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 Betreff des Beitrags: Fraktionierung, δ18O-Werte im Niederschlag weltweit
BeitragVerfasst: Mi 28. Jan 2009, 20:49 
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Hallo,

Habe da eine sehr spezielle Frage. Ich glaube nämlich mir ist die δ-Notation zur Angabe der Isotopenverhältnisse immer noch nicht ganz klar. Sitze da gerade vor einer Graphik, welche die weltweite Verteilung von δ18O im Niederschlag zeigt.

Im Äquatorbereich betragen die δ18O-Werte etwa 0 ‰ bis -2 ‰, Richtung Polarregion werden sie negativer (-10 ‰ bis -22 ‰).

Mir erscheint das die ganze Zeit so widersprüchlich:

18O/16O wird kleiner --> Abreicherung von 18O --> δ18O-Wert wird negativer
18O/16O wird größer --> Anreicherung von 18O --> δ18O-Wert wird positiver

Das sind meine Überlegungen, stimmt das?

Warum sind die Werte in der Äquatorregion dann so hoch und in der Polaregion so gering???

Ich finde das alles ziemlich kompliziert und manches erscheint mir widersprüchlich. Vielleicht kennt sich ja jemand besser mit Isotopenverhältnissen aus und kann Licht ins Dunkle bringen?! Würde mich freuen, wenn mir jemand helfen kann!

Liebe Grüße!


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 Betreff des Beitrags: Re: Fraktionierung, δ18O-Werte im Niederschlag weltweit
BeitragVerfasst: Mi 28. Jan 2009, 21:15 
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aquamarin hat geschrieben:
Hallo,

Habe da eine sehr spezielle Frage. Ich glaube nämlich mir ist die δ-Notation zur Angabe der Isotopenverhältnisse immer noch nicht ganz klar. Sitze da gerade vor einer Graphik, welche die weltweite Verteilung von δ18O im Niederschlag zeigt.

Im Äquatorbereich betragen die δ18O-Werte etwa 0 ‰ bis -2 ‰, Richtung Polarregion werden sie negativer (-10 ‰ bis -22 ‰).

Mir erscheint das die ganze Zeit so widersprüchlich:

18O/16O wird kleiner --> Abreicherung von 18O --> δ18O-Wert wird negativer
18O/16O wird größer --> Anreicherung von 18O --> δ18O-Wert wird positiver

Das sind meine Überlegungen, stimmt das?

Warum sind die Werte in der Äquatorregion dann so hoch und in der Polaregion so gering???



Was ist daran widersprüchlich? Die schweren Isotope reichern sich beim Gefrieren ab. Guckst du Moser & Rauert: Isotopenmethoden in der Hydrologie

Glückauf Rockdoc

_________________
Glückauf
Rockdoc


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 Betreff des Beitrags: Re: Fraktionierung, δ18O-Werte im Niederschlag weltweit
BeitragVerfasst: Mi 28. Jan 2009, 21:27 
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Zitat:
Was ist daran widersprüchlich? Die schweren Isotope reichern sich beim Gefrieren ab. Guckst du Moser & Rauert: Isotopenmethoden in der Hydrologie



? In Eis werden doch die leichten Isotope, also 16O eingebaut? 18O reichert sich dagegen im Ozeanwasser an. Meine Frage bezieht sich ja auf den Niederschlag. Verstehe ich immer noch nicht. Aber danke für den Literaturtipp!


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 Betreff des Beitrags: Re: Fraktionierung, δ18O-Werte im Niederschlag weltweit
BeitragVerfasst: Mi 28. Jan 2009, 21:53 
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aquamarin hat geschrieben:
Zitat:
Was ist daran widersprüchlich? Die schweren Isotope reichern sich beim Gefrieren ab. Guckst du Moser & Rauert: Isotopenmethoden in der Hydrologie



? In Eis werden doch die leichten Isotope, also 16O eingebaut? 18O reichert sich dagegen im Ozeanwasser an. Meine Frage bezieht sich ja auf den Niederschlag. Verstehe ich immer noch nicht. Aber danke für den Literaturtipp!


da steht aber einer mächtig auf der leitung ;-)

Als was fällt denn der Niederschlag in der Polarregion?

Glückauf Rockdoc

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Rockdoc


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 Betreff des Beitrags: Re: Fraktionierung, δ18O-Werte im Niederschlag weltweit
BeitragVerfasst: Mi 28. Jan 2009, 23:36 
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erstmal sollte man sich fragen was man eigentlich betrachtet. es macht einen unterschied ob man d18O im oberflächenwasser, tiefenwasser, atmosphäre oder im eis betrachtet und zu einem kleineren teil hängt es auch von der entfernung vom festland ab.

bei der evaporation des tropischen oberflächenwasser wird der wasserdampf an 18O abgereichert, bei der abregnung dieses wassers z.b. in den mittleren breiten regnet primär 18O ab und reichert 18O im wasserdampf weiter ab. wenn der abgereicherte wasserdampf dann in den hohen breiten abregnet nimmt er dieses signal entsprechend in das eis mit.
um es kurz zu sagen: leichte wolken kommen weiter als schwere.

Literaturtipp: Ruddiman 2001, Earths climate - past and future, pp. 150-154


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 Betreff des Beitrags: Re: Fraktionierung, δ18O-Werte im Niederschlag weltweit
BeitragVerfasst: Fr 6. Feb 2009, 16:46 
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ganz genau! generell gilt, je weiter der niederschlag von der verdunstungsquellen entfernt fällt, umso leichter wird er. und da in den hohen breiten weniger bis gar nichts mehr verdunstet, hat der niederschlag, der z.b. in der arktis oder in der mitte großer kontinente fällt, schon einen längeren weg hinter sich als nahe der verdunstungsquelle--->auf diesem weg hat sich der wasserdampf durch kondensation (z.b. beim aufstieg an gebirgen) und dem daraus folgenden niederschlag an schweren isotopen abgereichert.

die genaue isotopenzusammensetzung eines bestimmten wasserdampfpaketes (und des daraus resultierenden niederschlages) hängt übrigens von der lage der verdunstungsquelle im ozean und den dort herrschenden bedingungen ab und ist unterschiedlich entsprechend der geographischen breite (tropisch, subtropisch, ...) als auch für die länge (pazifik, atlantik, ...). die genaue isotopenzusammensetzung des niedersachlages wiederrum wird dann noch von den fraktionierungsprozessen (gleichgweichtsfraktionierung oder kinetische fraktionierung) bestimmt... :shock:

literaturtipp: clark & fritz, 1997, environmetal isotopes in hydrogeology, pp. 35-77


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 Betreff des Beitrags: Re: Fraktionierung, δ18O-Werte im Niederschlag weltweit
BeitragVerfasst: Di 6. Dez 2011, 20:05 
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hard-rocker
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Ich kann da noch den "Bradley: Paleoclimatology - Reconstructing Climates of the Quaternary" empfehlen


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