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 Betreff des Beitrags: Re: "heutige Geologieabsolventen können nicht mehr kartieren"
BeitragVerfasst: Fr 16. Apr 2010, 13:33 
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christian_b219 hat geschrieben:
Mathias hat geschrieben:
Ich wolle auch nicht zu kritisch erscheinen :) Keine Sorge.

Zitat:
generell weiss man ja ungefähr wie es im Kartiergebiet aussieht/aussehen sollte


Hmm. Naja. Ab und zu ist es eher besser, wenn man es nicht so genau weiss. Sonst checkt man nur noch das vorhandene Modell ab, ohne es wirklich zu prüfen. Bei meiner Diplomkartierung sind einige Dinge wie neue Gänge und Basaltschlote sowie anderes aufgetaucht, die weder auf einer Karte vermerkt waren, noch den Geologen bekannt. Und das mitten im ausführlich kartierten Deutschland. Also, immer Augen und noch wichtiger Köpfchen offen halten. :)


Das ist natürlich problematisch will ich nicht bestreiten, aber meistens ist es doch so dass man in ungefähr weiss was da so liegen soll


Kartieren ist eine Basisqualifikation für wissenschafltich arbeitende als auch berufstätige Geologen. Bei der Ausbildung während des Studiums (Geologie/Geowissenschaften) geht es nicht darum so nah wie möglich an irgend eine bekannte Karte heranzukartieren, sondern die Fähigkeit zu schulen Geologische Strukturen und Zusammenhänge im Gelände zu erfassen und sich darin im Hinblick auf irgendeine Fragestellung möglichst sicher bewegen zu können. Deswegen läuft so eine klassische Erstsemesterkartierung im Idealfall auch in flach lagernden Sedimenten mit klarer stratigraphischer Abfolge und vernünftigen Aufschlussbedingungen. Schwimmen lernt man ja auch nicht in der Nordsee bei Windstärke 10. Mit ein bisschen Erfahrung sieht man da natürlich was das so alles liegt. Nichtsdestotrotz guckt man am ersten Tag einer solchen Exkursion immer wie ein Schwein ins Uhrwerk (das ging zumindest mir so).

Diese grundlegende Fähigkeit das Gelände zulesen brauchte ich bei jeder Feldarbeit ohne dass dabei in dem Sinne ein Karte rausgekommen wäre. Auch in der Wüste muss man manchmal zwei mal hingucken, sonst beprobt man 4 mal ein und diesselbe Karbonatbank weil irgendwelche Störungen die Abfolge zerhackt haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: "heutige Geologieabsolventen können nicht mehr kartieren"
BeitragVerfasst: Sa 17. Apr 2010, 02:23 
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Jaaaaaa.... das wäre schon der Sinn des Ganzen. Praktisch gesehen habe ich den Eindruck dass die Geländearbeit eher als lästige Nebenfunktion gesehen wird die Arbeit macht und natürlich nur Aufwand und Dreck hervorruft. Ich habe nun gelegentlich einige Kartierer in der Eifel und ich kann bei manchen froh sein wenn die Basalt und Kalkstein unterscheiden können.
Wer möchte noch gern ins Gelände gehen wenn man irgendwelche spektakulären Comnputermodelle zu Hause im mollig warmen entwerfen kann...

Gruss
Helge 8)


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 Betreff des Beitrags: Re: "heutige Geologieabsolventen können nicht mehr kartieren"
BeitragVerfasst: Sa 17. Apr 2010, 04:58 
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spotts hat geschrieben:
Jaaaaaa.... das wäre schon der Sinn des Ganzen. Praktisch gesehen habe ich den Eindruck dass die Geländearbeit eher als lästige Nebenfunktion gesehen wird die Arbeit macht und natürlich nur Aufwand und Dreck hervorruft. Ich habe nun gelegentlich einige Kartierer in der Eifel und ich kann bei manchen froh sein wenn die Basalt und Kalkstein unterscheiden können.
Wer möchte noch gern ins Gelände gehen wenn man irgendwelche spektakulären Comnputermodelle zu Hause im mollig warmen entwerfen kann...

Gruss
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Da wiederhol ich mich jetzt zwar aber wofür hat man nen Gesteinsbestimmungskurs? Ich mein wenn man so was dann nach 3 Semestern wiedermal macht wie das bei uns halben Geologen der Fall ist dann hat man da evtl schon mal Anlauf Schwierigkeiten, aber dafür hat man ja auch die Vorbesprechung, die hat mir persönlich gereicht um dieses Wissen (in meinem Fall aus dem ersten Fachsemester) wieder aufzutauen, wie jmd ein Vordiplom bestehen will ohne ordentlich die Gesteine drauf zu haben ist mir ein Rätsel (zumindest wäre das bei uns nahezu unmöglich). Zum Anderen muss man schon ganz klar sagen wenn man das richtig aufzieht dann find ich sowas absolut klasse, wir waren bei bestem Grillwetter damals unterwegs und ich hatte schon die Anschaffung eines Grills erwogen, wenn man natürlich wenns stürmt und schneit kartieren geht dann muss man sich als Dozent auch nicht wundern wenn da die Motivation fehlt (und einige unserer Dozenten gehen lieber wenns schneit kartieren was auch immer sie sich davon erwarten).


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 Betreff des Beitrags: Re: "heutige Geologieabsolventen können nicht mehr kartieren"
BeitragVerfasst: Sa 17. Apr 2010, 13:46 
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Nur so als Hinweis. Später im Job ist es dem Boss egal, was zu ein Wetter ist. Meine Diplomkartierung lief größtenteils bei Regen, Schnee und niedrigen Temperaturen ab und mit nassen Klamotten. Sicher ist das dann kein Urlaub mehr, aber da muss man durch. Man war ich froh, als endlich warmes und trockenes Wetter kam damals! Wenn das Kartierpraktikum als wie Urlaub erscheint, dann ist das die Ausnahme. Genieße sie, im Job später wird das noch seltener. Dann wird kartiert, wenn es der Zeitplan vorgibt und nur aufgehört, wenn man vor lauter Schnee oder Regen nichts mehr sehen kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: "heutige Geologieabsolventen können nicht mehr kartieren"
BeitragVerfasst: Mo 19. Apr 2010, 14:48 
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Mathias hat geschrieben:
Nur so als Hinweis. Später im Job ist es dem Boss egal, was zu ein Wetter ist. Meine Diplomkartierung lief größtenteils bei Regen, Schnee und niedrigen Temperaturen ab und mit nassen Klamotten. Sicher ist das dann kein Urlaub mehr, aber da muss man durch. Man war ich froh, als endlich warmes und trockenes Wetter kam damals! Wenn das Kartierpraktikum als wie Urlaub erscheint, dann ist das die Ausnahme. Genieße sie, im Job später wird das noch seltener. Dann wird kartiert, wenn es der Zeitplan vorgibt und nur aufgehört, wenn man vor lauter Schnee oder Regen nichts mehr sehen kann.


Dem stimme ich mal ganz uneingeschränkt zu. Auch bei Minusgraden und Schneesturm musst du im Arbeitsleben als Geologe bereit sein, z.B. Bohrkerne aufzunehmen. Und das geht am besten ohne Handschuhe... (das Vergnügen hatte ich - Vergnügen meine ich ernst, auch wenn sich das erst im Rückblick/im Warmen offenbart). Urlaub ist das Arbeitsleben später nicht, aber es reicht völlig aus, wenn es Freude macht.

@spotts: :hallo: hier wäre jemand, der das Gelände dem mollig warmen Computermodellierungsplatz vorzieht... ;-)

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 Betreff des Beitrags: Re: "heutige Geologieabsolventen können nicht mehr kartieren"
BeitragVerfasst: Mo 19. Apr 2010, 15:37 
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spotts hat geschrieben:
Wer möchte noch gern ins Gelände gehen wenn man irgendwelche spektakulären Computermodelle zu Hause im mollig warmen entwerfen kann...


Hier wäre noch einer. Leider ist er aber nicht mehr viel im Gelände, da in Deutschland die Forschung in der Geländearbeit abnimmt und die Forschung am PC dagegen zu, da das einfacher und billiger erscheint!

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Gruss,

Christoph


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 Betreff des Beitrags: Re: "heutige Geologieabsolventen können nicht mehr kartieren"
BeitragVerfasst: Mo 19. Apr 2010, 17:28 
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spotts hat geschrieben:
Jaaaaaa.... das wäre schon der Sinn des Ganzen. Praktisch gesehen habe ich den Eindruck dass die Geländearbeit eher als lästige Nebenfunktion gesehen wird die Arbeit macht und natürlich nur Aufwand und Dreck hervorruft. Ich habe nun gelegentlich einige Kartierer in der Eifel und ich kann bei manchen froh sein wenn die Basalt und Kalkstein unterscheiden können.
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Zugegeben. Ab und zu kann es auch ziemlich nervtötend sein. Vor allem der Rückweg, wenn der Rucksack von Gesteinsproben überquillt, der Schneematsch unter den Schuhen hervorspringt und schon darunter die Socken erreicht hat, während der Regen langsam unter den Rucksachriemen seinen Weg ins Innere der Jacke findet. Dann würde ich auch lieber vor dem PC sitzen. Aber was bringt uns der PC, wenn wir ihm keine Felddaten zum füttern geben? Nichts. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: "heutige Geologieabsolventen können nicht mehr kartieren"
BeitragVerfasst: Mo 19. Apr 2010, 18:32 
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spotts hat geschrieben:
Jaaaaaa.... das wäre schon der Sinn des Ganzen. Praktisch gesehen habe ich den Eindruck dass die Geländearbeit eher als lästige Nebenfunktion gesehen wird die Arbeit macht und natürlich nur Aufwand und Dreck hervorruft. Ich habe nun gelegentlich einige Kartierer in der Eifel und ich kann bei manchen froh sein wenn die Basalt und Kalkstein unterscheiden können.
Wer möchte noch gern ins Gelände gehen wenn man irgendwelche spektakulären Comnputermodelle zu Hause im mollig warmen entwerfen kann...


Leider ist das bei vielen Studenten hier in Berlin auch der Fall. Während einige ganz wild aufs Gelände sind, gibt es doch erstaunlich viele die die Geländearbeit als nervig und unwichtig abtun.
Anstatt die Zeit zu genießen. Man kann doch so super viel lernen im Gelände und es prägt sich auch viel besser ein als der theoretische Stoff in den Vorlesungen...
Hatten mal eine Kartierfahrt mit 1,5 Dozenten und nur 6 Studenten (normalerweise 12-14). Da lernt man dann wirklich eine Menge :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: "heutige Geologieabsolventen können nicht mehr kartieren"
BeitragVerfasst: Di 20. Apr 2010, 13:09 
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Hallo zusammen,

ich kann nur sagen: nehmt während des Studiums so oft es geht an (vernünftigen) Exkursionen teil und versucht dort etwas an Wissen mit zu nehmen. Gerade dort lernt man am meisten. Zu dem lernt man interessante Gegenden kennen. Seit den Südfrankreich-Exkursionen bin ich ein Fan von dieser Gegend.
Es hilft überhaupt nichts wenn man alle Feldspäte und deren Vertreter mit den Formeln kennt aber nicht weiß wie sie im Gelände aussehen und was sie uns sagen können.
Wenn genug Interesse besteht biete ich im Sommer einen kleinen Geländekurs in der Eifel an.

Gruss
Helge :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: "heutige Geologieabsolventen können nicht mehr kartieren"
BeitragVerfasst: Di 20. Apr 2010, 13:42 
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Hallo Helge,
grundsätzlich melde ich mal Interesse an. Hängt im Detail vom Datum ab.

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Gruß,
    tepui

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 Betreff des Beitrags: Re: "heutige Geologieabsolventen können nicht mehr kartieren"
BeitragVerfasst: Di 20. Apr 2010, 20:48 
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Tja, mit den Exkursionen, also dem wirklich praktisch orientierten Anteil des Studiums, sieht's derzeit nicht sehr gut aus.
Im Rahmenplan des Bachelor-Studiums sind bei uns folgende Exkursionen vorgesehen: Stratigraphie oder Sedimentologie, Erde I als Einführung, Tektonik und Karte/Profil. Die ersten 3 dauern 3-5 Tage, die Exkursion zur Kartierung dauert ungefähr 11 Tage. Das ist definitiv zu wenig, aber meiner Meinung nach kann man den Studenten finanziell einfach nicht mehr zumuten, da die Exkursionen alle aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Zudem ist es zeittechnisch auch nur schwer machbar, da man in den Semesterferien ja auch arbeitet, Pratika macht oder irgendwelche Ferienkurse. Das Semester ist ja sowieso babarst vollgepackt...

Zum Kartieren an sich:
Ich war 10-11 Tage in den Alpen, genauer gesagt in Kärnten. Das Kartiergebiet war mit knapp über 2 Quadratkilometer zwar recht klein, wies aber massive Höhenunterschiede von bis zu 800m auf.
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, zumal das Wetter meist sehr gut war. Im Regen hätte man auch schlecht in 2000m Höhe die Hänge hoch- und runterklettern können.
Generell hat es mir auch sehr viel gebracht, endlich konnte man da mal den ganzen trockenen Stoff anwenden, den man im Semester davor ein Mal wöchentlich in Vorlesung und Übung gehört hatte...
Nichtsdestotrotz ist das meiner Meinung nach viel zu wenig, da die Exkursionen doch eigentlich das sind, was einem die praktische Anwendbarkeit des ganzen Stoffes zeigt (den man sich sonst fast krampfhaft reinprügeln muss) und somit ein viel tieferes Verständnis ermöglicht.
Tja, aber für soetwas will man wohl keine Fördergelder ausgeben. Zumindest nicht bei uns (FU). Geschweige denn etwas an diesem idiotischen Stundenplan verändern.

Bachelor - Lernen, nicht denken.


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 Betreff des Beitrags: Re: "heutige Geologieabsolventen können nicht mehr kartieren"
BeitragVerfasst: Di 20. Apr 2010, 21:18 
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GeoBerg hat geschrieben:
Mathias hat geschrieben:
Nur so als Hinweis. Später im Job ist es dem Boss egal, was zu ein Wetter ist. Meine Diplomkartierung lief größtenteils bei Regen, Schnee und niedrigen Temperaturen ab und mit nassen Klamotten. Sicher ist das dann kein Urlaub mehr, aber da muss man durch. Man war ich froh, als endlich warmes und trockenes Wetter kam damals! Wenn das Kartierpraktikum als wie Urlaub erscheint, dann ist das die Ausnahme. Genieße sie, im Job später wird das noch seltener. Dann wird kartiert, wenn es der Zeitplan vorgibt und nur aufgehört, wenn man vor lauter Schnee oder Regen nichts mehr sehen kann.


Dem stimme ich mal ganz uneingeschränkt zu. Auch bei Minusgraden und Schneesturm musst du im Arbeitsleben als Geologe bereit sein, z.B. Bohrkerne aufzunehmen. Und das geht am besten ohne Handschuhe... (das Vergnügen hatte ich - Vergnügen meine ich ernst, auch wenn sich das erst im Rückblick/im Warmen offenbart). Urlaub ist das Arbeitsleben später nicht, aber es reicht völlig aus, wenn es Freude macht.

@spotts: :hallo: hier wäre jemand, der das Gelände dem mollig warmen Computermodellierungsplatz vorzieht... ;-)


Generell stimme ich euch da auch zu nur muss dem Dozenten dann klar sein, dass man zwangsläufig nicht die Aufmerksamkeit hat wie wenn das Wetter schön ist, wie schmunda sagte

schmunda hat geschrieben:
Schwimmen lernt man ja auch nicht in der Nordsee bei Windstärke 10 [...] Nichtsdestotrotz guckt man am ersten Tag einer solchen Exkursion immer wie ein Schwein ins Uhrwerk (das ging zumindest mir so).


ihr versteht was ich meine?

This_Living_Hand hat geschrieben:
Zum Kartieren an sich:
Ich war 10-11 Tage in den Alpen, genauer gesagt in Kärnten. Das Kartiergebiet war mit knapp über 2 Quadratkilometer zwar recht klein, wies aber massive Höhenunterschiede von bis zu 800m auf.


Das mag schön und gut sein für einen Kartierkurs sind derartige Höhenunterschiede aber unzweckmäßig da is man ja mehr am Pause machen und klettern als am kartieren, ich weiss noch aus BW Zeiten wie es ist 800/900 Höhenmeter mit 35 kg Gepäck hochzulaufen, da machst du an dem Tag nicht mehr viel.


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 Betreff des Beitrags: Re: "heutige Geologieabsolventen können nicht mehr kartieren"
BeitragVerfasst: Di 20. Apr 2010, 21:51 
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christian_b219 hat geschrieben:
Generell stimme ich euch da auch zu nur muss dem Dozenten dann klar sein, dass man zwangsläufig nicht die Aufmerksamkeit hat wie wenn das Wetter schön ist, wie schmunda sagte


Naja, nur das Wetter auf der Exkursion kann man halt nicht Wochen im Voraus wissen. Da muss man einfach nehmen was kommt.

Zitat:
Das mag schön und gut sein für einen Kartierkurs sind derartige Höhenunterschiede aber unzweckmäßig da is man ja mehr am Pause machen und klettern als am kartieren, ich weiss noch aus BW Zeiten wie es ist 800/900 Höhenmeter mit 35 kg Gepäck hochzulaufen, da machst du an dem Tag nicht mehr viel.


Also meistens gehe ich und kartiere dabei, stehe nur mal kurz paar Sekunden, damit die GPS-Koordinaten stimmen. Nur in Aufschlüssen bleibe ich stehen. Meistens zu lange meiner Meinung nach. Und mache dort dann oft meine Pause. Bei meiner Diplomkartierung kamen trotz maximaler Höhenunterschiede von weniger als 200 m auch 800 Höhenmeter zusammen. Mehrmals in Linien den Weinberg hoch und runter und schon hat man die. Aber ich würde da niemals 35kg mitnehmen!!! Meine Ausrüstung, inklusive Hammer, wiegt kaum 5 kg. Probennahme mache ich dann meist getrennt und gehe/fahre nur meine Probenahmepunkte an. Sonst würde ich mich auch totschleppen. Meistens ist das nur eine Frage der Planung der Route und Organisation. Das lernt man halt nicht unwiederruflich in 1 paar Geländetagen kartieren. Daher sind 1 Kartierung von 10 oder 12 Tagen im Bachelor meiner Meinung nach auch viel zu wenig. Richtung lverstehen was man tut, tun die Meisten frühestens bei der 2. Kartierung.

@spotts: Interesse hätte ich. Aber es hängt sehr vom Zeitraum ab und den Kosten. Woran genau denkst du? Hast du ein Programm?

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 Betreff des Beitrags: Re: "heutige Geologieabsolventen können nicht mehr kartieren"
BeitragVerfasst: Di 20. Apr 2010, 22:41 
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Muss mal ne kleine Lanze für die FU brechen :cheesygrin: Theoretisch kann man als Student auch an mehr als vier Exkursionen teilnehmen. Da gäbe es z.B. noch Hydro oder Paläo und Masterfahrten die man auch als Bachelor machen darf.
Ich sehe das Problem vor allem in zwei Punkten:

Dem finanziellen Aspekt (keinerlei Zuschuss von der Uni) und das Verhältnis Dozent/Studenten. Wenn ich am Aufschluss stehe und der Dozent von 20 Studenten permanent umringt ist, ist es einfach schwerer detailiert Wissen zu vermitteln bzw. konkret mit dem Dozenten darüber zu diskutieren. Ist zumindest meine Erfahrung, dass größere Gruppen auf Exkursionen sehr stressig sein können...


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 Betreff des Beitrags: Re: "heutige Geologieabsolventen können nicht mehr kartieren"
BeitragVerfasst: Di 20. Apr 2010, 22:50 
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cogito, auf den wenigsten exkursionen habe ich viel gelernt. die meisten mit dem bus hier und dort hin und 30 mann dem prof hinterher, der redet 20 minuten und dann darf man 5 minuten steine klopfen, die sind auch nicht sonderlich toll (wenige ausnahmen). gelernt habe ich das meiste auf kartierpraktika. da muss man alles selbst mal machen.

finanziell ist es sicher nicht einfach. aber ich habe es auch ohne reiche eltern und ohne tollen nebenjob bezahlen können. wer auf ne 2 wochen exkursion im sommer halt kein zelt für den campingplatz nimmt, sondern echte zimmer bevorzugt, muss halt sehen wie er das bezahlt. und fahrgemeinschaften bildet man doch sowieso immer. nur die vorgeplanten busexkursionen sind natürlich preislich kaum zu drücken. leider. man muss sich halt durchwurschteln

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