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 Betreff des Beitrags: Magmatische Schlotstrukturen des Berges Bärenstein
BeitragVerfasst: So 1. Okt 2017, 13:36 
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Einige Kilometer südlich von Annaberg-Buchholz erhebt sich der Berg Bärenstein etwa 200 m über das Pöhlbachtal, welches hier die Grenze zur Tschechischen Republik bildet. Der tafelförmige Gipfel besteht aus Basalt, dessen typische Säulengliederung im ehemaligen Steinbruch an der Westseite besonders deutlich zu erkennen ist. Noch im 18. Jh. vertrat der namhafte Freiberger Geologe Abraham Gottlob Werner die Ansicht, dass der Basalt aus Meeresablagerungen entstanden sei. Letztlich gingen seine Gegner, die Verfechter einer vulkanischen Entstehung, als Sieger aus dem sogenannten "Neptunistenstreit" hervor. Seitdem scheint alles hinreichend geklärt zu sein. So gilt der Berg Bärenstein ebenso wie seine Brüder Scheibenberg und Pöhlberg als Musterbeispiel für einen Basaltdeckenerguss in ein Flusstal während des Tertiärs. Die nachfolgende Reliefumkehr, welche die Basaltdecke im ehemaligen Tal zu einem Tafelberg modellierte, ist heute quasi Schulwissen. Als Ausbruchspunkt des Basalts wird der im Tertiär über längere Zeit aktive Oberwiesenthaler Vulkan angesehen, dessen Schlot einen imposanten Durchmesser von ca. 1 km besitzt. Weit weniger bekannt ist die Tatsache, dass bereits der Bearbeiter vom Blatt Annaberg der Geologischen Specialkarte des Königreiches Sachsen, F. Schalch, auf gewisse Unregelmäßigkeiten bei der Basaltverbreitung am Bärenstein hinwies: "An der Südostspitze des Berges reicht die untere Grenze der Basaltdecke bis in ein merklich tieferes Niveau herab ... Aus der rasch wechselnden Richtung der [Basalt-] Säulen liesse sich dort ein Ausbruchspunkt vermuthen." Ebenso führt er bis zu 20 m mächtige Basaltgänge an, die mit bergmännischen Auffahrungen östlich des Pöhlbachs bei Weipert angetroffen wurden. Aufgrund dieser Befunde wurde vor 25 Jahren das Gebiet des Bärensteins vom Autor näher untersucht. Eine Kartierung von Aufschlüssen an der Tagesoberfläche und in temporär zugängigen Grubenbauen des Altbergbaus erbrachte sehr interessante Ergebnisse, welche auf die Geologie des Bärensteins ein neues Licht werfen.

Den ganzen Artikel mit 4 Abb. gibt es im Heft 4/2017 der Erzgebirgischen Heimatblätter / Erzdruck GmbH Marienberg
Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: Magmatische Schlotstrukturen des Berges Bärenstein
BeitragVerfasst: Di 3. Okt 2017, 15:16 
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Hallo sehmataler,

ein schöner Bericht.

Gruss,
Helge


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 Betreff des Beitrags: Re: Magmatische Schlotstrukturen des Berges Bärenstein
BeitragVerfasst: Di 3. Okt 2017, 18:36 
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Danke für den ausführlichen Bericht.
Gut geschrieben
Gruss Sanni

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"Der Zeitgeist ist wie ein Zirkusgaul, der immer im Kreis durch die Manege läuft. Wenn man ihm nachrennt, erreicht man ihn nie. Bleibt man gelassen stehen, kommt er in schöner Regelmäßigkeit immer wieder an einem vorbei."


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 Betreff des Beitrags: Re: Magmatische Schlotstrukturen des Berges Bärenstein
BeitragVerfasst: Mi 4. Okt 2017, 21:58 
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In dieser Gegend gibt es mehrere Basalt-Tafelberge. Den genannten Bärenstein, den Pöhlberg und den Scheibenberg. Alle drei waren vor längerer Zeit Gegenstand eines Steinbruchbetriebes. Die recht dicken Basaltsäulen des Pöhlberges werden im Volksmund auch "Butterfässer" genannt. Alle drei Berge liegen in guter Sichtweite voneinander. Zumindest der Bärenstein und der Pölberg haben eine Gaststätte mit Hotel und Aussichtsturm.
Übrigens, wer Gelegenheit hat, südlich von Marienberg in die Gegend des kleinen Erzgebirgsdorfes Satzung zu kommen, sollte einen Besuch des Hirtsteines nicht versäumen. Dort wurde ebenfalls ein Basaltgang abgebaut, der dort als Quellkuppe ausgebildet ist nd eine hervorragende Säulenanordnung zeigt. Der Aufschluss ist sehr gut zugänglich und wird ständig von höherem Bewuchs freigehalten. Wen es interessiert, nur mal das Wort "Hirtstein" und vielleicht noch "Basalt" bei Google eingeben und Ihr könnt ihn sehen. Ebenfalls über Google Earth.

Gruß Frank


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