Geh barfuß über warmen Sand.
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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Di 29. Jan 2013, 20:08 
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bachelor
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Coreograf hat geschrieben:
Hallo geowissenschaftliche Freunde,

ich bin recht neu hier und hab mich auch schon ein wenig eingelesen. Da ich mein derzeitiges Studium aufgeben und wahrscheinlich ein geowissenschaftliches Studium beginnen werde, lag es mir nahe, mich hier einzugliedern. Leider habe ich, außer das Allgemeinwissen aus den Medien und das Schulwissen bis zur 10. Klasse, keinerlei hintergründiges Wissen und bin daher doch manchmal noch ziemlich verunsichert, ob meine Wahl die richtige wäre.


So dürfte es den meisten Studienanfängern in der Geologie gehen. Ohne es auszuprobieren, wirst du nie wissen ob die Geologie etwas für dich ist.
Würde es denn eine mögliche Alternative geben, ein anderes Studienfach?

Coreograf hat geschrieben:
Die letzte Zeit habe ich dafür genutzt, um mich besser kennenzulernen und um herraus zu finden, in welche Richtung mein zukünftiges Leben verlaufen soll. Mein Traum wäre es die Welt zu sehen, viele verschiedene Kulturen kennenzulernen und von etwas richitg viel Ahnung zu haben.


Die Möglichkeit als Geologe nach dem Studium viel von der Welt zu sehen gibt es durchaus. Der größte Anteil aller Geologen bleibt aber vermutlich überwiegend in Deutschland, in den Ing.-Büros. Ich bin manchmal recht erstaunt, wie wenig einige meiner Kommilitonen bereit sind (oder besser: wie wenig Abenteuerlust sie haben) ihre Heimatstadt zu verlassen.
Aber ich denke wenn man sich bemüht kann man gute und interessante Jobs rund um die Welt bekommen.

Ansonsten gibt es natürlich noch eine weitere, angenehme Möglichkeit die Welt undfremde Kulturen kennen zu lernen: Rucksack auf, ab in den Flieger und los gehts... :)

Coreograf hat geschrieben:
Dabei finde ich es sehr abenteurlich an Orten zu sein, wo die wenigsten Menschen hinkommen. Ich liebe Reisen und eigenartige Landschaften, kann mich super gut anpassen und bin auch bereit, bei Wind und Wetter etwas zu erleben. Von den Gesichtspunkten ausgesehen und von den Beiträgen, welche ich schon gelesen habe, könnte ich mir echt vorstellen, solch ein Studium auf mich zu nehmen.


Na, wenn das so ist: Just do it!

Coreograf hat geschrieben:
Wart ihr vor dem Studium an der Geo auch schon sehr daran interessiert, oder ist es auch voll OK, wenn man so wie in meinem Fall, ins Studium steigt, ohne sich vorher groß dafür interessiert zu haben? Ich meine, meine Entscheidung wäre von jetzt auf gleich: Hey, ich werde ein Geowissenaftler! Ist das soweit möglich, oder muss ich mich schon von klein auf an dafür interessiert haben?


Mir ging es ähnlich. Ich hatte vorher kein besonderes Interesse an den Geowissenschaften, wusste nicht mal dass es ein eigenes Studium gibt. Nach dem Abi habe ich mich dann schlau gemacht, was es alles für interessante Studiengänge gibt und dann gedacht, dass die Geowissenschaften am besten meine Interessen zusammen fassen.
Sicherlich wäre ich auch mit einem anderen Studium glücklich geworden (es gibt ja so viele spannende). Habe es aber nie bereut.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Di 29. Jan 2013, 21:19 
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beginner
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Fr 16. Mär 2012, 15:50
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Da ich erst im ersten Semester bin kann ich natürlich keine eigenen Erfahrungen zum Berufsleben mitteilen. Aber ich hatte bis jetzt eigentlich bei jedem der in dem Bereich tätig ist das Gefühl, dass es einfacher ist in Chile, Australien oder Kanada einen Job zu bekommen als in Deutschland(Sprachkentnisse natürlich vorausgesetzt). Dort gibt es viel mehr Stellen da deutlich mehr geologisches Know How gefragt ist. Aber mir wurde ähnliches erzählt was odomos schon geschrieben hat das der größte Teil der Absolventen in Deutschland bleibt. Persönlich mache ich mir darum keine großen Gedanken ich reise gerne und sehe mir gerne andere Länder, Kulturen und Landschaften an. Ob ich dann letztendlich in einem Ing. Büro in Deutschland sitze oder in einer Chilenischen Kupfermine meine Arbeit verrichte kann ich jetzt noch nicht wissen und eigentlich finde ich es momentan auch gar nicht so wichtig.

Also ich werde erstmal mein bestes geben einen vernünftigen Bachelor Abschluss zu erreichen und wenn es klappt ein Auslandssemester machen und vor allem natürlich viel zu lernen. Wenn du dich für Geowissenschaften interessierst (kannst dir ja mal den Vorlesungsstoff des ersten Semesters anschauen) und deine innere Stimme dir sagt das könnte was für dich sein und du keine Alternative im Kopf hast von der du überzeugt bist das sie vermutlich für dich besser wäre fang ruhig an Geowissenschaften zu studieren.

Und falls es dann doch nicht das richtige ist solltest du dir das einfach eingestehen und wechseln. Ich habe selber mit Chemie angefangen und habe nach 2 Semestern nochmal neu mit Geowissenscahften angefangen. Bis jetzt habe ich meine Entscheidung noch nicht bereut und gerade in der System Erde Vorlesung saß ich immer wieder fasziniert im Hörsaal. Gerade als ein Student aus Chile seine persönlichen Fotos von einem Vulkanausbruch in der Nähe der Farm seines Bruders auf der Leinwand präsentiert hat war ich mächtig beeindruckt. Die Erde ist schon faszinierend und kann ganz schön Energie freisetzen.

Ich hatte vor meinem Start auch nicht sehr viel Ahnung von der Materie. Ich wusste aus Filmen ein paar Dinge aber ansonsten eigentlich nichts. Ich habe keine Fossilien gesammelt oder bin durch den Wald gelaufen um jedes Gestein zu bestimmen was ich finden kann (macht auch wenig Sinn wenn weit und breit nur Tonschiefer ist). Ich hatte in der Oberstufe auch kein Erdkunde. Wobei ich auch in der Mittelstufe in Erdkunde praktisch nichts gemacht habe was mit Geowissenscahften zu tun hatte.
So jetzt aber schnell Arte einschalten und Schiefergas Doku schauen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Fr 1. Feb 2013, 10:59 
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cottontree hat geschrieben:
Ich meine nach wie vor, dass man es einfach ausprobieren muss. Man kann den Beruf "Geologe" nur schwer erklären. Klar kann man die möglichen Aufgabenfelder aufzählen, aber das "Gefühl" ist nur schwer zu vermitteln. Man hat einfach keine allgemein bekannten Vergleiche.

Ich teile auch nicht die Meinung, dass man Vorkenntnisse oder spezielles Interesse haben sollte. Ich hatte beides nicht. Spezielles Interesse habe ich nach wie vor nicht. Mir ist z.B. nicht danach im Urlaub die Geologie des Urlaubslandes analysieren. Ich bleibe zwar durchaus mal vor Gesteinen stehen oder versuche mit meinen vor langer Zeit mal angeeigneten Paläo-Wissen eine Muschel zu identifizieren, das reicht dann aber auch. Minerale und Fossis sammeln ist mir auch schnurzegal, verstaubt nur im Regal.

Aber: Ich liebe den Mix aus teilweiser sehr mühsamer Geländearbeit, theoretischem Brüten über Karten und Profilen, praktischem Herumbasteln an Geräten, präzisem Arbeiten im Labor, Modellieren am Computer, Testen nur Ideen. Ich bin keine Leuchte in Chemie, Physik, Mathe, muss mich jedes mal neu darin einarbeiten. Dieses Gefühl des mehr oder weniger dauernden Unwissens, was da wohl heute wieder kommen mag, kombiniert mit der andauernd nötigen Brainstormerei, Spontanität, Flexibilität bei gleichzeitiger Gelassenheit macht für mich den Job aus.

Geologen sind die Typen, die vom Aussehen her häufig leicht heruntergekommen wirken, die dir aber innerhalb von kurzer Zeit zu vielen - auch fachfremden - Problemen diverse Lösungen auftischen, während anderen "Spezialisten" erst noch Problemdetails klären wollen. ;)


Super! Du sprichst mir aus der Seele!

Ich liebe es, die Eier legende Wollmilchsau zu sein, obwohl jeder mir auf SEINEM Einzelgebiet überlegen sein mag.

Gruß
Mullagan


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Fr 1. Feb 2013, 15:53 
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Mullagan hat geschrieben:
cottontree hat geschrieben:

Geologen sind die Typen, die vom Aussehen her häufig leicht heruntergekommen wirken, die dir aber innerhalb von kurzer Zeit zu vielen - auch fachfremden - Problemen diverse Lösungen auftischen, während anderen "Spezialisten" erst noch Problemdetails klären wollen. ;)


Super! Du sprichst mir aus der Seele!

Ich liebe es, die Eier legende Wollmilchsau zu sein, obwohl jeder mir auf SEINEM Einzelgebiet überlegen sein mag.


Seht ihr euch als Geologen nicht als Spezialisten? Oder meint ihr innerhalb der Geologie auf keinem Einzelgebiet Spezialist zu sein?


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Fr 1. Feb 2013, 16:23 
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Also ich sehe mich nicht als eierlegende Wollmilchsau. Dafür hab ich viel zu wenig Ahnung von zu vielen Sachen. Das Wissen um die Geologie bzw. geologische Phänomene möchte ich schon als speziell einordnen. In Marokko einfach irgendwo am Strassenrand auszusteigen und ohne irgendwelche Kentnisse über das Gebiet mit ein Paar Blicken auf 2 Meter exponiertes Sedimente festzustellen, dass man höchstwahrscheinlich randmarine Lagunensedimente (rote Tonsteine mit Trockenrisshorizonten) aus dem Jura (war ne bestimmte Trigonia drin) vor sich hat, halte ich schon für recht speziell. Die Biologen, die auf der Exursion mit waren, fanden das jedenfalls beeindruckend.

Was aber wohl stimmt ist, dass Geologen dazu neigen sehr direkt, pragmatisch und aufgeschlossen (spitzen Gag) mit ihrer Umwelt interagieren. Das hilft natürlich ungemein, sich durch unvorhergesehen Situationen zu wurschteln. Das würde ich als das bezeichnen, was du meisten wohl mit flexibel meinen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Sa 2. Feb 2013, 23:21 
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Natürlich gibt es unter dem Oberbegriff "Geologie" ein ungemein weites Betätigungsfeld. Hier ist auch Platz für echte Spezialisten (Darunter fiele z.B. jemand, der alles über "seine" Trigonia-Schicht weiß, aber zwei Meter im Hangenden geliefert wäre...).

Ich (und wie es aussieht, auch einige der Vorredner) sind relativ interaktiv tätig, was - außer bei echten Geistesgrößen - zu einem Verlust an Tiefe führen muss. Soll aber keine Bewertung sein, was "besser" ist!

Ich konstruiere mal ein Beispiel, wie es sich ähnlich BEI MIR täglich abspielt:

Umnutzung einer Immobilie (Haus, Kaserne, Kaufhaus...)

Schadstoffkartierung (Bausubstanz, Historische Akten, Pläne, Boden, Grundwasser,..)
zuständige Spezialisten: Chemiker, Toxikologe, Architekt, Bauingenieur, Geograf, Sicherheitsingenieur

Vorplanung/Grundlagen (Nutzungskonzept, Abbruchantrag, Bauanfrage..)
zS: Architekt, Statiker, Betriebswirt s.l., Bauingenieur, Bergassessor, Sicherheitsfachkraft

ich: vorläufiges Gründungskonzept, Geologie (hier ist sie mal..), Altbergbau, vorläufiges Methankonzept, Rückbaukonzept, Entsorgungskonzept, Arbeits- und Sicherheitsplan, Sicherheits- und Gesundheitschutzplan, Erschließungsplanung (Ver- und Entsorgungsleitungen, Verkehrswege), Klären von Bestandsleitungen, Klären der Kampfmittelsituation, Baugrunderkundung

jetzt beginnt die Realisierung:

Fachbauleitung, Bauleitung, Bauoberleitung für Gewerke wie bergbauliche Sicherung, Altlastenentsorgung, Separierung der Bausubstanz, Gründungsabnahmen, Sicherheitsüberwachung, Abfallmanagement, Verlegung und Umlegung von Kabeln und Leitungen, sachgerechtes Herstellen von Wegen und Straßen, Herstellen von Baugruben, Verfüllen von Arbeitsräumen, Wasserhaltung während des Bauens und Trockenhalten des Bauwerks im Betriebszustand,...

Darauf folgend jeweils die Prüfung / Abnahme der fachlichen Leistung und der Abrechnungen, Prüfen nach VOB [hier bist du immer auf der Flucht, da du nicht juristisch beraten darfst!].


Natürlich ist es nett, wenn ich im Bohrkern meinen Finger auf die Kohle lege und zärtlich "Karoline" flüstere, ist den anderen aber ziemlich egal, auch wenn es Luise gewesen wäre..

Also: Generalist und trotzdem Fachmann. Wenn das Bauvorhaben für mehrere Fachleute Platz lässt, häufig eine Mediator-Funktion, selten mehr Kenntnis als der jeweilige Einzelne, meist mehr Überblick, was alles zu beachten ist.

Glück auf
Mullagan


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaftlicher Traum
BeitragVerfasst: Di 2. Apr 2013, 19:39 
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hard-rocker
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Sa 7. Nov 2009, 21:26
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Hab´s noch mal vorgeholt, weil es mich an meine frühe Jugendzeit erinnert. Nach Gold gegraben habe ich schon als 5-jähriger, indem ich aus Kieshaufen (eiszeitl. Flussablagerungen aus Perm u.Trias im Thüringer Becken) ockerfarbige Steinschen raussuchte. Nach einem Intermezzo als zukünftiger Gärtner (Steingärten sind noch heute für mich der Innbegriff einer freudvollen Gartenarbeit) waren meine Berufswünsche Sprengmeister, Chemiker und Geologe. Bei Ersterem wußte ich nicht, wer sowas ausbildet, bei Letzterem riet mir mein Vater ab, weil ich in Geräteturnen meist Note 4 oder 5 hatte(alle Turn-Folterinstrumente, bei denen man mehr als 1,5 m runterfallen konnte) und ein Geologe gerade darin gut sein muß, weil er den ganzen Tag im Gebirge rumkraxelt. So bin ich eben in der Chemie gelandet. Es gab damals die sog. "Chemieolympiaden" (1962) und ich hatte es bis zum Stadtmeister von Erfurt geschafft. Spätestens beim Ing.-Studium "Chem. Verfahrenstechnik" hörte Chemie auf, Spaß zu machen. Da war nichts mehr mit Reagenzgläser und Kölbchen schütteln, das war Mathematik und Physik. Ähnlich ist es mit der Geologie. Kann mich erinnern, daß wir, ich glaube so um die 5. oder 6.Klasse rum, einen Aufsatz über unseren zukünftigen Beruf schreiben sollten. Da schrieb ich u.a., daß ich dann - jetzt folgte eine Aufzählung von gut einem halben Dutzend Mineralien - sammeln würde. Welch kindliche Vorstellung ? So hörte ich mit Ende der Lehre (Chemiefacharbeiter in Leuna) auf mit dem Rumexperimentieren in Mutters Küche und die Geologie rückte in den Vordergrund. Als Literatur gab es damals noch nicht viel Populärwissenschaftliches. Ich kaufte mir das Buch "Geologie und Gesteinskunde" von Särchinger, Ausgabe 1957. Das Buch habe ich noch und halte es in Ehren. Durchgelesen, noch mal und immer wieder gelesen. Mit der Zeit wuchs dann das Verständnis für geologische Fragen. So konnte ich feststellen, daß bei meinem Eintritt als Mitglied der "Fachgruppe Geologie - Mineralogie" im Kulturbund 1969 mein allgemeingeologisches Wissen, ohne anzugeben, das vieler älterer Mitglieder, die ausschließlich Mineraliensammler waren, deutlich übertraf. Die Chemie bestand bei mir dann außer gelegentlichem Knallerbau zu Silvester vor allem in der Kationenbestimmung in gefundenen Mineralien, damals auch noch mit dem Lötrohr. Dazu gleich mal eine Frage: Wird die Lötrohrprobierkunst eigentlich noch im Geo- oder Mineralogie-Studium gelehrt ?
In unserer Fachgruppe wurden die Vorträge zumeist durch die Mitglieder selbst gehalten. Der Vortragende berichtete zumeist über spezielle Fundorte, die er besonders oft besuchte. Ein "Angstthema" war die Kristallographieals eigentlich für Mineraliensammler äußerst wichtiges gebiet. Ich erklärte mich bereit, dazu einen Vortrag zu halten. Man, war das kompliziert. Es erforderte ein enormes räumliches Vorstellungsvermögen, vor allem aus den Millerschen Indizes einen Kristall zu konstruieren und dazu ein zweidimensionales Modell zum Ausschneiden und Zusammenkleben zu errechnen. Habe noch eine ganze Kiste der verschiedensten Modelle hier, die ich damals aus den Einlagen des Mineralienmagazins "Lapis" hergestellt hatte. Dazu noch etliche Übergänge selbst konstruiert und hergestellt, wie Würfel - Oktaeder - Rhombendodekaeder - Pentagondodekaeder u. diverse Zwillinge.
Nun, wenn ich noch mal mit heutigem Wissen die Zeit zurückdrehen könnte, dann weiß ich, daß es für ein Geologiestudium nicht gereicht hätte. Notendurchschnitt 1,2 war zu wenig für Abitur. Wahrscheinlich hätte ich eine Bergmannslehre gemacht, vielleicht noch Steiger oder Bergingenieur. Aber die Chemie hat mir unwahrscheinlich geholfen beim Verständnis geologischer Vorgänge und andersrum kamen mir die Geo-Kenntnisse bezüglich Baugrundeinschätzungen beim Häuslebau zugute. Ich war nicht zu 100% auf die Aussagen eines sog. "Fachmannes" angewiesen und konnte doch etwas die Spreu vom Weizen trennen. Auch bei Berichten über Naturereignisse irgendwo auf der Welt, z.B. dem Tsunami um Indonesien, hielft es einem doch ungemein, das alles zu verstehen und dichterische Freiheiten von Journalisten als solche zu erkennen.
Seit der Wende vor sind die Allgemeine Geologie sowie die Gesteine als Studien- und Sammelobjekte mein Hobby. Muster werden in Platten von 7 x 9 meist 9 x 12 cm oder auch 12 x 18,5 cm geschnitten und poliert. Thüringen sowie UK bilden hierbei die Schwerpunkte. Duplikate hatte ich zumeist an die TU Freiberg, die Uni Jena und das Naturhist. Museum Dresden gegeben. Siccar Point z.B. hatte ich 2011 besucht (bei Regen wegen dem sehr glitschigen Abstieg nicht zu empfehlen. Lederhandschuhe, um sich am Stacheldraht des Weidezaunes festzuhalten ebenfalls).


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