013, 10:49 
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Sascha1974 hat geschrieben:
Wachsen die Alpen noch oder ist der Erosionsfaktor größter?
Erosion schließt Wachstum (Höhe, nicht Masse) nicht aus. Für gewisse Zeiträume kann, so die Theorie, Erosion sogar zu Wachstum führen. Gebirge werden nämlich vom Rand her abgetragen, die Gipfelbereiche bleiben erstmal weitgehend verschont. Da dadurch das Gebirge insgesamt leichter wird taucht es auf Grund der Isostasie etwas aus dem Erdmantel auf - die Gipfel wachsen. Irgendwann werden aber auch diese Opfer der Erosion.

vgl.: http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/wa ... -1.4211909

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Gruß,
    tepui

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: Mi 31. Jul 2013, 18:10 
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Danke für den lesenswerten Link. Wieder etwas gelernt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur geologischen Geschichte den Odenwalds
BeitragVerfasst: So 15. Sep 2013, 18:48 
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Die letzten Tage ist etwas Bewegung in unsere Gegend gekommen. Das Hessische Landesamt für Geologie und Umwelt (HLUG) veröffentlicht auf seiner Webseite die seismographischen Messungen seiner Erdbebenstationen. Idealerweise steht eine davon auf dem Tromm Bergrücken bei Fürth auf 483m. Eine weitere steht bei Darmstadt.

Ich schaue mir die Daten dieser Stationen immer wieder gerne an. Bis auf wenige Ausnahmen sieht man dort i.d.R. nur das "Grundrauschen", also keine besonderen Aktivitäten. Die letzten Tage ist bei beiden Stationen Bewegung in die Sache gekommen. Bei Damstadt gibt es eine Fülle von kleinsten Mikrobeben. Offenbar arbeitet der Rheingraben im Augenblick verstärkt. Zwischendurch gibt es auch mal sichtbarere Erdstöße. Zumindest einer am 11. September müsste auch spürbar gewesen sein. Auf in Fürth ist Bewegung reingekommen, aber in anderem Rythmus. Ich habe mal die Daten der letzten Tage gesammelt und in meinen flickr Account hochgeladen. Ich bin mal gespannt, wie sich die nächsten Tage entwickeln.

Besondere Aktivitäten sieht man hier:

Fürth am 15.09.2013
Bild

Darmstadt am 11.09.2013
Bild

Wer sich die gesammelten Werke im Album ansehen mag, zeigt man mit der Maus auf eine Grafik, dann erscheint das Suffix (ODW für die Messstation in Fürth / DA für Darmstadt) und das Datum. Ich werde die Messdaten der nächsten Tage dazu packen, weil mich interessiert, wie es weitergeht.

Grüße
Sascha


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