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 Betreff des Beitrags: CO2-Abscheidung in Abgasen/Überführung in einen Feststoff
BeitragVerfasst: Mi 28. Mai 2008, 01:00 
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Heute kam mir ein Gedanke zum Problem der CO2-Abscheidung aus Rauchgasen von Kraftwerken. Das soll ja nun aufwendig verflüssigt und unter die Erde gepumpt werden. Mein Gedanke: Wäre es nicht einfacher oder zumindest praktischer das Zeug statt zu verflüssigen, in einen Feststoff umzuwandeln?

Bei der Entschwefelung wird mit Calcium und Wasser aus den Schwefeloxiden doch Gips hergestellt. Könnte man mit einem ähnlichen Verfahren nicht aus dem CO2 Kalzit herstellen? Als festes Produkt ließe es sich doch viel leichter verwahren und, wenn der gesundheitlich unbedanklich wäre (bei geringeren Verunreinigungen), evtl. sogar als Nutzmaterial einsetzen.

Leider reichte mein Wissen nun nicht so weit mir diese Frage selbst zu beantworten. Kann mir jemand das erläutern?

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BeitragVerfasst: Mi 28. Mai 2008, 09:39 
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Hallo Mathias,
Die Gewinnung von Calzium erfolgt letztendlich unter Energieeinsatz und C0[sub]2[/sub]-Freisetzung aus Kalzit. Schon deshalb kann Dein Ansatz nicht funktionieren.

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Gruß,
    tepui

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BeitragVerfasst: Mi 28. Mai 2008, 11:24 
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tja die erkenntnis kam mir nun leider auch.

aber mal beim gedanken bleiben, liesse es sich nicht irgendwie anders in einen harmlosen feststoff überführen? muss ja nicht kalzit sein. :)

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BeitragVerfasst: Mi 28. Mai 2008, 13:44 
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Mir fiele da spontan Biomasse ein. :roll:

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BeitragVerfasst: Mi 28. Mai 2008, 14:49 
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Gunnar hat geschrieben:
Mir fiele da spontan Biomasse ein

..., die wir dann durch Einbringen in die Erdkruste biologischer Zersetzung entziehen müssten. Wir würden also den Prozess der Kohle bzw. Erdölförderung gewissermaßen umkehren.

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Gruß,
    tepui

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BeitragVerfasst: Do 29. Mai 2008, 00:32 
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na ob das unbedingt einfacher ist als verflüssigen. :(

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BeitragVerfasst: Fr 30. Mai 2008, 00:50 
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hi, tepui hat mich hierauf aufmerksam gemacht. ich habe gestern einen artikel gefunden, der recht interessant klingt...

Zitat:
Künstliche Teiche sind sehr effiziente CO2-Senken

Bewässerungsteiche der Landwirtschaft kommt nach einer Studie der Universität von Iowa (USA) eine wichtige Rolle bei de Speicherung von CO2 zu. Nach einem Artikel, der in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Global Biogeochemical Cycles veröffentlicht wurde, nähmen diese kleinen Wasserspeicher insgesamt etwa genauso viel CO2 auf, wie alle Ozeane der Erde zusammen.

Ein Quadratmeter dieser Teiche nimmt nach Angaben der Studie etwa die tausendfache Menge CO2 im Vergleich zu einem Quadratmeter der Meere auf. Gemeinsam mit den Seen würden sie sogar die 20-50fache Menge pro Quadratmeter an CO2 aufnehmen als ein Quadratmeter Wald. Weltweit gäbe es 304 Millionen natürliche Seen und künstliche Teiche, welche eine Fläche von etwa 4,2 Millionen Quadratkilometern bedeckten.

Der Umwelt würden allein durch diese Bewässerungsteiche pro Jahr 150 Millionen Tonnen CO2 entzogen. "Diese aquatischen Ökosysteme spielen eine ungewöhnlich große Rolle." Trotzdem seien sie bisher völlig unbeachtet geblieben, erklärte der Portugiese Carlos Duarte, der für den spanischen Wissenschaftsrat Consejo Superior de Investigaciones Científicas an der Ausarbeitung beteiligt war.

Für die Studie wurden Messungen über die eingelagerte Menge an CO2 in diesen Teichen in den USA, punktuell auch in weiteren Ländern, über einen Zeitraum von zehn Jahren durchgeführt. Die deutlich höhere CO2-Absorption, auch gegenüber natürlicher Seen, habe mit ihrer Nutzung zu tun. Die Anreicherung durch Nährstoffe durch Vieh und durch Düngemittel führe zu einer stärkeren Fotosynthese von Algen und Pflanzen. Die sterben ab und das CO2 lagert sich im Sediment ab. Deshalb müssten sie nach der Nutzung stillgelegt werden und es wäre es sinnvoll, einen neuen Teich an anderer Stelle auszuheben. Durch Ausbaggern würde das gespeicherte CO2 wieder frei.


Quelle: http://www.heise.de/tp/blogs/2/108618


habe aber selbst zu wenig wissen, um hier genaueres einschätzen und bewerten zu können


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BeitragVerfasst: Fr 30. Mai 2008, 11:19 
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Zur Quellenlage:
In dem angegebenen Blog sind zwei Referenzen erwähnt

Zitat:
Nach einem Artikel, der in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Global Biogeochemical Cycles
(ist kostenpflichtig)

Zitat:
... Portugiese Carlos Duarte, der für den spanischen Wissenschaftsrat Consejo Superior de Investigaciones Científicas an der Ausarbeitung beteiligt war.
führt zur einer Pressemitteilung (in spanisch) entsprechenden Inhalts http://www.csic.es/noticia.do?objectid=0902bf8a800b5170


@ Gunnar: Deine Idee scheint ja garnicht so abwegig zu sein :D


Sicherlich ist die Sache mit den Bewässerungsteichen ein interessanter, bisher vielleicht nicht hinreichend beachteter Teilaspekt. Geologisch gesehen ist eine Reduzierung des CO[sub]2[/sub]-Gehalts der Atmosphäre nur möglich wenn die Rate des Kohlenstoffeitrags in Sedimente die Rate der Freisetzung übersteigt. Ob Bewässerungsteich dabei eine wesentliche Rolle spielen können - ich weiß' nicht.

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Gruß,
    tepui

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