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 Betreff des Beitrags: Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes
BeitragVerfasst: Mi 4. Nov 2015, 10:51 
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Hallo,

ich wollte euch mal auf die Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes hinweisen. Es geht darum, dass Sammler bei Sammelstücken eines bestimmten Wertes die Herkunft nachweisen können müssen. Das bedeutet, wenn ihr erstklassige Mineralien und/oder Fossilien habt müsst ihr nachweisen woher ihr die habt. Ansonsten macht ihr euch strafbar.

http://www.bundesregierung.de/Content/D ... esetz.html

Das Gesetz kann man wohl auch so auslegen, dass privates Sammeln von Mineralien, Fossilien, Münzen usw. generell verboten ist. Es handelt sich ja um Kulturgutraub. Hier gibt es noch einen sehr ausführlichen Bericht darüber:

http://www.steinkern.de/vermischtes/son ... esetz.html

Der verweist auch auf diese Online-Petition für den erhalt des privaten Sammelns:

https://www.openpetition.de/petition/on ... n-sammelns

Ich vermute, dass ist auch für einige hier interessant.

Glück Auf,
Horst


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 Betreff des Beitrags: Re: Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes
BeitragVerfasst: Do 5. Nov 2015, 13:35 
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Kenne ich doch so ähnlich. Müßten auch alle ostdeutschen Sammler kennen, die zu Vorwendezeiten bereits aktiv gesammelt haben. Nachdem die DDR-Regierung erkannte, daß mit Mineralien und Fossilien Devisen erwirtschaftet wurden, wurde ein Gesetz über das verbot der privaten Ausfuhr solcher Dinge erlassen. Das war 1973. Von 1970 bis zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch sehr erfolgreich mit Sammlern aus der BRD, Österreich, Schweiz und sogar den USA tauschen. im Rahmend er KoKo (Schalk-Golodkowski) wurde ein Herr Fischer (Sitz in Leipzig)beauftragt, nach privaten Sammlungen Ausschau zu halten, in denen exportverdächtige Exemplare vermutet wurden. Dabei wurde auch mit dem Steuerrecht gewedelt, wennd er sammler nicht so wollte. Gut, das waren Ausnahmefälle. I.d.R. wurden die Stücke für einen vernünftigen Preis abgekauft. Allerdings machte dieser herr Fischer auch vor staatlichen Sammlungen nicht halt. Ich z.B. aus einer Aussage des damaligen Kustos der Sammlung der Bergakademie Freiberg, daß er sich von 2 der vier Shikoku-Antimonite trennen sollte. nur eine Intervention bei zustaändigen Ministerium konnte das dann verhindern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes
BeitragVerfasst: Mo 9. Nov 2015, 15:58 
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Hallo,

da ich einer der beiden Naturwissenschaftler war, die nach Ablauf der Einspruchsfrist im Bundeskanzleramt geladen wurden um "informiert" zu werden: viel drastischer ist nicht die Beschränkung beim "Export" bei dem die Auflagen an bestimmte Werte gekoppelt sind.

Es darf kein Kulturgut (etwas von wissenschaftlichem Wert, ab 0€ Finanziellem Wert) eingeführt werden, ohne für die letzten 30 Jahre den Herkunftsnachweis erbringen zu können (§30, 45). Normale Ausfuhrgenehmigungen werden nur gelten, wenn die eingeführten Objekte darauf eindeutig identifizierbar sind. Hat man (fahrlässigerweise) die richtigen Papiere nicht dabei (vergessen, Papiere die der Zoll nicht anerkennt, pauschale Mengenangaben), dann wird (§84) eine Strafe von bis zu 100 000€ (per Stück!) fällig. Egal ob Mineralienhändler, Student (die hier als Privatsammler zählen) oder wiss. Institution. Und das betrifft nicht nur die Ammonitenknollen und "Glitzersteine" sondern auch Bohrkerne, Gesteinsproben, Herbarien, Käfersammlungen oder einfach nur Beutel mit Sand.

Alle Bestände in öffentlichen Einrichtungen (universitäten und Forschungsinstitute z.B.) werden automatisch "Nationales Kulturgut". Für die gilt dann ein Verbot für "Beschädigung oder Eingriffe die das Aussehen verändern". Also kein invasives Arbeiten mehr, keine Pulver-XRD, kein Kerneschlachten, keine Dünn- und Anschliffe. Und natürlich auch keine Fossilpräparation, da solche Vorgänge nur erlaubt sind, wenn sie der "Erhaltung von Nationalem Kulturgut" dienen, nicht aber der Präparation. Alles was ihr theoretisch mit einem Rembrandt nicht dürft, dürft ihr auch mit Steinen nicht mehr machen.

Hier ein Artikel der dazu in der nächsten GMit erscheinen wird: https://dl.dropboxusercontent.com/u/496 ... 202015.pdf

Die Verfügungsgewalt in Bezug auf Verleih ins Ausland zur Bearbeitung bekommen übrigens die Unteren Landesbodendenkmalbehörden aufgrund ihrer ausgewiesenen Fachkenntnis in der Geologie, Paläontologie, Zoologie, Botanik und Medizin.
Das ist deutlich nicht mit den Zuständen im real existierenden Sozialismus zu vergleichen... Das ist um Längen schlimmer.

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 Betreff des Beitrags: Re: Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes
BeitragVerfasst: Mo 9. Nov 2015, 21:50 
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Das sagt mir etwas über die Sachkompetenz von Bundesbehörden und ihrer Bereitschaft aus, andere Ansichten zu akzeptieren und Folgen ihrer Beschlüsse zu überblicken. Unfäghigkeit hoch drei.
Nächstes Jahr habe ich noch eine größere Urlaubsreise nach UK vor und werde als Gesteinssammler natürlich eine ganze Reihe Muster mitbringen. Das fast immer dabei anfallende Duplikat beim Trennen in Scheiben hat bisher die Sammlung der TU Freiberg für Lehr- und Forschungszwecke immer gern genommen. Das fällt dann wohl flach, befürchte ich. Da kann ich nur hoffen, daß dieses Gesetz in dieser krassen, absolut unrealistischen und wissenschaftsfeindlichen Form nicht vor dem 2. HJ.2016 in Kraft tritt.
Leute, warum lassen sich das die geowiss. Instututionen und Museen gefallen ? Die müßten es wie die Bauern machen und denen eine Fuhre Mist vor die Tür kippen. Wenn das gesetz erst einmal den Bundestag passiert hat und beschlossen ist, wird es jahre dauern, bis Korrekturen erfolgen. So wird jegliches nicht staatlich verordnetes Handeln der Bürger kriminalisiert und unter irgendeinem Vorwand kann man JEDEN Bürger für irgendwas vor den Kadi zitieren und finanziell in´s soziale Abseits stoßen, wenn ich das mit der Strafandrohung pro Stück lese. Er braucht nur ein Steinchen vom Strand auf Malle oder den Kanaren aus dem Urlaub mitbringen. Ich höre noch heute einen CSU-Politiker zu Wendezeiten tönen "Bei uns ist alles erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist". Auch wenn ich jetzt politisch werde, aber bei dem Begriff "Rechtsstaat" könnte ich inzwischen k......


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 Betreff des Beitrags: Re: Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes
BeitragVerfasst: Di 10. Nov 2015, 22:13 
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http://www.tagesspiegel.de/wissen/kulturgutschutzgesetz-freiheit-fuer-fossilien/12564242.html#

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 Betreff des Beitrags: Re: Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes
BeitragVerfasst: Mi 18. Nov 2015, 20:05 
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Ein offensichtlich schlecht reflektierter Gesetzesentwurf [-x so nicht.

Ich habe die Petition unterschrieben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes
BeitragVerfasst: Do 19. Nov 2015, 00:01 
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tepui hat geschrieben:
Ein offensichtlich schlecht reflektierter Gesetzesentwurf [-x so nicht.

Ich habe die Petition unterschrieben.


Ich auch, am 09.11. und auch einen Kommentar reingesetzt. Vorgestern erhielt ich noch mal den Link zu eienr Patition vom Naturkundemuseum Erfurt, in dessen Freundeskreis e.V. ich bin.

Was m.E. völlig ausgeblendet ist bei der ganzen Diskussion ist Folgendes: Seit den 68er Studentenunruhen wissen die jeweils Herrschenden, daß es mit der bürgerliche Idylle und Stillhaltung der Bürger langsam zu Ende geht. Wer die Augen offen hat, rechnet damit, daß es mittelfristig zu Unruhen kommen kann, wie sie Deutschland nach 45 noch nie erlebt hat und spätenstens wenn die Machtfrage gestellt wird, werden die Regierenden auf dieses Gesetz, so wie es jetzt ist, zurückgreifen. Das klingt jetzt zwar etwas konstruiert, aber es ist m.E. durchaus denkbar. Dann kann bei Initiatoren von regierungsunfreundlichen Bewegungen schnell mal unter fadenscheinigem Vorwand eine Hausdurchsuchung stattfinden. Mit absdoluter Sicherheit findet sich da etwas. Das Tütchen schwarzer Sand von Lanzarote, die Schnecke vom Strand, das bunte Steinchen, die aus einem einheimischen Material geschnitzte Figur vom Basar, die Halskette der Frau mit einem einheimischen Schmuckstein, die Pflanzensamen einer dortigen Art, das gepresste Blatt des Töchterleins, die Schnellzeichnung eines Straßenmalers u.v.m. Für jedes einzelne Stück kann angefangen mit Wert 0 € eine Strafe bis in sechsstelliger Höhe angesetzrt werden, wenn sich ein windiger Advokat mit Profilierungsneurosen dieser unerhörten Missetat annimmt. Das sollte sich jeder einmal auf der Zunge zergehen lassen, was da auf uns alle, auch die Nicht-Sammler, zukommen kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes
BeitragVerfasst: Di 15. Dez 2015, 09:01 
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Wie ist denn derzeit der aktuelle Stand? Ist die Situation für Sammler, Museen und Wissenschaftler noch zu retten. Ich habe letztens mit einem Kollegen (Am Naturkundemsueum) darüber gesprochen und der meinte, der Drops ist eignetlich gelutscht.

Falls das Gesetz so zu Anwendung kommt, kann ich de facto keine Gesteine (Fossilien) zu Forschungsswecken nach Deutschland schicken. Ich habe bisher immer "scientific rock samples - no commercial value" auf die Kisten geschrieben und nei Probleme gehabt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes
BeitragVerfasst: Mi 16. Dez 2015, 15:17 
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Der Drops ist nicht gelutscht. In der heutigen FAZ ist ein sehr deutliches Statement für die Naturwissenschaften von Frau Prof. Eder (Deutsche Naturwissenschaftliche Forschungssammlungen).
Die aktuellsten Informationen zum Stand unseren Aktionen gibt es im Forum von steinkern.de (Anmeldung(kostenfrei):

http://www.steinkern.de/forum/viewtopic ... 82#p207582

http://www.steinkern.de/forum/viewtopic.php?f=9&t=21936

Etwas zeitverzögert, gibt es die meisten Infos auch auf der Homepage:

http://steinkern.de/

Auch die DNFS, Die PalGes und hoffentlich auch die anderen Geowissenschaftlichen Verbände und naturwissenschaftlichen Museen geben Statements dazu raus (auch wenn viele der zuständigen PR-Abteilungen von solcher PR nicht viel verstehen zu scheinen, aber sie bemühen sich)

Am 18.12. ist die 1. Lesung im Bundesrat.

Ab Jahresbeginn fängt der Bundestag an, den Entwurf zu diskutieren. Bis Ende Januar hat also jeder der privat oder beruflich davon betroffen ist die Möglichkeit den Abgeordeten des Bundestages, der in seinem jeweiligen Wahlkreis gewählt wurde um einen persönlichen Termin zu ersuchen (den dieser vergeben muß) und auf das Problem aufmerksam zu machen. zudem kann jeden seinen Verband "treten": GeoUnion, DVGeo, DMG, PalGes, DGGV, die Institutsleiter, die eigenen Geoprofessoren, die Kollegen in den Geowissenschaftlichen Berufen oder in der Umweltbildung.

Eine "Der Drops ist gelutscht"-Haltung ist quasi eine "ist jetzt echt mühsam mich wegen so einer Marginalie aus dem Sessel hochzuheben"-Einstellung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes
BeitragVerfasst: Do 17. Dez 2015, 10:17 
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Johannes hat geschrieben:
Der Drops ist nicht gelutscht.


Alles klar. Danke!


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 Betreff des Beitrags: Re: Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes
BeitragVerfasst: Di 29. Dez 2015, 17:42 
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Interessant ist folgender Hinweis auf der Homepage der FossilienFreunde Essen:
Zitat:
Liebe FossilienFreunde,
die umfangreichen Proteste aus Kreisen der Sammler und Wissenschaft haben nun offenbar das Ministerium veranlasst, für eine Klarstellung der Handhabung des KGSG im Hinblick auf paläontologische Funde und Sammlungen zu sorgen.
In einem Hintergrundpapier (siehe link/pdf) wird sowohl auf die Einwendungen der Paläontologischen Gesellschaft eingegangen als auch auf die Befürchtungen der privaten Fossiliensammler.
Wie Ihr dort lesen könnt, sind die ursprünglichen Befürchtungen nun aus der Welt geräumt.
Ich halte es deshalb nicht mehr für notwendig, die Petition gegen das KGSG weiterhin zu unterstützen.

http://www.bundesregierung.de/Content/D ... onFile&v=1

Michael Nählen
1. Vorsitzender Essen, den 13. Dezember 2015

[Link] DE-NW,E -- Essen: FossilienFreunde Essen
Sammlerverein, veranstaltet gemeinsam mit der VHS Essen Vortragsreihen, die inhaltlich über reine Sammlerinteressen hinausgehen.
(2014-03-01) / Naturwissenschaftliche Vereine

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Gruß,
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 Betreff des Beitrags: Re: Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes
BeitragVerfasst: Fr 1. Jan 2016, 20:14 
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@ Tepui:

klar, ich frage den Dieb ob er etwas geklaut hat, er sagt nein, und dann ist alles geklärt.. ;)

Das Papier vom BKM ist entweder in Unkenntnis des eigenen Gesetzes (und des Wortlautes der Stellungnahme der 3 deutschsprachigen paläontologischen Gesellschaften) geschrieben, oder an vielen Stellen bewußt gelogen. Die Email des Essener Kollegen kann ich daher nur als sehr leichtgläubig ansehen.
Wir haben sehr zeitnah eine Erwiderung formuliert, die innerhalb von 15 Stunden (in der Vorweihnachtszeit) 250 Zeichner gefunden hat:

http://steinkern.de/ablage/2015/Stellungnahme-zum-Hintergrundpapier-17-12-2015_KS_offizielle-Version.pdf

Auch der Anwalt der Münchner Mineralientage hat inzwischen eine rechtliche Einschätzung des sogenannten "Hintergrundpapieres" geschrieben:

http://steinkern.de/ablage/2015/Walser-Gegenpapier-zum-sog-Hintergrundpapier.pdf


Interessant ist vielleicht auch die Einschätzung der Vorsitzenden der Deutschen Naturwissenschaftlichen Forschungssammlungen in der FAZ, die sonst sehr zurückhalten formuliert:

http://www.faz.net/aktuell/wissen/forschung-politik/kulturgutschutzgesetz-maengel-spielraeume-unsicherheit-13966396.html


Du kannst diesen Threat und die darin verlinkten pdf's gerne verlinken und dem Essener Kollegen weiter leiten.

Mit besten Grüßen

Johannes

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 Betreff des Beitrags: Re: Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes
BeitragVerfasst: Fr 1. Jan 2016, 20:45 
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@Johannes
erst mal Vielen Dank für Deine Stellungnahme.

Eine kleine Klarstellung sei mir erlaubt - es besteht keine engere Verbindung zwischen mir und den FossilienFreunden Essen. Ich fand dieses Statement eher zufällig auf der Homepage des Vereins. Ich meine, dass es erwähnt werden sollte, da es einen gewissen Gegenpol darstellt zu den Beiträgen, die ich bisher an verschiedener Stelle dazu gelesen hatte. In einer politischen Debatte - und um die geht es hier - gehört das einfach dazu.

Übrigens bin ich Unterzeichner der Petition.

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Gruß,
    tepui

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 Betreff des Beitrags: Re: Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes
BeitragVerfasst: Fr 1. Jan 2016, 21:35 
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Hallo Tepui,

danke für die Information.

Ich bitte seit Monaten Politiker (Land & Bund), Wissenschaftler, Sammler und Sammlerverbände die vorgebrachten Punkte selber zu prüfen und sich (als Betroffene) damit auseinander zu setzen. Fast ausnahmslos alle leiten diese Bitte/Anfrage sofort an die Verfasser des Gesetzestextes weiter, bekommen eine (nicht rechtsverbindliche) Copy&Paste-Antwort und seit Anfang Dezember das in Deinem Beitrag zitierte (nicht rechteverbindliche) "Hintergrundpapier", die zusammenfassend (und ohne Bezugnahme auf die kritisierten §) aussagen "ist doch nicht so schlimm". Das bekomme ich (und alle Anderen, die um Klärung bitten) dann als Antwort weiter geleitet. Den gleichlautenden Text, mitunter variierend in der Grußformel und Anrede. Ich im letzen Monat 169x.

Das einzige was da etwas seelisch ausgleicht, ist die Tatsache, dass das Büro von Frau Grütters Fragen mit der Thematik auch etwas häufiger auf den Tisch bekommt.

Irgendwann ist das frustrierend. Und bringt in der politischen Diskussion nur soweit weiter, dass man sagen kann, dass es den Großteil der Betroffenen (Ausnahmen gibt es aber durchaus) nicht interessiert.

Um ehrlich zu sein, ab Jahresbeginn wird es nicht viel bringen die Petition zu zeichnen. Da werden diejenigen wichtig sein, die sich direkt (persönlich vorsprechend) bei den Bundestagsabgeordneten ihres Wahlkreises einbringen und sich nicht mit den Floskeln des BKM abspeisen lassen, sondern ihre Abgeordneten dazu bringen, sich mit dem Text direkt und selber auseinander zu setzen. Ein Kulturgutschutzgesetz ist wichtig, schafft aber in der derzeitigen Form eher Rechtsunsicherheiten als Rechtsklarheit (und schießt weit übers Ziel hinaus, was aber daran liegt, dass es inhaltlich ausschließlich für Kunst und Antiken gemacht wurde, in der Anwendung aber eine weitaus größere Anzahl von Objekten betreffen wird, die nicht mit diesem beiden Kategorien gleich zu setzen sind.)

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 Betreff des Beitrags: Re: Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes
BeitragVerfasst: Sa 23. Jan 2016, 11:23 
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Hier nur auch die Reaktionen der drei deutschsprachigen PalGes auf das "Hintergrundpapier" des BKM:

http://www.palges.de/presseaktuelles/news/artikel/142.html
http://www.palges.de/fileadmin/pdf/PalGes_Stellungnahme_BKM-Hintergrundpapier_01_2016_2c.pdf

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