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 Betreff des Beitrags: Defekter Kanal destabilisiert den Damm einer Schnellstraße
BeitragVerfasst: Sa 20. Okt 2012, 18:47 
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Hallo zusammen!

Defekte bei der Kanalisation und unzureichende Drainage können zu Beeinträchtigungen des Baugrundes führen. Das hatte ich schon mehrfach mit Beispielen aus Solingen belegt. (hier, hier und hier)

Das folgende Beispiel stellt die oben genannten aber in den Schatten: Mitte September wurde auf der Viebachtalstraße, einer wichtigen autobahnähnlichen Verbindung zwischen der Solinger Innenstadt und dem Stadtteil Ohligs eine Fahrbahnabsenkung entdeckt. Was zunächst nach einem relativ geringen Schaden aussah, entpuppte sich mit weiteren Untersuchungen und fortschreitenden Sanierungsarbeiten zu einem immer größeren. Der Damm auf dem die Straße verläuft war zu einem erheblichen Teil durche einen defekten Kanal durchweicht und muss abgetragen werden. Mittlerweile ist von erforderlichen Erdbewegungen in der Größenordnung von 10000 Kubikmetern die Rede.

Die folgenden Online-Artikel des Solinger Tageblatts zeigen die Entwicklung:

16.09.2012: Viehbachtalstraße mehrere Tage gesperrt
17.09.2012: Viehbachtalstraße: Vier Meter tiefes Loch
24.09.2012: Viehbachtalstraße: „Neun Meter tiefe Suppe“
20.10.2012: Das ist die Viehbachtalstraße

_________________
Gruß,
    tepui

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 Betreff des Beitrags: Re: Defekter Kanal destabilisiert den Damm einer Schnellstra
BeitragVerfasst: Mo 22. Okt 2012, 07:58 
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Die Erkundung des Baugrunds und die Erstellung eines qualifizierten Baugrundgutachtens ist mein tägliches Werk. Häufig werde ich gefragt, warum ich denn für so ein "kleines 300er Röhrchen" (das wäre dann ein 30 cm - Innendurchmessser) so einen Aufwand für nötig halte.

Zugegebenermaßen ist die eigentliche Gründung deutlich profaner als bei Hochbauten, da der Kanal praktisch "nichts wiegt", also nicht mehr Last auf den Boden bringt als das hierfür ausgebaggerte Erdreich. Trotzdem sind grundlegende Aussagen zu treffen und zwar richtig: Wasserhaltung beim Bau, Wasserverhältnisse im Betrieb, Entsorgung von Aushubmaterial, (geeigneter) Einbauboden insbesondere in der Bettung und der sonstigen Leitungszone, Verbau etc.

Ein Kollege von mir prüft regelmäßig die Bestandskanäle auf Schäden (meist Video-Analysen): Brüche, Bewuchs, Anschlüsse.... Auch hier fragt der Kunde gerne, ob der Aufwand denn Not tut.

Nun, der vorliegende Fall zeigt, dass entweder bei der Herstellung oder bei der Kontrolle des Kanals gepatzt wurde. Also: "Lieber den Fachmann fragen".

Gruß
Mullagan


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 Betreff des Beitrags: Re: Defekter Kanal destabilisiert den Damm einer Schnellstra
BeitragVerfasst: Mo 22. Okt 2012, 14:37 
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Hallo Mullagan,
ich glaube nicht, dass man den Fachmann von 1950 noch fragen kann ;)

Das Problem ist interessant so ein "künstliches" Karstphänomen, dass seit mehreren Jahrzehnten den Boden unterspült, dieser Effekt weitet sich wahrscheinlich auf den gesamten Kanalverlauf aus. Also denke ich, sollten sie irgendwie den "maroden" nicht sanierungsfähigen Kanal bearbeiten. Oder vielleicht sollten sie eher eine Miniuntergrundbrücke bauen als den gesamten Boden auszutauschen. Damit bekommen sie ja nicht wirklich viel mehr als 10 Jahre Ruhe rein, dann können sie wieder alles aufbuddeln :ymparty:

Rike =:)

_________________
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;


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 Betreff des Beitrags: Re: Defekter Kanal destabilisiert den Damm einer Schnellstra
BeitragVerfasst: Mo 22. Okt 2012, 14:57 
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HolaRike hat geschrieben:
Hallo Mullagan,
ich glaube nicht, dass man den Fachmann von 1950 noch fragen kann ;)

Das Problem ist interessant so ein "künstliches" Karstphänomen, dass seit mehreren Jahrzehnten den Boden unterspült, dieser Effekt weitet sich wahrscheinlich auf den gesamten Kanalverlauf aus. Also denke ich, sollten sie irgendwie den "maroden" nicht sanierungsfähigen Kanal bearbeiten. Oder vielleicht sollten sie eher eine Miniuntergrundbrücke bauen als den gesamten Boden auszutauschen. Damit bekommen sie ja nicht wirklich viel mehr als 10 Jahre Ruhe rein, dann können sie wieder alles aufbuddeln :ymparty:

Rike =:)


Jepp, habe mir natürlich nicht den ganzen Kram durchgelesen. Also bei einem Kanal von 1950 ist die Gewährleistung abgelaufen. Aber auch die Lebenszeit eines Kanals ist auf eine Größenordnung von 60 Jahren bemessen. Dann ist er eben fertig.

Dennoch bleibt die Frage, wann die letzte Kanalbefahrung war und ob das Ergebnis nicht Hinweise auf Undichtigkeiten geben konnte. Da hätte die Eigentümerin nämlich "den Fachmann fragen können".

Neben dem spektakulären Dammkollaps ist ja auch die Frage offen, ob jahrelang häusliche oder betriebliche Abwässer einen Weg in den Untergrund / das Grundwasser gefunden haben.

Eine Senkung der Oberfläche kann grundsätzlich außer durch eine "Ausspülung von Erdreich" auch durch einen von oben eingedrückten Kanalquerschnitt entstehen. In diesem Fall ist die Auswirkung auf die Umweltmedien nicht so erheblich wie nach jahrelangem Wegsickern der Abwässer.

Für Lösungen ist es vllcht noch etwas früh. Neben einer Reparatur, Inliner, Abwurf und Neuverlegung, Druckrohrleitung, kommen noch viele Alternativen infrage. Eine Straßenbrücke ist, glaube ich, nicht die wirtschaftlichste Lösung.

Gruß
Mullagan


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 Betreff des Beitrags: Re: Defekter Kanal destabilisiert den Damm einer Schnellstra
BeitragVerfasst: Mo 22. Okt 2012, 16:53 
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Hallo Mullagan,
eine Strassenbrücke meinte ich natürlich nicht. Ich meinte etwas, um das unterspülte Gebiet zu überbrücken.

Der Eigentümer des Kanals kann vielleicht so argumentieren, dass der Kanal nie für Strassenlasten ausgelegt war und das die dynamischen Lasten der Fahrzeuge den Einsturtz verursacht haben und die Schuld also beim Strassenbau lag, die den Kanal nicht richtig berücksichtig haben?

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