Geh barfuß über warmen Sand.
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 Betreff des Beitrags: Anthropozän?
BeitragVerfasst: Mi 31. Mär 2010, 16:23 
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http://clasticdetritus.com/2010/03/31/what-do-you-think-of-the-anthropocene/


http://www.geosociety.org/gsatoday/archive/18/2/pdf/i1052-5173-18-2-4.pdf

http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es903118j

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 Betreff des Beitrags: Re: Anthropozän?
BeitragVerfasst: Mi 31. Mär 2010, 17:57 
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Hallo,

Anthropozän klingt so nach geologischem Zeitalter - diese Frage stellt sich zur Zeit nicht, da die Rückschau im Sinne geologischer Zeitdimensionen fehlt.

Allerdings bin ich schon der Ansicht, dass allein die letzten paar Jahrhunderte Menschheitsgeschichte geignet sind, eine Grenze zwischen geologischen Epochen zu markieren.

Einige Beispiele (mit dem Blickwinkel einens zukünftigen Geologen/Paläontologen):
  • Einige Tier- und Pflazenfamilien verbreiten sich plötzlich weltweit - Getreide, Haustiere, Ratten, ...
  • Neue Fossiltypen treten auf, zur Zeit noch Artefakte genannt und von Archäologen bearbeitet - Tonscherben, Ziegel, ...
  • (noch in Diskussion) eine Klima-Anomalie - Globale Erwärmung
  • neue Arten von Diskordanzen - Bergbau, Deponien
  • Auftreten neuartiger metallhaltiger Konkretionen - technische Geräte
  • ...

_________________
Gruß,
    tepui

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 Betreff des Beitrags: Re: Anthropozän?
BeitragVerfasst: Mi 31. Mär 2010, 19:46 
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Hallo, das passt dazu, was mir schon seit Jahren immer mal wieder durch den Kopf gegangen ist. Auch einige Deponien, geordnete oder auch wilde Deponien, gewöhnlicher Hausmüll, Bauschutt, Sondermüll, radioaktiver Müll oder auch ungeordneter Müll in weiter südlicher unbd östlicher Richtung, werden irgendwann nach Jahrmillionen in den Tiefen des Erdmantels verschwinden und einige dutzend oder einige hundert Millionen Jahre später wieder durch Erosion oder Bergbau auftauchen. Was wird sich da, abhängig vom Ausgangsmaterial, dem Umgebungsgestein, dem Druck, der Temperatur und der Verweildauer daraus ergeben haben ? Gibt es dazu seriöse Untersuchungen ? Durch Müllverklappung und Schiffsuntergänge ist ja schon so Manches seit Jahrhunderten in der Tiefsee, auch in Tiefseegräben, gelandet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Anthropozän?
BeitragVerfasst: Mi 31. Mär 2010, 22:38 
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hard-rocker
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Ich bin fast versucht, einem der Kommentare bei clastic detritus zu folgen, nach dem das Anthropozän weniger eine Epoche als ein Event ist.

Abgesehen davon: Eine geologische Zeiteinteilung dient doch auch der zeitlichen Einordnung von geologischen Ereignissen und Gesteinen. Dazu hätten wir aber im Bereich des propagierten Anthropozäns den normalen Kalender, oder?

Wo also ist das der Vorteil?

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 Betreff des Beitrags: Re: Anthropozän?
BeitragVerfasst: Mo 2. Mai 2016, 11:46 
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Huhu
jetzt mal abgesehen davon, ob das Anthropozän eher als Epoche oder Event einzustufen ist - das wird sich wohl erst im Nachhinein klären lassen, und dann gewiss nicht von uns - finde ich die Anregung von cairngorm sehr spannend!
Ist schon ein Weilchen her, dass er das gepostet hat, daher würde ich das an dieser Stelle nochmal aufwärmen wollen:
Zitat:
Auch einige Deponien, geordnete oder auch wilde Deponien, gewöhnlicher Hausmüll, Bauschutt, Sondermüll, radioaktiver Müll oder auch ungeordneter Müll in weiter südlicher und östlicher Richtung, werden irgendwann nach Jahrmillionen in den Tiefen des Erdmantels verschwinden und einige dutzend oder einige hundert Millionen Jahre später wieder durch Erosion oder Bergbau auftauchen. Was wird sich da, abhängig vom Ausgangsmaterial, dem Umgebungsgestein, dem Druck, der Temperatur und der Verweildauer daraus ergeben haben ? Gibt es dazu seriöse Untersuchungen ? Durch Müllverklappung und Schiffsuntergänge ist ja schon so Manches seit Jahrhunderten in der Tiefsee, auch in Tiefseegräben, gelandet.


Persönlich habe ich bei "städtische Mülldeponie in 2000 Jahren" einen großen, relativ lockeren bis klebrigen schwarzen Fleck mit vielen festen Artefaktfragmenten in den schönsten Oxidfarben vor Augen ^^ weiter geht allerdings meine Vorstellungskraft nicht.
Also, was für Varianten sind denn denkbar, wenn man sich eine große städtische Mülldeponie in ein paar tausend Jahren (oder länger) vorstellt? Sind das die Kohlereserven von über-übermorgen? Ein paar Ideen hierzu fände ich spannend!

S


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 Betreff des Beitrags: Re: Anthropozän?
BeitragVerfasst: Mo 2. Mai 2016, 19:13 
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Nun, in 2- oder drei Tausend Jahren ? Schaut man sich an, was bei Ausgrabungen vorchristlicherm Zeiten, insbesondere in den Latrinen, so gefunden wurde. Organisches fast nichts, Tonscherben, Gläser, Knochen, Holzkohle, Metallteile mehr oder weniger korrodiert, abhängig vom Metall und den Bedingungen (neutral, sauer, basisch). Das damals versenkte organische Material bestand praktisch vollstänig aus Naturstoffen, war also Bedingungen, die so in feuchter Erde herrschein, nicht sehr lange haltbar und verrottete nahezu spurlos. Anders unter Bedingungen, bei denen praktisch keine stofflichen Reaktionen ablaufen (Dauerfrostboden, sehr arides Klima, mumifizierende Bedingungen, unter Luftabschluss).
Bei Abprodukten heutiger Art sind eine Menge Stoffe dabei, die in der Natur nicht vorkommen und auf Langlebigkeit hin entwickelt wurden
(PVC, Teflon, Silicone, metallische Legierungen u.a.). Da wird nach einigen Tausend Jahren nach oberflächennaher Lagerung im Erdreich noch so viel erhalten sein, daß Kenner sofort die Bedeutung und Verwendung dieser Gegenstände erkennen können. Der Gedanke kam mir z.B. nachdem ich meinen 40 cm-Estwing an der AB 71-brücke nördl. von Artern nach Fotographieren einer Fe-haltigen Septarie (Hammer als Größenvergleich) liegen gelassen hatte und als ich zwei Tage später noch mal nachschaute, sagten mir die Bauarbeiter dort, daß die Planierraupe dort einige Meter Erdreich drübergeschoben hat.
Also, im Netz habe ich bisher noch keine gründliche Abhandlung zu Forschungen dieser Art gefunden, auch nicht in Englisch, die hier mit Zeiträumen und Druck-Temperaturverhältnissen rechnen, die für metamorphe Veränderungen mindestens notwendig wären.


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 Betreff des Beitrags: Re: Anthropozän?
BeitragVerfasst: Fr 13. Mai 2016, 08:18 
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Zu den Folgen unseres Events/Epoche:
Den Geologen ist ja bekannt, dass die radiometrische Altersbestimmung bereits seit den ersten Atombombentests "einen abbekommen" hat. Die Uhr wurde neu gestellt.

Zu den Mülldeponien:
Ich hatte letztens einen Schurf in einem Hausmülldeponiekörper aus den 60er Jahren. Es gelang eine vorzügliche Altersdatierung, da ein Stapel "Brigitte"-Zeitschriften aus 1963 im Probenmaterial war. das andere war meist mineralisiert, roch noch etwas faulig. Es kommt halt auf die Versorgung (und Entsorgung) des Ablagerungsmaterials mit Wasser und Luft an. Plastik wird natürlich sehr lange übrig bleiben...


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