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 Betreff des Beitrags: Geowissenschaften studieren?
BeitragVerfasst: Do 9. Mai 2013, 11:45 
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Do 9. Mai 2013, 11:27
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Hallo zusammen,

bin der Christian, 28, aus Münster. Dies ist mein erster Beitrag hier im Forum. Ich habe mich registriert, weil mich eure Meinung zu folgendem Thema interessieren würde.

Ich überlege schon länger Geowissenschaften zu studieren. Die Möglichkeit hätte ich jetzt, allerdings macht mir mein fortgeschrittenes Alter sorgen. Möchte euch kurz mein Werdegang beschreiben:

-Realschulabschluss mit 16
-Fachabitur, Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung mit 18.
-Habe danach eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann begonnen und erfolgreich mit 21 beendet.
-Danach habe ich nebenberuflich den staatl. gepr. Betriebswirt absolviert, dieser hat 4 Jahre gedauert und ermöglicht mir nun den uneingeschränkten Hochschulzugang.

Arbeite seit meiner Ausbildung, also seit zehn Jahren, in einem Großhandel.

Geologie interessiert mich seit meiner Kindheit. Mein erster Berufswunsch war Vulkanologe, ich sammele seit meiner Kindheit Mineralien und Fossilien, früher bunt gemischt, heute Fossilien aus dem Solnhofener Plattenkalk und
U-Mineralien aus Deutschland und dem Kongo.

Wie ihr seht habe ich kein Abitur, konnte daher kein Studium in jüngeren Jahren beginnen. Nun hatte ich früher auch nicht den Drang zu studieren, der kam erst mit den Jahren. Ich würde das Studium am liebsten in Münster beginnen, da dies meine Heimatstadt ist.

Nun würde mich eure Meinung interessieren. Wie seht ihr das? Ein Studium der Geowissenschaften mit 28, gerade wenn man bisher nur eine rein kaufmännische Ausbildung hat, zu beginnen? Bis zum Master dauert es ja mindestens 5 Jahre, dann wäre ist ca. 33 Jahre alt. Wie seht ihr den Arbeitsmarkt für Geowissenschaftler, gerade wenn man nicht mehr der jüngste ist? Wie würdet ihr in dem Zusammenhang die kaufm. Vorbildung bewerten? Kann man evtl. schon etwas mit dem Bachelor anfangen, oder ist der Master Pflicht?

Würde mich über eure Meinungen wirklich freuen.

Danke euch

Gruss
Christian


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaften studieren?
BeitragVerfasst: Do 9. Mai 2013, 16:28 
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master of desaster
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Mo 19. Dez 2005, 17:32
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Wenn dir danach ist, mach es einfach. Fang halt mal zu studieren an. Wie der Jobmarkt in 5 Jahren ist wird dir keiner sagen können. Die Meinungen gehen ja sogar schon für den heutigen Jobmarkt auseinander...

Ich würde nur nicht von Sammelleidenschaften auf das Studium schließen. Es hat nicht viel gemeinsam und wird dir auch nicht viel bringen (vielleicht in 1-2 Kursen...)


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaften studieren?
BeitragVerfasst: Do 9. Mai 2013, 17:51 
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bachelor
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Di 1. Feb 2011, 09:07
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Hallo Christian,

mit 28 bist du definitiv nich nicht zu alt. Wenn du mit 33 fertig mit dem Studium bist, darfst du immer noch 35 Jahre arbeiten.
Dein Lebenslauf scheint ja auch keine Lücken aufzuweisen, du hast dich ja quasi immer weitergebildet.
Wenn du nach dem Studium in die Wirtschaft gehst, könnte eine kaufmännische Ausbildung vieleicht sogar ein Vorteil sein. Denn was wirtschaften und Finanzen angeht, bekommt man im Geostudim so gut wie nichts mit. Ist aber natürlich für eine Firma nicht uninteressant.
Cottontree hat aber recht, dass das Studium weit entfernt vom Mineralien- und Fossiliensammeln ist. Ich rate dir daher dringend, dich erst einmal gründlich mit den Inhalten des Studiums und den späteren Berufsmöglichkeiten zu befassen.
Ob der Bachelor für eine Anstellung reicht ist bis heute noch recht ungewiss (obwohl es diesen Abschluss ja nun auch schon einige Zeit gibt). Persönlich finde ich es wenig sinnvoll, da die eigentliche Vertiefung ja erst im Master stattfindet. Ich kenne auch keine Studenten, die nach dem Bachelor von der Uni sind. Auch könnte es natürlich später beim Gehalt eine Rolle spielen, ob man B.Sc., M.Sc. oder gar Dr. ist.
Wenn dich das Studium aber interessiert, fang doch einfach an. Wie weit dein Weg an der Uni dann geht, wirst du dann sehen.
Allerdings bin ich mir unsicher, ob du mit einem Fachabi an der Uni Münster studieren kannst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaften studieren?
BeitragVerfasst: Do 9. Mai 2013, 19:16 
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Do 9. Mai 2013, 11:27
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Hallo zusammen,

vielen Dank euch beiden schon mal für eure Antworten.

@ odomos: Mit Fachabitur kann ich nicht an die Uni, ich kann mit meinem staatl. gepr. Betriebswirt an die Uni. Dieser ist dem Meister gleichgestellt und gilt seit ca. 3 Jahren als Hochschulzugangsberechtigung. Ist das relativ neue "Studieren ohne Abitur", nur zur Info.

Über weitere Antworten würde ich mich freuen.

Danke euch

Gruss
Christian


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaften studieren?
BeitragVerfasst: Do 9. Mai 2013, 20:00 
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master of desaster
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Sa 9. Jul 2005, 00:41
Beiträge: 860
Wohnort: München
Deinen Ehrgeiz es nun noch anzupacken finde ich toll! Die kaufmännischen Grundlagen sind sicher im späteren Geologenberuf, ja nach Fachrichtung, von Vorteil. Aus eigener Studien- und nun auch Berufserfahrung weiss ich aber, dass vor allem die naturwissenschaftlichen Grundlagenfächer wie Mathematik, Physik, Chemie, Biologie oder Informatik für viele Studis eine große Hürde sind. In den ersten Semestern muss man sich obendrein viel geowissenschaftlichen Grundlagenwissen durch häufige Exkursionen am Wochenende und in der vorlesungsfreien Zeit, und teils schlichtem auswendig lernen aneignen. Wenn du nun noch kein Problem damit hast auch bei knapp über 0°C 2 oder 3 Tage bei Dauerregen draußen zu arbeiten (so ging es auf der Exkursion vor 3 Wochen zu), dann sollte dich im Studium nix aufhalten können.

_________________
The Lost Geologist
http://lostgeologist.blogspot.com/


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaften studieren?
BeitragVerfasst: Do 9. Mai 2013, 22:43 
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Ich habe, bevor ich mein Studium begonnen habe, auch etwas völlig anderes gemacht. Fachfremde Ausbildung + Berufserfahrung. Habe dann aber mit 24 trotzdem mein geowissenschaftliches Studium angefangen und bisher (4. Semester) keinen Tag bereut! Ich gebe aber auch Mathias recht, dass es gerade in den ersten Semestern v.a. auf die naturwissenschaftlichen Nebenfächer ankommt! Aber wenn man etwas wirklich will, kommt man da auch durch. Lieber jetzt studieren, als es später bereuen.
Was aber wohl noch ein interessanter Punkt ist, dass man dann auf ein festes Gehalt verzichtet. Aber mit Bafög, Nebenjob oder gar Stipendium sollte einen das nicht abhalten.

Wenn du wirklich Bock und Ehrgeiz hast, ran an den Speck! :-bd


PS: Auf unser letzten Exkursion nach Thüringen hatten wir 5 Tage -5 bis -10°C und viel, viel Schnee. Hat dem Spaß aber auch keinen Abbruch getan, nur die Profilzeichnungen waren bei der Kälte mitunter etwas anstrengend. :D

Lieben Gruß, Anne


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaften studieren?
BeitragVerfasst: Sa 11. Mai 2013, 20:20 
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Do 9. Mai 2013, 11:27
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Hallo,

vielen Dank euch allen schon mal für die positiven Antworten. Das arbeiten im Feld ist für mich kein Problem, im Gegenteil, ich bin sehr gerne draußen. Kann mich noch gut an meinen Zivi Lehrgang auf dem Ith erinnern. Bin dort immer in die Rothesteinhöhle gekrabbelt, fühl mich dort einfach wohl. Freu mich wirklich auf die Exkursionen, was gibt es besseres als sich in der Natur so richtig schmutzig zu machen ; )

Sammle wie gesagt schon lange Mineralien und Fossilien, bei Mineralien interessieren mich die Chemische Zusammensetzung sowie die Lagerstätten (Sammle hauptsächlich U-Mineralen aus Shinkolobwe, Musonoi, Menzenschwand, Johanngeorgenstadt), bei Fossilien einfach die Vorstellung wie das Lebewesen vor 150 Millionen Jahren ausgesehen hat, sich verhalten hat usw., sowie wie sich die Landschaft in der Zeit verändert hat (Sammle vorwiegend Solnhofen)

Habe mir schon mal Vorlesungspläne angesehen, tolle Themen. Das man sich gerade am Anfang natürlich mit den Grundlagen der Naturwissenschaften auseinandersetzen muss ist mir bewusst.

Wie gesagt, falls noch jemand was zum Thema Beitragen kann immer gerne :)

Euch ein schönes Wochenende

Gruss
Christian


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaften studieren?
BeitragVerfasst: So 12. Mai 2013, 07:59 
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Fr 16. Feb 2007, 19:08
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Bart0815 hat geschrieben:
Habe mir schon mal Vorlesungspläne angesehen, tolle Themen. Das man sich gerade am Anfang natürlich mit den Grundlagen der Naturwissenschaften auseinandersetzen muss ist mir bewusst.

Schau mal hier rein. Da gibt's Vorlesungsaufzeichnungen zum mithören.

_________________
Gruß,
    tepui

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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaften studieren?
BeitragVerfasst: So 12. Mai 2013, 23:28 
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Beiträge: 36
@Bart0815,
wenn du dir Gedanken über das Finanzielle gemacht hast und du weißt, wie du in den 3-6 Jahre Studium über die Runden kommst, dann tue es!
Fachlich: Die Wenigsten, die bei uns damals angefangen haben (incl. denen, die den Abschluss geschafft haben), haben das Interesse an den Tag gelegt, wie du. Wenn du dir also bewußt bist und es vor allem akzeptierst, dass zu dem Studium auch Dinge gehören, die weniger Spaß machen (das muss nicht Mathe oder Chemie sein), dann kann ansich nicht mehr viel schief gehen.
Alter: Kein Problem hier.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaften studieren?
BeitragVerfasst: Mo 20. Mai 2013, 18:29 
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Do 9. Mai 2013, 11:27
Beiträge: 4
Hallo,

danke euch schon mal für die vielen Antworten.

Das Finanzielle wird hauptsächlich durch Bafög abgedeckt. Da ich schon mehrere Jahre arbeite, werde ich elternunabhängig gefördert.

Habe einen Punkt noch vergessen. Dieser stellt für mich die größte Hürde dar. Wie flexibel muss man bei den Jobangeboten sein, bzw. muss man bereit sein weltweit zu arbeiten?
An sich habe ich damit überhaupt kein Problem, das Problem ist nur das ich eine chronische Krankheit habe, Morbus Crohn. Diese Krankheit ist für mich momentan zwar überhaupt kein Problem, da ich momentan absolut beschwerdefrei bin, ich bin aber auf bestimmte Medikamente angewiesen (14 tägige Spritzen), sowie auf gelegentliche Untersuchungen (ca. alle 3 Monate Ultraschall und Blutabnahme). Das Studium sollte mit mehrtägigen Exkursionen keine Probleme darstellen, aber das Arbeiten in Ländern mit weniger guter ärztlicher Versorgung über mehrere Jahre wäre ein Problem.

Bin absolut motiviert, aber das bereitet mir einfach Kopfzerbrechen.

Euch noch schöne Restpfingsten.

Gruss
Christian


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 Betreff des Beitrags: Re: Geowissenschaften studieren?
BeitragVerfasst: Di 21. Mai 2013, 13:46 
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Do 10. Mai 2007, 14:24
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Bart0815 hat geschrieben:
Hallo,

Habe einen Punkt noch vergessen. Dieser stellt für mich die größte Hürde dar. Wie flexibel muss man bei den Jobangeboten sein, bzw. muss man bereit sein weltweit zu arbeiten?
An sich habe ich damit überhaupt kein Problem, das Problem ist nur das ich eine chronische Krankheit habe, Morbus Crohn. Diese Krankheit ist für mich momentan zwar überhaupt kein Problem, da ich momentan absolut beschwerdefrei bin, ich bin aber auf bestimmte Medikamente angewiesen (14 tägige Spritzen), sowie auf gelegentliche Untersuchungen (ca. alle 3 Monate Ultraschall und Blutabnahme). Das Studium sollte mit mehrtägigen Exkursionen keine Probleme darstellen, aber das Arbeiten in Ländern mit weniger guter ärztlicher Versorgung über mehrere Jahre wäre ein Problem.

Bin absolut motiviert, aber das bereitet mir einfach Kopfzerbrechen.

Euch noch schöne Restpfingsten.

Gruss
Christian


Ich kenne mich mit der Krankheit ein wenig aus.
Wenn/da/solange du medizinisch so gut eingestellt bist, ist das sicher nur ein marginales Problem: Du musst deine Bewerbungen später halt auf "zivilisierte" Gegenden beschränken.

Bei Verschlechterung des Krankheitsverlaufs können größere Einschränkungen nötig werden (Toilette in der Nähe?), die quasi einen Schreibtisch-Job erzwingen. Dann sähe die Auswahl schon sehr viel kleiner aus.

Gruß und "Glück auf"
Mullagan


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