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 Betreff des Beitrags: Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit im Bergbau
BeitragVerfasst: So 29. Dez 2013, 14:13 
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beginner
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Mi 6. Jun 2012, 19:51
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Hallo allerseits,

die Frage brennt mir schon seit Längerem unter den Nägeln.
Ich (Geologie-Student im 3.Semester) interessiere mich ziemlich für (Erz-)Lagerstätten und Exploration, und so langsam mache ich mir auch Gedanken, ob es in diese Richtung weitergehen soll.

Allerdings steht der Bergbau ja oft und gerne in der Kritik, wenn es um Themen wie soziale Ausbeutung der lokalen Bevölkerung, Zerstörung der Umwelt incl. Langzeitschäden ect. geht.
Ich rede jetzt nicht von Ländern wie Deutschland oder Australien, sondern von weniger industrialisierten Ländern, in denen aber auch intensiv Bergbau betrieben wird.

Mir ist schon klar, dass sich in den letzten Jahrzehnten vieles verbessert hat, trotzdem kommen mir -vielleicht naive- Bedenken, wenn ich mir überlege, dass ich später mal für eine Firma arbeiten müsste, die zwar dicke Profite einstreicht, aber im Land ein Trümmerfeld hinterlässt.

Einige von euch sind in der Bergbaubranche tätig, was haltet ihr von derartigen moralischen Bedenken ? Nur Schwarzmalerei ? Geologen haben eh keinen Einfluss, fragwürdige Zustände zu verändern und sollten einfach ihren Job machen ? Sollte sich jemand mit derartigen Bedenken lieber gleich nach was anderem umsehen ?


Danke für eure Antworten !
lg Oachkatzlschwoaf


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 Betreff des Beitrags: Re: Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit im Bergbau
BeitragVerfasst: So 29. Dez 2013, 14:31 
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hard-rocker
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Mi 9. Dez 2009, 21:08
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Für mich waren diese Bedenken exakt der Grund, warum ich nicht in Richtung Lagerstätten weitergemacht habe, obwohl mich das alles schon interessiert hat.

Es gibt sehr sehr wenige Firmen, die sich für eine faire Beteiligung der entsprechenden Länder einsetzen bzw. die die Kosten für Folgeschäden und Renaturierung mit einkalkulieren. Der Normalfall sieht wohl eher so aus.

Auf der anderen Seite bin ich mir vollkommen im Klaren darüber, dass mir es nur aufgrund herkömmlichen Bergbaus möglich ist, diesen Text auf einem Computer einzutippen, der mich allerhöchstens einen halben Monatsverdienst gekostet hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit im Bergbau
BeitragVerfasst: So 29. Dez 2013, 15:21 
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soft-rocker
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Do 10. Mai 2007, 14:24
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Oachkatzlschwoaf hat geschrieben:
Allerdings steht der Bergbau ja oft und gerne in der Kritik, wenn es um Themen wie soziale Ausbeutung der lokalen Bevölkerung, Zerstörung der Umwelt incl. Langzeitschäden ect. geht.
Ich rede jetzt nicht von Ländern wie Deutschland oder Australien, sondern von weniger industrialisierten Ländern, in denen aber auch intensiv Bergbau betrieben wird.
lg Oachkatzlschwoaf


Ich habe mich auch immer für Bergbau interessiert, auch wenn ich jetzt nur ein bisschen an den Bergbaufolgeschäden herumdoktore (die es auch in Deutschland gibt).

Auf jeden Fall gibt es immer mindesten 2 Seiten an einer Medaille. Auch in Deutschland kämpfen "Naturschützer", die einen Steinbruch als Biotop zuwachsen lassen wollen, mit Geologen, die sich ein vegetationsfreies geologisches Denkmal wünschen, mit (meistens erfolgreicheren) Deponiebetrieben, die hier gerne Müll ablagern wollen.

In meiner täglichen Tätigkeit geht es oft darum, einen Hohlraum, aus dem einmal Steinkohle gefördert wurde, wieder so zu verfüllen, dass keine Setzungen mehr resultieren. Planung, Erkundung und Verfüllen/Verpressen eines Kubikmeters Hohlraum übersteigen den damaligen Gewinn um ein Vielfaches. Man wusste es eben nicht besser. Außerdem müssen - zum Glück - die meisten dieser Löcher nicht wieder auf diese aufwändige Weise verfüllt werden....

Nun zum deutlich schwierigeren Thema: Rohstoffe in der "3. Welt".
Der von Schmunda eingestellte Spiegel-Artikel über Niger´s Uranabbau macht es ja überdeutlich. Abgesehen davon, dass in der Nähe einer Mine höhere Gehalte des Erzes vorhanden sind als weiter weg (Komischerweise gibt es auch im Ruhrgebiet mehr verstreut herumliegende Steinkohle, als beispielsweise in Oberammergau), gibt es im Niger natürlich bezüglich der Umwelt und auch bezüglich der Verteilung der Einnahmen aus dem Bergbau Zustände, die wir hier nur aus dem letzten oder vorletzten Jahrhundert kennen.

Jedoch: Würde der französische Konzern doppelt so hohe Abgaben entrichten, wäre noch nicht sichergestellt, dass es dafür weniger Schlaglöcher gäbe...
Würde der Konzern nicht dem verhassten Kolonialherrn gehören, gäbe es auch nicht weniger Strahlenschäden.

Also eine Menge Verstrickungen, die man erst mal entknüpfen müsste..

Ich glaube, dass per Saldo der Bergbau nicht das Problem ist, sondern die Frage des Entwicklungszustands und allgemeinen Wohlstands eines Landes. Auf Dauer kann sich heute wohl kein Land mehr dem weltweiten Streben nach Entwicklung verschließen (egal, ob das nun "gut" oder "schlecht" empfunden wird). Der Bergbau wird im Grunde Wohlstand verursachen, leider die erste Zeit über nur für die Herrschenden.

Du wirst als angestellter Geologe einer entsprechenden Firma vermutlich nur ein kleines Rad sein. Ändern kannst du vielleicht in 20 Jahren etwas, falls du dann in der Firma weiter oben stehst.

Alle Argumente können aber derzeit noch hintanstehen, solange du so früh in deinem Studium steckst. Du könntest ja "Bergbau" auch für die Lehre betreiben oder als Fachgebiet, um später gerechtere Zustände herbeizuführen. Also kannst du dich ruhig weiter dafür interessieren. Die Berufswahl kommt später dran.

Gruß
Mullagan


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 Betreff des Beitrags: Re: Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit im Bergbau
BeitragVerfasst: Mo 30. Dez 2013, 01:43 
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soft-rocker
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Mo 14. Dez 2009, 16:06
Beiträge: 161
Bergbau ist niemals "nachhaltig", auch der Begriff "Rekultivierung" ist ein Euphemismus, der vorherige Zustand ist niemals erreichbar. Die "Sozialverträglichkeit" ist ebenso ein Idealzustand und kein geologisches oder ökologisches, sondern ein politisches Problem. Wenn du da etwas ändern willst, musst du dich irgendwie politisch betätigen.

Wirkliche Nachhaltigkeit gab es nur in der Steinzeit, und zwar in der älteren (da in der jüngeren schon die Landschaft verändert wurde), unsere heutige Zivilisation ist ohne Produkte des Bergbaus nicht denkbar und die bisherige technische Entwicklung auch nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit im Bergbau
BeitragVerfasst: Mo 30. Dez 2013, 14:01 
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master of desaster
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Es gibt auch in Entwicklungsländern verantwortungsvoll agierende Konzerne, die ihre eigenen Arbeiter weder verbrecherisch ausbeuten noch die lokale Bevölkerung vor einem Müllberg stehen lassen. Ich habe es aus eigener Erfahrung in Peru erlebt und da ich damals frei mit jedem reden konnte, konnte ich mich davon auch überzeugen. Das heisst leider nicht, dass dort alle in Wohlstand und Selenruhe leben, die für solche Firmen arbeiten, aber den lokalen Gegebenheiten angemessen leben können und Rechte haben. Leider ist das immer noch die Ausnahme.

Was die Umweltstandards angeht. (Fast) Jede Firma tut nur soviel wie es ihr vom Gesetz her auferlegt wurde. Eines der Hauptprobleme in Sachen Umwelt und im Sozialen sind mangelnde Bildung, Korruption und ein schwacher Gesetzesarm. Viele Gemeinden wissen nichts von ihren landeseigenen Gesetzen, Korruption ist allgegenwärtig in Behörden sowie Bergbaufirmen, und Polizei/Justiz sind nicht so stark entwickelt wie bei uns zu Hause. In Peru z.B. gab es einen Fall da wurde einer Gemeinde gegen Zahlung von wenigen Millionen Dollar vom Konzern die Kosten der Renaturierung übertragen und die Firma von den Steuern befreit (daran verdiente ein Politiker in Lima, der alles in die eigene Tasche steckte). Nach peruanischen Recht alles höchst illegal. Der ermittelnde Staatsanwalt wurde wegen "Verfahrensfehlern" versetzt. Die Presse kriegte es raus. Passiert ist nichts.

Viele der Probleme in Entwicklungsländern sind Hausgemacht und es mangelt in vielen Teilen der Bevölkerung (nicht nur Politikern) an Verantwortungsbewusstsein oder einfach Bildung (rechtlich, sozial, etc.). Die können nichts dafür! Es sagt ihnen ja keiner! Sowas wird von leider vielen Firmen ausgenutzt, teils fahrlässig, teils in direkter Absicht und Kriminell. Darum ist politische Entwicklungshilfe so wichtig. Einfach damit die Leute vor Ort ihre eigenen Rechte und Gesetze kennen und darauf bestehen, wenn der Mann mit dem Geldkoffer kommt.

Es ist ein leidiger Kreislauf und solange sich niemand (Firmen, lokale Politiker, Bevölkerung, die Kunden (also wir)) weigert solche Praktiken zu tolerieren wird nicht viel passieren.

Soviel zum Exkurs.

Wenn die Lagerstättenkunde & Exploration wirklich interessiert solltest du dich nicht von solchen Dingen abbringen lassen, aber dir bewusstsein, dass in 20 Jahren dein Gutachten oder deine Entscheidung vielleicht weitreichendere Konsequenzen hat, als man denkt.
Nebenbei, es gibt auch Industrieminerale & Steine und Erden, die gehören auch zur Lagerstättenkunde und sind sogar in Deutschland kräftig vertreten. ;)

P.S. Einer meiner damaligen Chefs in Peru meinte, wenn dir jemand erzählt, dass er einen 0-Impakt-Bergbau plant, völlig nachhaltig Arbeitet, das Ganze umweltfreundlich ist oder danach exakt genauso wie vorher aussieht - der lügt oder hat keine Ahnung. Trotz allem kann man sich redliche Mühe geben den Prozess so verträglich und verantwortungsbewusst zu gestalten wie möglich.

_________________
The Lost Geologist
http://lostgeologist.blogspot.com/


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 Betreff des Beitrags: Re: Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit im Bergbau
BeitragVerfasst: Fr 3. Jan 2014, 19:02 
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Oachkatzlschwoaf hat geschrieben:
Mir ist schon klar, dass sich in den letzten Jahrzehnten vieles verbessert hat, trotzdem kommen mir -vielleicht naive- Bedenken, wenn ich mir überlege, dass ich später mal für eine Firma arbeiten müsste, die zwar dicke Profite einstreicht, aber im Land ein Trümmerfeld hinterlässt.


Diese Bedenken sind keineswegs naiv. Imho ist es naiv, sich nicht mit derlei Problemen zu befassen, wenn man in Richtung Lagerstättenkunde geht.

Bergbaufirmen, Erdölkonzerne etc. machen in der Regel nur das notwendigste in Sachen Umweltschutz, Arbeitsbedingungen etc., was halt in dem jeweiligen Land gefordert wird.
Oftmals zahlen sie auch Unsummen um überhaupt die Bodenschätze im jeweiligen Landabbauen zu dürfen. Das Geld landet dann aber allzu oft in korrupten Händen. So verdienen einige wenige in den Entwicklungsländern durch ihre Lagerstätten. Die breite Bevölkerung geht meist leer aus.
Kann man den großen Explorationsfirmen also jedwede Mitverantwortung absprechen? Imho nein, denn Korruption, unzreichender Arbeitsschutz und mangelhafter Umweltschutz sind ja kein Geheimnis. Rechtlich mag das alles korrekt sein. Moralisch muss das wohl jeder für sich selber entscheiden.
Die Lagerstättenexploration ist ein sehr interessantes Gebiet. Das aber im Job dann auch nur der maximale Gewinn zählt und dafür Opfer in Kauf genommen werden, sollte einem aber bewusst sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit im Bergbau
BeitragVerfasst: Fr 3. Jan 2014, 22:13 
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Beiträge: 66
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Leute,

eine interessante Diskussion. Dazu kann ich folgendes sagen. Die meisten (also wahrscheinlich nur bedingt die junior Firmen) Bergbaukonzerne haben eine sehr, sehr, sehr strike HSEC Vorschrift. Diese wird bis in die unterste Reihen eingebläut, sodass Geologen nicht mehr dazukommen, das zu tun, was sie sollen: Geologie. Mehr als 60% verbringe ich dabei im Feld HSEC durchzuführen, manchmal denke ich mir, warum ich eigentlich Geologie studiert habe. Im Klartext heißt das:

1. H - Health: Gesundheit. sicherstellen, dass jeder (Angestellter, Contractors, Einheimische, etc.) gesund bleibt. Malaria, Dengue Fever, Hygiene, Erste Hilfe Kästen inspezieren, Kontrollieren, dass jeder seine Hände wäscht, nachdem er auf'm Klo war; checken, dass in der Küche alles hygienisch abläuft und dass die Einheimischen dieses Wissen zuhause weitergeben usw.
2. S - Safety: Sicherheit. sicherstellen, dass alle Arbeitsprozesse sicher ablaufen. Dazu gibt es hunderte von Vorschriften und Dokumenten. Der Geologe wendet einen Großteil seiner Zeit auf diese auszufüllen und jedem beizubringen, dass Explorationsresultate nicht wichtig und 2. Priorität sind, sofern nicht alles "safe" ist. Hier stimmt etwas nicht...! :-?
3. E - Environment: Umwelt. Umweltschutzgesetze beachten. Rehabilitation von beschädigten Gebieten (zB Bohrlokalitäten), Rückpflanzung von Vegetation. Rehabilitation nach jeder Explorationsphase, also zB wenn es 4 Phasen gibt, wird nach jeder Phase rehabilitiert und danach wieder für die nächste Phase das Gebiet aufgemacht. Es muss ja mit den Umweltgesetzen stimmen.
4. C - Community: Lokale Gemeinschaften und soziale Strukturen. Unterrichten der communities über Explorations- und Bergbauvorhaben. community und stakeholder engagement. Einbindung lokaler Arbeiter in Projekt. förderung und Bau von Schulen, Einheimischen Dörfern und sozialen Strukturen.

Wie man sieht, ist da alles durchdacht und wird vom Management durchgesetzt. Keine Chance sich da zu entziehen. Ich rede hier nicht schön, was große Bergbaukonzerne machen, jedoch spreche ich aus jahrelanger persönlicher Erfahrung und weiß wie die streng die Vorschriften sind und jeder angehalten wird, diese einzuhalten. Schließlich bekommt man ja nur 'ne Beförderung, wenn man diese Vorschriften lebt und atmet (und nicht der beste Geologe ist). Viele Kollegen, ehemals Bergbaukritiker, wurden wundersam belehrt und machen tagein tagaus HSEC.

Odomos et al. - wenn es gehen würde, würde ich euch gerne zu mir ins Explorationscamp in Zentralafrika einladen, um euch bei der Wahrheitsfindung zu helfen, dass "...Korruption, unzreichender Arbeitsschutz und mangelhafter Umweltschutz sind ja kein Geheimnis" sind.

Viele Grüße,
Sedigist


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 Betreff des Beitrags: Re: Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit im Bergbau
BeitragVerfasst: Fr 3. Jan 2014, 22:33 
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Ich möchte nicht gegen deine Erfahrungen widersprechen.
Aber ich glaube nicht, dass es wirklich überall so gut aussieht, wie du es darstellst. Ich erinnere an die Ölpest im Nigerdelta, verursacht durch Shell. In Indien habe ich auch einige Tagebaue gesehen, die rießige Löcher in die Landschaft rissen und sich keiner die großen Mühen einer Renaturierung, wie bei uns in Deutschland, macht.
Und gegen Korruption in den Entwicklungsländern hilft auch HSEC nicht. Im Endeffekt ist es doch so, das die Mehrheit der Bevölkerung in den Entwicklungsländern von den üppigen Bodenschätzen nichts hat, da das Geld in den oberen Etagen bleibt.

Klar gibt es Unterschiede von Firma zu Firma. Man hört allerdings oft genug negatives, leider.


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 Betreff des Beitrags: Re: Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit im Bergbau
BeitragVerfasst: Mi 8. Jan 2014, 15:17 
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Do 19. Dez 2013, 22:10
Beiträge: 10
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Ich habe u.a. auch Explorationsgeologie studiert.
Die Frage kam mir auch auf, aber ich habe mich dann mehr von meinem persönlichen Wissenshunger überreden lassen, weiterzumachen, in der Hoffnung, dass ich später in einem verantwortungsbewussten Konzern oder eher in der Forschung arbeite und nicht auf Kosten anderer mein Geld verdiene.

Ich habe mich während meiner Diplomarbeit mit Steinbrüchen in Deutschland auseinandergesetzt. Vor allem mit stillgelegten, die teilweise schon so weit zugewachsen waren, dass man sie nicht mehr erkannt hat, auch wenn man mittendrin stand.
Es ging um eine eventuelle Wiederaufnahme des Abbaus, um Material für Restaurierungen zu gewinnen, also kein permanenter Abbau.
Allein was mich da an Vorschriften und Naturschutzgesetzen erwartete, würde einen rabiaten Abbau schlicht nicht möglich machen. Ich kann mir daher gut vorstellen, dass Bergbaufirmen eine Menge Geld und Arbeit investieren müssen, um überhaupt etwas abbauen zu dürfen.

Wie es in anderen Ländern aussieht, ist natürlich nicht vernachlässigbar, wo die Armut und mangelnde Bildung der Bervölkerung ausgenutzt werden, um billig und in großem Maß Rohstoffe zu gewinnen, damit der Markt mit günstigem Material beliefert werden kann. Den Firmen nur ins Gewissen zu reden, bringt nicht viel. Es fehlen dann meist die Gesetze und vor allem die Kontrollorgane, die solche auch durchsetzen, dass Sicherheitsstandars und Lohnzahlungen eingehalten werden und der Umweltschutz nicht ignoriert wird.
Ich könnte also z.B. nie in China in den Bergbau gehen.


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