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 Betreff des Beitrags: Promotion?
BeitragVerfasst: Mo 25. Nov 2013, 22:06 
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bachelor
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So ganz langsam neigt sich mein Studium dem Ende zu. Im Frühjahr geht es mit der Masterarbeit los und wenn alles gut geht, werde ich dann wohl August/September 2014 endlich den Abschluss haben. Also noch etwas Zeit um sich langsam mal zu überlegen, wie es danach weitergehen soll.
Im Grunde hat man ja genau zwei Möglichkeiten: Entweder einen Job in der Industrie bekommen und quasi ins normale Arbeitsleben einsteigen oder eine Promotion dranhängen. Nur ist es gar nicht so einfach, sich zwischen diesen beiden Wegen zu entscheiden. War es vor einem Jahr noch absolut kein Thema für mich zu promovieren, gefällt mir der Gedanke jetzt doch immer mehr. Vor allem reizt es mich, sich speziell auf einem Gebiet tiefergehendes Wissen anzueignen. Quasi Spezialist zu werden.
Bei meiner bisherigne Recherge stellten sich mir dann allerdings ein paar Fragen: Wie geht man am besten vor? Es gibt ein paar spezielle Gebiete, die mich besonders reizen würden (alle in der Hydrogeologie). Meine eigene Uni betreibt darin allerdings eher keine Forschung. Wenn man sich aber mal auf den Seiten anderer Universitäten umschaut, werden eigentlich so gut wie nie Doktorandenstellen ausgeschrieben. Auch die eigene Forschung wird oftmals nur ganz kurz umrissen, häufig ohne Hinweise auf Publikationen, so dass es auch schwer ist an gezieltere Infos ranzukommen.
Wie habt ihr es gemacht? Erst einmal angefragt ob überhaupt eine Möglichkeit besteht? Oder gleich eine Bewerbung rausgeschickt? Und wann sollte man am besten damit anfangen? Klar, es wäre schon gut, das Masterzeugnis zu haben. Möchte man aber möglichst natlos übergehen, müsste man sich ja ohne bewerben.
Und bewirbt man sich dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter oder nur als Doktorand? Von irgendetwas muss man ja leben, von daher wäre eine Anstellung schon nicht verkehrt.
Ja, vieleicht mögt ihr ja mal erzählen wie das bei euch so war zwischen Uniabschluss und Promotionsbeginn! Und würdet ihr es wieder tun? Oder erst einmal Praxiserfahrung sammeln und vieleicht später zurück an die Uni?

Besten Dank schon mal!


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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion?
BeitragVerfasst: Di 26. Nov 2013, 01:07 
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bachelor
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Nachtrag: Habe gerade gesehen, dass es einen ähnlichen Thread bereits im Job-Forum gibt. Sorry, hätte ich ihn früher gesehen, hätte ich ihn weitergeführt und keinen neuen mit ähnlichem Thema eröffnet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion?
BeitragVerfasst: Di 26. Nov 2013, 05:59 
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hard-rocker
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Puh. Hydro ist sehr angewandt und mir fehlt da der Überblick (Hab Palaeo gemacht - das ist relativ übersichtlich und sehr forschungsbezogen). Alles was mir geholfen hat, war, dass ich bereits während der Diplomarbeit einen groben Überblick bekommen habe, was so die "heissen Eisen" sind. Ich war während der Diplomphase auf drei Tagungen und hab genau diese Einblicke bekommen und wusste auch relativ schnell, was mich eben nicht interessiert.

Meine Erste Bewerbung hätte sogar fast geklappt, wenn ich denn schon fertig gewesen wäre. Die zweite war dann problemlos und hat fast nahtlos ans Studium angeschlossen. Zu zeitig ist also eher nachteilig, weil die Betreuer am liebsten im Forschungsplan starten wollen. Wenn sich jemand bewirbt mit "meine Verteidigung ist dann und dann" wird es zumindest nicht leichter.

Wenn du schon weisst, was dich interessiert, geh doch einfach dorthin wo die Paper her kommen, die du gut findest. Leute anschreiben, fragen ob jemand gerade Promotionsprojekte in Vorbereitung hat. Wenn du es wirklich im August schaffen solltest, kommst du genau richtig zur "Saison". Zumindest ausserhalb Deutschlands ist das die Zeit in der Turnusmässig am meisten Stellen ausgeschrieben werden.

Die Stellen sind in der Regel als Doktoratsstellen mit ~50% Stellenprozenten ausgeschrieben und über Drittmittel finanziert. Du wirst nicht in Geld schwimmen, aber du wirst halbwegs über die Runden kommen. Ob es für eine nette Wohnung/Wg-Zimmer in Uninähe reichen wird, ist allerdings von der Stadt abhängig. Wie oben gesagt, lohnt es sich unter Umständen anzufragen, ob in dem Lerhstuhl irgendwas geplant ist, aber Doktoranden werden nicht auf Zuruf eingestellt.

Wenn Du vor hast in der Wissenschaft zu bleiben, gehe direkt nach dem Master ins Promotionsstudium. Wenn du aber die Promotions als Höherqualifikation innerhalb deiner Zielbranche siehst, tut ein wenig Arbeitserfahrung vielleicht ganz gut. Ich hab direkt nach dem Diplom weitergemacht und würde es wieder so tun, da ich mit zwischenzeitlicher Arbeit nur Zeit vertan hätte, die mir dann Richtung Festanstellung u.U. fehlt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion?
BeitragVerfasst: Di 26. Nov 2013, 11:15 
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schmunda hat geschrieben:
Wenn Du vor hast in der Wissenschaft zu bleiben, gehe direkt nach dem Master ins Promotionsstudium. Wenn du aber die Promotions als Höherqualifikation innerhalb deiner Zielbranche siehst, tut ein wenig Arbeitserfahrung vielleicht ganz gut. Ich hab direkt nach dem Diplom weitergemacht und würde es wieder so tun, da ich mit zwischenzeitlicher Arbeit nur Zeit vertan hätte, die mir dann Richtung Festanstellung u.U. fehlt.


:-bd
Sehe ich genauso.

Zur zweiten von Schmunda angesprochenen Möglichkeit:
Ich habe nach ca. 9 Jahren Berufserfahrung Inserate mit einigen interessanten Promotionsthemen gesehen und mich darauf beworben (eben, weil ich schon relativ genau wusste, was ich - abgesehen vom Titel - bei einem Leben außerhalb der Uni für eine Promotion gebrauchen kann und was nicht). Die Absagen kamen so dermaßen postwendend, dass ich vermute, ohne "Fuß in der Tür" (d.h., du bist schon am Institut) klappt das gar nicht.
Was mich aber richtiggehend schockte war, dass die Themen nicht nur mir gepasst haben, sondern meine "Vergangenheit" mich wohl auch dafür überdurchschnittlich qualifiziert hätte (Beispiel: CKW-Fahnen im Grundwasser).
Wie gesagt: Mein persönlicher Eindruck ist, dass Anwesenheit am richtigen Lehrstuhl im richtigen Moment oder "Vitamin C" da wichtiger ist, als die fachliche Qualifikation/die Vorkenntnisse.


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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion?
BeitragVerfasst: Di 26. Nov 2013, 12:13 
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hard-rocker
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Mullagan hat geschrieben:
Wie gesagt: Mein persönlicher Eindruck ist, dass Anwesenheit am richtigen Lehrstuhl im richtigen Moment oder "Vitamin C" da wichtiger ist, als die fachliche Qualifikation/die Vorkenntnisse.


Zumindest in meinem Fall und Erfahrungen aus meinem Umfeld widerspreche ich dem. Ich hatte nirgendwo vorher die Tür drin, noch kannte ich jemanden aus dem Institut persönlich. Meine Vorteile waren Geländegängkeit und ein relativ breites Spektrum an Grundwissen, aus dem man während der Diss etwas machen konnte. Hier werden wesentlich lieber externe Absolventen als Doktoranden eingestellt als eigene Leute. Alter spielt aber bestimmt eine Rolle.

Folgendes gilt nur wenn Du in der Wissenschaft bleiben willst: Ich rate entschieden davon ab, an derselben Uni zu promovieren, an der du deinen Abschluss gemacht hast. Falls Du nicht familiär gebunden bist, sieh zu dass Du ins Ausland kommst. Du hast es auch nie wieder so leicht in forschungsstarke (oder sagen wir prestigeträchtige) Arbeitsgruppen rein zu kommen, als zum Promotionsstudium. Ich will die Arbeit von kleineren Läden nicht herabdegradieren, aber die Luft zwischen Postdoc und Festanstellung ist verdammt dünn und grosse Namen können da helfen Sauerstoffflaschen zu finden. Ist scheisse so, kann man aber erstmal nicht ändern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion?
BeitragVerfasst: Mi 27. Nov 2013, 04:42 
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master of desaster
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Bei uns werden die Promotionsstellen meisten intern vergeben. Da wird geschaut, wie sich die Studis bei Abschlussarbeiten anstellen, wenn die einen guten Eindruck hinterlassen, bekommen sie ein Angebot zur Promotion. Im Allgemeinen aufbauend auf der Abschlussarbeit. Das ist nicht immer so, aber häufig. Externe wurden bisher auch nur genommen, wenn das Thema ihrer Abschlussarbeit gut gepasst hat.

Wenn du also in Hydro promovieren möchtest, würde ich mir zunächst mal ein spannendes Thema für die Masterarbeit suchen (zur Not an einer anderen Uni), mit dem du später "hausieren" gehen kannst.

Und, ich kann nur zustimmen: Wenn möglich, geh an ein Forschungsinstitut im Ausland.


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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion?
BeitragVerfasst: Mo 2. Dez 2013, 19:14 
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Ich danke euch für die Antworten.
Interessant, dass es anscheinend von Uni zu Uni verschieden ist: So schreibt die eine Uni die Stellen normal aus und die andere greift eher auf Interne zurück.
Aber wie sieht das denn aus, wenn gerade keine passende Stelle ausgeschrieben ist? Meint ihr, man hat auch mit Initiativbewerbungen Chancen?
Und neben den Unis gibt es ja auch noch andere Geo-Einrichtungen zb. Helmoltz-Zentrum oder GFZ.
Aber wie sieht es bei der BGR aus? Ist ja eine Bundesanstallt. Dennoch denkbar, dort zu promovieren oder würde das nur gehen, wenn man auch an einer Uni immatrikuliert ist?

Die Sache mit dem Ausland ist natürlich interessant. Allerdings muss man hier wohl aufpassen (zumindest wenn man auch an der ausländischen Uni immatrikuliert ist), dass einem der Abschluss dann auch in Deutschland anerkannt wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion?
BeitragVerfasst: Mo 2. Dez 2013, 22:18 
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odomos hat geschrieben:
Aber wie sieht das denn aus, wenn gerade keine passende Stelle ausgeschrieben ist? Meint ihr, man hat auch mit Initiativbewerbungen Chancen?


Da mache ich Dir wenig Hoffnung. Promotionsstellen sind fast ausnahmslos über Drittmittel finanziert. Du kannst Dich höchsten initiativ bewerben und hoffen, dass sich entsprechende Menschen an Dich erinnern, wenn sie Drittmittelanträge bewilligt bekommmen haben. Da entstehen aber zwangsläufig recht grosse Lücken.
Glaub mir, Doktorandenstellen sind noch relativ häufig. Wenn Du offen bist, wirst Du schon was finden, was Dich interessiert.

odomos hat geschrieben:
Und neben den Unis gibt es ja auch noch andere Geo-Einrichtungen zb. Helmoltz-Zentrum oder GFZ.
Aber wie sieht es bei der BGR aus? Ist ja eine Bundesanstallt. Dennoch denkbar, dort zu promovieren oder würde das nur gehen, wenn man auch an einer Uni immatrikuliert ist?


Offiziell musst du an einer Bildungseinrichtung mit Promotionsrecht (in der Regel Universitäten) eingeschrieben sein. Kooperation mit ausseruniversitären Forschungseinrichtungen sind aber nicht selten. Landesämter, BGR, Helmholtz-Zentren etc.

odomos hat geschrieben:
Die Sache mit dem Ausland ist natürlich interessant. Allerdings muss man hier wohl aufpassen (zumindest wenn man auch an der ausländischen Uni immatrikuliert ist), dass einem der Abschluss dann auch in Deutschland anerkannt wird.


Das ist mir neu. Die Anerkennung von Abschlüssen wird meines Wissens uniintern geregelt. Wenn du einen PhD irgendwo gemacht hast, ist es Sache der Personalabteilung, bzw. des stellenausschreibenden Departments, welche Bewerbung in Betracht gezogen werden und welche nicht. Der Rest ist Papierkram. Ich will nicht ausschliessen, dass es im Einzelfall zu Schwierigkeiten kommen kann, aber im Normalfall, sollte das kein Problem sein.

Dr. Schmunda


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 Betreff des Beitrags: Re: Promotion?
BeitragVerfasst: Sa 7. Dez 2013, 18:46 
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Interessante Diskussion. Nach Jahren im Beruf habe ich auch Überlegungen angestellt, wieder teilweise ins Akademische zurückzukehren. Ich habe wie Mullagan oben auch sagte, klare Vorstellungen, was ich möchte und was mich interessiert und weiter bringt - ein kleiner Vorteil denke ich, wenn man durch den Beruf vorher etwas "Distanz" zur Uni aufgebaut hat. Ich habe auch schon mit einigen Akademikern darüber geredet und sie haben Interesse daran, nicht nur weil ich die Berufserfahrung habe, sondern auch etwas mit ins Institut oder Arbeitsgruppe bringen kann (Mentoring, Coaching von Studenten etc.), das andere direkte Uni-Abgänger nicht haben.

Stimme mit Mullagan überein, dass persönliche Beziehungen mit den relevanten Akademikern und Vitamin B da helfen können.

Fazit: Wenn du später so oder so in der Industrie arbeiten möchtest, gehe erstmal arbeiten und komme später wieder an die Uni zurück.


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