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 Betreff des Beitrags: Re: Frust!
BeitragVerfasst: Mi 9. Feb 2011, 20:25 
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Wenn ich das so lese, kann ich wohl ganz schön froh sein, daß mein Berufswunsch "Geologe" vor 50 Jahren nicht in Erfüllung gegangen ist. Mein Vater hatte mir damals davon abgeraten, da man da seiner Meinung nach nur im Gebirge rumklettert und ich in Geräteturnen meist eine "5" hatte, da man da tief fallen kann. So bin ich in die Chemie gegangen, weil es da pufft und stinkt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frust!
BeitragVerfasst: Fr 11. Feb 2011, 12:16 
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bachelor
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Rockdoc hat geschrieben:

Wir pflegen seit einem Jahr alle Bewerber bei uns, egal ob praktikant oder feste Stelle einem "Quick Assessment" zu unterziehen. Es besteht aus fünf Aufgaben, die unseren Tätigkeitsbereich abdecken: Allgemeine Geologie, Petrologie, Strukturgeologie, Geophysik und Ingenieurgeologie. Für jede richtig gelöste Aufgabe gibt es 20 Punkte. Zusammen also 100 Punkte. In Petrologie besteht die Aufgabe darin, 7 Handstücke und drei Schliffe zu bestimmen (10 Punkte) und eine plausible Genese (nochmal 10 Punkte) vorzuschlagen.

Bachelor-Absolventen liegen bei diesem Quick Assessment zwischen 12 und 18 Punkte (von 100 !), unabhängig von dem ort der Ausbildung. Master hab ich noch nicht genug Daten für eine belastbare Auswertung, aber es zeichnet sich ab, daß die Master-Studenten zwischen 25 und 35 Punkten liegen. Von Diplomabsolventen habe ich auch nicht so viel Vergleichsdaten, jedoch war bis jetzt noch niemand darunter, der weniger als 60 Punkte hatte.


Keine Ahnung wie es beim Diplom war. Ich als Bachelorstudent kann jedenfalls nur sagen dass mir Lehrveranstalltungen fehlen welche anhand von Handstücken und Schliffen das Prozessverständnis schärfen. Es gibt sie, aber viel zu wenige. Die Unsicherheit vieler Absolventen kann ich daher nur zu gut nachvollziehen.
Und Ingeneurgeologie haben wir außer der Hydrogeologie überhaupt nicht. Baugrunduntersuchung oder dergleichen? Nie gehört!

Andererseits: Die Theorie muss auch vermittelt werden. Und die nimmt einfach extrem viel Zeit in Anspruch und sollte nicht unbedingt gekürzt werden. Vieleicht bei den Nebenfächern aber auch hier halte ich einige, zb. Chemie für durchaus wichtig.
Der heutige Geologe scheint eher Theoretiker denn Praktiker zu sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frust!
BeitragVerfasst: Fr 11. Feb 2011, 19:06 
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Rockdoc hat geschrieben:
Wir pflegen seit einem Jahr alle Bewerber bei uns, egal ob praktikant oder feste Stelle einem "Quick Assessment" zu unterziehen. Es besteht aus fünf Aufgaben, die unseren Tätigkeitsbereich abdecken: Allgemeine Geologie, Petrologie, Strukturgeologie, Geophysik und Ingenieurgeologie. Für jede richtig gelöste Aufgabe gibt es 20 Punkte. Zusammen also 100 Punkte. In Petrologie besteht die Aufgabe darin, 7 Handstücke und drei Schliffe zu bestimmen (10 Punkte) und eine plausible Genese (nochmal 10 Punkte) vorzuschlagen.


So einen Test finde ich ganz gut :) . Ich hab auch mal bei nem Interview Gesteine (vom Kupferschiefer bis zum Kimberlit) bestimmen und danach die Genese bzw. plattentektonische Position erlaeutern duerfen. Ist ziemlich einfacher und interessanter als eine kleine Maschine/ Geraet bei Schlumberger in 15min aus den Einzelteilen zusammenzubauen, um seine fachlichen/ ausserfachlichen Kompetenzen unter Beweis zu stellen... :?

Dass Regionalgeologie wie in diesem Fall nicht mehr angeboten wird, finde ich ein sehr schlechtes Zeichen. Wie soll man denn die Geologie vor der Haustuere verstehen (z.B. Freiburg - Schwarzwald), wenn nicht mal das behandelt wird?

Als die Bachelor/Master Geschichte vor fast 10 Jahren hochkam, war ich auch wie viele von Euch nicht sehr beeindruckt. Mein Denken war aus jetziger Sicht viel zu konservativ auf das Diplom ausgerichtet. Im Nachhinein ist es aber gut, dass ein international vergleichbarer Abschluss angeboten wird. Einzigstes Manko: Bis jetzt gibt es noch keinen Master in einer Vertiefungsrichtung (zB Oelgeologie, Bergbaugeologie etc.), alle scheinen noch immer oberflaechlich das Themengebiet anzukratzen. Beispiel Aachen - Georessourcenmanagement oder Angewandte Geowissenschaften. Beide Studiengaenge sind enorm breit und meiner Meinung nach eher oberflaechlich anstatt ins Detail zu gehen. Denkt mal wie vielfaeltig 'Angewandte Geowissenschaften' sein koennen. Ein Master sollte eigentlich zur Vertiefung in einer Richtung dienen (Petroleum Geophysics, Applied Micropalaeontology, ... um einige zu nennen).


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 Betreff des Beitrags: Re: Frust!
BeitragVerfasst: Sa 12. Feb 2011, 11:58 
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Die speziellen Master gibt es schon, jedoch halt meist im Ausland. In Deutschland gibt es nur wenige tiefer gehende Master die kranken z.T. an einer geringen Flexibilität der Prüfungsordnung- kann ja für Mineralogen durchaus nützlich sein sich z.b. bei den werkstoffwissenschaftlern Module reinzuziehen.
Die allgemeineren Master zum selbst zusammenstellen kranken meist an ziemlich geringen Möglichkeiten in die Tiefe zu gehen.

Aus meiner Beobachtung heraus musste ich feststellen das zumindest einige Masterkurse auch hochgradig redundant mit dem Bachelor sind.. bei anspruchsvollen Kursen merkt man schnell das einem die Untermauerung aus phys. Chemie und Festkörperphysik fehlt- ich kann hier nur für meine Erfahrungen im Mineralogie Master reden.

International vergleichbar finde ich die Abschlüsse allerdings keineswegs, da bietet ja schon jede Uni in Deutschland etwas anderes an. Dieses Übel wird politisch gewollt uch so bleiben führt aber dazu das der durch Bolognaprozess angedachte Weg mal eben locker die Uni zu wechseln, zumindest nach der Bsc. Zwischenprüfung mal eben in einem zusätzlichen Jahr resultiert. Die Credits kommen Monate später, Anerkennen der Leistungen kompliziert bis unmöglich, Creditvergabe von Uni zu Uni gar nicht vergleichbar.

Ich kann froh sein das ich die zum Anmelden der Abschlussarbeit erforderlichen 80% der Gesamtcredits mit allen Tricks eines irischen P'ferdehändlers zusammengewurschtelt kriege ( trotz Belegung fast aller Wahlvertiefungen, short course an anderen Unis und Masterkursen -.- ).


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 Betreff des Beitrags: Re: Frust!
BeitragVerfasst: Fr 15. Apr 2011, 23:20 
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Do 31. Mär 2011, 03:01
Beiträge: 298
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Ich muss sagen, dass mir noch ein anderer Gedanke während des Studiums kam. Nicht nur Diplom oder Bsc ist entscheidend. Ich meine nehmen wir mal meinen Opa als Beispiel, 85 Jahre alt, Geologe, Freiberg, weiss alles über Sachsen und Umgebung, und warum? Vielleicht weil er das in 4 Jahren Studium gelernt hat? Nein, sondern weil er sich sein lebenlang damit beschäfftigt hat.
Wenn mir die alten Profs erzählen, wie die Studis heutzutage abschneiden, hab ich oft grosse Lust zu sagen: Ach als SIE studiert haben, wusste man ja noch nicht mal was von Plattentektonik, haben Sie Karl von Terzaghi eigentlich noch persönlich gekannt? :evil: Ich meine in den Letzten 50 Jahren sind doch Unmengen an Wissen hinzugekommen und Studenten heutzutage sollen in 5 Jahren Studium alles das lernen, wozu die Profs 50 Jahre Zeit hatten? Und das nicht nur in einem Fach, nein in Mineralogie, Regionaler Geologie, Hydrogeologie, Ingenieurgeologie, Geophysik, Lagerstättenlehre, Umweltgeologie...Da stimmt doch die Relation nicht.
Das kann ja auch kaum der Anspruch sein. Vielleicht muss man mal überdenken, wozu ein Studium da ist. Das man studiert, weil man sich Wissen aneignen will, ist ja wohl schon seit 100 Jahren nicht mehr Wirklichkeit. Der Adel konnte sich das damals vielleicht leisten, aber so gross ist der Adelsanteil heutzutage an Universitäten nicht mehr, genauso wie die Geistlichen die sich irgendwo in einem Kloster einschliessen konnten, um Bohnen ein lebenlang zu züchten...die Zeiten sind einfach vorbei. Klar das die Qualität darunter leidet.

_________________
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;


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