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 Betreff des Beitrags: Nicht-basaltische Lavasäulen auf Santo Antão, Kapverden
BeitragVerfasst: So 22. Nov 2015, 20:48 
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Hallo,
ich hab eine Frage.

Bei meiner letzten Urlaubsreise führte ein Ausflug an folgendem Straßenaufschluss von Lavasäulen vorbei:

Bild
(Klicken aufs Bild führt zur Flickr-Seite)

Bild
(Klicken aufs Bild führt zur Flickr-Seite)

Die Farbe verrät, dass es sich nicht um Basalt handelt. Aber als was könnte man sie (ich habe keine genauere Analyse) vernünftig ansprechen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Nicht-basaltische Lavasäulen auf Santo Antão, Kapverden
BeitragVerfasst: Di 24. Nov 2015, 10:16 
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Wo soll das sein ? Bist Du Dir sicher, daß es kein Basalt ist ? Die Farbe auf dem Bild entspricht m.E. durchaus der von Basalt mit leicht angewitterter Oberfläche. Diese zeigt durchaus auch ein mittelgraues Farbaussehen. Dazu noch die zahlreichen Hohlräume, die von ausgewitterten Olivinxenolithen stammen könnten. Ein weiteres intiz, was ich mit Basalt in Verbindung bringe, ist der rotbraune verwitterungshorizont oberhalb der Säulen. Sowas habe ich schon vielfach in Verbindung mit basaltischen Ergüssen gesehen (z.B. Schottland).
Säulenförmige Absonderung habe ich auch schon mal bei rhyolith gesehen, auch wenn es recht selten in so ausgeprägter Art ist wie auf diesem Foto.Also ich tendiere hier doch mehr zu Basalt.
Wenn du eine halbwegs genaue geolog. Karte des Gebietes hast, müßte es darauf doch auch Hinweise zum Gesteinstyp geben.

Ach ja, stimmt. Der Ort wurde ja oben schon geschrieben. Kapverden. Tschuldigung, hatte wohl nicht vollständig gelesen, meine Einschätzung bleibt aber.


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 Betreff des Beitrags: Re: Nicht-basaltische Lavasäulen auf Santo Antão, Kapverden
BeitragVerfasst: Di 24. Nov 2015, 19:03 
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Ich geb’s ja zu:
Gesteinsbestimmung nach Fotos geht (fast) nicht. Basalt ist ohnehin ein Sammelname außerhalb der petrologischen Nomenklatur. Die Farbwiedergabe auf digitalen Fotos wird von der Software des in die Kamera eingebauten Chips bestimmt - sie entspricht nicht immer (bei Gesteinen durchaus öfter) dem persönlich/menschlichem Empfinden.


Nur:
1. Die Kapverden sind nicht Schottland, der Vulkanismus ist erheblich jünger.
2. Durch Erosion freigelegte Basaltgänge erscheinen deutlich dunkler, obwohl sicherlich älter als die Straßenaufschlüsse.
3. Auch sonstige Basaltaufschlüsse zeigten eindeutig dunklere Farbe.


Fotos zu 2.

Bild
(Klicken aufs Bild führt zur Flickr-Seite)

Bild
(Klicken aufs Bild führt zur Flickr-Seite)


Foto zu 3.

Bild
(Klicken aufs Bild führt zur Flickr-Seite)

Bild
(Klicken aufs Bild führt zur Flickr-Seite)


Was ich eigentlich suche ist ein Sammelname für intermediäre Vulkanite
Basalt = basisch, dunkel, "schöne" Säulen
??? = intermediär, hell, +/- "schöne" Säulen
Rhyolith = sauer, hell, "unschöne" Säulen

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 Betreff des Beitrags: Re: Nicht-basaltische Lavasäulen auf Santo Antão, Kapverden
BeitragVerfasst: Mi 25. Nov 2015, 10:33 
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Hast Du mal von den hellgrauen Säulen was angeschlagen ? Ist die Farbe dann dunkler ? Vermutlich ja.
Auf dem einen Foto ist ein herausgewitterter Gang. Typische Säulenabsonderung quer zur Erstarrungsfläche. Eigentlich typisch für Basalte. Habe ich schon X - mal gesehen. Klar, Schottland ist nicht Kapverden, was aber nichts mit der Struktur erstarrter Laven zu tun hat, auch das Alter spielt da m.E. keine Rolle. Die physikalischen Gesetze laufen da immer gleich ab, egal ob 20 Mio Jahre alt oder nur wenige Mio Jahre. Also was auf Schottland bei den Basaltergüssen passierte, kann ebenso heute am anderen Ende der Welt genauso passieren, wenn die Bedingungen dafür ähnlich sind.
Wegen Sammelnahme für intermediäre gesteine ? Gute Frage, auf die ich keine Antwort wüßte. Habe gerade das Streckeisen-SDiagramm für vulkanite vor mir liegen. Andesit, Trachyt, Basalt, wohl auch Melaphyr, Lamprophyr, Porphyrit, dürften zu dieser Gruppe gehören. Mit mehr oder weniger Abweichungen im Chemismus. Basalt steht da noch knapp unter Andesit, der Kieselsäureanteil dürfte also geringfügig niedriger sein. Aber ein Sammelbegriff, sowas kenne ich nicht. Etwa wie "Ultrabasite". Ist der einzige Sammelbegriff in dieser Reihe, der mir geläufig ist und andere für basisch, saure und intermediäre Gesteine sind mir in der Literatur noch nicht begegnet, wimre. Sagt Tante Google was dazu ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Nicht-basaltische Lavasäulen auf Santo Antão, Kapverden
BeitragVerfasst: Mi 25. Nov 2015, 11:39 
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cairngorm hat geschrieben:
Hast Du mal von den hellgrauen Säulen was angeschlagen ?
Leider nein - Flugreise, Gepäckbeschränkung, keinen Hammer dabei.

Zum Schluss noch ein Bild eines Aufschlusses, der zweigt, dass man es mit unterschiedlichen Laven zu tun hat. In der Bildmitte verläuft senkrecht ein Gang mit deutlich heller Farbe, rechts daneben ein schmalerer dunkler. Den Verwitterungsgrad würde ich bei beiden etwa gleich ansetzen und daher nicht als Begründung für den Farbunterschied heranziehen.

Bild
(Klicken aufs Bild führt zur Flickr-Seite)

Wie angedeutet, mir fehlen genauere Untersuchungen. Falls es wirklich keinen Sammelbegriff für intermediäre Laven geben sollte, werde ich in Zukunft von Lavasäulen sprechen, falls ich das Wort Basaltsäulen vermeiden möchte. Vielleicht ist der Begriff Lavasäulen sogar besser, da er keine petrologische Genauigkeit vorgaukelt, die m.E. eh nicht immer gegeben ist, wenn von Basaltsäulen die Rede ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Nicht-basaltische Lavasäulen auf Santo Antão, Kapverden
BeitragVerfasst: Do 26. Nov 2015, 14:10 
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tepui hat geschrieben:

Wie angedeutet, mir fehlen genauere Untersuchungen. Falls es wirklich keinen Sammelbegriff für intermediäre Laven geben sollte, werde ich in Zukunft von Lavasäulen sprechen, falls ich das Wort Basaltsäulen vermeiden möchte. Vielleicht ist der Begriff Lavasäulen sogar besser, da er keine petrologische Genauigkeit vorgaukelt, die m.E. eh nicht immer gegeben ist, wenn von Basaltsäulen die Rede ist.


LAVA wird allerdings in erster Linie für den FLÜSSIGEN Zustand verwendet (untergeordnet auch für erstarrtes Gestein, d´accord). Basalt ist das häufigste Effusivgestein und eines derer, die Säulen bilden, finde also den Ausdruck "Basaltsäule" gar nicht sooo schlecht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Nicht-basaltische Lavasäulen auf Santo Antão, Kapverden
BeitragVerfasst: Do 26. Nov 2015, 20:15 
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Übrigens, da fällt mir ein. Die Redewendung "zur Salzsäule erstarrt", müßte das nicht seine Abstammung von Ba-Saltsäule haben ? Ich kenne keine "Salz-Säulen, aber Basalt-Säulen. Könnte das aus einer Klang-Abwandlung hervorgegangen sein ? Aus etwas sich Bewegendem ein starres säuliges gebilde, sowas kenne ich nicht vom Salz, aber eben aus basaltischer Lava, denn wenn etwas erstarrt ist, hat es sich vorher ja wohl bewegt. Und Salz bewegt sich nicht, zumindest nicht für das menschliche Auge wahrnehmbar.


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 Betreff des Beitrags: Re: Nicht-basaltische Lavasäulen auf Santo Antão, Kapverden
BeitragVerfasst: Do 26. Nov 2015, 20:56 
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Zitat:
Die Redewendung "zur Salzsäule erstarrt"
Die geht wohl auf eine Erzählung im Alten Testament zurück, wo Lot's Ehefrau bei der Flucht aus Sodom und Gomorra zur Salzsäule erstarrt, als sie entgegen dem göttlichen Gebot zurückschaut. In der Nähe des Toten Meers kann man sich durchaus Salzformationen vorstellen, die zu derartigen Phantasien anregen - vergleichbar mit der Schar der "Elefanten", "Kamelen", merkwürdigen Menschlichen Gestalten, usw. bei Sinterbildungen in Besucherhöhlen.

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