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 Betreff des Beitrags: Katzensilber?
BeitragVerfasst: Mo 6. Nov 2017, 20:59 
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Hallo,

kann mir jemand bitte erklären, wie es zu solch einer seltsamen Gestaltung von Steinen kommt?
Enthält Glimmer (Katzensilber)
Ist mitten im Wald, sonst ist nirgends so etwas zu sehen

https://photos.app.goo.gl/niMXkIZc0i1Vmjtt1



Danke
Lg Manfred


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 Betreff des Beitrags: Re: Katzensilber?
BeitragVerfasst: Mo 6. Nov 2017, 21:39 
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Hallo Manfred,

bei solchen Fragen ist es generell immer sinnvoll anzugeben, wo sich die Lokalität befindet und um was für Gestein es sich handelt (sofern man das erkennt).

Mit "seltsame Gestaltung von Steinen" meinst du sicherlich die einzelnen Blöcke, die scheinbar aufeinandergelegt wurden? Es handelt sich hierbei um einen ehemals einzelnen größeren Block, welcher auch nicht alleine im Wald rumstand. Das Gestein um den Block herum wurde jedoch nach und nach erodiert und abgetragen, so dass am Ende nur noch dieses "Stück" übrig blieb. Und auch diesem Stück haben Wind, Wasser, Temperatur etc. schon so zugesetzt, dass er deutliche Verwitterungsspuren zeigt. Die Erosion setzt dabei bevorzugt an Schwachstellen im Gestein an, besonders an Ecken und Kanten, sowie entlang von Schicht- und Kluftflächen. Die Schichtflächen liegen in deinem Beispiel leicht geneigt zur Horizontalen und sind sehr gut zu erkennen. Senkrecht dazu durchziehen Klüfte das Gestein, besonders deutlich ist die prägnante Kluft auf dem ersten Bild zu sehen. An solchen Klüften können der linke und rechte Block auch gegeneinander versetzt sein, in deinem Beispiel scheint mir das aber nicht so zu sein.
Die Abrundung der Ecken und Kanten ist ein typisches Merkmal der sogenannten "Wollsackverwitterung" wie sie insbesondere bei Sandsteinen und Graniten auftritt. Da wir aber eine Schichtung sehen können, wird es wohl ein Sandstein sein. Glimmer (vor allem Muskovit) können in Sandsteinen in unterschiedlichen Mengen vorkommen, von fast gar nicht bis hin zu ganzen Schichtflächen mit silbrig schimmerndem Glanz. Von daher wäre deine Beobachtung nicht untypisch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Katzensilber?
BeitragVerfasst: Mi 8. Nov 2017, 10:28 
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Mo 6. Nov 2017, 20:08
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Vielen Dank für die ausführliche Erklärung. :ymapplause:

Habe diesen Felsen in Österreich/Kärnten am Weg von Afritz zum Palnock gefunden

Lg


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 Betreff des Beitrags: Re: Katzensilber?
BeitragVerfasst: Mi 8. Nov 2017, 23:05 
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bachelor
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Die Gegend um Kärnten kenne ich leider nicht.
Hast du eventuell auch ein Foto vom Gestein selbst? Mich irritiert etwas Form der Blöcke. Eventuell handelt es sich doch eher um kristallines Gestein und die von mir bezeichneten Schichtflächen stellen Kluftflächen dar.
Ist aus der Entfernung halt schwer zu sagen. Ein Foto vom Gestein selbst (Nahaufnahme) wäre daher hilfreich. Wie war denn die Farbe? Konntest du irgendwelche Minerale identifizieren?
Also Wollsackverwitterung ist es definitiv. Bei der Gesteinsart kann ich aber keine Garantie geben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Katzensilber?
BeitragVerfasst: Do 9. Nov 2017, 09:33 
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Mo 6. Nov 2017, 20:08
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Leider habe ich keine genaueren Fotos.
Wandere aber im Frühjahr nochmals hinauf (jetzt liegt schon Schnee)

Lg Manfred


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 Betreff des Beitrags: Re: Katzensilber?
BeitragVerfasst: So 12. Nov 2017, 21:29 
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hard-rocker
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Beiträge: 314
Da würde ich eher auf einen Gneis oder einen Glimmerschiefer tippen. Im Erzgebirge, wo Gneise (z.B. Freiberger grauer Gneis) weit verbreitet sind, kenne ich sehr ähnliche Strukturen. Für einen Granit wären mir die auffälligen ausgewitterten Schichtflächen in dieser Parallelität und Anzahl zu ausgeprägt. Gneise und vor allem Glimmerschiefer (sagt schon der Name) enthalten viel hellen Glimmer(Muskovit-glimmer, eisenarm im Gegenatz zu dem dunklen Biotit-Glimmer oder Phlogopit). Der Glimmer ist in diesen Gesteinen nicht regellos verteilt wie im Granit, sondern plattig in eine Richtung eingeregelt, oft in dünnen Schichten konzentriert. Das sind dann die Angriffsflächen für die Verwitterung. Gneise und Glimmerschiefer sind daher entlang der sehr weichen Glimmerplätchen oft leicht spaltbar bis in dünne Platten. Verwendung als Naturwerksteine, Mauern, Wegeplatten und auch oft als Dachbelag (z.B. Alpendörfer). Wenn Du dort mal ein Stück abschlagen kannst, wirst du das erkennen.
Übrigens, von Katzengold wird gesprochen, wenn man entweder Pyrit vor sich hat oder auch den angewitterten Biotit-Glimmer, der dann durch Freiwerden des enthaltenen Eisens goldbraun gefärbt erscheint. Ist also auch ein Glimmer.


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