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 Betreff des Beitrags: Kompass...aber welcher?
BeitragVerfasst: Mo 1. Okt 2007, 23:59 
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master of desaster
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Da mir der Gedanke immer mal wieder kommt will ich heute, vor allem die erfahrenen von euch, fragen! Ich habe schön öfter überlegt mir einen eigenen Geologenkompass zuzulegen. Leider sind die meisten davon aber schön teuer. Daher ein paar Fragen:

1. Lohnt es sich überhaupt einen eigenen Geologenkompass zuzulegen?

2. Erfahrung habe ich aus Freiberg mit dem Geologischen Gefügekompass Freiberger Modell. Den habe ich auf jeder Exkursion oder Kartierung benutzt (ausgeliehen) und klappte immer einwandfrei. Nun sind die echten Freiberg Gefügekompasse aber astronomisch teuer und für mich sicher nicht bezahlbar.

3. Auf meinem Praktikum in Peru haben wir mit dem geologischen Gefügekompass von Brunton gearbeitet, den ich überhaupt nicht mochte, unpraktisch fand und der auch gleich nach ein paar Tagen kaputt ging (war aber nicht meine Schuld). Aber vielleicht war ich auch einfach nur zu sehr an den Freiberger gewöhnt.

4. Von Krantz gibt's paar kostengünstigere Alternativen wie z.B. den geologischen Gefügekompass Krantz Modell. Wie sind die so in Sachen Qualität und Handhabung?

5. Angenommen ich hab nun so ein Teil. Wie funktioniert das mit der Deklinations- und Inklinationseinstellung, wenn ich den nun statt in Deutschland in den USA oder Asien einsetzen will? Geht das überhaupt bei allen Geologenkompassen? Auf den Exkursionen haben wir das nie geübt.

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BeitragVerfasst: Di 2. Okt 2007, 08:12 
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Gibt es die Firma Freiberger eigentlich noch?

Ich habe mir mal einen Kompass der Firma Büchi (Schweiz) gekauft - damals für 340,- DM. Der hält immer noch.

Prinzipiell kannst Du jeden Kompass überall benutzen. Im Zweifelsfall mußt Du den Amis halt klarmachen, wie sie Brunton-Werte in Klar-Werte umrechnen können. Dann haben die vielleicht auch mal etwas sinnvolles.
Hatten die Freiberger Kompanden nicht das Problem (aus meiner Sicht), daß man zweimal anlegen mußte, um einen kompletten Wert zu erhalten?

Ich weiß ja nicht, wieoft Du den Kompaß noch für dein Studium brauchst, aber ich denke, für den Anfang reicht auch ein günstiges Modell - ich möchte ersteinmal nicht unterstellen, daß das Ding billig ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kompass...aber welcher?
BeitragVerfasst: Di 2. Okt 2007, 10:45 
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Mathias hat geschrieben:
Angenommen ich hab nun so ein Teil. Wie funktioniert das mit der Deklinations- und Inklinationseinstellung, wenn ich den nun statt in Deutschland in den USA oder Asien einsetzen will? Geht das überhaupt bei allen Geologenkompassen? Auf den Exkursionen haben wir das nie geübt.


Die Deklination (Mißweisung) entnimmst Du der Karte und korrigierst sie auf das aktuelle Jahr. Um den errechneten Wert wird die Kompaßrose mit einer Stellschraube verdreht.

Inklination spielt in Asien und Nordamerika keine Rolle, jedoch auf der Südhalbkugel in Australien und Südamerika. Und natürlich in der Antarktis.
Dort schraubst Du das Deckelglas ab und entnimmst die Kompaßnadel. Auf der Kompaßnadel sitzt im Südteil ein kleiner Blechreiter. Diesen setzt Du auf den Nordteil der Nadel. Den Kompaß auf einen horizontalen Tisch legen und prüfen ob die Nadel austariert ist. Ggf korrigieren. Dann wieder zusammenbauen.

Bei dem Clar´schen Gefügekompaß mit Wirbelstromdämpfung von Breithaupt entfällt die Korrektur der Inklination.

Ich weiß nicht ob ich Dir raten soll, privat eine Gefügekompaß zu kaufen. Gute Firmen stellen Arbeitsmaterial regelmäßig zur Verfügung, siehe Peru.

Persönlich benutze ich seit zwanzig Jahren den Breithaupt mit WSD. Das ist ein Gerät was einen das ganze Leben lang begleitet.

Glückauf Rockdoc

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BeitragVerfasst: Di 2. Okt 2007, 16:47 
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Also ich glaub auch 340 DM - nun so ca. 170 Euronen - wären schon oberhalb meiner derzeitigen Schmerzgrenze. Leider habe ich auch in Berlin noch keinen Laden gefunden, wo man sich die man angucken könnte. In Bonn oder Freiberg war das irgendwie einfacher.

Rockdoc, deine Erklärung zur Einstellung des Kompass war sehr lehrreich. An der UNI hiess es dazu immer nur "das seht ihr dann schon".

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BeitragVerfasst: Do 4. Okt 2007, 13:56 
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Hallo zusammen,

ich darf gar nicht erzählen, dass ich mir einen Wanderkompass von Tchibo für 4,99 € geholt habe, der mir im Gelände genau das misst was ich haben will. Vorher hatte ich einen finnischen Kompass der damals 90 DM's gekostet hat und für meine Dipl.-Arbeit zum Einsatz kam.
Wenn ich es nicht vergesse, bringe ich die Teile zum Treffen mit.

Gruss
Spotts


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BeitragVerfasst: Di 16. Okt 2007, 22:14 
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Ein herzliches Glück auf!

Unter folgender Adresse fand ich nachstehende Anzeige:
http://www.leitfossil-2.de/belege.html

Freiberger Geologenkompass (Gefügekompaß Typ 69 nach CLAR). Streichen und Fallen können in einem Arbeitsgang gemessen werden. 400-Grad-Teilung; ca. 250 g, in Ledertasche, mit Gebrauchsanleitung. Gebraucht, jedoch ausgezeichneter Zustand. Neupreis ca. € 460.-
Einzelstück. € 235.-

Ich finde den Neupreis extrem überteuert, habe selbst bis 1987 diese Kompasse im Freiberger Betrieb mit gebaut. Da kosten heute einfache Nivelliergeräte weniger. Der DDR-Preis des Kompasses lag nach meiner Erinnerung bei ca. 240.- DDR-Mark. Ich besitze ein eigenes Exemplar und war/bin stets zufrieden.

Die HP der Firma ist letztmalig 2004 aktualisiert worden. Hier der Link zu den Geologenkompassen:

http://www.fpm.de/fgkom.htm

Auch heute noch führt mein täglicher Arbeitsweg an der ehemaligen Freiberger Präzisionsmechanik (heute: FPM Holding) vorbei.

Bis dann!
Timo


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BeitragVerfasst: Di 16. Okt 2007, 22:23 
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Ergänzung

Bei:

http://www.fischinger-messen.de/kap5.pdf

kostet der Kompass 365.-€ (Stand: 01.04.2007)


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BeitragVerfasst: Di 16. Okt 2007, 22:32 
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Ich muss wohl doch erst auf eine Goldader stoßen... :lol:

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BeitragVerfasst: Mi 17. Okt 2007, 16:33 
Hi hi,

ja die "guten Alten" sind wirklich empfehlenswert, leider eine echte Investition.

Vor 3 Jahren habe ich meinen Gefügekompass über die Uni bestellt. Ich kann Dir leider nicht mehr den Namen sagen; steht nirgendwo drauf, bzw. habe auch schon nach dem "Beipackzettel" gewühlt, leider nicht auffindbar.
Er hat damals ca. 85 € gekostet und wird in China hergestellt. Die Handhabung ist bescheiden... aber reicht für "kleine Exkursionen". Wenn Du natürlich Diplomkartierung o.ä. mit sehr vielen Messungen machen willst, wirst du mit dem "Freiberger" glücklicher... :wink:


Ich frag`nochmal ein paar Leute, die vielleicht noch den Namen, bzw. den Link noch haben.

LG


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BeitragVerfasst: Mi 17. Okt 2007, 16:40 
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Glückauf Timo,

ich habe seinerzeit (1990) auch eine ganze Kiste mit FPG-Geokompassen gekauft, das Stück für 200 DM und habe sie an Kommolitonen vertickt. Die Qualität ist eins-A. Wir haben auch schon in den siebzigern ein Hängezeug von der fpg "organisiert", es war ja nicht einfach damals. Aber die Qualität war im Detail, da war noch jedes Schräubnchen entgratet, als bei Breithaupt schon billigstes eingesetzt wurde.
Der Preis ist mit 460 Euronen natürlich schon ziemlich heftig, also etwa das Vierfache von damals. Aber man sollte auch sehen, daß 460 Euro auch nur 10 Arbeitsstunden a 46 Euro sind. Und wer macht schon in 10 Stunden einen Präzisionskompass?

Heute habe ich nur noch ein Reststück, natürlich noch in Original-grau-Hammerschlag. Ich benutze ihn als Reserve oder für Diplomanten/Doktoranten.

Glückauf

Rockdoc

Admin edit: Ich hab deinen zweiten Beitrag mir Zitat mal gelöscht... Vanessa.

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BeitragVerfasst: Do 18. Okt 2007, 09:11 
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Die Freiberger Kompanden sind wirklich gut, aber leider gibt es ein paar Produktionsjahrgänge, die nicht viel taugen.
Als wir 1994 eine Sammelbestellung für unser Semester machen wollten, habe wir uns auch Freiberger Kompanden von unseren Komilitonen aus dem Semester vor uns angeschaut. Die Dinger wackelten an allen Ecken und Enden. Deswegen haben die meisten von uns dann Büchi-Kompanden gekauft. Ältere Freiberger-Exemplare waren tadellos in Ordnung.
Also auch bei gebrauchten Kompanden sollte man sich vorher das Teil anschauen und nicht einfach auf den Namen vertrauen.

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BeitragVerfasst: Mi 24. Sep 2008, 14:11 
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Moin,

Frage zur Inklination/Deklination:
Habe hier den Gefügekompass nach Clar von Breithaupt. Sollte der hier sein.
Bin hier in Taupo, Neuseeland. Deklination laut Karte 22,5°.
Wie stell ich das jetzt ein? Der hat keine Stellschrauben, zumindest sehe ich keine. An der Oberseite sind 3 Schrauben, aber die sind wohl dafür da, um das Glas abschrauben und die Nadel raus zu nehmen. Noch nicht probiert! Auf der Nadel ist auf jeder Seite ein kleines Gewicht, sieht nach Gummi aus. Und nu...?

Zur Inklination: Rockdoc meinte, man müsste die Inklination nicht korrigieren, auf der Breithaupt-Seite steht aber, dass diese auch einstellbar ist? Heißt das jetzt, man kann diese für irgendwelche Sonderfälle einstellen oder man muss sie jedesmal neu einstellen?


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BeitragVerfasst: Mi 24. Sep 2008, 14:54 
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Also nach Kiwi-stan zum Mitschreiben.

1. Frage: Stört Dich die Inklination beim Messen? Einfacher Test: Kompas auf einen ebenen und horizontierten Tisch legen (Libelle beachten). Dann Entriegelung drücken. Wenn Die Nadel frei läuft und einigermaßen horizontal drin liegt, kannst Du alle weiteren Inklinationsprobleme ignorieren.
Wenn nicht: Glas aufschrauben und die Gewichte auf der Nadel verändern.

2. Deklination: Die dazugehörende Stellschraube sollte sich auf der Rückseite befinden. (Sieht möglicherweise wie eine Riffelknopf aus) Dort die Kompassrose um den Deklinatinswert verstellen. Falls das nicht geht: Problem ignorieren. Einfach alle Winkel als Azimut, magnetisch messen und hinterher bei der Auswertung um den Deklinationswert beschicken.

Und nicht verwirren lassen.
Denk dran: Die Sonne steht bei Dir mittags im Norden.

Glückauf Rückdoc

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Rockdoc


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BeitragVerfasst: Mi 24. Sep 2008, 15:59 
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@ cottontree

So steht's in der Produktbeschreibung zum Kompass:
Zitat:
Zur Einstellung von Deklination und Inklination ist das Gehäuseoberteil abnehmbar.

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Gruß,
    tepui

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BeitragVerfasst: Mi 24. Sep 2008, 23:18 
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Wohnort: Frankfurt am Main
tepui hat geschrieben:
@ cottontree

So steht's in der Produktbeschreibung zum Kompass:
Zitat:
Zur Einstellung von Deklination und Inklination ist das Gehäuseoberteil abnehmbar.

Ja eben, der hat naemlich keine Stellschrauben aussen. Innen sehe ich aber auch nichts derartiges. Moechte den aber auch nicht einfach aufschrauben und nach gut Glueck versuchen, irgendwo was zu verstellen.
Werde mal bei Breithaupt nach einem digitalen Handbuch fragen.


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