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 Betreff des Beitrags: Geologen-Werkzeug - Salzsäure
BeitragVerfasst: Mi 15. Okt 2014, 19:15 
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Mi 15. Okt 2014, 19:09
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Guten Tag,

Ich weiß nicht ob es hier so richtig reinpasst, aber ich hätte mal ein paar Fragen zum typischen Geologen-Werkzeug.

1.Schürfhammer oder Pickhammer?
Muss es diese teuren Gerätschaften sein oder reicht auch Eines solange es aus einem Guss besteht?

2.Salzsäurefläschchen
Wo gibt es soetwas zu kaufen? Im Baumarkt gibt es die nur in großen Behältern und in hoher Konzentration.
Ansonsten habe ich online auch nur 1 shop (Krantz) gefunden, welches kleine gefüllte Salzsäurefläschchen verkauft zu 6,9€ Gibt es keine alternative günstigere Bezugsmöglichkeiten?

Danke


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologen-Werkzeug - Salzsäure
BeitragVerfasst: Mi 15. Okt 2014, 19:36 
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Hallo eapocs :-!

Erst mal - willkommen im Forum.

Zu 1.
Von den GEOversum-Treffen kenne ich einen Berufsgeologen, der einen Zimmermannshammer (aus einem Guss) benutzt.

Zu 2.
Da fallen mir nur Apotheken ein, die dürfen aber kaum billiger sein. Vielleicht kann sich hierzu aber anderes Mitglied qualifizierter äußern.

_________________
Gruß,
    tepui

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 Betreff des Beitrags: Re: Geologen-Werkzeug - Salzsäure
BeitragVerfasst: Mi 15. Okt 2014, 20:19 
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Mi 9. Dez 2009, 21:08
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Hammer: Ich bevorzuge Pickhämmer. Es ist eine Mythos, dass sich mit einem Schürfhämmer Sedimentgesteine besser spalten lassen. Zum "Schurf" anlegen geht natürlich ein Schürfhammer wirklich besser - nur musste ich das noch nicht oft genug machen. Ich habe einige Hämmer probiert und für den Anfang reicht wirklich ein Hammer vom Baumarkt. Es sollte aber schon gefestigter Stahl sein. Mit meinem ersten 11 € Hammer habe ich mal einer Mitstudentin ins Bein geschossen, weil beim Dengeln Stahlspänne abgespratzt sind. Seitdem ich immer wieder in die USA komme, wo du selbst Geologenhämmer von Estwing in jedem Baumarkt für 30 Dollar bekommst, nehm ich nichts anderes mehr. Liegen gut in der Hand, vom Schlag super dosierbar, keine Vibrationen, wirklich perfekt.

Salzsäure: Irgendne alte Flasche von Augen oder Hustentropfen tut's. Salzsäure bekommst du in mittelgrossen Mengen in Apotheken oder eben Laborbedarf. Zur Not kann man es auch selbst verdünnen. Das reicht dann wirklich ein Geologenleben lang. Da mitteln sich die scheinbar hohen Anschaffungskosten vom Baumarkt oder die 3.50 für sone Plasteflasche recht schnell raus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologen-Werkzeug - Salzsäure
BeitragVerfasst: Mi 15. Okt 2014, 21:35 
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Sa 7. Nov 2009, 21:26
Beiträge: 316
Als Hammer hatte ich bisher immer den 40 cm von Estwing. Nachdem ich nun schon den Dritten dieser Art unter 3 m Abraum liegen habe, hat es mir gereicht. Als Amateur-Geologe habe ich mir von Kranz eine preiswerte Variante einer deutschen Firma Marke Forgecraft, Pickhammer mit 325 mm Stiellänge und 1020 g Gewicht gekauft. Kostet bei Kranz (2013) 39,-€. Vergleichbare Estwings liegen bei Preisen ab 62,-€.
Was die Salzsäure betrifft: mach es nicht zu kompliziert. Damit könntest Du Dir sogar die Hände waschen (bitte nicht wörtlich nehmen). Brennt nur höllisch, wenn Du nur die kleinste Hautverletzung hast. Habe ca. 1/2 Liter technische Säure und ca. 1/2 Liter reine, also analysenreine Qualität aus meiner früheren Hobbychemiker-Zeit. Mein Rat: Laß Dir über Amazon o.a. Vertriebe 1 Liter kommen. Kostet wenige Euro plus Versand. I.d.R. bekommst Du da keine verdünnte Säure, sondern konzentrierte, die enthält so ca. 35 - 37% HCl. Lieferung i.d.R. in Plastflaschen. Wenn du sie dicht verschlossen hälst und kühl lagerst, hält sie sich eine halbe Ewigkeit. Du wirst sie außer in der Grundaussattung
Deines Geologenrucksackes noch für manigfaltige andere Zwecke einsetzen können, z.B. Entfernung hartnäckiger Kalk-Krusten in Geräten und z.B. dem Toilettenbecken. Aber beachte: beim Verdünnen erst das Wasser, dann die Säure. Versuche zu vermeiden, daß es dabei spritzt. Ein späteres Loch in der Unterlage (Teppich o.a.) sind dann vorprogrammiert. Du wirst merken, daß schon die Dämpfe beim Kontakt mit der Haut da und dort ein leichtes Brennen hervorrufen. Kurzes Abspülen mit Wasser reicht dann. Bitte unbedingt Augen schützen. Wenn Du ein ausreichend großes und säure beständiges Behältnis hast, kannst du Dir den Liter schon mal komplett etwa 1 : 1 mit Wasser runterverdünnen. Das ist dann leichter, vor allem ungefährlicher zu handhaben und kräftig genug, um seine Wirkung zu tun. Für das Säurefläschen im Gelände habe ich sie mir etwa auf ca. 10 % eingestellt.
Eine geeignete Säureflasche mit eingearbeiteter Pipette aus Glas habe ich in Freiberg/Sa. in einem Spezialladen für Laborbedarf gekauft. Kostet wenige Euro. Der Laden befindet sich am Ende einer zumeist Fußgängerzone in der Nähe des Schlosses. Vorher hatte ich eine Flasche ohne Pipette. Diese hatte ich in einem Plastefläschchen stehen und von der Säure habe ich mir an einem Stäbchen den halben Tropfen "rausgeangelt. Der reichte i.d.R. zum Anzeigen von Kalk.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologen-Werkzeug - Salzsäure
BeitragVerfasst: So 19. Okt 2014, 19:32 
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Mo 14. Dez 2009, 16:06
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Hallo allerseits,

man lernt doch immer dazu. Ich habe jetzt bei Amazon unter "Salzsäure" nachgeschaut und das preiswerte Angebot für die konzentrierte Flüssigkeit gesehen. Ist ja auch sinnvoll, die konzentrierteste Form anzubieten, da der Wassertransport unwirtschaftlich wäre.

Mit zwei Teilen Wasser verdünnen, dann hat man die ungefähr gewünschte ca. 10%ge Lösung. Aber äußerste Vorsicht beim Verdünnen. Schutzbrille und geeignete Schutzhandschuhe! Und nicht in der Küche oder im Keller, nur im Freien. Geeigneten Trichter verwenden. Die brisantesten Flüssigkeiten werden von der Industrie in Behältern ohne Ausguss geliefert. Wer da nicht aufpasst, hat es sich erstmal über Hose und Schuhe geschüttet.

Viel Glück.
Lias


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologen-Werkzeug - Salzsäure
BeitragVerfasst: Mo 20. Okt 2014, 14:51 
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Mi 8. Aug 2007, 19:15
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Hi,

ich rate dringend davon ab, etwas anderes als Geologenhämmer zu verwenden. Es muss ja kein Estwing sein, aber auch da gibt es günstige Varianten (Forgecraft oder Picard). Gerade für den Laien, der sich noch nicht mit härten von Gestein usw. auskennt ist sowas wichtig. Die Gefahr, dass der Hammer absplittert und jemand verletzt wird ist zu groß.

Wir haben im Studium uns eine große Flasche 35 - 37%ige Salzsäure gekauft und dann selber verdünnt. Mit der Methode von Lias wird deine Säure irgendeine Konzentration haben, aber nicht die von 10%. Das ist ein Fehler, der sehr gerne gemacht wird. Da man im Gelände und nicht im Labor arbeitet kann man in ziemlich großen Fehlertoleranzen arbeiten. Daher haben wir für die Geländesäure einfach diese Methode verwendet: http://de.wikipedia.org/wiki/Mischungskreuz

Das Beispiel dort ist auch perfekt für eine 35%ige Säure:
Zitat:
Beispielrechnung 1 (Mischen mit reinem Wasser):
Es soll eine 35-prozentige Säure mit Wasser so gemischt werden, dass sich eine Ziellösung von 6 % Säureanteil ergibt. Wie viel Wasser und wie viel Säure werden benötigt?

Die Ausgangskonzentrationen auf der linken Seite sind 35 % für die Säure und 0 % für das Wasser, in der Mitte steht die gewünschte Zielkonzentration, in diesem Fall 6 %

35 – 6 ergeben 29 Teile,
6 – 0 ergeben 6 Teile,

insgesamt sind es 35 Gesamtteile. Es werden folglich 6 Teile der 35-prozentigen Säure und 29 Teile Wasser benötigt, um eine 6-prozentige Säure herzustellen.

Sollen 1000 g einer 6-prozentigen Ziellösung hergestellt werden, benötigt man demnach:

35-prozentige Säure: [1000 g / 35] * 6 = 171 g
Wasser: [1000 g / 35] * 29 = 829 g


Wenn du dir nicht immer direkt einen Liter machst, sondern eher im Rahmen von 10-50 ml bleibst, hält deine Säureflasche ewig und du kannst dir nach den Anforderungen unterschiedliche Konzentrationen mischen.
Glück Auf


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologen-Werkzeug - Salzsäure
BeitragVerfasst: Mi 22. Okt 2014, 23:36 
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Muss man statt nur mit Gramm nicht mit mol rechnen?

Gruss
Helge


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologen-Werkzeug - Salzsäure
BeitragVerfasst: Do 23. Okt 2014, 23:53 
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nimm´s doch nicht so übergenau. Hier ging es um geologisches Werkzeug im Gelände, wozu auch die salzsäure gehört und da eben um nachzuweisen, ob sich in einer Probe Kalkstein befindet oder nicht, oder ob sich ein vermeintlicher kalkstein nicht als Dolomit entpuppt. Da ist es völlig nebensächlich, ob die Säure nur 8%ig oder gleich 20%ig ist. Verdünnen mit Wasser wie Pi mal daumen genügt für diesen Zweck. Ich mache es auch vornehmlich nach Volumen, rein visuell, ohne Milliliter-Einteilung im Glas. Alles andere wird dann sinnvoll, wenn es um eine naßchemische quantitative Bestimmung geht und die dafür notwendigen Utensilien führt ein Geologe wohl kaum im Rucksack mit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologen-Werkzeug - Salzsäure
BeitragVerfasst: Mo 27. Okt 2014, 09:31 
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Für das Mischkreuz kann man ganz einfach g oder ml verwenden. Das ist wie gesagt keine genaue Methode und für ein Labor nicht geeignet, aber für Geländearbeit vollkommen ausreichend. Wenn man es genau machen wollte müsste man die Stoffmengenkonzentration ermitteln und dann umrechnen. In den Berechnungen verwendet man dann auch mol.

Wenn man im Gelände 20%ige Salzsäure auf etwas kippt, was im Hangenden kalkhaltiges Material hat, wird das Gestein reagieren. Dann wird sogar dein Bastalt zum Kalkstein. Die Unterscheidung zwischen Kalkstein oder Dolomit ist mit so hohen Konzentrationen unmöglich. Im Feldbuch sollte auch notiert sein, mit welchen Konzentrationen man arbeitet, damit der Befund/Aufschluss auch quantifizierbar bleibt.
Desweiteren halte ich es für grob fahrlässig Salzsäure unbekannter Konzentration mit sich rumzuschleppen und einfach mal zu verwenden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologen-Werkzeug - Salzsäure
BeitragVerfasst: Mo 27. Okt 2014, 09:41 
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Leute, macht's doch nicht so kompliziert. 35 - 37% Salzsäure bestellen, jeweils zwei mal 1:1 mit Wasser runter verdünnen und gut ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologen-Werkzeug - Salzsäure
BeitragVerfasst: Mo 27. Okt 2014, 09:49 
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Mo 14. Dez 2009, 16:06
Beiträge: 164
Horst hat geschrieben:
Mit der Methode von Lias wird deine Säure irgendeine Konzentration haben, aber nicht die von 10%. Das ist ein Fehler, der sehr gerne gemacht wird. Da man im Gelände und nicht im Labor arbeitet kann man in ziemlich großen Fehlertoleranzen arbeiten.


Diese drei Sätze scheinen mir einen inneren Widerspruch zu enthalten. Nach dem letztenr Satz weiß ich nicht, worin der Fehler in meiner Methode liegt. Ich bin bei meiner Überschlagsrechnung von der bei Amazon angebotenen Salzsäure (30 - 33%) ausgegangen. Das müsste ungefähr hinkommen. Würde 36 - 37% angeboten, würde ich Säure zu Wasser gleich 1:3 verdünnen, das gäbe ca.9%. Für genaues Arbeiten ist das natürlich ungeeignet, da müsste man nach der Verdünnung den genauen Titer ermitteln und ggfs. die Lösung korrigieren bzw. neu ansetzen. Mit dem Mischungskreuz kann man gut rechnen, die Ergebnisse werden aber nur genau sein, wenn auch die Ausgangskonzentration genau ist. Bei konz. HCl ist das aber nicht der Fall.

Wie genau soll denn für die Kalkuntersuchung die Salzsäurekonzentration sein? Wenn's ca. 10%ig sein soll, sehe ich die Toleranzgrenzen bei 9 - 11%. Wenn 10% gefordert sind, liegen sie bei 9,5 - 10,5%, wenn mit 10% aber 10,0% gemeint ist, muss man eben genau titrieren, dann geht es nicht mehr allein mit dem Mischungskreuz.


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 Betreff des Beitrags: Re: Geologen-Werkzeug - Salzsäure
BeitragVerfasst: Di 28. Okt 2014, 13:49 
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master of desaster
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Beiträge: 758
Wohnort: München
Nur so ein kleiner Tipp an Rande und in Sachen HCl.

Auf der letzten Exkursion haben unsere Studis über einen "Bekannten", dessen Name und Qualifikation niemand nennen konnte, 10%tige HCl organisiert, mit der die Studis irgendwie alles zum blubbern kriegten.

Als ich mir die HCl dann ansah war klar zu erkennen, dass es sich um rauchende HCl handelte. Also alles andere als 10 % (oder von mir aus auch 8, 9 oder 11 oder 12 prozentige). Damit kriegten wir auch einige nicht-Karbonate zum schäumen....

Also passt beim selbermachen auf und seid kritisch, wenn ihr es von irgendjemandem machen lasst, der höchstwahrscheinlich weniger Ahnung habt als ihr.

_________________
The Lost Geologist
http://lostgeologist.blogspot.com/


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