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 Betreff des Beitrags: Atommüll-Endlager kennzeichnen
BeitragVerfasst: Mo 2. Mai 2016, 12:09 
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Jetzt mal fernab der Diskussion, welche Lagerstätten denn geologisch überhaupt als Endlager für Atommüll geeignet wären - das wurde in einem anderen Thread schon ausgiebig diskutiert - mal noch eine andere interessante Frage in diesen Zusammenhang. Ich finde sie sehr relevant, wenn auch ein bisschen OT was Geo angeht, was ihr aber bestimmt verzeiht.
Wie teilt man denn den Menschen in, sagen wir 10.000 Jahren mit, dass die hier, wo wir endlich ein sicheres Endlager gefunden haben, bitte keine Löcher buddeln sollen?

Ich meine, dass ich vor ein paar Jahren mal einen interessanten Zeitschriftenartikel dazu gelesen habe, in dem auch Leute wie Stanislaw Lem Theorien zum Besten gegeben haben, wie eine solche Warnung aussehen könnte. Seither trage ich diese Frage mit mir herum, weil ich sie sehr spannend und immer noch ungelöst finde.

Unter dem Stichwort Atomsemiotik werden bei Wikipedia die wichtigsten Ansätze schonmal aufgeführt, wie ich gerade sehe.
Was sind Eure Ideen dazu? Kennt ihr ein paar der diskutierten Ansätze und was haltet ihr davon?


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 Betreff des Beitrags: Re: Atommüll-Endlager kennzeichnen
BeitragVerfasst: Mo 2. Mai 2016, 19:27 
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hard-rocker
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Na, ich denke, nach 10.000 Jahren sieht die Morphologie der Erdoberfläche bis auf relativ geringe Veränderungen (Meeresspiegelschwankungen, Felsstürze, Küstenerosion- bzw. Aufbau, Verlandung von Gewässern, Flusslaufänderungen, Dünenwanderungen, Bergbauhinterlassenschaften u.a.). Da dürfte es nicht so schwer sein, einen markanten Punkt in die Landschaft zu setzen (hin und wieder rastauriert), der dies aussagt. zumindest müßten Behörden wissen, was es mit diesem Zeichen auf sich hat, ebenso wie heute die Behörden wissen (sollten), was sich im Untrgrund befindet, wenn eine Baumaßnahme dort stattfiinden soll. Bauten mit nur geringer Gründungstiefe dürften damit kein Problem haben, da sich solche Endlager doch in etlichen hundert Meter Tiefe befinden sollten. Was Anderes ist es, wenn dort durch Leckagen radioaktive Wässer noch oben dringen, aber da wäre dieses Gebiet sowieso für Jedermann ohne Berechtigung gesperrt, je nach Strahlungsintensität. Nicht mal die Halden der Wismut sind für Begehungen verboten. Dort kann jeder spazierengehen und die dort gepflanzten Bäume werden irgendwann in hundert Jahren auch mal gefällt und einer sinnvollen Nutzung zugeführt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Atommüll-Endlager kennzeichnen
BeitragVerfasst: Fr 6. Mai 2016, 17:01 
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soft-rocker
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Auch in Gebäuden, die nicht mal 1oo Jahre alt sind, weiß man bei Sanierungen oft nicht mehr, wo eigentlich die Zu- und Ableitungen verlaufen, im Innen- und Außenbereich. Da kommt manchmal Erstaunliches zutage. Beim Atommüll geht es nicht um Jahrzehnte, die Informationen müssen über Jahrhunderttausende kontinuierlich weitergegeben werden. Der bürokratische Informationsfluss muss also alle Kriege, Katastophen, Völkerwanderungen usw. unbeschadet überstehen und an die neuen Verhältnisse angepasst werden. Das im mittleren Paläolithikum angelegte radioaktive Lager muss also die keltische Besiedlung, die römische Besatzung, das Überrennen durch verschiedene germanische Stämme, dazwischen die Hunnen usw. die diversen fremden Eroberungen (Franzosen, Schweden, Russen usw.) sowie zwei Weltkriege unbeschadet überstanden haben und die paläotithische Sachinformation kontinuierlich weitergeben worden sein. Damit wären immerhin dann 10000 Jahre abgedeckt, bei 24000 Jahren HWZ für Plutonium. Bitte jetzt nicht das Argument, in der Zukunft würde sich alles viel ruhiger und kontinuierlicher entwickeln als in der Vergangenheit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Atommüll-Endlager kennzeichnen
BeitragVerfasst: Fr 13. Mai 2016, 08:22 
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soft-rocker
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Wie wäre es denn mit der Nutzung der Geothermie, indem man die Endlager mit Wärmetauschern versieht?


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 Betreff des Beitrags: Re: Atommüll-Endlager kennzeichnen
BeitragVerfasst: Mo 3. Apr 2017, 14:57 
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Lias hat geschrieben:
Das im mittleren Paläolithikum angelegte radioaktive Lager muss also die keltische Besiedlung, die römische Besatzung, das Überrennen durch verschiedene germanische Stämme, dazwischen die Hunnen usw. die diversen fremden Eroberungen (Franzosen, Schweden, Russen usw.) sowie zwei Weltkriege unbeschadet überstanden haben und die paläotithische Sachinformation kontinuierlich weitergeben worden sein. Damit wären immerhin dann 10000 Jahre abgedeckt, bei 24000 Jahren HWZ für Plutonium. Bitte jetzt nicht das Argument, in der Zukunft würde sich alles viel ruhiger und kontinuierlicher entwickeln als in der Vergangenheit.


Lias hat den Kern des Problems sehr anschaulich dargestellt! Wir sind ja gerade mal so in der Lage, Keilschrift-Texte zu lesen, die läppische 5000 Jahre alt sind. Und alleine die zu entschlüsseln hat schon Jahrzehnte gedauert (und ist immer noch nicht perfekt). Wie lange wird unsere derzeitige Sprache überdauern und wie lange diese Schrift? Höchstwahrscheinlich nicht besonders lange - wer von euch kann zB noch Sütterlin lesen?
Was das Erkennen von Symbolen aus vergangenen Kulturen angeht, versagen wir sogar komplett. Keine Ahnung, was die Kelten mit der Triskel sagen wollten und warum die Bronzezeitler so einen Enten- und Schwanen-Fimmel hatten - es muss wichtig gewesen sein, sonst hätten sie's nicht überall drauf gemalt. Derzeitige wissenschaftliche Erklärung: "wahrscheinlich kultisch". ^:)^

Zurück zum Atom-Thema: Es gibt ja seit ein paar Jahren offenbar ein neues Symbol für Radioaktivität (zu finden zB hier: http://www.fontblog.de/radioaktivitat-n ... arnschild/). Irgendwo habe ich mal von einen Test gesehen, in dem nicht eingeweihte Menschen (in dem Fall Kinder) das normale Warnzeichen (verständlicherweise) für einen Propeller hielten. Könnte ein Grund dafür sein, dass das neue Symbol um einen Totenkopf und eine flüchtende Person erweitert wurde. Was meint ihr, in wie viele Richtungen kann man das fehlinterpretieren? (Mir fallen jedenfalls sofort Zombie-Piraten ein)
Es setzt allerdings eine Leserichtung von oben nach unten und links nach rechts voraus. Nicht selbstverständlich, wie ich finde. (wobei, die integrierten Pfeile könnten dabei helfen. Interessant wäre es, die Verständlichkeit des Zeichens zB im asiatischen oder arabischen Raum zu testen, wo eine andere Leserichtung normal ist)

Naja, so viel dazu von meiner Seite. Ich bin auf eure weiteren Gedanken zu dem Thema gespannt!


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