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 Betreff des Beitrags: "Aufschluss Baustein": Frage zu isoliertem Geröll
BeitragVerfasst: Di 3. Jun 2014, 12:10 
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Hallo,
das verlängerte letzte Wochenende nutzte ich für einen Kurzurlaub in Kaysersberg, Elsass.
Bei den dortigen Gebäuden findet oft ein roter Sandstein Verwendung. Bei einem dieser Bausteine machte ich folgende Beobachtung: In ziemlich einheitlichen sandigen Ablagerungen befand sich ein einzelnes Geröll mit mehreren Zentimetern Durchmesser.

Mein Frage ist: Gibt es außer der Erklärung Transport mittels schwimmenden Eises (Eisschollen, Eisberge) noch andere plausible Erklärungen?

Zur Veranschaulichung zwei Fotos:

Bild
(Klicken aufs Bild führt zur Flickr-Seite)

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(Klicken aufs Bild führt zur Flickr-Seite)

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Gruß,
    tepui

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 Betreff des Beitrags: Re: "Aufschluss Baustein": Frage zu isoliertem Geröll
BeitragVerfasst: Di 3. Jun 2014, 13:47 
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master of desaster
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Sieht nach Buntsandstein aus. Aber Ferndiagnosen sind bekanntlich immer heikel.

Schichtfluten in Playa-Sedimenten und Fans können durchaus mal einzelne Gerölle mitführen. Ein eiszeitlicher dropstone ist es sicherlich nicht. Daz müssten deformationsstrukturen in der Schictung erkennbar sein. Es sieht aber so als als, ob der Brocken sich nahtlos ins Bild einfügt. Er ist ja auch nicht ganz alleine in dem Block, sondern es sind weitere größere und kleinere Gerölle zu erkennen. Die Rundung spricht mMn auch gegen die dropstone hypothese.

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The Lost Geologist
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 Betreff des Beitrags: Re: "Aufschluss Baustein": Frage zu isoliertem Geröll
BeitragVerfasst: Sa 5. Dez 2015, 11:55 
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Hallo,
tepui hat geschrieben:
... Gibt es außer der Erklärung Transport mittels schwimmenden Eises (Eisschollen, Eisberge) noch andere plausible Erklärungen?

Basteln wir uns eine Hypothese mit einer kleinen Geschichte.
Zitat:
... Ablagerungen befand sich ein einzelnes Geröll ...

    Geben wir dem Geröll in der kleinen Geschichte den Namen „Lapilli-A“. Jetzt brauchen wir noch einen Berg und ein Tal für unsere Geschichte, da wählen wir einfach vollkommen willkürlich die Namen für den Berg „Kaiserstuhl“ und für das Tal „Oberrheingraben“. Unser Berg ist auch ein Vulkan und bei einer Eruption vor 15 Millionen Jahren spuckt er Lapilli-A und eine ganze menge Asche und weitere Substanzen in seine Umgebung. Mit den üblichen Niederschlägen wird die Asche und sonstige erosive Substanzen ins Tal gespült und lagert sich dort als Sediment ab. Später wird man die Asche im Sediment als dunkle Linie im Sandstein erkennen können ( Siehe Foto im Beitrag viewtopic.php?f=61&t=4438 ). Lapilli-A ist zu diesem Zeitpunkt noch deutlich größer und eckiger als auf dem Foto und noch weit von seinem Endlager entfernt. Nach dem Hjulström-Diagramm werden größere Substanzen langsamer transportiert als feine Sande und Stäube. Aber der Wasserkreislauf arbeite unermüdlich an den Transport von Lapilli-A. Auf dem Weg ins Tal schleift Lapilli-A sich seine Ecken ab und verliert etwas an Subtanz so das er immer runder wird. Irgendwann befindet sich Lapilli-A auf dem Grund eines Gewässers und die Strömungsgeschwindigkeit reicht nicht mehr aus um den Stein zu bewegen, ab jetzt wir er vom nachfolgenden Sand umspült und nahtlos ins Sediment eingepaßt. In den nachfolgenden Jahren bilden sich immer neue Sediment-schichten oberhalb dieser Einlagerung. Nach dem Lapilli-A von vielen 100 m Sediment-schichten überdeckt ist wird der Druck so groß das die Diagenese beginnt und das Sediment zu Sandstein zementiert. Von seiner Urformung bis in die Sandsteinwand hat Lapilli-A ca. 15 Millionen Jahre gebraucht, schauen wir einmal wie lange er dort bleibt?

Alle in dieser Geschichte geschilderten Vorgänge und Namen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit physikalischen oder chemischen Prozessen wären zufällig und nicht beabsichtigt. ;)

grüße
Tmolos


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 Betreff des Beitrags: Re: "Aufschluss Baustein": Frage zu isoliertem Geröll
BeitragVerfasst: So 3. Jan 2016, 05:07 
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Do 24. Dez 2015, 08:10
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Super Arbeit bin jetzt schon auf das endergebnis gespannt. :)






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 Betreff des Beitrags: Re: "Aufschluss Baustein": Frage zu isoliertem Geröll
BeitragVerfasst: Do 21. Apr 2016, 15:10 
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Do 21. Apr 2016, 14:31
Beiträge: 10
Wow, bitte verzeiht, ich muss jetzt mal eine doofe Newbie-Frage stellen, meine drei Semester Geologie sind einfach viel zu lang her. L-)
Ich war nämlich kürzlich auch im Elsass und in der Hochkoenigsburg wurde derselbe (oder zumindest ähnlicher) rote Sandstein verbaut, der zum Teil richtig viele solcher größerer Einlagerungen hatte - kamen die hier am Oberrhein tatsächlich durch einen Ausbruch des Kaiserstuhl-Vulkans da rein? Kann man die Aschebänder noch irgendwo aufgeschlossen sehen? Das würde ich mir gerne mal ansehen. Reisetipps zu geologischen Sehenswürdigkeiten dieser Art sind hoch willkommen!
Beste Grüße
S


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