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 Betreff des Beitrags: Weinviertel + Waschbergzone
BeitragVerfasst: Do 7. Nov 2013, 00:59 
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Do 7. Nov 2013, 00:20
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Liebe Leute :)
Vorweg: Ich bin nicht vom Fach, und verstehe daher nur geologische "Kleinkindersprache". Ich interessiere mich aber sehr für Landschaften und deren Entstehung ...
Ich suche nach Informationen, wie die Waschbergzone entstanden ist. Die Wikipedia-Erklärung kann ich nicht im geringsten nachvollziehen und generell finde ich geologische Erklärungen immer sehr schwer verständlich. Daher hoffe ich, dass mir hier jemand weiterhelfen kann.
Was ich bisher weiß oder glaube zu wissen ist folgendes:
Das Weinviertel gehört der Molassezone an, die aus Sedimenten der sich erhebenden Alpen besteht. Sprich aus den Alpen wurden Schotter und dergleichen über Flüsse abgespült und nach der Eiszeit dann noch mit Lössdecken überlagert.

Frage 1: Diese Lössverwehungen und anschließenden Verkittungen bedingt durch den Kalkgehalt des Löss, sind für die hügelige Struktur des Weinviertels verantwortlich? Sprich das Weinviertel wäre demnach eine Art Dünenlandschaft, nur nicht aus Sand, sondern aus Löss?

Frage 2: Die exponierten Kalkfelsen z.B. Staatzer Klippe, ragen aus dieser hügeligen Landschaft heraus, weil sie aus irgendeinem Grund von unten nach oben befördert wurden. Wikipedia dazu: "Die Zone entstand, als zwei geologische Einheiten – die Molassezone und das Wiener Becken – im Zuge der Alpidischen Gebirgsbildung im unteren Miozän vor rund 17 Millionen Jahren aufeinander geschoben wurden. Dabei wurden autochthone Gesteine aus dem Untergrund abgeschürft, an die Oberfläche befördert und „schwimmen“ nun sozusagen in der umgebenden mergeligen Klippenhülle ohne eine Verbindung zum kristallinen Untergrund zu besitzen (Durchspießungsklippen)."
Zunächst: Warum wurden die Molassezone und das Wiener Becken aufeinander geschoben? Und warum wurden bei dieser Abschürfung nur Kalksteine abgerieben und vor allem warum schwimmen die an der Oberfläche?!

Bin für jede Erklärung dankbar
Schöne Grüße, Lorenz


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 Betreff des Beitrags: Re: Weinviertel + Waschbergzone
BeitragVerfasst: Do 7. Nov 2013, 08:24 
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hard-rocker
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Vielleicht bringt dieses pdf Erhellung: http://www.nhm-wien.ac.at/jart/prj3/nhm ... l_2009.pdf

Insbesondere dürfte Abbildung 3 bei der Klärung Deiner zweiten Frage behilflich sein.

Die dicken Linien sind Störungs (oder allgemeingebräuchlich: Verwerfungs-) zonen an denen aufgrund der Alpenüberschiebung (Afrika bewegt sich +/- von SSE nach NNW unter Europa) Schichtpakete übereinanderschieben. Ungefähr so: http://www.youtube.com/watch?v=A5hC47RGq0Y . Deswegen schieben sich die Molassenzone und das Wiener Becken übereinander.

Autochthone Gesteine sind welche, die sich noch in ihrem ursprünglichen Verband innerhalb der Schichtfolge befinden. Auf Abbildung 3 im pdf siehst du, dass ein Stück Thomasl Formation während der Aufschiebung entland der Störungszone mitgeschleppt wurde und nun zwischen wesentlich jüngeren Schichtgliedern steckt, also nicht mehr von "natürlich" über- und unterlagernde Schichtgliedern umgeben ist. Soetwas sieht man, wenn man genau hinschaut, auch in dem Youtube Video, mit dem Unterschied, dass das Analogmodell nicht erodiert wurde, wie es in der Natur der Fall wäre.

Kalke sind im Gegensatz zu Mergeln und Tonsteinen eher harte Gesteine und reagieren bei tektonischer Beanspruchung mit Bruch und nicht mit Verformung. Bei der Überschiebung reisst es also leichter ganzer Pakete ab, während Tone und Mergel sich in dem Massstab eher wie Knetmasse verhalten.

Was Frage 1 angeht bin ich etwas überfragt, da ich nicht weiss, wo du das her hast. Ich verstehe es so, dass aufgrund des unterschiedlichen Kalkgehalt des Löss' Erosion sehr unterschiedlich ist dabei eine eher hügelige Oberflächenform ensteht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Weinviertel + Waschbergzone
BeitragVerfasst: Di 12. Nov 2013, 23:25 
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hard-rocker
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Lehrbuchmäßig wäre es eher so dass sich der Löss an bereits vorhandenen Hängen abgelagert hat, aber wer weiss.


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 Betreff des Beitrags: Re: Weinviertel + Waschbergzone
BeitragVerfasst: Mi 13. Nov 2013, 14:28 
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soft-rocker
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Do 10. Mai 2007, 14:24
Beiträge: 230
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Ich kenne mich in Österreich nicht besonders gut aus.

Löß ist tatsächlich ein äolisches Sediment, also angewehter Sand und Schluff (Staub). Der lagert aber meines Wissens eher horizontal, oder vllcht, wie Christian schreibt, leicht schräg an bestehenden Hängen. Die Verfestigung durch Kalk ist insgesamt nur gering.

Wenn in deiner Umgebung sanft gewellte Hügel und Täler sind, könnten sie vllcht. durch Gletscher oder auch Fließerden verursacht sein. Wie weit bist du denn mit deinem Gebiet vom nächsten Hochgebirge entfernt?


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