Geh barfuß über warmen Sand.
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 Betreff des Beitrags: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Mi 23. Jan 2013, 22:36 
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Hallo geowissenschaftliche Freunde,

ich bin recht neu hier und hab mich auch schon ein wenig eingelesen. Da ich mein derzeitiges Studium aufgeben und wahrscheinlich ein geowissenschaftliches Studium beginnen werde, lag es mir nahe, mich hier einzugliedern. Leider habe ich, außer das Allgemeinwissen aus den Medien und das Schulwissen bis zur 10. Klasse, keinerlei hintergründiges Wissen und bin daher doch manchmal noch ziemlich verunsichert, ob meine Wahl die richtige wäre. Die letzte Zeit habe ich dafür genutzt, um mich besser kennenzulernen und um herraus zu finden, in welche Richtung mein zukünftiges Leben verlaufen soll. Mein Traum wäre es die Welt zu sehen, viele verschiedene Kulturen kennenzulernen und von etwas richitg viel Ahnung zu haben. Dabei finde ich es sehr abenteurlich an Orten zu sein, wo die wenigsten Menschen hinkommen. Ich liebe Reisen und eigenartige Landschaften, kann mich super gut anpassen und bin auch bereit, bei Wind und Wetter etwas zu erleben. Von den Gesichtspunkten ausgesehen und von den Beiträgen, welche ich schon gelesen habe, könnte ich mir echt vorstellen, solch ein Studium auf mich zu nehmen.

Wart ihr vor dem Studium an der Geo auch schon sehr daran interessiert, oder ist es auch voll OK, wenn man so wie in meinem Fall, ins Studium steigt, ohne sich vorher groß dafür interessiert zu haben? Ich meine, meine Entscheidung wäre von jetzt auf gleich: Hey, ich werde ein Geowissenaftler! Ist das soweit möglich, oder muss ich mich schon von klein auf an dafür interessiert haben?

Würde mich über Meinungen freuen!

Liebe Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Mi 23. Jan 2013, 23:31 
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Ich kann mich noch gut an unsere Einführungsveranstaltung in die Geowissenschaften erinnern. Der Prof. meinte das Studium der Geologie sei eine Eintrittskarte in die Welt. Er sollte damit in der Tat recht behalten. Nur eben für ca. 50% der anwesenden Studierenden, die bei Bildern aus den Anden oder den Wüsten der USA alle leuchtende Augen bekommen haben, endete die Reise früher oder später.

Ich selbst hatte kaum Vorkenntnisse und, ähnlich wie du, nur eine wage Ahnung, dass mich das irgendwie interessiert. Bzw. merkte ich, dass sichtbare Geologie mich in irgendeiner Form fasziniert hat, ohne dass ich diesem Impuls vorher nachgegangen wäre. So gesehen erkenne ich in deinen Worten etwas wieder.

Nun zur Realität: Das Studium erdet (höhö) auch ganz schön. Das Aneignen der naturwissenschaftlichen Grundlagen war zum Teil sehr hart und hat viel Verve gekostet und ich habe nicht nur einmal mit dem Gedanken gespielt hinzuwerfen. Viele Sachen im Studium sind dröge und man muss schon einiges an Begeisterungsfähigkeit mitbringen um Protokolle für Pumpversuche oder Hammerschlagseismik mit der gebotenen Gewissenhaftigkeit anzufertigen. Je nach Neigung, wirst du Sachen dabei haben, die dich a.) nicht die Sau interessieren und b.) echt nicht einfach sind. Mach dir so zeitig wie möglich klar, dass du mit Lust auf Abenteuer alleine nicht weit kommst. Was mich immer wieder aus etwaigen Tiefs rausgeholt hat, waren die Wie-geil-ist-das-denn-Momente, von denen es dank einiger guter Dozenten einige gab.

Also: Naturwissenschaftliche Grundlagen (Mathe, Chemie, Physik, Informatik) nicht auf die leichte Schulter nehmen (ich hatte das zum Teil bitter bereut), der Rest kommt dann von alleine.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Do 24. Jan 2013, 09:05 
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Coreograf hat geschrieben:
Mein Traum wäre es die Welt zu sehen, viele verschiedene Kulturen kennenzulernen und von etwas richitg viel Ahnung zu haben. Dabei finde ich es sehr abenteurlich an Orten zu sein, wo die wenigsten Menschen hinkommen. Ich liebe Reisen und eigenartige Landschaften, kann mich super gut anpassen und bin auch bereit, bei Wind und Wetter etwas zu erleben.

Das träumen wohl die meisten Geo-Studenten am Anfang, und versauen es sich dann selber durch zu langes Zögern, Abwarten, Unsicherheit. Wenn man die abenteuerlichen Projekte haben will, muss man öfter mal einfach was riskieren. Wenn du jetzt schon so analytisch und planerisch an das Ganze heran gehst, wird das vermutlich eher nichts mit der Welt.

Als "Abenteuer-Geologe" musst du die eierlegende Wollmilchsau der Naturwissenschaften sein. Du solltest von allem irgendwo in den Tiefen deines Hirns Ahnung haben, seien es Naturwissenschaften oder aber auch Technik & Co. Du kannst nichts davon richtig gut, aber du weißt genug, um dir selber zu helfen - oder zu wissen, wo du die nötige Hilfe bekommst.

So geht es zumindest mir, und ich denke, ich komme ganz gut rum in der Welt.

Ach ja, du solltest nicht all zu heimatverbunden sein. Und Familienplanung legst du vielleicht auch erst mal auf Eis... ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Do 24. Jan 2013, 10:09 
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Zitat:
Nun zur Realität: Das Studium erdet (höhö) auch ganz schön. Das Aneignen der naturwissenschaftlichen Grundlagen war zum Teil sehr hart und hat viel Verve gekostet und ich habe nicht nur einmal mit dem Gedanken gespielt hinzuwerfen. Viele Sachen im Studium sind dröge und man muss schon einiges an Begeisterungsfähigkeit mitbringen um Protokolle für Pumpversuche oder Hammerschlagseismik mit der gebotenen Gewissenhaftigkeit anzufertigen. Je nach Neigung, wirst du Sachen dabei haben, die dich a.) nicht die Sau interessieren und b.) echt nicht einfach sind. Mach dir so zeitig wie möglich klar, dass du mit Lust auf Abenteuer alleine nicht weit kommst. Was mich immer wieder aus etwaigen Tiefs rausgeholt hat, waren die Wie-geil-ist-das-denn-Momente, von denen es dank einiger guter Dozenten einige gab.


Aber du würdest schon sagen, dass du rückblickend eine für dich passende Entscheidung getroffen hast, auch wenn das Studium mitunter auch mal ziemlich zäh und trocken gewesen ist? Es zählt doch die Zeit nach dem Studium, was man dann macht und wie glücklich man mit dem ist. Ich meine, die paar Jahre wo man sich die Zähne zusammenbeißen musste, werden doch wieder gut gemacht, in dem man dann Arbeit findet und einiges, mit Sicherheit nicht alles, was man gelernt hat, anwenden kann.

Ich stehe halt momentan vor einer großen Entscheidung und verusche, so gut wie möglich alle Sichtweisen zu betrachten, um mich dann zu entscheiden.
Also:
nicht heimatverbunden sein... Check
Familienplanung nach Hinten schieben... Check
Benötige ständige Motivation im Studium (dazu Ziele formulieren)... Check
Naturwissenschaftliche Grundlagen... Muss ich mir aneignen
Bilder aus Magazine und Filmen sind nicht die Realität... eignen sich aber als Motivation

Könntet ihr vielleicht noch ein paar Eigenschaften aus eurer Erfahrung ergänzen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Do 24. Jan 2013, 10:26 
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Hör auf zu Planen. Die Geowissenschaften sind so vielfältig, du musst sie einfach selber entdecken und schauen, ob was für dich dabei ist.

Und nein, es zählt nicht die Zeit nach dem Studium.
Als Geologe - zumindest als einer, der in der Welt herumkommen und was Erleben will - wirst du dir andauernd Neues aneignen müssen. Das ist kein Abspulen von erlerntem Wissen. Du studierst quasi immer weiter.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Do 24. Jan 2013, 11:40 
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Ich bin immer noch der Meinung, dass das Wichtigste, was ich im Studium - neben den natur-geowissenschaftlichen Grundlagen - gelernt habe die Fähigkeit zu denken ist.

Nach dem Diplom habe ich eine Promotion zu einer Thematik begonnen von der ich im Studium bestenfalls wusste, wie man das Gestein buchstabiert, und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass das wahre Lernen und "Geowissenschaftler werden" erst nach dem Diplom- oder Masterabschluss anfängt. Das ist anstregend, wie jedes andere Studium auch, man sollte Dreck und Regen abkönnen und nicht in Panik ausbrechen, wenn man doch mal in einer Klausur durchfällt.

Mein Weg war keineswegs geradelinig, ich habe mich erst 3 Sem. lang als Ingenieur versucht um dann abrupt ins 2. Sem. Geologie einzusteigen, ohne die 1. Sem. Grundlagen. Und siehe da, ich habs geschafft und arbeite an einer gut laufenden Promotion.

Nur eins, und da hat schmunda recht: Mathe, Info, Bio und Chemie nicht vernachlässigen. Ich habe es sehr, sehr bitter bereut vor allem die Mathe auf die lange Bank zu schieben. Das hat viele Nerven gekostet.

Irgendwer meinte mal zu mir, dass Geologen die geländegängige Variante des Physikers sind. Also das naturwissenschaftliche Allzweckwerkzeug, mit man jedes Problem angehen kann. Das motiviert.

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http://lostgeologist.blogspot.com/


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Do 24. Jan 2013, 20:24 
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Hey Du,
wenn du das Lernen auf die Zeit in der Uni reduzierst, bist du auf jedenfall Falsch. Die Uni gibt dir ein Fundament und eine vage Idee worum es geht. Wenn du dann das erste mal allein im Bergwerkstunnel stehst und man dich fragt:" Und?" :-\ und du dann mit deinem Fachchinesisch darübr hinwegspielst, dass du keine Ahnung hast, dann hast du was richtig gemacht im Studium ;) Denn das ist der Moment, wo deine Forschung los geht. Jedes Projekt ist einzigartig. Du folgst deinen Anleitungen, aber immer ist irgendwas, was nicht in die Norm passt. Aber um das zu wissen muss man natürlich erstmal die Norm kennen (zurück zum Studium). Du brauchst wirklich alles irgendwie, früher oder später. Nicht nur Mathe, Chemie, Physik, Wirtschaft, Projektmanagment, Statistik oder Wahrscheinlichkeitsrechnung, nein auch Programmieren (Computermodlle erstellen), Graphik Design (Perfile, geol. Karten), Sprachwissenschaften (Englisch ein muss).
In einem Projekt kann dir alles begegnen (Wenn wir Tunnel 3 um 500m erweitern, welche Situation erwarten wir? Gibt es eine Vererzung dort, mit welchem Erzgehalt? Was ist die effektivste Methode des Abbaus? Was ist die sicherste? Welchen Tunneldurchmesser? Wie ist die Gebirgsklassifikation? Wie ist das Erz gebunden, ist es mit Lixiviation zu lösen? Welche Kosten sind zu erwarten? Wäre es nicht besser Tunnel 5 auszubauen? Die Sondierungen müssen die Revolutionen runter nehmen, sind wir im Zeitplan? Die Sprengung ist für den Tag X angelegt, hast du den Tunnel bereitst aufgenommen?...etc) Alles Fragen, die man als Geologe beantworten können muss (zumindest Teilweise, oder wissen muss wie man die Aufgaben weiter gibt..also kannst du die Liste von oben noch um Diplomatie erweitern ;) )

Geologe sein ist kein Scherz aber \m/

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Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Do 24. Jan 2013, 21:51 
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Es gibt auch andere Möglichkeiten:
Man kann auch ganz unspektakulär das Studium meistern, wenn Geologie kein Kindheitstraum ist/war. Es reicht ein gewisses Grundinteresse zur Materie und die Fähigkeit, nicht gleich zu verzweifeln, wenn man was nicht sofort versteht. (da steht die Geologie nicht allein, das gilt mMn für nahezu jedes naturwissenschaftliche Studium).
Unspektakulär auch nach dem Studium. Man kann fernab in die Exploration, oder man kann in einem Ingenieurbüro im gleichen Bundesland anfangen. Man fährt hin und wieder auf die Baustellen und macht seine Versuche, schreibt paar Berichte und Gutachten; alles ganz unaufgeregt. Fast so wie ein Job im Controlling-Bereich.*


* kleiner Unterschied: Man arbeitet als Geologe mehr Stunden/Woche, trägt oft mehr Verantwortung und verdient trotzdem weit weniger. ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Fr 25. Jan 2013, 19:55 
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Das mit dem Weniger-Verdienen, halte ich für ein unbewiesene Hypothese B-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Sa 26. Jan 2013, 09:15 
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Also nur um reisen zu koennen, wuerde ich Geologie nicht studieren. Ich finde auch, dass man ein gewisses Vorinteresse haben sollte, ob Fossi/ Mineraliensammler, Interesse an Natur und Landschaftsformen o.a.

Was ich festgestellt habe ist, dass 70% der Geologen, mit denen ich zusammenarbeite eigentlich gar kein Interesse an Geologie hatten, sondern Geologie studiert haben, um "was studiert zu haben", zu reisen, fuer einige Zeit gutes Geld zu verdienen usw. Vielleicht unfairerweise werden diese als "Hobbygeologen" oder "Office-Geologen" bezeichnet. Nach einiger Zeit wurde ihnen das Reisen zu viel und die Tage zu lang (Beispiel: 15-Stunden Tag im Amazonas) und sie steigen/ stiegen aus und machen was anderes.

Mach dir klar, Geologie zu studieren ist kein Zuckerschlecken, und erst gar nicht "so etwas aehnliches wie Geographie". Die erste Zeit bueffelt man an naturwissenschaftlichen Grundlagen, dann kommt mehr und mehr Geologie.

"nicht heimatverbunden sein... Check
Familienplanung nach Hinten schieben... Check"


Das sagst du vielleicht jetzt, kann aber ganz anders aussehen, nach 5 Jahren Studium und vielleicht 1 Jahr im Beruf. Was dann?

Zwecks Heimatverbundenheit - im Gegenteil, das wird umso staerker je mehr du von zuhause weg bist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Sa 26. Jan 2013, 09:29 
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Sedigist hat geschrieben:
Zwecks Heimatverbundenheit - im Gegenteil, das wird umso staerker je mehr du von zuhause weg bist.


Es gibt solche und solche! 3 Jahre irgendwo und dann wieder weiter, das finde ich (und mein Mann) toll. Nur Geologie studieren um weg zu kommen scheint mir allerdings auch nicht zielfuehrend zu sein. Das ist dann sowas wie "ich weiss nicht was ich will ausser viel Geld, also studiere ich BWL". Immerhin kann man sich mit dem entsprechendem Interesse auch motivieren ohne entsprechende Vorkenntnisse die Mathe, Chemie, usw.. Kurse zu schaffen ^:)^

Rodi


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Sa 26. Jan 2013, 13:37 
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Zitat:
Das sagst du vielleicht jetzt, kann aber ganz anders aussehen, nach 5 Jahren Studium und vielleicht 1 Jahr im Beruf. Was dann?

Zwecks Heimatverbundenheit - im Gegenteil, das wird umso staerker je mehr du von zuhause weg bist.


Ich weiß, was es heißt von zu Hause weit weg zu sein, deshalb wohne ich auch schon seit über einem Jahr in einer anderen Stadt.
Leider bin ich zur Zeit ziemlich selbstunsicher und versuche meine Träume zu finden. Da ich mich all die Jahre zuvor nicht damit auseinander gesetzt habe, ist es echt hart herrauszufinden, was ich mir für die Zukunft vorstelle. Im letzten Jahr hat sich bei mir das Interesse zum Lernen entwickelt. Da ich später einmal gut für mich sorgen möchte, will ich ein Studium absolvieren. Ich reise gerne, bin naturinteressiert, anpassungsfähig, selbstständig und verantwortungsbewusst.
Ich weiß, dass die sehr schwer zu bekommenden Aufträge auf anderen Kontinenten mit Sicherheit nur an sehr qualifizierten Personal vergeben werden und ich daher keines Falls davon ausgehe, so etwas unbedingt anstreben zu wollen, wobei einige Jahre solche Erfahrungen zu sammeln, doch schon sehr prikelnd wäre. Mir geht es jetzt hauptsächlich um die Orientierung und Motivation, die ich unbedingt wärend des Studium benötige. Da ich doch sehr gerne für mich arbeite, könnte ich mir z.B. vorstellen, ein geologischer Begutachter zu werden. Ich habe zur Zeit leider kein gängiges Hobby oder starke Interessen, die mir in Bezug auf die Wahl des Studiums behilflich sein würden. Wie schön wäre es, wenn sich eine Leidenschaft entwickeln würde :x

Gruß, Core


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Sa 26. Jan 2013, 14:33 
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Coreograf hat geschrieben:
Zitat:
Ich weiß, dass die sehr schwer zu bekommenden Aufträge auf anderen Kontinenten mit Sicherheit nur an sehr qualifizierten Personal vergeben werden und ich daher keines Falls davon ausgehe, so etwas unbedingt anstreben zu wollen, wobei einige Jahre solche Erfahrungen zu sammeln, doch schon sehr prikelnd wäre. Gruß, Core


Du solltest dir bewusst werden, dass du unter Umständen gar keine andere Wahl hast, als im Ausland zu arbeiten. So schwierig ist es gar nicht eine Stelle im Ausland zu bekommen. Finde ich. Ich würde dir auf keinen Fall raten, eine Stelle ausschließlich in Deutschland anzustreben. Man sollte sich von Beginn an international aufstellen, egal, ob du in die Forschung, Industrie, Behörden oder sonstwas willst. Umso besser man sich orientiert, national und international, umso kleiner die Wahrscheinlichkeit, dass man nach dem Studium auf die Schnauze fällt und nichts findet, das einem Spaß macht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Sa 26. Jan 2013, 17:36 
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Nochmal so generell. Ich hab den Eindruck, du glaubst, dass Geologie irgendwie was für dich sein könnte (was wirklich nicht der schlechteste Grund ist, mit dem Studium anzufangen) und versuchst deine Erwartungen mit dem, was wir hier nun so posten in Einklang zu bringen. Ich glaube nicht, dass das sonderlich viel bringt. Letztendlich ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass es irgendwie anders werden wird, als du es dir jetzt vorstellst. Umso rigider deiner Erwartung umso besser die Chance auf Enttäuschungen. Geowissenschaften sind ein soo weites Feld, du kannst am Ende überall als Alles landen. Fang erstmal an und folge dann in so drei, vier Jahren, wenn's (oder eben auch nicht) auf den Master zugeht, dem was dich wirklich interessiert. Du wirst dann selbst am besten wissen, ob und als was du ins Ausland gehen willst oder nicht.

Ausser den Pflichtveranstaltungen war quasi bei mir so gut wie nichts geplant. Selbst (oder gerade) am Ende meiner Doktorarbeit, stehen mir wieder mehrere Wege zur Auswahl - alle mit ungewissem Ausgang.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Di 29. Jan 2013, 11:56 
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Ich meine nach wie vor, dass man es einfach ausprobieren muss. Man kann den Beruf "Geologe" nur schwer erklären. Klar kann man die möglichen Aufgabenfelder aufzählen, aber das "Gefühl" ist nur schwer zu vermitteln. Man hat einfach keine allgemein bekannten Vergleiche.

Ich teile auch nicht die Meinung, dass man Vorkenntnisse oder spezielles Interesse haben sollte. Ich hatte beides nicht. Spezielles Interesse habe ich nach wie vor nicht. Mir ist z.B. nicht danach im Urlaub die Geologie des Urlaubslandes analysieren. Ich bleibe zwar durchaus mal vor Gesteinen stehen oder versuche mit meinen vor langer Zeit mal angeeigneten Paläo-Wissen eine Muschel zu identifizieren, das reicht dann aber auch. Minerale und Fossis sammeln ist mir auch schnurzegal, verstaubt nur im Regal.

Aber: Ich liebe den Mix aus teilweiser sehr mühsamer Geländearbeit, theoretischem Brüten über Karten und Profilen, praktischem Herumbasteln an Geräten, präzisem Arbeiten im Labor, Modellieren am Computer, Testen nur Ideen. Ich bin keine Leuchte in Chemie, Physik, Mathe, muss mich jedes mal neu darin einarbeiten. Dieses Gefühl des mehr oder weniger dauernden Unwissens, was da wohl heute wieder kommen mag, kombiniert mit der andauernd nötigen Brainstormerei, Spontanität, Flexibilität bei gleichzeitiger Gelassenheit macht für mich den Job aus.

Geologen sind die Typen, die vom Aussehen her häufig leicht heruntergekommen wirken, die dir aber innerhalb von kurzer Zeit zu vielen - auch fachfremden - Problemen diverse Lösungen auftischen, während anderen "Spezialisten" erst noch Problemdetails klären wollen. ;)


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