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 Betreff des Beitrags: Kalkgehalt - Schnelltest fürs Gelände?
BeitragVerfasst: Di 31. Jan 2012, 16:26 
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hard-rocker
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Gibt es eine Methode wie man unkompliziert unterscheiden kann, ob ein Kalkstein mehr als 85% Calzita enhält? Ich habe einige Proben in die Analyse geschickt und die haben 87 % - 98 % Kalkgehalt, wenn ich jetzt aber 10% HCl drauf träufel dann sprudeln beide praktisch gleich intensiv :/ Gibt es weitere Methoden wie man relativ leicht (während der Arbeit Untertage) bestimmen kann ob ein Kalkstein über 85 % hat? Was bedeutet es eigentlich wenn ein beissender Geruch aufsteigt, wenn man das Gestein mit HCl betropfelt?

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Da steh ich nun, ich armer Tor!
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 Betreff des Beitrags: Re: Kalkgehalt - Schnelltest fürs Gelände?
BeitragVerfasst: Di 31. Jan 2012, 17:42 
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master of desaster
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Beißender Geruch? Kannst du den genauer beschreiben? Wenn es nach faulen Eiern riecht, dann ist relativ viel Schwefelwasserstoff drinnen. Geruch nach "Tankstelle" wie deutet auf KWs.

Ob dein Kalk über 85% CaCO3 hat hängt stark von der Fazies ab. Fazies hier als Endprodukt von sedimentären und diagenetischen Einflüssen. Am einfachsten wäre es, jede makroskopische unterscheidbare Lithologie zu beproben und im Labor einen Mittelwert je Lithologie zu bestimmen und das als Schätzwert für die jeweilige Lithologie zu nehmen. Nur mit HCl draufträufeln wirst du keine brauchbaren Schätzungen bekommen. Hab' das in meiner Diplomarbeit mal am Beispiel einiger Karbonate aus dem Dogger auseinandergegriemelt.

Wenn man den Gehalt also in-situ schätzen will, muss man die Fazies unterscheiden können. Pauschal: je sparitischer der Zement und je hoch-energetischer das Ablagerungsmilieu, desto mehr CaCO3. Modifiziert durch Diagenese (Stylolitenbildung ist sehr negative).

P.S. Sprech mich mal online drauf an. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Kalkgehalt - Schnelltest fürs Gelände?
BeitragVerfasst: Di 31. Jan 2012, 21:37 
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bachelor
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müsste es nicht möglich sein den prozentanteil HCl zu senken?! z.b. bei 10% sprudelt ein dolomit noch ganz leicht... wenn du mit den prozenten runter gehst sollten nur noch die hochprozentigen sprudeln... sehe ich das falsch?


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 Betreff des Beitrags: Re: Kalkgehalt - Schnelltest fürs Gelände?
BeitragVerfasst: Di 31. Jan 2012, 22:18 
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master of desaster
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Das bringt nichts. Ob das Gestein nun 80, 85 oder 95% Kalzit enthält läßt sich allein durch einige Tropfen HCl nicht schnell und ausreichend genau bestimmen. Hier laufen zur Zeit die Übungen 1. Sem. Geowissenschaften. Da haben wir Dolomitsteine die leicht auf 10%HCl reagieren und solche, bei denen gar nix zu sehen ist. Und wenn wir uns innerhalb der Kalksteine aufhalten gibt es Probleme den CaCO3-Gehalt so genau zu schätzen.

Ich denke auch nicht, dass der Dolomitgehalt nicht die wichtigste Rolle spielt bei denen. Es wird sich wohl eher um die Gehalten an säureunlöslichen Rückständen (Ton, Fe-Minerale, Quarz und Sonstiges) handeln.

Außerdem sind im Gestein verteilte Dolomite nur schwer überhaupt zu erkennen. Find mal bei einem feinkörnigen Karbonat die 5 oder 10% Dolomit heraus mit bisl Säure. Evtl. möglich aber unbrauchbar.

Eventuell wären da einige Färbemethoden besser geeignet. Die habe ich bisher aber nur im Labor/Dünnschliff bei Ruhe getestet und nie direkt bei der Feldarbeit. Ich bezweifle die einfache, schnelle und zuverlässige Handhabung im Feld. Aber vielleicht haben da einige alte Hasen bessere Erfahrungen.

P.S. Jemand, der sich gut mit Karbonatgesteinen und der örtlichen Geologie auskennt, und genug Erfahrung, kann die CaCO3-Gehalte wahrscheinlich mit Augenmaß besser schätzen, als es mit in-situ HCl-Test und Färbemethoden möglich ist.

Noch ein Nachtrag: Bei meiner laufenden Diss. haben wir massenhaft Karbonatknollen und Konkretionen aus den Bentoniten geholt. Einige calcitisch, dolomitisch oder gemischt. Alles mikritisch. Da gibt es dolomitische Knollen wir sofort losblubbern und solche wo gar nix passiert. Und das, was wir im Feld als "dolomitisch" bestimmen hat sich dann als dominant calcitisch erwiesen nach der XRD und Mikroskopie. Ich vermute, dass da neben der Mineralogie auch noch die Körngrößen und der genause Chemismus der Calcite und Dolomite eine Rolle spielen, zusammen mit den unlöslichen Verunreinigungen.

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Zuletzt geändert von Mathias am Di 31. Jan 2012, 22:27, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kalkgehalt - Schnelltest fürs Gelände?
BeitragVerfasst: Di 31. Jan 2012, 22:27 
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bachelor
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Gut da gebe ich dir recht... aber bei den übungen ist doch bestimmt die Kratz- und Beissammlung, welche durch soviel mit HCl testen schon völlig hinüber sind.... und bei dolomit meinte ich auch eher das gestein... klar findest du in nem Kalkstein kein einzelnes dolomitmineral durch hcl :-) obwohl das schön wäre...

ich habe während meiner diplomarbeit mit Magnesit/Dolomit/Kalzit zu tun... die konnte ich weder makroskopisch noch mikroskopisch unterscheiden... wie soll man das dann im Gelände mit ner Flasche HCl... ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Kalkgehalt - Schnelltest fürs Gelände?
BeitragVerfasst: Di 31. Jan 2012, 22:29 
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master of desaster
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In meiner DA gings auch um Kalksteine, Mikrofazies usw.

Und, wie im Nachtrag oben zu lesen, gibts in meinen Bentoniten auch reichlich Karbonate.

Vielleicht sollten wir mal quasseln Cesare... ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Kalkgehalt - Schnelltest fürs Gelände?
BeitragVerfasst: Di 31. Jan 2012, 23:32 
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soft-rocker
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Angeblich soll Hämatoxylin für petrographische Zwecke auch im Handstück einsetzbar sein. Nach meinen Erfahrungen (auf Dünnschliffe beschränkt) differenziert das aber nur sicher zwischen Calcit (blauviolett) und Dolomit (farblos) - und für den Einsatz ist eine angeschliffene Fläche sehr vorteilhaft, das spricht erstmal gegen den Geländeeinsatz.

Tonige Bestandteile in Kalksteinen lassen sich an frischen Bruchflächen gut mit diversen basischen Teerfarbstoffen (Malachitgrün, Brillantgrün, Methylenblau, Gentianaviolett) anfärben.

Allerdings habe ich nie versuchen müssen, eine der obengenannten Färbungen quantitativ auszuwerten. :oops:


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