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 Betreff des Beitrags: wasserlöslische Anionenkomplexe bei hohem Ionenpotential
BeitragVerfasst: Mo 28. Jan 2013, 20:48 
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Hallo,

kann mir vielleicht jemand plausibel machen, warum Ionen mit hohem Ionenpotential (z.B. S6+) wasserlösliche Anionenkomplexe bilden? Ich habe in unserer Vorlesung und auch im Web/Literatur immer nur gefunden, dass es so ist, aber nicht genau, wie das zustande kommt. Außer natürlich, dass es was mit der Größe und der Ladung zu tun hat. Aber so richtig verstehen tue ich das ganze nicht.
Kleines Ionenpotential = gut löslich, großes = wasserlösliche Anionenkomplexe und alles dazwischen schlecht löslich. Kennt jemand den chem. Prozess der dabei abläuft? Würde es gerne nachvollziehen können.

Lieben Gruß, Anne


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 Betreff des Beitrags: Re: wasserlöslische Anionenkomplexe bei hohem Ionenpotential
BeitragVerfasst: Mi 30. Jan 2013, 15:36 
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...liegt das nicht an der Stärke der Molekül-Bindungungen?

Also ob sie leicht in Lösung gehen oder nicht weil wenn die Ionenradien zu groß sind passen sie ja nicht so toll ins Kristallgitter...zumindest stell ichs mir so vor richtig?


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 Betreff des Beitrags: Re: wasserlöslische Anionenkomplexe bei hohem Ionenpotential
BeitragVerfasst: Mi 30. Jan 2013, 18:14 
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Anne hat geschrieben:
warum Ionen mit hohem Ionenpotential (z.B. S6+) wasserlösliche Anionenkomplexe


Ich habe den Eindruck da geht etwas ein bisschen durcheinander. Es stimmt: S6+ hat ein hohes Ionenpotential - es ist aber ein Kation und kein AnionenKomplex.
Sulfidische Anionenkomplexe treten u.a. bei den Sulfosalzen auf, z.B. [PbS3]3-. Der Ionenradius des Komplexions dürfte allerdings recht groß sein. Das heißt aber, dass das Ionenpotential (=Ladung/Radius) eher klein ist.
Leider habe ich keine Tabellen zur Hand um wirklich Zahlen zu nennen.

_________________
Gruß,
    tepui

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 Betreff des Beitrags: Re: wasserlöslische Anionenkomplexe bei hohem Ionenpotential
BeitragVerfasst: Mi 30. Jan 2013, 22:46 
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Hallo Anne,
Anne hat geschrieben:
warum Ionen mit hohem Ionenpotential (z.B. S6+) wasserlösliche Anionenkomplexe bilden?

Ich vermute, dass zunächst einiges begrifflich durcheinander geht. Der gesamte Anionenkomplex ist ja das eigentliche Ion, mit dem ersten "Ion" dürfte wohl das Zentralion des Komplexes gemeint sein, dessen Ladung eher als Formalladung aufzufassen ist.
Anne hat geschrieben:
Kleines Ionenpotential = gut löslich, großes = wasserlösliche Anionenkomplexe und alles dazwischen schlecht löslich.

Ich weiß nicht, wo diese Weisheit herkommt, aber so wäre mir das zu einfach. Ein einzelnes Ion, ob komplex oder nicht, hat niemals eine Löslichkeit. "Wasserlöslich" bedeutet, dass ein Stoff nicht nichtlöslich ist, dass sich also Kation und Anion (komplex oder nicht) leicht voneinander trennen. Man muss also das Paar zusammen betrachten.

Deine Frage läuft implizit auf einen Vergleich hinaus, etwa von Sulfat- mit anderen Ionen. Habe ich das so richtig verstanden?


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 Betreff des Beitrags: Re: wasserlöslische Anionenkomplexe bei hohem Ionenpotential
BeitragVerfasst: Do 31. Jan 2013, 18:31 
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Danke schonmal für die Antworten. Ich weiß ja das S+ ein Kation ist, aber wir haben eine Folie in der Vorlesung die besagt, dass Ionen bei hohem Ionenpotential wasserlösliche Anionenkomplexe bilden und als Beispiel hatten wir dafür mal S6+. Kann es mir halt nicht erklären. Ich habe die Folie mal rausgesucht mit Quelle.

Bild

Vielleicht noch gut zu wissen ist, dass wir das in der Petrologievorlesung hatten. Vielleicht hilft die Grafik ja, um mein Verständnisproblem zu verstehen. :)

LG aus Bremen
Anne


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 Betreff des Beitrags: Re: wasserlöslische Anionenkomplexe bei hohem Ionenpotential
BeitragVerfasst: Do 31. Jan 2013, 21:48 
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Also ich ahne, worum es geht. Die Betonung in deiner Anfrage kann auf "wasserlöslich", aber auch auf "Anionenkomplex" liegen. Also: warum bilden Ionen mit hohem Ionenpotenzial Anionenkomplexe? Alle diese Ionen sind wässriger Lösung nicht isoliert, sondern von einer Hydrathülle umgeben. Das Ion zieht besonders die Elektronen der Wassermoleküle an. Wenn die Ionenladung sehr groß wird, und das auf kleinem Raum wie bei P, N oder S, dann ist die Kraft auf den Sauerstroff so groß, dass die Bindung zum Wasserstoff völig gelöst ist und nur noch ein PO4-, NO3-, SO4-Ion (ohne Bindung an H-Atome) bleibt. Größere 5-wertige Ionen wie V5+ können durchaus echte Kationen bilden, aber der Übergang zu Komplexen Oxovanadaten ist unverkennbar.

Man kann aber nicht einfach sagen, diese Komplexe seien wasserlöslich. Beispiel: lösliche und (!) unlösliche Sulfate, Carbonate und Phosphate. Reicht das?

In der graphischen Darstellung liegt ein Problem. Links stehen durchaus echte Kationen, deren Radien sich aus Röntgenuntersuchungen gut bestimmen lassen, also Messwerte. Jedoch gibt es keine isolierten S6+, N5+ Ionen, deren Radien sind aus irgendwelchen Daten irgendwie nach irgendwelchen Ansätzen berechnet worden. Wenn man nur die richtigen Ansätze wählt, passen die erhaltenen Daten auch gut in die Theorie, die mitgeteilt werden soll. Jedenfalls sind die Daten experimentell nicht gleichwertig.


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 Betreff des Beitrags: Re: wasserlöslische Anionenkomplexe bei hohem Ionenpotential
BeitragVerfasst: Do 31. Jan 2013, 22:46 
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Ah ok, danke vielmals Lias. Dein Ansatz hilft mir sehr! :)

Ich kann natürlich nur aus meiner Sicht als Bachelor-Student reden und mein Studium läuft durchaus sehr gut, aber manchmal hab ich das Gefühl, dass man so mit Wissen vollgestopft wird, dass man manch simple Zusammenhänge nicht knüpft und das eigentliche "studieren" und sich Sachen aneignen und miteinander kombinieren da ziemlich auf der Strecke bleibt... Aber das "richtige" Lernen geht ja eh erst nach dem Studium los. :D

Lieben Gruß und nochmals vielen Dank an alle. Wird sicher nicht die letzte Frage gewesen sein.

Anne


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